Dr. med. Harald Bresser, Facharzt für Dermatologie und Venerologie, Facharzt für Anästhesiologie

Telefon: 089 - 677 977
Praxis
Dr. med. Harald Bresser
Anästhesiologen
in München auf jameda
Dr. med. Harald Bresser, von sanego empfohlen

Botulinumtoxin - Botox München - ein umfassender Überblick

Was sollte man über Botox wissen? Was ist Botox übrehaupt? Wie kann der Hautarzt Botox einsetzen? Alle Infos zu Botox München bekommen Sie auf dieser Seite

von Dr. med. Harald Bresser

Botox ist ein Medikament mit dem Inhaltstoff Botulinumtoxin. Botox glättet Gesichtsfalten, Botox stoppt Hyperhidrose, Botox bessert Kopfschmerzen und Migräne. Wir behandeln in unserer Hautarztpraxis in München auch Zähneknirschen mit Botox. Viele Webseiten schildern die Vorteile von Botox sehr unkritisch. Als langjähriger Anwender von Botox in München bin ich von seiner Wirksamkeit und Sicherheit überzeugt. Vertrauen Sie unserer Erfahrung und unserem Wissen - aber informieren Sie sich gründlich. Eine Kurzinfo über Botox München finden Sie hier.

"Was ist Botulinum Toxin = Botox ?"

Botulinum( toxin) ist der Name eines natürlichen Eiweissstoffes. Er wird in der Natur von Bakterien (Clostridium botulinum) gebildet. Als Medikament hergestellt, wurde Botulinumtoxin v.a. unter dem Medikamentennamen Botox bekannt.  Seit ca. 25 Jahren erforschen Ärzte die Heilwirkungen des Stoffes bei Nervenkrankheiten. Mit der Beruhigung übermässiger Schweissbildung (Hyperhidrose) und der Rückbildung dynamischer Gesichtsfalten haben sich ganz neue, äusserst wirksame Anwendungsgebiete für dieses Arzneimittel aufgetan. Wird Botox in die Haut gespritzt, so gelangt es zu den Schweissdrüsen und blockiert gezielt die dorthin geleiteten Nervenimpulse: die Schweissdrüsen sind "ruhiggestellt". Wird es durch die Haut in einen Muskel gespritzt, so ist dieser Muskel vorübergehend ganz oder teilweise entspannt. Andere Nervenfunktionen - wie z.B. Fühlen, Tasten, Temperaturempfinden - sind dadurch nicht beeinflusst. 

"Botox, Azzalure, Dysport, Vistabel, Xeomin, Bocouture: Unterschiede"

Die meisten Menschen kennen Botulinumtoxin nur unter einem Namen: "Botox". "Botox" ist aber eigentlich ein geschützter Name eines verordnungspflichtigen Medikamentes. Botulinumtoxin wird von verschiedenen Firmen unter den Namen Azzalure®, Dysport®,  Botox®, Xeomin® und Vistabel® und Bocouture® hergestellt bzw vertrieben.  Vistabel ® enthält den gleichen Wirkstoff von der gleichen Firma wie Botox®. Azzalure® enthält den gleichen Wirkstoff wie Dysport®, und Bocouture® und Xeomin® sind wirkstoffgleich. Die verschiedenen Botox - Medikamente sind seit vielen Jahren von den Gesundheitsbehörden der USA und Europas für die Behandlung von Zornesfalten und für vieles andere in der Krankheitsbehandlung zugelassen. 
Die Wissenschaft kennt inzwischen zahlreiche Botulinumarten, die von Ärzten zur Unterscheidung mit den Buchstaben A, B, C… versehen werden. Das Botulinumtoxin "A" steckt in den Medikamenten Botox und Dysport. Viele Wissenschaftler kürzen "Botuliumtoxin A" als "BTX A" ab. Botulinumtoxin B gibt es unter dem Namen "NeuroBlock" und "Myoblock" ebenfalls als Medikament. 
Der Begriff "Botox-Behandlung" hat sich in der Öffentlichkeit für den Einsatz von Botulinumtoxin in der ästhetischen Medizin weitgehend durchgesetzt - unabhängig vom tatsächlich verwendeten Produkt. Damit ist keinesfalls eine Bewertung oder Werbung verknüpft: andere Medikamente mit dem gleichen oder ähnlichem Wirkstoff können genauso gut wirksam sein.
 Schon häufig haben sich Markennamen - auch von Medikamenten - als Gattungsbegriff für eine ganze Gruppe von Produkten oder Verfahren durchgesetzt (Beispiel: "Aspirin" als Oberbegriff für Schmerzmittel, die Acetylsalicylsäure enthalten; "Tempo-Taschentuch" als Oberbegriff für Papiertaschentücher, "Walkman" als Bezeichnung für tragbare Cassettenrecorder ...). Deshalb soll hier ausdrücklich betont werden, dass die Verwendung der Begriffe Botox oder Botulinumtoxin keinerlei werbende Absicht verfolgt - weder für einen Wirkstoff, noch für ein Behandlungsverfahren, geschweige denn für ein bestimmtes Medikament. Im Gegenteil: unsere Webseite liefert die der Öffentlichkeit bisher weitgehend vorenthaltenen Informationen, um ein ausgewogenes Urteil über den Wirkstoff fällen zu können. 

