Dr. med. Harald Bresser, Facharzt für Dermatologie und Venerologie, Facharzt für Anästhesiologie

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Praxis
Dr. med. Harald Bresser
Anästhesiologen
in München auf jameda
Dr. med. Harald Bresser, von sanego empfohlen

PDT Photodynamische Therapie

Was ist die Photodynamische Therapie? Wie läuft PDT gegen Hautkrebs ab?

von Dr. med. Harald Bresser, Hautarzt, München 

“Was ist die “Photodynamische Diagnostik und Therapie PDT ?" (E: photodynamic therapy)

 

Die Photodynamische Therapie (PDT) ist ein Verfahren zur Untersuchung und Behandlung von Hautkrankheiten. Sehr bewährt hat sie sich besonders bei Hautkrebs und Hautkrebsvorstufen. In den letzten 10 Jahren wurden aber immer mehr Anwendungsmöglichkeiten entdeckt. Die Therapiemethode beruht darauf, dass manche lichtempfindlichen chemischen Stoffe ( "Photosensibilisatoren”) sich in entzündlich verändertem Gewebe und Tumoren besonders stark anreichern. Bei gleichzeitiger Anwesenheit eines Photosensibilisators, von Sauerstoff und einem speziellen Licht kann eine kranke Zelle erkannt und zerstört werden. Dadurch wird eine gezielte Erkennung, Behandlung oder Zerstörung krankhaft veränderter Haut möglich. Aufbauend auf diesem Prinzíp suchen die Forscher bei immer neuen entzündlichen Krankheiten ( wie zB Akne), oder bösartigen Hautkrankheiten (wie zB Morbus Bowen), ob die PDT heilen kann.   

"Wie funktioniert die PDT?"

 

Vor etwa 100 Jahren erkannte der Hermann von Tappeneiner, Chef der Pharmakologie der Universität München, das bestimmte Farbstoffe in Kombination mit Licht und Sauerstoff manche Zellen zerstören können. Er nannte diese Entdeckung "photodynamische Reaktion". In den letzten Jahrzehnten, vor allem seit Ende der 70iger Jahre, wurde erforscht, wie sich diese Reaktion für Untersuchung und Behandlung verschiedener Krankheiten nutzen läßt. Bei Hautkrankheiten haben sich die Wirkstoffe 5-Aminolävulinsäure ALA und Methyl-Aminolävulinsäure MAL am besten bewährt. 

Auf krankhaft veränderte Haut wird der Wirkstoff Aminolävulinsäure ALA oder Methyl-Aminolävulinsäure in Cremeform, als Pflaster oder Spray aufgetragen (Creme ist üblich, Pflaster oder Spray noch wenig erprobt). Der Wirkstoff wird als Rezept vom Arzt verordnet oder als Fertigmedikament "Metvix" in der Apotheke bezogen (in den USA sind auch andere Verfahren, zB Levulan Kerastick, 5-ALA-Hydrochlorid mit blauem Licht üblich). In der wissenschaftlichen Erprobung befindet sich auch ein Pflaster, das 2 mg der 5-ALA pro cm2 enthält und 4 cm2 gross ist (PD P 506 A, Fa. Wedel). Delta-Aminolävulinsäure (5-ALA) oder ALA-Methylester (Met-ALA, Methyl-Aminolävulinsäure) dienen als „Photosensibilisator“. Das besonder des Verfahrens besteht darin, dass sich die medikamentösen Wirkstoffe quasi die kranken Hautstellen heraussuchen und sich dort besonders intensiv ablagern. Um das Eindringen in die Haut zu verbessern, werden zur Zeit sog. ALA-haltige Nanoemulsionen entwickelt. Diese Spezialcremes transportieren den Wirkstoff besonders tief an die Wurzel der kranken Hautzellen. Der Wirkstoff ist selbst nicht lichtempfindlich, wird aber in der kranken Zelle angereichtert und durch einen biochemischen Prozess (die Hämbiosynthese) relativ gezielt (selektiv) in den kranken Zellen zu einem lichtempfindlichen Stoff (Porphyrin) umgebaut. Diese Substanzen sind photoaktiv und bilden v.a. bei Rotlichtbestrahlung aggressiven Sauerstoff. Falls keine Belichtung stattfindet, werden sie in 24-48 h von selbst wieder inaktiviert. Das eingecremte Hautgebiet wird durch Verband vor der natürlichen Sonne geschützt. Nach 3-6 stündiger Einwirkzeit wird die Creme entfernt. Der Wirkstoff hat sich in dieser Zeit in den kranken Zellen angereichert, während die gesunden Zellen ihn kaum aufnehmen. Mit einer Speziallampe angeleuchtet, heben sich die kranken Zellen rot von den Gesunden ab. Das ganze Hautareal wird daraufhin mit einem speziellen Lichtstrahler 30 Minuten lang bestrahlt. Dieses Licht „sucht“ sich die kranken Zellen mit der angereicherten Aminolävulinsäure und zerstört sie, indem Photosensibilisator, Licht und Sauerstoff in der Zelle miteinander reagieren. Diese Reaktion heißt „photodynamische Reaktion“. Wird die Bestrahlung mit niedrigen Dosen durchgeführt, so werden die Zellen nicht zerstört. Es kommt stattdessen zu einer sogenanten Immunmodulation. Um eventuell verbliebene Zellen zu entdecken und zu beseitigen, wird die Behandlung eventuell noch 1-2 mal wiederholt.

