Dr. med. Harald Bresser, Facharzt für Dermatologie und Venerologie, Facharzt für Anästhesiologie

Telefon: 089 - 677 977
Praxis
Dr. med. Harald Bresser
Anästhesiologen
in München auf jameda
Dr. med. Harald Bresser, von sanego empfohlen

Duftstoffallergie, Allergie gegen Parfum und Duftstoffe

Was ist eine Duftstoffallergie? Wie entsteht die Allergie gegen Parfüm und Duftstoffe ? Welche Vorbeugung und Behandlung bietet unsere Hautarztpraxis in München? 
von Dr. med. Harald Bresser, Hautarzt, München 

"Was sind Duftstoffe?" 

Duftstoffe sind natürliche, naturähnliche oder künstliche Substanzen, die gut riechen. Sie werden v.a. aus Pflanzen gewonnen, zunehmend aber auch rein synthetisch hergestellt. Natürliche Duftstoffe sind Balsame sowie Extrakte aus Pflanzen, bzw. sog. essentielle oder volatile Öle pflanzlichen, tierischen oder fossilen Ursprung. Duftstoffe werden zahlreichen Alltagsgegenständen, Körperpflegemitteln, Medikamenten usw zugesetzt. Dabei haben sie unterschiedliche Funktionen: 1) das Produkt selbst soll "gut" riechen. Beispiel: frische Wäsche soll durch Duftstoffzusatz "frisch" riechen, Erdbeerjoghurt soll nach Erdbeeren duften, auch wenn er kaum Erdbeeren enthält 2) künstliche Duftstoffe sollen unangenehme Düfte überdecken. Beispiel: Toilettenputzmittel soll durch Zitronengeruch Toilettengerüche überdecken; mit speziellen Sprays verleihen Autohändler dem Autoinneren statt Kunststoffgeruch einen angenehmen Leder-Frischeduft 3) Duftstoffe sollen dem Menschen einen angenehmen Körpergeruch verleihen und den natürlichen Körpergeruch überdecken. Beispiel: Chanel Nr. 5 auf der Haut, Apfelduft im Shampoo.  

"Was ist eine Duftstoffallergie?" 

Duftstoffallergien zählen zu den sog. Typ 4 Allergien und sind damit Kontaktallergien. Sie entwickeln sich nach wiederholtem direkten Hautkontakt, zuweilen auch über Luftkontakt. Gerade häufiger oder schon länger angewendete, bisher immer gut vertragene Körperpflegemittel können zu Allergien führen. Die Allergiegefährlichkeit der Duftstoffe ist sehr unterschiedlich. Die Allergiegefährdung ist bei natürlichen Pflanzendestillaten, zB Rosenwasser, allerdings geringer als bei synthetischen Mischungen von zahlreichen Duftchemikalien. Das Risiko kann in verschiedene Kategorien eingeteilt werden - die allerdings eher von wissenschaftlichem Interesse sind, da für den betroffenen Allergiker immer die "eigene" Duftstoffallergie am riskantesten ist.  Kategorie A: Sehr hohes Allergierisiko