"Geschichte von Botox: Medikamente aus Botulinumtoxin"

Botulinumtoxin ist das Gift verdorbener Wurstkonserven. Die Giftigkeit verdorbener Nahrungsmittel ist seit Jahrhunderten bekannt. Schon aus dem Jahr 1793 kennen wir Berichte aus Süddeutschland über Tote durch verdorbene Blutwürste.  Im Jahr 1817 wurde erstmals in der medizinischen Literatur beschrieben, dass ein Bauer durch den Verzehr einer verdorbenen Blutwurst innerhalb von 6 Tagen unter Qualen zu Tode kam. Der würtembergische Arzt Dr. J. C. Kerner erkannte, dass der Tod durch ein Gift in der Wurst verursacht worden war. Doch erst 80 Jahre später gelang es einem belgischen Professor, das berüchtigte, oft tödliche "Wurstgift" zu identifizieren. Dieser Professor van Ermengen prägte auch den Begriff "Botulinumtoxin". Er leitet sich aus dem lateinischen Wort "botulus = Wurst" und "toxin = Gift" her. Mit dem Begriff "Gift" bei einem Arzneimittel verbinden sich natürlich unangemessene negative Assoziationen. Es gibt daher Initiativen, bei Arzneimitteln mit dem Inhaltstoff Botulinumtoxin in Zukunft nur noch von "Botulinum" zu sprechen (also zB "Botulinum-Behandlung", statt "Botox-Behandlung"). 1946 wurde Botulinumtoxin A erstmals in reiner Form hergestellt. Damit konnten Forscher das interessante Toxin wissenschaftlich studieren. Bald erkannte man, dass sich damit durch Einspritzung die Muskelfasern gezielt blockieren und die Aktivität von überaktiven Muskeln dämpfen lassen. 
Die Möglichkeiten einer medizinischen Anwendung leuchteten erstmals auf. Seit den 60iger Jahren erforschte der amerikanische Augenarzt Dr. Scott den Stoff. Er suchte nach neuen Heilweisen für das Schielen, dessen Ursache eine unkoordinierte Aktivität einzelner Augenmuskeln ist. Als er das Gift in die Augenmuskeln von schielenden Affen einspritzte, konnte er die Krankheit vorübergehend heilen. Er wurde zum Vater der Botulinumtherapie. Über 20 Jahre suchten er und sein Kollege Dr. Schantz nach Wegen, dies medizinisch zu nutzen. 1979 erhielt eine von ihnen gegründete Firma die Erlaubnis der amerikanischen Gesundheitsbehörden, Botulinumtoxin an freiwilligen Versuchspersonen zu erproben. 1980 wurde das bis dahin so gefährliche Gift erstmals absichtlich einem Menschen als Medikament injiziert. Seit 1988 wurde von der Firma Allergan in grösserem Stil der medizinische Nutzen bei verschiedenenen Muskel- und Nervenkrankheiten erprobt. Man hatte den ungeheuren potentiellen Nutzen erkannt, jedoch die "passenden" Krankheiten noch nicht gefunden. 
1989 wurde das erste Medikament in Amerika zugelassen, das Botulinumtoxin A enthielt. Es hiess damals Oculinum, wurde später aber in Botox umbenannt. Es war zur Behandlung von Strabismus und Blepharospasmus erprobt worden (Schielen, krankhafte Lidkrämpfe und andere Muskelerkankungen). 1991 wurde in Grossbritannien das 2. Botulinum-Medikament unter dem Namen Dysport eingeführt. Seit 1993 sind beide auch in Deutschland erhältlich. Fünf Präparate sind heute bei uns im Handel: Botox und Vistabel (Fa. Allergan Inc., Irvine, California ), Dysport (Fa. Ipsen Biopharm Ltd, Wrexham, UK), Xeomin und Bocouture (Fa. Merz-Pharma, Deutschland), seit 2009 eine niedriger dosierter Dysportableger namens Azzalure (Hersteller Fa. Ibsen, Vertrieb Fa. Galderma). Alle enthalten Botulinumtoxin A. Sie unterscheiden sich durch ihre Zusammensetzung, Lagerungsart, Haltbarkeit, und Dosierung. Botulinumtoxin B ist in Myoblock© bzw Neuroblock© enthalten (Myoblock kann über internationale Apotheken bestellt werden. Myoblock hat Vor- und Nachteile gegenüber Botox. 