"Bei welchen Hautkrankheiten kann PDT eingesetzt werden?” 

Die photodynamische Therapie eignet sich besonders zur Behandlung von Hautkrebsvorstufen, den “aktinischen Keratosen” und bestimmten Formen der Basaliome, Morbus Bowen und Frühformen des Spinalioms. Für diese Behandlungen haben die Medikamente auch die offizielle Zulassung in Deutschland, Kanada und USA. Bei der Behandlung von Hautkrebs und anderen Hauterkrankungen ist die PDT seit ca. 15 Jahren erfolgreich in Universitäten und beim Hautarzt im Einsatz; bei Tumoren z.B. des Mundes oder Halses wird sie noch länger routinemässig erfolgreich eingesetzt. Viele wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass viele andere Krankheiten ebenfalls auf diese Weise behandelt werden können. Erfolge wurden berichtet bei Psoriasis vulgaris, Genitalwarzen, Vulvaneoplasien bei Frauen, Cheilitis actinica, Morbus Bowen, Verrucae, Warzen, Akne vulgaris, Akne inversa, Cutis senilis, Mollusken, Kaposi-Sarkom, CTCL, Morbus Paget, Hautentzündungen, Infektionen der Haut, chronischen Juckreiz, Sarkoidose, Epidermodysplasien, Hyperkeratosen, Granuloma anulare,Lichen ruber, Lichen simplex, Lichen sclerosus, T-Zell-Lymphome u.a... Bisher ist die Anzahl der so geheilten Patienten aber zu klein, um den wissenschaftlichen Wirkungsnachweis schon erbracht zu haben.  

"PDT gegen Nagelpilz” 

Ein sehr neues, vielversprechendes Anwendungsgebiet der PDT ist die PDT gegen Nagelpilz. Dabei wird eine chemisch völlig andere Substanz auf infizierte Nägel aufgetragen. Wie bei der klassischen PDT ergibt sich die Heilwirkung der PDT aus der Kombination von gezieltem chemischem Effekt mit aktivierender Lichtenergie. Die PDT gegen Nagelpilz wird wie Laser gegen Nagelpilz zur Zeit auch von uns wissenschaftlich erprobt, die ersten Ergebnisse sind sehr vielversprechend. 

"Lichtquellen der PDT: gefährliche Strahlen?" 

Zur Aktivierung der Aminolävulinsäure wird meist ein bestimmtes rotes Licht verwendet; aber auch grüne,  violettes, blaue oder orange Lichtquellen funktionieren. Dieses Licht ist grundsätzlich völlig harmlos (also keine Röntgenstrahlen o.ä.); es wirkt erst in Verbindung mit dem Medikament. Eine photochemische Reaktion findet v.a. bei Licht von 405 nm und 635 nm statt, aber auch Breitspektrumlicht. Das rote Licht von 635 nm dringt besonders tief in die Haut ein, gerade bei der Hautkrebsbehandlung ist so eine vollständige Zerstörung des Tumors gewährleistet. Laserlicht hat prinzipiell keine Vorteile gegenüber anderem Licht, da die sogenannte Kohärenz des Laserlichts schon innerhalb des ersten Millimeters in der Haut verloren geht. Man kann dickere Hautschichten vor der Behandlung auch Abtragen (Kurettage, E: debulking), um das Licht noch intensiver wirken zu lassen. Einige bewährte Lichtquellen sind zB Aktilite, Photodyn, Wira, Waldmann PDT, Omnilux, aber auch IPL-Lampen, Neodym:Yag-Laser, Farbstofflaser, Xenon ua. Wir verwenden zuweilen Laserlicht zur Aktivierung, aber auch langwelliges, wassergefiltertes Infrarot A Licht. Das Licht aller PDT - Strahler als auch die Spezialcreme sind völlig harmlos. Es handelt sich dabei um reine Lichtstrahlung, also nicht um radioaktive oder UV-Strahlung. Erst die Kombination von Licht und Creme führt zu biologischen Reaktionen der Haut. Durch die Creme wird allerdings die Haut vorübergehend stark lichtempfindlich. 