  • Eichenmoos (Evernia Prunastri) und Baummoos (Evernia Furfuracea): vielfach in Kosmetikprodukten mit männlichherber Duftnote, etwa in Rasierwässern oder Deos
  • Isoeugenol: natürlicher Bestandteil in Pflanzen und ihren ätherischen Ölen vor, insbesondere in Nelkenöl.
  • Cinnamal (Zimtaldehyd): in einer Vielzahl ätherischer Pflanzenöle enthalten, etwa in Zimtblattöl, Hyazinthen-, Weintrauben- oder Lavendelöl. Die Kunststoffindustrie verwendet Cinnamal zum Überlagern der Kunststoffgerüche. Breits geringe Konzentrationen von 0,01 bis 0,03 Prozent Zimtaldehyd in Deos können in wenigen Wochen in der Achselhöhle Ekzeme auslösen Kategorie B: Hohes Allergierisiko
  • Cinnamyl Alcohol: in Hyazinthenblüten-, Narzissen- und Zimtblätteröl sowie in Perubalsam enthalten.
  • Hydroxycitronellal: künstlicher Maiglöckchenduft, häufig in Kosmetika verwendet. Deos mit einer Konzentration von 0,03 bis 0,3 Prozent Hydroxycitronellal können auf gesunder Haut in wenigen Wochen zur Allergie führen.
  • HMPCC (Lyral): Parfüm- und Kosmetikindustrie, künstliche Maiglöckchennote rundet Parfümkompositionen wie Flieder und Hyazinthe ab. Kategorie C: Geringes Allergierisiko
  • Amyl Cinnamal: vor allem für Seifen, Haushaltsprodukte und Putzmittel gebraucht und hat einen öligen, jasminartigen Geruch. - Citral: Duft- und Aromastoff in Kosmetika oder Likörgetränken  - Eugenol: Bestandteil von Nelken- und Zimtöl; in Zahnschmerzmitteln, Zahnpasten, Mundwässern, Parfüm und Seifen enthalten.
  • Farnesol: in Deos, Fusssprays, desodorierenden Waschemulsionen und Akne-Pflegeprodukten.
  • Lilial (Butylphenyl Methylpropional): in Waschmitteln und Kosmetikprodukten eingesetzt.
  • Methylheptincarbonat: in Waschmitteln und Erkältungsbalsamen. Kategorie D: Sehr geringes Allergierisiko
  • Anise Alcohol, Linalool, Benzyl benzoate, Citronellol, Hexyl Cinnamal, Limonene, Alpha-Isomethylionone, Benzyl Alcohol, Amylcinnamal Alcohol, Benzyl Salicylate, Coumarin, Geraniol, Benzylcinnamat. 

"Wie häufig sind Duftstoffallergien?"

Duftstoffallergien zählen zu den häufigsten Kontaktallergien überhaupt. Frauen sind öfters betroffen als Männer. Bei Männern die häufigste Kontaktallergie, bei Frauen die zweithäufigste nach der Nickelallergie.  

"Wo kommen Duftstoffe vor?" 

Duftstoffe begegnen uns im Alltag ständig. Von der Zahnpaste, Duschmittel über Shampoo, Kleiderwaschmittel bis zu Deo, AfterShave, Parfüm bis zur Duftkerze können wir Duftstoffen im Alltag kaum ausweichen. Autos werden im Autohaus künstlich mit Leder- und Frischeduft beduftet, Bäckereien blasen künstlichen Kaffegeruch in die Fussgängerzonen, und kaum ein Warenhaus kommt ohne Duftsäulen in den Verkaufsräumen aus. Glücklicherweise werden zunehmend duftstofffreie Körperpflegeprodukte hergestellt, da die Zahl der Duftstoffallergiker ständig zunimmt. Typische duftstoffhaltige Alltagsprodukte sind: 

  • Kosmetika, Körpercremes, Parfüm, Eau de Toilette, AfterShave, Deoroller, Rasierwasser, Lippenstifte, Shampoo, Seife 
  • Zahnpaste, Mundwasser 
  • medizinische Salben, Zäpfchen 
  • Reinigungsmittel, Waschmittel, Weichspüler 
  • Lebensmittel, wie Kaugummi, Speiseeis, Limonade, Pudding, Schokolade 
  • technische Flüssigkeiten 
  • Duftöle, Duftkerzen, Raumduft-Vernebler

Die Duftstoffindustríe verwendet ca. 3000 verschiedene Duftstoffe, ein einzelnes Eau de Toilette kann 300 oder mehr verschiedenen Duftstoffen enthalten. In Kosmetika liegt der Duftanteil meist bei 0,2-1% (Cremes, Shampoos...), bei bis zu 3% in Deostiften. Parfüms enthalten oft bis zu 100 Duftstoffe in Konzentrationen von je ca. 0,002-0,03%. Niedrige Konzentrationen lösen oft auch beim Duftstoffallergiker keine Beschwerden aus. Auch rasches Abwaschen (zB von duftstoffhaltigem Shampoo) kann die Kontaktzeit so verkürzen, dass keine Allergiebeschwerden entstehen. Beruflich bedingte Duftstoffallergien sind eher selten, aber für viele Berufe beschrieben. Die meisten Allergien werden im privaten Bereich erworben. Friseure, Krankenschwestern und Pfleger leiden öfters an Duftstoffallergien. Bäcker und Konditore können Allergien gegen Eugenol, Isoeugenol, Zimtaldehyd, Vanillin und Geraniol entwickeln; Arbeiter in der Kosmetikindustrie sind durch alle Duftstoffe in der Produktion gefährdet. Zahnärzte tragen ein erhöhtes Risiko gegenüber Eugenol, da dies bei Dentalgrundstoffen, Füllmaterialien, Mundwässern und Antiseptika verwendet wird. Kontaktekzeme gegen Eichenmoosinhaltsstoffe sind bei Jägern, Straßenbau- und Eisenbahnarbeitern, Landwirten und Botanikern beschrieben. "Wie äussert sich die Duftstoffallergie?" Allergien gegen Duftstoffe können zahlreiche Formen annehmen. Juckende Rötungen, trockene Ekzeme sind typische Beschwerdebilder; näheres unter Stichwort "Kontaktekzem". Lidekzeme oder Beschwerden im Gesicht sind häufig. Viele Menschen ertragen selbst kleinste Duftstoffmengen nicht; sie reagieren schon auf Parfümgerüche im Aufzug oder auf brennende Duftkerzen mit Übelkeit oder Juckreiz. Nebenbei: die Geschichte der Duftstoffallergie von König Ludwig XIV finden Sie unter "Witze?WahreWunder". 