Die Wirkung scheint schwächer und unzuverlässiger zu sein, dafür ist das Präparat leichter zu handhaben und stabiler bei der Aufbewahrung. Es scheint etwas schneller zu wirken und im Muskel weniger weit zu wandern - allerdings wirkt es kürzer als Botox, ein grosser Nachteil. Die Risiken und Nebenwirkungen sind vergleichbar mit BTX A. Es wird bisher v.a. bei Wirkungslosigkeit oder Antikörperbildung der BTX-A Medikamente eingesetzt). Bei seinen Augenbehandlungen   hatte Scott bemerkt, dass als merkwürdiger Nebeneffekt der Behandlung manche Gesichtsfalten verschwanden. Eine seiner Mitarbeiterinnen war die Kanadierin Jean Carruthers. Sie erforschte dieses Phänomen seit 1988 intensiv mit ihrem Gatten, dem Hautarzt Alastair Carruthers. Als sich ihre Forschungsergebnisse und Erfolge bei der Faltenbehandlung unter Hautärzten und Schönheitschirurgen herumsprachen, begann in Nordamerika der stille Siegeszug der Faltenbehandlung mit Botulinumtoxin. Über Jahre hinweg erwarben Ärzte zunehmende Kompetenz in der Anwendung gegen Schönheitsprobleme, obwohl die Medikamente noch keine offizielle Zulassung dafür hatten. 
Inzwischen haben sich die Gesundheitsbehörden der USA, der Schweiz, von Kanada und nahezu allen europäischen Ländern von der Sicherheit und Wirksamkeit verschiedener Botulinumtoxinmedikamente überzeugt und 3 Mittel für ästhetische Anwendungen in Europa zugelassen. Als Patient kann man daher sicher sein, dass es sich um Medikamente handelt, deren Wirksamkeit und Sicherheit schon an tausenden Menschen bestätigt und offiziell anerkannt wurde.

"Faltenbehandlung mit Botox"

Für fast jede Faltenart kennen wir heute die optimale Behandlungsform. Besonders schwierig war in der Vergangenheit die Behandlung "dynamischer Gesichtsfalten". Das sind Falten, die durch die Aktivität der Gesichtsmuskeln entstehen (besonders deutlich beim Grimassieren zu sehen). Dies sind vor allem die - Falten der Stirn - die Falten um und zwischen den Augen (Glabella) - feine Mundfalten - Nasenrückenfalten - Augenfalten - Halsfalten - Kinnfalten - Mundwinkelfalten / Marionettenfalten / Merkelfalten - Glatzenfalten Schon ab dem 20. Lebensjahr können diese Falten sich so eingraben, dass sie auch in Entspannung nicht mehr verschwinden.
Diese Falten lassen sich heute durch Botulinumtoxin wirksam rückbilden. Sonnen- und Altersfalten lassen sich dagegen besser durch Laserbehandlung, Peeling oder Unterspritzung verbessern. Neben der direkten Faltenbehandlung werden immer wieder neue Einsatzgebiete erarbeitet: z.B. der sogenannte Botox-Lift oder der Augenbrauenlift. Diese Spezialanwendungen sind nur bei der Durchführung durch erfahrene Ärzte sicher und erfolgversprechend.  

