Dr. med. Harald Bresser, Facharzt für Dermatologie und Venerologie, Facharzt für Anästhesiologie

Telefon: 089 - 677 977
Praxis
Dr. med. Harald Bresser
Anästhesiologen
in München auf jameda
Dr. med. Harald Bresser, von sanego empfohlen

Hausstaubmilben, Hausstauballergie

Was sind Hausstaubmilben? Warum macht Hausstaub krank? Was ist eine Milbenallergie? Welche Untersuchung und Behandlung bieten wir bei Hausstauballergie in unserer Hautarztpraxis in München an ?

von Dr. med. Harald Bresser, Hautarzt, München

"Warum kann Hausstaub krank machen?"

Hausstaub besteht aus einem "individuell" unterschiedlichen Gemisch aus Straßenschmutz, Textilfasern, Ruß aus der Luft, Hausstaubmilbenkot, Schimmelpilzen, Menschenhaaren und Hautschuppen, Tierhaaren, Nahrungsresten, Pollen, Textilfasern und vielen anderen Bestandteilen. In jeder bewohnten und unbewohnten menschlichen Behausung bildet sich Staub, der sich niemals ganz vermeiden oder beseitigen läßt. Eine Allergie können anlagebedingt empfindliche Menschen vor allem gegen folgende Bestandteile des Hausstaubs entwickeln: Tierhaare, Schimmelpilzsporen, aber besonders gegen Hausstaubmilben.

"Was sind Hausstaubmilben?"

Milben sind winzig kleine spinnenartige Tiere, die nur unter dem Mikroskop sichtbar sind (0,1-0,5 mm groß). Es gibt in unseren Breiten keine Wohnung ohne Staub und ohne Hausstaubmilben. In einem Gramm Staub können Tausende Milben existieren. Lediglich im Hochgebirge und in extrem trockenen Wüsten können die Milben nicht überleben. In den oberen Stockwerken von Hochhäusern scheinen sie sich ebenfalls nicht wohl zu fühlen. Es gibt sehr viele verschiedene Arten von Milben. Allergien werden meist von Hausstaubmilben mit dem unaussprechlichen Namen "Dermatophagoides pterossinimus" (abgekürzt: D. pter.) und "D. farinae" ausgelöst. Sie leben im normalen Hausstaub und ernähren sich von menschlichen und tierischen Hautschuppen. Hausstaubmilben sind im prinzip völlig harmlos, lichtscheu, meiden den Körperkontakt und gehören in jeder Wohnung quasi zu unseren Hausgästen. Hausstaubmilben finden sich in größerer Zahl vor allem in Matrazen, Bettwäsche, Polstermöbeln, Teppichen, Plüschtieren. Die Zahl der Milben im Hausstaub hängt davon ab, wie wohl oder unwohl sie sich fühlen. Milben lieben Wärme und Feuchtigkeit. Nur der Allergiker bemerkt ihre Existenz und entwickelt bei Kontakt mit Hausstaub dann Heuschnupfen, Asthma oder Ekzeme. 

Die Zahl der Milben in der Wohnung ist am höchsten im Sommer und Herbst. Sie sterben Großteils mit Beginn des Winters, trotzdem erreichen die allergischen Beschwerden im Winter oft den Höhepunkt. Im Winter zerfallen nämlich die allergisierenden Kotbällchen der Milben und werden als Feinststaub über die trockene Heizungsluft in besonders großen Mengen eingeatmet. 

"Wie entsteht die Hausstaubmilbenallergie?"

Mit jedem Atemzug atmen wir staubhaltige Luft ein. In dieser Luft befindet sich feinster, pulverisierter Kot von Hausstaubmilben. Besonders intensiv ist der Kontakt mit Milbenkot im Bett. Matratzen sind der ideale Lebensraum für Milben, da der Mensch in der Nacht Hautschuppen, Wärme und Feuchtigkeit abgibt. Typische Beschwerden bei Milbenallergie sind Naselaufen, Augenjucken, Atemnot und Juckreiz in der Nacht oder am Morgen. Milbenallergiker fühlen sich im Freien wohl, ihre Beschwerden verstärken sich im Haus. Bei Pollenallergikern ist es umgekehrt. Die Allergie entsteht als fehlgeleitete Abwehrreaktion des Körpers, wenn das Immunsystem des Allergikers bestimmte Antikörper (IgE) im Übermaß produziert. Warum manche Menschen diese Allergie entwickeln ist unbekannt. Ein Anlagefaktor spielt eine grosse Rolle. 