"Wie wird die Allergie gegen Duftstoffe untersucht?" 

Ein erster Hinweis ist meist eine subjektive Unverträglichkeit gegen Parfums oder duftstoffhaltige Cremes. Man sollte in einem solchen Fall den allergologisch spezialisierten Hautarzt aufsuchen. Kontaktallergien werden nicht von HNO-Ärzten oder Lungenärzten mit Zusatztitel Allergologie untersucht, sondern nur von Hautärzten. Die Spezialisten erkennen Sie an der Zusatzbezeichnung "Allergologie". Einen "Facharzt" für Allergologie gibt es in Deutschland noch nicht, der Zusatztitel zum Facharzt verrät allerdings eine langjährige Weiterbildung zu diesem Thema. Dieser führt einen sog. Epikutantest / Pflastertest durch. Dabei werden im ersten Schritt Duftstoffmischungen untersucht, die von der Industrie zur Verfügung gestellt werden. Die Testsubstanzen sind zB ein Gemisch aus Zimtalkoholen, Eugenol, Isoeugenol, Citronellal, Geraniol und Eichenmoos. Diese Mischungen können auf ihre Einzelbestandteile weiter aufgeschlüsselt werden. Durch die Epikutantestung mit dem Duftstoff-Mix werden 70-80% aller Sensibilisierungen aufgedeckt. Allerdings findet man in ca. 60% der Fälle mit positiver Reaktion im Duftstoffmix bei der Aufschlüsselung keine Reaktion der Einzelsubstanzen. Erschwert wird die Allergiesuche nicht nur durch die Vielzahl der Duftstoffe, sondern auch durch häufige Reizreaktionen beim Test – sog. falsch-positive bzw. falsch-negative Reaktionen. Ein Selbsttest mit reinen Duftstoffen ist gefährlich, da man durch einen Test mit falschen, zu hoch dosierten oder unreinen Duftstoffen eine Allergieentstehung selbst provozieren kann. Es ist manchmal hilfreich, die eigenen Körperpflegemittel bei der Allergietestung mit zu testen. Dies ersetzt allerdings nicht den Test gegen die reinen Einzelsubstanzen,   

"Wie wird die Allergie gegen Duftstoffe behandelt?" 

Die Hauterscheinungen der Duftallergie werden vom Hautarzt äusserlich mit entzündungshemmenden Cremes, oft auf Steroidbasis, behandelt. Nach dem Allergietest erhält der Allergiekranke vom Arzt einen Allergiepass, in dem Name und Vorkommen des Allergens notiert sind. Mit seiner Hilfe kann er bei Einkäufen die Produkte meiden, welche die unverträglichen Substanzen enthalten. Im Gegensatz zur Allergie gegen Pollen ist nach unserer Erfahrung eine naturheilkundliche Therapie bei Duftstoffallergien eher weniger wirksam; hier hilft meist nur das konsequente Meiden der auslösenden Duftstoffe.   

"Welche Kreuzallergien gegen Duftstoffe sind zu beachten?" 