"Ablauf der Botox-Behandlung"

Nach Hautdesinfektion wird gezielt an mehrere Punkte des jeweiligen Gesichsmuskels eine kleine, genau berechnete Menge des Botulinumtoxin eingespritzt. Die Stellen werden gekühlt, um eine mögliche Hautschwellung zu dämpfen. Der volle Behandlungseffekt tritt schon nach 2 - 12 Tagen ein. Die Wirkungsdauer beträgt zwischen 3 und 9 Monaten. Bei Wiederholung der Behandlung "verlernen" die Muskeln die Faltenbildung, sodass die Gesichtsfalten zunehmend langanhaltender rückgebildet werden.  

"Schwitzen und Botox"

Viele Menschen leiden darunter, dass sie ungewöhnlich stark schwitzen. Ihre Schweissdrüsen reagieren auf Stress, aber auch spontan ohne äusserlichen Anlass mit sehr starkem Schwitzen (näheres dazu unter dem Stichwort "Hyperhidrose"). 
Dieses Schwitzen ist nicht mit "normalem" Schwitzen bei körperlicher Anstrengung vergleichbar und belastet die Betroffenen enorm. Die "lokalisierten" Formen der Hyperhidrose (übermässiges Schwitzen an Händen, Füssen, Achselhöhlen) lassen sich hervorragend mit Botulinumtoxin behandeln und ersetzen heute die meisten Operationen. Viele weitere Informationen über Ursachen und Therapiemöglichkeiten bei übermässigem Schwitzen finden Sie auf unserer eigenen Seite über "Hyperhidrose".  

"Botox gegen Schwitzen: Ablauf"

Nach Desinfektion der Haut wird in die Haut an mehrere Punkte eine kleine, genau berechnete Menge des Botulinumtoxin eingespritzt. Der volle Behandlungseffekt beginnt ab dem 2. Tag und steigert sich weiter. Die Wirkungsdauer beträgt zwischen 3 und 12 Monaten. Bei Wiederholung der Behandlung hält die Wirkung oft immer länger an.  

"Botox gegen Kopfschmerzen und andere Schmerzen"

Durch Zufall wurde schon vor Jahren festgestellt, dass Botoxinjektionen Kopfschmerzen und andere Schmerzen lindern können. Am meisten Erfahrungen hat man bei der Behandlung von Kopfschmerzen. Besonders wirksam lassen sich bestimmte Formen der Migräne und Spannungskopfschmerzen behandeln, die durch unwillkürliche Verkrampfungen der Stirn- und Nackenmuskeln entstehen. Aber auch Kreuz- und Rückenschmerzen und andere Muskelschmerzen lassen sich oft lindern. 
Auch gegen Tennisellbogen und andere orthopädischen Probleme wurde Botulinumtoxin schon erfolgreich eingesetzt. Eine offizielle Zulassung besitzt das Medikament in Deutschland dafür nicht; im Jahr 2011 erfolgte die Zulassung in England und den USA und soll für Migräne in Deutschland ebenfalls erfolgen; die notwendigen wissenschaftlichen Studien sind abgeschlossen. Bei zwei Zulassungsstudien an jeweils über 700 Patienten konnte eine deutliche Schmerzlinderung und Medikamenteneinsparung, jedoch seltener eine völlige Schmerzfreiheit erzielt werden. Die Behandlung erfolgt nach vorgegebenen Therapieschemata und erfordert i.a. relativ hohe Dosierungen von ca. 100 E Botox pro Sitzung. Vor einer Botox-Behandlung gegen Schmerzen sollte die Ursache der Schmerzen vom schmerztherapeutisch spezialisierten Facharzt (Orthopäde, Neurologe oder Schmerztherapeut) untersucht worden sein.
 Auch nach der Zulassung wird eine Kostenübernahme durch gesetzliche Krankenkassen wahrscheinlich nur "als letztes Mittel" bei bestimmten Migränearten erfolgen. Die schmerzlindernde Wirkung ist insgesamt deutlich weniger präzise und zuverlässig zu berechnen als bei der Faltenentspannung oder Schweissveminderung. Eine Botox-Therapie bei Migräne oder Schmerzen wird nie das erste oder einzige Mittel gegen die Schmerzen sein und sollte nur im Rahmen einer interdisziplinären Schmerzeinheit eingesetzt werden. 