"Hausmittel gegen Hausstaubmilben"

Hausstaubmilben können nicht ausgerottet werden. Eine übertriebene Hygiene, Desinfektionsmittel beim Wohnungsputz usw. sind daher sinnlos. Man kann ihre Zahl allerdings drastisch vermindern. Gehen Sie schrittweise vor, und kontrollieren Sie den Erfolg jeder Maßnahme. Nicht jeder Milbenallergiker muß für viel Geld die ganze Wohnung umbauen. 

  • Die wichtigste Maßnahme: ersetzen Sie die normalen Bett- und Matratzenüberzüge durch sogenannte "Allergikerbettwäsche". Das sind staubdichte synthetische Stoffe, die das Austreten von Milben und Milbenkot aus der Bettwäsche und Matraze verhüten. Allergiebettwäsche ist heute sehr angenehm und atmungsaktiv. Sie verhindert nachweisbar am besten, daß Milbenkot aus der Matratze in der Nacht eingeatmet wird. Die Kassen bezahlen diese Wäsche (zumindest teilweise).
  • Wechseln und waschen Sie Ihre Kissenbezüge, Bettwäsche usw. wöchentlich und saugen Sie die Matratze regelmäßig. Reinigung der Allergenüberzüge nach Angaben der Hersteller. 
  • Vor allem im Schlafzimmer, aber auch der übrigen Wohnung sollten "Staubfänger", Teppiche, Polster, Kissen, Stofftiere usw. vermindert, Bücher in geschlossenen Schränken aufbewahrt werden. 
  • An sonnigen, warmen Tagen sollte mehrfach im Jahr ein nicht-allergisches Familienmitglied die Bettwäsche ins Freie bringen und gründlich ausklopfen und saugen. Auch die Matratze sollte jährlich im Frühjahr und Herbst im Freien geklopft und gesaugt werden. Bettüberzüge können durch Waschen bei 60 Grad milbenfrei gemacht werden. 
  • Daunen- und Federnfüllungen, Kapok, Wolle oder Seide sollten durch synthetische Füllungen ersetzt werden (nicht unbedingt erforderlich; ziemlich teuer). Entfernen Sie alte Daunenbetten, Roßhaarmatratzen usw. Kaufen Sie sich alle 5-6 Jahre eine neue Matratze. 
  • Zum Staubsaugen sollten spezielle Geräte mit Staubfilter und Wegwerf-Papiertüten benutzt werden. Der Allergiker sollte die Staubtüten nicht wechseln. 
  • Mit Hilfe eines speziellen Tests (z.B. Acarosan-Test) können Sie ermitteln, welche Zimmer, Zimmerecken und Polstermöbel im Haus besonders stark von Milben besiedelt sind. Diese "Nester" lassen sich dann mit speziellen Chemikalien (Insektenvertilgungsmittel) gezielt beseitigen. Der Erfolg hält allerdings nur einige Wochen bis Monate an. 
  • Der Hausstauballergiker sollte das Zusammenkehren von Staub, das Ausschütteln staubiger Teppiche, das Klopfen von Polstermöbeln möglichst vermeiden. 
  • Beim Abstauben hilft ein feuchtes oder geöltes Tuch oder ein entsprechender Mop.
  • Die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung sollte eher niedrig gehalten werden. Feuchtigkeitsquellen wie Luftbefeuchter und Hydorkulturpflanzen sollten beseitigt werden. Lüften Sie die Wohnung oft und gründlich. 
  • Die Anschaffung eines elektrischen Luftreinigungsgerätes kann im Einzelfall sinnvoll sein. Da die wenigsten Geräte wirklich nützlich sind, sollten Sie sich vor der Anschaffung von uns beraten lassen.
  • Besser als Polstermöbel sind Glattledersofas, da sich die Milben auf dem Leder nicht wohlfühlen. Beim Bezug einer neuen Wohnung sollten statt Teppichen und Teppichböden wischbare Bodenbeläge (Linoleum, Stein, Parkett usw.) verwendet werden. 
  • Plüschtiere Ihres Kindes werden milbenfrei, wenn sie in einer Plastiktüte für 2 Tage in der Tiefkühltruhe liegen (ab - 18º C). Danach ev. noch von Hand waschen. 
  • Urlaube oder Kuren im Hochgebirge (über 1500 m) oder auf (Nordsee) Inseln sind empfehlenswert. Im Hochgebirge gibt es keine Milben. 
  • Das Rauchen in der Wohnung bitte einstellen, da es das Immunsystem schädigt. 

