Dr. med. Harald Bresser, Facharzt für Dermatologie und Venerologie, Facharzt für Anästhesiologie

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Praxis
Dr. med. Harald Bresser
Anästhesiologen
in München auf jameda
Dr. med. Harald Bresser, von sanego empfohlen

Kortison, Cortison, Corticosteroide

Was ist Cortison? Welche kortisonhaltigen Steroide verwenden wir? Was sind Risiken und Nebenwirkungen von Cortisoncremes? Welches Kortison verwenden wir in unserer Hautarztpraxis in München? 
von Dr. med. Harald Bresser, Hautarzt, München 

Auch in unserer naturheilkundlich orientierten Hautarztpraxis in München können wir gelegentlich nicht auf ein Medikament verzichten, das in der Naturheilkunde einen schlechten Ruf hat: Kortison. Cortisoncreme, Steroidsalben, Corticosteroide, Kortisonspritzen - nur wenige Menschen wissen genau, was das eigentlich ist. Viele Hautkranke, Ekzempatienten und Allergiekranke fürchten sich vor dem verordneten Kortison.  Wir wissen, daß viele Menschen aus Angst vor Nebenwirkungen ihr kortisonhaltiges Medikament nicht richtig anwenden oder einnehmen. Als naturheilkundlich orientierter Arzt versuche ich, die Kortisonanwendung soweit wie möglich zu vermeiden. Trotzdem kann dieses Medikament im Einzelfall notwendig und sinnvoll sein. Die folgenden Informationen sollen Ihnen helfen, die Risiken und besonderen, auch positiven und manchmal lebensrettenden Möglichkeiten der Kortisontherapie besser zu verstehen.  

"Was ist Kortison?"

Kortison ist ein körpereigenes Hormon, welches in einem eigenen Organ (der Neben-Niere) vom Körper ununterbrochen produziert wird. Ohne Kortison ist Leben nicht möglich. Seit etwa 40 Jahren kann man Kortison und kortisonähnliche chemische Verbindungen künstlich herstellen. Man nennt diese hormonähnlichen Substanzen "Kortikoide". Im Körper reguliert Kortison zahlreiche Aufbau- und Stoffwechselvorgänge der Körperzellen und Organe. Künstliches Kortison ist eine der wirksamsten enzündungshemmenden und abschwellenden Substanzen, die wir kennen. Kortison wird daher bei sehr vielen Krankheiten verwendet, die mit Entzündungen und Schwellungen einhergehen: Rheuma, Asthma, Morbus Crohn, Allergien, Schmerzen, Gehirndruck, Ekzeme, Schuppenflechte, Neurodermitis, Heuschnupfen, Immunkrankheiten, Lupus, Darmentzündungen, Gürtelrose, und vielen anderen mehr.  

"Wie kann Kortison angewendet werden?"

Kortikoide kann man anwenden in Form von Tabletten, Infusionen und Spritzen, als Salben und Cremes sowie als Spray. Kortison wird äußerlich angewendet bei zahlreichen Hautkrankheiten, in innerlicher Form bei sehr vielen entzündlichen inneren Krankheiten: z.B. Rheuma, Gefäßentzündungen, Immunkrankheiten, Asthma, Krebs. 

"Macht Kortison Krebs?"

Nein, Kortison verursacht keinen Krebs. Im Gegenteil - Kortison wird oft mit gutem Erfolg zur Behandlung von Krebs eingesetzt 

"Warum hat Kortison so einen "schlechten Ruf"?"

In der Vergangenheit hatte Kortison aufgrund seiner hervorragenden Heilwirkung bei zahlreichen Krankheiten den Ruf eines "Wundermedikamentes". Als man Kortison in den 60iger Jahren erstmals als Medikament herstellen konnte, schien es vielen wirklich "wunderbar": schmerzgekrümmte Rheumapatienten konnten plötzlich schmerzfrei gehen, Asthmakranke konnten wieder frei atmen; der schwer nierenkranke amerikanische Präsident Kennedy hätte ohne Kortison niemals Präsident werden und bleiben können. Dies führte dazu, daß Kortisonpräparate viel zu häufig, zu hoch dosiert und unkontrolliert über lange Zeit verwendet wurde. Die Folgen wurden zu spät erkannt: zahlreiche Nebenwirkungen traten auf und verdarben den guten Ruf. Leider werden innerliche und äusserliche Kortisonpräparate noch heute von manchen Ärzten unverantwortlich verwendet. Das "beste" Beispiel sind die wiederholten Kortison-Depotspritzen, die im Frühjahr gegen Heuschnupfen oder auch gegen orthopädische Probleme in den Po oder ins Gelenk gespritzt werden. Sehr beliebt sind die wunderbar wirksame "Frühjahrsspritzen" gegen Heuschnupfen noch immer bei manchen Ärzten und Patienten: sie enthalten ein Kortison-Depot-Präparat, das bei wiederholter Anwendung langfristig sehr starke Nebenwirkungen verursachen kann. Das Pendel ist aufgrund dieser falschen Anwendungen zurückgeschwungen, und Kortison wird von vielen heute als "Teufelszeug" angesehen. Naturheilkundliche Ärzte wissen, dass Kortison häufig nur die Symptome und Beschwerden unterdrückt, aber keinesfalls eine dauerhafte Heilung herbeiführt. Falsch dosiert und falsch angewendet, kann Kortison eine Krankheit verschlimmern, verlängern oder neue Beschwerden erst erzeugen. Fazit: Kortison darf - wie jedes hochwirksame Medikament - nur mit Bedacht und genau vom Arzt kontrolliert verwendet werden. Dann sind Nebenwirkungen selten. 