"Botox : schädlich fürs Gehirn?"

Zur Schädlichkeit von Botox finden Sie einen eigenen Artikel unter "Botox-Risiken...". Laut mehrerer neuen Studien hilft Botulinumtoxin auch gegen Depressionen. Nach der sog. Facial-Feedback-Hypothese drückt Mimik (zB die Zornesfalte) nämlich nicht nur eine Stimmung aus, sondern wirkt gleichzeitig zurück auf unser seelisches Befinden. Wenn man als die Sorgen- und Zornesfalten dämpft, sehen wir nicht nur sorgenärmer aus, wir fühlen uns auch weniger angespannt und weniger depressiv. In einer Pilotstudie halbierte die Behandlung der Zornesfalte innerhalb von 6 Wochen bei 60% der Behandelten die Schwere der depressiven Beschwerden. 

"Botox und Tierversuche"

In der Vergangenheit wurde die Wirkstärke und Stabilität von Botulinumtoxin-Medikamenten im Tierversuch an Mäusen getestet. Es gab bisher kein anderes Testverfahren, um die Qualität der Medikamente im Interesse der Patienten zu testen und sicherzustellen. Seit 2012 besitzt die Fa.Allergan nach 10 Jahren Forschung die Zulassung für ein neues Testverfahren, das Tierversuche überflüssig macht. Es war weltweit der erste sogenannte zellbasierte in-vitro-Test, der für die Produkte Botox und Vistabel entwickelt wurde. Mit der breiten Einführung dieses Tests bei der Herstellung von Botox und Co wird ua der Kritik von Tierschützern an den Test- und Herstellungsmethoden der Medikamente Rechnung getragen. Inzwischen hat auch der deutsche Hersteller von Bocouture und Xeomin einen vergleichbaren Test, um die Tierversuche zu beenden.

"Botox Creme, Botox Salbe?"

Bisher gibt es keine wirksame Botoxcreme; alle sog. "Botox-Salben", die zur Zeit auf dem Markt sind, funktionieren nicht. Allerdings ist die Fa. Allergan sowie Fa. Revance zur Zeit intensiv mit der Entwicklung einer Botoxsalbe beschäftigt. Die entsprechenden Studien sind bereits angelaufen und liefern Hinweise auf die zukünftigen Botoxcremes. Der Wissensstand ist zur Zeit folgender: die Botoxcreme funktioniert nur an sehr dünner Haut, zB um die Augen oder unter den Achselhöhlen. 
 Bei den laufenden Studien wird Botox 2 Stunden vor der Anwendung in eine Creme gemixt. Es kommt tatsächlich zu einer Faltenverminderung - aber: der Effekt einer Botoxspritze scheint 4 fach stärker zu sein; das bedeutet, dass die Faltenverminderung durch die Creme nur 25% so stark ist wie bei der Injektion, das Ergebnis der Botoxcreme ist weitaus schlechter. Eine Faltenbehandlung zB der dicken Stirnhaut scheint damit nicht möglich zu sein. Vorläufiges Fazit: auch wenn die Botoxsalbe eines Tages kommt, wird sie die Botoxspritze nicht ersetzen können. 