Spezialbettwäsche für Milbenallergiker

Milbenallergiker leiden unter dem Kontakt zum unsichtbaren Kot der Hausstaubmilben. Eine sehr wichtige Vorbeugemaßnahme ist die Verwendung von Spezial-Bettwäsche. Diese Wäsche ist so dicht gewebt, daß der Kontakt mit Milben oder Milbenkot in der Nacht verhütet wird. Fast alle Krankenkassen übernehmen die Kosten der Spezialbettwäsche ganz oder teilweise. 

Bei nachgewiesener Milbenallergie erhalten Sie von uns eine Bescheinigung zur Vorlage bei der Kasse. Erkundigen Sie sich bitte vor dem Kauf der Bettwäsche bei Ihrer Kasse, ob diese den Kauf bei bestimmten Herstellern vorschreibt. Jede Kasse hat ihre eigenen Vorschriften, welche Bettwäsche angeschaft werden sollte. Erkundigen Sie sich bitte vor dem Kauf der Bettwäsche bei Ihrer Kasse, ob diese den Kauf bei bestimmten Herstellern vorschreibt.  

Milbendichte Bettwäsche wurde beispielsweise im Öko-Test Magazin 7/2011 getestet (die genauen Testergebnisse sind dort erhältlich). Mit "gut" bewertet wurden: Allcon Preventsoft, Allergo Natur Melkofin Allergieset, Pulmanova Basic, SachMed Comfort. Auch andere Spezialbettwäsche ist geeignet, sie ist auch bei grossen Versandhäusern  erhältlich (Otto-Versand usw).

 

Chemische Tests und Mittel zur Milbenbekämpfung

Es ist unmöglich, Hausstaubmilben dauerhaft aus einer Wohnung zu vertreiben. Mittels spezieller Chemikalien kann man allerdings feststellen, wo sich besonders viele Milben tummeln. Diese "Brutherde" kann man dann gezielt sanieren. Betten sollte man unabhängig von diesen Tests mit Spezialbettwäsche ausstatten. Die genaue Durchführung der Tests ist in den Verkaufspackungen beschrieben, sie sind in Apotheken erhältlich. Eine Auswahl:

Acarosan Schaum und Feuchtpulver (für Polstermöbel und Teppiche)
Tresan Sprühlösung für Teppiche
Cleanfloor Spraydose (Raumspray)
Acaril Kaltwaschmittelzusatz (für Wäsche bis 60º C)

"Muss meine Kasse die Kosten für Spezialbettwäsche erstatten?

Es ist juristisch umstritten, ob die gesetzlichen oder privaten Krankenkassen die Kosten einer Milbensanierung bzw der Bettwäsche übernehmen müssen - manche Krankenkassen erstatten problemlos, mit anderen Kassen muss man vor Gericht ziehen. Da man bekanntlich auf Hoher See und vor Gericht in Gottes Hand liegt, urteilen die Sozialgerichte hier nach Gutdünken. Unterschiedlich wird vor Gericht auch beurteilt, ob es sich bei milbendichter Bettwäsche um rezeptierbare Hilfmittel handelt. Ein Gerichtsverfahren zu dieser Frage liegt zZ vor dem Bundessozialgericht. Wir unterstützen unseren Patienten mit einer Bescheinigung über die medizinische Notwendigkeit der Bettwäsche; letztlich muss sich der Betroffene aber selbst mit seiner Krankenkasse auseinandersetzen. 

Sie werden von einer Stauballergie geplagt? Wir beraten Sie gerne, bitte um Terminvereinbarung unter Tel 089-677977 

Ihre  dermaPraxis Dr. med. H. Bresser Peschelanger 11, 81735 München, 089-677977, www.drbresser.de 

Diese Seiten dienen ausschliesslich der Information unserer Patienten. Vervielfältigung, auch ausschnittweise, ist nur zum persönlichen Gebrauch gestattet. Copyright Dr. H. Bresser