"Was sind die typischen Nebenwirkungen von Kortison?"

Bei falscher Anwendung können Kortisonsalben die Haut verdünnen, zahlreiche Äderchen können entstehen, die Haut wird anfällig für Entzündungen. Manche Hautentzündungen (wie Neurodermitis) werden zwar schnell unterdrückt, treten aber oft rasch erneut auf. Kortisonsprays können die Wucherung von Hefepilzen im Mund begünstigen. Manche Hautkrankheit, wie die periorale Dermatitis (siehe dort), wird erst durch Kortison chronisch und zum Problem. Innerlich angewendetes Kortison kann auf Dauer zu zahlreichen hormonellen Störungen im Körper führen. Die möglichen Folgen: Wassereinlagerung, "Stiernacken"-Bildung, Schwäche, Knochenveränderungen, Knochenentkalkung, Hautveränderungen... Andererseits: wer notwendiges Kortison nicht oder falsch verwendet, hat ebenfalls ein hohes Risiko. Ein fälschlich kortisonfrei behandeltes Asthmaleiden kann im tödlichen Asthmaanfall enden; die schmerzhafte und depressionsfördernde Rheumakrankheit Polymyalgia rheumatica ist nur durch Kortison rasch und sicher zu "heilen"; eine schwere Neurodermitisentzündung kann - ohne Kortison - zur entstellenden Elefantenhaut führen... In all diesen Fällen wären die Kortisonnebenwirkungen weitaus unproblematischer als die Folgen der fälschlicherweise kortisonfrei behandelten Krankheit selbst.  

"Was kann ich selbst tun, damit die Kortisonbehandlung wirkt?"

Sie sollten die Kortisonbehandlung genau so anwenden, wie wir es besprochen haben. Kortisontabletten werden meist morgens gegen 8 Uhr eingenommen, da sie um diese Zeit am wenigsten die körpereigene Kortisonproduktion stören. Die Häufigkeit und die Dauer der äußerlichen Kortisonanwendung sollten sie nicht ohne vorherige Rücksprache mit mir ändern. Falls Sie Bedenken oder Fragen wegen Nebenwirkungen oder schädlicher Wirkungen haben: lassen Sie uns offen darüber reden, bevor Sie die Therapie einfach weglassen. 

"Die Kortisonbehandlung"

Äußerliches Kortison: Kortison wird zur Hemmung von entzündlichen und immunologischen Hautkrankheiten in vielen Cremes, Salben usw. angewendet. Große Vorsicht ist bei der Anwendung im Gesicht und im Genitalbereich, sowie bei Kindern geboten. Aber auch in diesen Fällen kennt Ihr Hautarzt das richtige Kortison - es gibt neue Kortisoncremes, die auch bei Kleinkindern nebenwirkungsarm verwendet werden können.  Kortison als Spritze oder Tablette: diese Art der Anwendung sollte schwereren Krankheiten vorbehalten sein: schwere allergische Krankheiten und Notfälle, schwere Asthmaformen, seltene Immunkrankheiten, bestimmte Krebsformen usw. Die innerliche Behandlung erfordert besonders strenge Disziplin bei der Medikamenteneinnahme.
Kortisonspray: bei Asthma und Heuschnupfen wird zu Recht immer frühzeitiger auf neuartige, nebenwirkungsarme Kortisonsprays zurückgegriffen (als Nasenspray und Lungenspray oder Lungenpulver). Grund dafür: wie bei anderen Allergiekrankheiten spielen Entzündungen der Schleimhaut eine wichtige Krankheitsrolle; diese Entzündungen kann man mit den Sprays sehr gut dämpfen.  Das hochwirksame inhalierte Kortison zeigt keine akuten Effekt; es wird als vorbeugendes Dauermedikament angewendet. Es wird immer mit einem "Spacer"-Vorsatz angewendet. Nach dem Sprühen sollte man den Mund spülen oder etwas essen. So beugt man einer Mundpilz-Infektion vor. 

"Kortison als Notfallmedikament"

Überhaupt keinen Zweifel gibt es über den Stellenwert von Kortison im Notfall: Im allergischen Schock, bei Hirnschwellung, Allergien, Asthmaanfällen und vielen anderen Situationen wurden tausende Menschen durch Kortisonspritzen gerettet. Im Notarztwagen zeigt sich am besten, wie segensreich Cortison wirklich sein kann.  Fazit: Kortison ist ein Medikament wie jedes andere. Richtig verwendet, hat es auch in der ärztlichen Naturheilkunde seinen Platz.  Falsch verwendet, kann es Krankheiten verlängern und Unheil verursachen. Nur im vertrauensvollen Gespräch zwischen Patient und Arzt kann entschieden werden, ob Kortison im Einzelfall sinnvoll, notwendig, nützlich, schädlich oder überflüssig ist. Besprechen Sie Ihre Sorgen und Befürchtungen bezüglich Cortison mit Ihrem Arzt; er kann Sie am besten richtig beraten. 
Wir hoffen, dass Sie Kortisonbehandlungen jetzt besser verstehen. Viele weitere Informationen finden Sie in unseren Patientenratgebern, die im Buchhandel erhältlich sind.

Ihr Praxisteam Dr. H. Bresser Peschelanger 11   81735 München   089-677977 www.drbresser.de

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