"Botox gegen Heuschnupfen und Allergie

Immer neue Anwendungsmöglichkeiten von Botox werden erforscht. Ein asiatisches Forscherteam veröffentlichte erstmals 2017 eine Studie über die Anwendung von Botox bei Allergikern mit Heuschnupfen durch Hausstaubmilbenallergie. Sie spritzten das Botox in einem speziellen Verfahren in die hintere, innere Nasenschleimhaut. Nach 2 und 4 Wochen halbierten sich dadurch die Heusschnupfenbeschwerden an der Nase, die Lebensqualität der Kranken wurde wesentlich besser. Unklar sind aber noch viele Details dieser interessanten Behandlung: welche Dosis genaus soll der Arzt wohin injizieren? Wer eignet sich für die Behandlung, und wie lange hält die Wirkung an? All dies wird sicher bald geklärt sein, damit Botox gegen Heuschnupfen dann den Kranken zur Verfügung steht.

"Neurologische Krankheiten und Botox"

Was viele Kritiker von Botox nicht wissen: etwa die Hälfte der gesamten Produktion von Botulinumtoxin-Medikamenten geht nicht in die ästhetische Behandlung, sondern in die Behandlung schwerster Krankheiten. Bei vielen vorher nahezu unbehandelbaren Krankheiten an Muskeln und Nerven ist Botulinumtoxin heute erste Therapiewahl. 
Die folgende Auflistung soll das breite Spektrum dieser Anwendungen verdeutlichen - für einige der Krankheiten liegt keine offizielle Zulassung vor, die Verwendung ist aber trotzdem Routine.Einsatzgebiete von Botulinumtoxin:

  1. Anwendung im Kopfbereich, ausser Dystonien und Hyperhidrose: Strabismus, protektive Ptosis, Spasmus hemifacialis, Bruxismus/Zähneknirschen, Rhinitis, Krokodilstränen (kein Witz: ist eine Krankheit), Sialorrhoe 
  2. Fokale Dystonien: spasmodische Dystonie, Blepharospasmus, Meige-Syndrom, oromandibuläre Dystonie, pharyngeale und linguale Dystonie, zervikale Dystonie,Schreibkrampf, Beschäftigungskrampf, Fussdystonie, axiale Dystonie, Tourette-Syndrom 
  3. Tremor: dystoner Tremor, essentieller Tremor, essentieller Handtremor, Gaumensegeltremor 
  4. Fokale Spastik: Erwachsene und Kinder 
  5. Urologische Erkrankungen: Detrusor-Sphinkter-Dyssynergie, spastischer Blasensphinkter, Neoblase, überaktive Blase, Vaginismus 
  6. Gastrointestinale Erkrankungen: Achalasie, Übergewicht, Sphincter Oddi Dysfunktion, Analfissur, Anismus, spastischer Analsphinkter, outlet Obstipation

Zugelassene Indikationen sind: Torticollis spasmodicus, Blepharospasmus, Spasmus hemifacialis, axilläre Hyperhidrose, Armspastik nach Apoplex, spastischer Spitzfuss bei infantiler Zerebralparese    

"Wann ist Botox verboten?"

Schwangere und Stillende sollten nicht damit behandelt werden - Schäden sind aber bisher nicht bekannt geworden. Auch beim Vorliegen bestimmter Nerven- oder Muskelerkrankung sollte auf die Behandlung verzichtet werden. Bei akuten Infektionen im Behandlungsgebiet sollte die Behandlung verschoben werden. 
Bei Blutungsneigung oder Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten sowie bestimmten Antibiotika ist besondere Vorsicht geboten. Aspirin, ASS oder andere Acetylsalicylsäure-haltige Medikamente sollten daher 2 Wochen vor der Behandlung möglichst nicht mehr eingenommen werden - das Risiko eines Blutergusses an der Einstichstelle ist sonst höher. 

"Botox in der Schwangerschaft?"

In der Schwangerschaft und Stillzeit verzichtet man aus Vorsicht zumeist auf jegliche Medikamentengabe, die nicht sein muss. Das bedeutet nicht, dass Botox in dieser Zeit wirklich schädlich ist. Ernsthafte Schäden sind bisher jedenfalls nicht berichtet worden - auch nicht in den Fällen, bei denen eine Behandlung versehentlich in der Frühschwangerschaft erfolgte - oder bei den vielen Prominenten, die sich in der Stillzeit behandeln lassen.  Nebenwirkungen am Kind sind auch nicht zu erwarten, da Botulinumtoxin die Plazentaschranke nicht durchdringt und daher nicht bis zum Kind gelangen kann.    