Duftstoffallergiker vertragen oft auch andere, chemisch ähnliche Substanzen nicht - auch wenn es sich im streng wissenschaftlichen Sinn nicht um eine Kreuzallergie handelt. Besondere Aufmerksamkeit ist geboten bei Perubalsam, Eugenol und Isoeugenol ( enthalten zB in Gewürznelken (cloves), Zimt (cinnamon), Piment / Nelkenpfeffer (pimento), Muskatnuss (nutmeg), Kampfer (camphor), Rosenöl, Gartennelken (carnations), Hyazinthen, Veilchen (violets), Kolophonium (rosin, colophony), Zimt (cinnamic acid, cinnamic alcohol), Fruchtsäuren, Tigerbalsam, Vanille, Tolubalsam, Koniferenöl, Tannenöl (coniferyl alcohol), Propolis.  

"Was kann ich tun, um Duftstoffe zu meiden?" 

Um Duftstoffe zu vermeiden, muss ich sie erkennen. Seit 1999 müssen Duftstoffe europaweit deklariert, dh auf der Verpackung genau aufgeführt werden. Leider lässt die Deklaration bei Produkten von ausserhalb Europas oft zu wünschen übrig. Duftstoffe werden unter verschiedenen Namen deklariert  und vermarktet. Deklariert werden sie zB als "Duftstoffe", "Parfum", "Fragrance" oder mit dem Namen der Einzelsubstanzen. Duftstoffe, die besonders häufig Allergien auslösen, müssen nach der Kosmetikverordnung als Einzelstoff angegeben werden. Enthält ein Kosmetikum darüber hinaus noch andere Duftstoffe, so wird dies in der Liste der Inhaltsstoffe (engl. Ingredients) durch die INCI-Sammelbezeichnung „Parfum“ angezeigt. Die Kosmetikverordnung regelt u.a. auch welche Stoffe für Kosmetika eingesetzt werden dürfen, die Höchstmenge der jeweiligen Stoffe, die Einsatzbereiche sowie die Bezeichnung der Stoffe. Die Inhaltsstoffe eines kosmetischen Produkts werden auf der Verpackung in der Reihenfolge der in dem Produkt enthaltenen Konzentration gelistet. Der Stoff mit dem höchsten Anteil wird zuerst genannt, der mit dem geringsten Anteil zuletzt, Duftstoffe stehen wegen ihrer geringen Konzentration meist am Ende. Die Kennzeichnung folgt der sog. INCI-Deklaration. INCI ist die Abkürzung für: International Nomenclature Cosmetic Ingredients. Diese Bezeichnungen weichen häufig von den üblichen chemischen Namen ab. Der Apotheker sollte bei der Identifikation des Duftstoffes und der Suche nach einer Alternative behilflich sein können.  Tragen Sie immer Ihren Allergiepass bei sich, damit Sie auch in der Drogerie Ihren Einkauf kontrollieren können.  Ist man sich über die Verträglichkeit nicht sicher, kann man einen Reibetest in der Ellbeuge mit dem Körperpflegemittel durchführen. Man wendet es zuerst an dieser empfindlichen Hautstelle an; wenn innerhalb von 48 h keine Rötung entsteht, sollte das Produkt vertragen werden.  Eine gute Alternative zu Deo-Rollern sind Alaunstifte. Und gegen ungute Gerüche in der Toilette hilft es, nach der Benutzung ein Streichholz abzubrennen - der Brandgeruch überdeckt auf harmlose Art jeden Geruch. Verwenden Sie keine WC-Steine, Duftbäumchen, Raumsprays oder Duftkerzen. Und Ihr Parfum - falls denn unvermeidbar - sollten Sie nicht direkt auf die Haut, sondern auf die Kleidung sprühen. Suchen Sie sich in Drogerie oder Apotheke eine Pflegeserie "ohne Duftstoffe", und bleiben Sie bei den Produkten, die Sie vertragen. In Hotelzimmern oder bei Besuchen bei Freunden sollten Sie natürlich darauf verzichten, fremde Körperpflegeprodukte auszuprobieren.  

Verdacht auf Parfumallergie? Wir testen Sie gerne; bitte um Terminvereinbarung unter Tel 089-677977

Ihre dermaPraxis  Dr. Harald Bresser Peschelanger 11, 81735 München, Tel. 089-677977, www.drbresser.de 

Diese Seiten dienen ausschliesslich der Information unserer Patienten. Jede Vervielfältigung, auch ausschnittweise, ist nur zum persönlichen Gebrauch gestattet. Copyright Dr H Bresser