"Botox Unwirksamkeit: Ursachen"

Bei der wiederholten Injektionsbehandlung mancher Nervenkranheiten werden sehr grosse Mengen des Toxins gespritzt. Dann kann es zur Bildung von IgG-Eiweiss kommen, welche als Antikörper die Wirksamkeit blockiert. Dieser Effekt wurde früher bei ca. 3-5%, insbesondere der Hochdosisbehandlungen in der Neurologie dokumentiert. 
Nach Verbesserung der Produktionsverfahren ist dieses Risiko heute geringer. Viel häufiger ist allerdings eine Verbesserung der Wirksamkeit nach mehrfacher Anwendung. Also: bei der Faltenentspannung oder Schweiss-Behandlung ist ein Wirkverlust nicht zu befürchten.  

"Maskengesicht nach Botox?"

Falsch platzierte oder überdosierte Injektionen zur Faltenbehandlung können tatsächlich zu einer unnatürlichen Mimik, einem "Maskengesicht" führen. Einem erfahrenen Anwender sollte dieser Fehler nicht unterlaufen. Er wird genug Toxin spritzen, um Falten zu entspannen, aber zu wenig, um ein ganzes Gesichtsareal lahmzulegen. Man sollte auch nie vergessen, dass Botulinumtoxin vorübergehend wirkt - im schlimmsten Fall muss man nur etwas Geduld haben, damit alle Nebenwirkungen verschwinden. 
Da das Medikament bei korrekter Anwendung an der Haut praktisch nicht ins Blut aufgenommen wird, sind solche Nebenwirkungen bei der Schweissdrüsenbehandlung nicht möglich. Der tatsächliche ästhetische Erfolg einer guten Botox-Therapie wurde oft untersucht. Auf unbefangene Beobachter verjüngt die Botoxentspannung das Gesicht um durchschnittlich 3-6 Jahre.  

"Medizinischen Anwendungen von Botox"

Trotz seines Rufs als Glamourmedikament ist Botulinumtoxin eine wichtige Substanz der ernsthaften Medizinforschung. Seit der ersten Zulassung als Medikament im Jahr 1989 ist es bei inzwischen etwa 100 Krankheiten erprobt worden. Es liegt nahe, den Stoff bei sämtlichen Krankheiten einzusetzen, bei denen der Botenstoff Acetylcholin eine Rolle spielt. Das Spektrum der behandelten Krankheiten reicht von A wie Analeinrisse bis zu Z wie Zähneknirschen. Bei vielen dieser Krankheiten ist die Botulinumbehandlung das beste Behandlungsverfahren überhaupt. 
Besondere Furore macht der Einsatz zur Faltenverminderung und die Behandlung des Schwitzens, weil sich davon sehr viele Menschen selbst betroffen fühlen. Andere Anwendungsbereiche, bei denen Botulinumtoxin viel eher seinem Ruf als Wundermedikament gerecht wird, blieben dem Blick der Öffentlichkeit wegen ihrer Seltenheit bisher eher verborgen. In Deutschland wie in ca. 70 anderen Ländern der Erde umfasst die Zulassung von BTX- A ein breites Spektrum von Nerven-Muskelkrankheiten. 
Weltweit laufende, umfangreiche wissenschaftliche Studien zu vielen anderen Krankheiten mit sehr vielversprechenden Ergebnissen, z.B. Sprachstörungen (spastische Dysphonie), chronische Afterschmerzen (Analfissuren), Muskelkrämpfen nach Schlaganfall, Kiefergelenkerkrankungen, Karpaltunnelsyndrom, Tennisellbogen, ja sogar manche sexuellen Fehlfunktionen, Fettleibigkeit, Geschwüre, Klumpfüsse und unangenehmer Körpergeruch.  

"Botox durch Kosmetikerin, Botox durch Heilpraktiker, Botox durch Zahnarzt: erlaubt - verboten?"

Botox ist ein rezeptpflichtiges Medikament. Medikamentöse Behandlungen mit rezeptpflichtigen Medikamenten dürfen in Deutschland grundsätzlich nur von approbierten Ärzten und Heilpraktikern durchgeführt werden. Es handelt sich bei der Botox-Behandlung um eine nicht risikolose Behandlung am gesunden Menschen, die Botoxbehandlung setzt medizinische Fachkenntnisse voraus - sie ist deshalb für Kosmetikerinnen eindeutig untersagt. Heilpraktiker dürfen aus einem anderen Grund keine Botox-Behandlung durchführen: sie verstossen damit gegen das Arzneimittelgesetz. Sie sind weder zum Bezug noch zur Abgabe von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln berechtigt; dies erfolgt jedoch bei der Botoxtherapie (für eine Faltenbehandlung mit Hyaluronsäure oä gelten andere Regeln - siehe dort !) . Sowohl für Kosmetikerinnen als auch Heilpraktiker erfüllt eine Botox-Behandlung einen Straftatbestand nach $96 Arzneimittelgesetz. Eine Geldbuße bis 25 000 E ist dann möglich. Für KosmetikerInnen resultiert ausserdem eine Strafbarkeit nach $ 5 Heilpraktikergesetz, eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr droht. Im Fall eines Schadens oder einer Fehlbehandlung hat der geschädigte Patient also nicht nur zivilrechtliche, sondern auch strafrechtliche Möglichkeiten, gegen seine/n Behandler vorzugehen.

Zahnarzt wiederum sind zwar approbiert, zumindest die Faltenbehandlung mit Botox ist auch ihnen verboten. Nach einem Urteil des Verwaltungsgerichts Münster vom April 2011 ist die Faltenbehandlung mit Botox für den Zahnarzt nicht rechtmässig, da er seine Fachgebietsgrenzen damit überschreitet. Ein rechtlicher Schutz des Patienten im Fall von Nebenwirkungen besteht letztlich nur, wenn die Behandlung durch Fachärzte (Hautärzte, plastische Chirurgen usw) erfolgte, welche eine Haftpflichtversicherung mit Einschluss von Botox-Behandlungen besitzen.  

"Kosten der Botox Behandlung?"

Botulinumtoxin ist ein sehr teures Medikament. Es ist andererseits das neueste, am besten wirksame Mittel zur Besserung von mimischen Falten und der Hyperhidrose. Die Behandlung kann nur als Privatbehandlung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) erfolgen. Es muss je nach notwendiger Menge mit Kosten ab etwa 300 Euro gerechnet werden. Für die Behandlung einzelner Gesichtsregionen genügt ein Teil einer Ampulle. Zur Anti-Schwitz-Behandlung sind dagegen meist grössere Mengen (1-2 Ampullen) erforderlich. Die genannte Behandlung ist nicht Bestandteil der vertragsärztlichen Versorgung, obwohl sie aus ärztlicher Sicht sinnvoll ist. Die gesetzlichen und privaten Krankenkassen sind nicht verpflichtet, einen Anteil von dieser Privatliquidation zu erstatten.
Der Arzt muss die Behandlung dem Patienten immer privat in Rechnung stellen. Allerdings erstatten gesetzliche und private Kassen die Kosten der Kopfschmerz- und Schwitz-Behandlung in begründeten Ausnahmefällen. Wir hoffen, dass diese Informationen Ihnen helfen, eine Behandlung mit Botulinumtoxin besser und ohne Sorgen zu verstehen. Eine gut verständliche, ausführlichere Übersicht  bietet natürlich auch das "Botox-Buch", das ich mitverfasst habe. 

Für eine individuelle Beratung zum Thema "Botox München" empfehle ich Ihnen eine unverbindliche Terminvereinbarung in unserer Hautarztpraxis in München, Tel 089-677977. 

Ihre derma-Praxis  Dr. med. H. Bresser 
Peschelanger 11     81735 München      www.drbresser.de 

Diese Seiten dienen ausschliesslich der Information unserer Patienten. Vervielfältigung oder anderweitige Nutzung, auch ausschnittsweise, ist nur mit ausdrücklicher Zustimmung erlaubt. Copyright Dr. H. Bresser.

Das Botox-Buch

DER allgemeinverständliche Botox-Patientenratgeber in deutscher Sprache: E.Mahle, H.Bresser: Das Botox-Buch, Aurelia-Verlag
Hier online bestellen