In unserer Praxis stehen uns zwei unterschiedliche Lichtsysteme für die PDT zur Verfügung, sodass wir immer die wirksamste, passende Lichtquelle einsetzten können.

"Nebenwirkungen der PDT” 

Während der Bestrahlung sollte der Patient seine Augen mit einer Spezialbrille schützen. Unter der Lampe kann die Haut warm werden und – selten – deutlich schmerzen. Diese Schmerzen ist unangenehm, aber ungefährlich. Falls sehr starke Sonnenschäden vorliegen, können diese Schmerzen auch sehr stark werden. Schmerzmittel oder eine örtliche Betäubung sind bei dem von uns angewendeten Verfahren nicht erforderlich; manche Lichtlampen sind jedoch so stark, dass die Schmerzen kaum zu ertragen sind. Wir empfehlen in jedem Fall, die Haut während der Behandlung mit Ventilator oder Kaltluft zu kühlen, da die Schmerzhaftigkeit dadurch deutlich vermindert ist. Wir erleben immer wieder, dass Patienten die Behandlung ohne Kaltluft in einer anderen Praxis wegen der Schmerzen abgebrochen haben, aber bei uns unter Kaltluftanästhesie die PDT problemlos tolerieren. In den Stunden und Tagen nach der Behandlung kann die Haut schwellen (Ödeme), Rötungen, Krusten und sterile Eiterpusteln bilden (va am Kopf). In dieser Zeit sollte ein Sonnenschutzmittel und zB Bepanthen-Wundsalbe aufgetragen werden. All dies ist Zeichen des Zelltodes der kranken Zellen. Die toten kranken Zellen lösen sich innerhalb von 5-20 Tagen ab, und neue, gesunde und glatte Haut ist entstanden. Diese Haut ist oft so schön, dass die PDT in den USA inzwischen sogar zur Hautglättung und Faltenbehandlung eingesetzt wird.Behandlungen in behaarten Bereichen können – selten – zu Haarausfall an dieser Stelle führen. 
Während des Eincremens und ca. 3 Tage nach der Behandlung ist die Haut lichtempfindlich. Zuviel Licht und Sonne führen in dieser Zeit rasch zu einem Sonnenbrand. Nach der Bestrahlung werden die kranken Zellen entzündlich schuppend abgestossen. Nach 2-3 Wochen ist die Haut meist völlig abgeheilt.  

"Wirksamkeit der PDT” 

Der wesentliche Vorteil gegenüber Operationen ist die weitestgehende Schonung gesunder Haut und die meist narbenlose Abheilung. In vielen wissenschaftlichen Untersuchungen lag die Erfolgsquote bei Sonnenwarzen zwischen 71 % und 98 %. Besonders erfolgreich ist die PDT an Kopf und Hals. Die Erfolgsquote bei Basaliomen liegt bei über 90%, bei Morbus Bowen bei 67-88%. Bei Warzenbehandlungen wird ein Erfolg in ca. 75% erzielt. Die Erfolgsquoten bei anderen Hautproblemen sind noch unbekannt, da bisher keine grösseren wissenschaftlichen Studien dazu existieren. Diese Erfolge sind aber nur bei sorgfältiger Auswahl der Therapie durch den Arzt und mehrfacher Behandlung möglich. Viele Hautkrebsarten lassen sich bis heute noch nicht zuverlässig mit PDT behandeln und müssen weiterhin operiert werden. Die Operation eines Hautkrebs durch den qualifizierten Hautarzt ist bis heute noch immer die sicherste Behandlungsmethode mit der höchsten Erfolgsrate. 

"Kosten der PDT Behandlung?" 

Private Kassen übernehmen die Kosten der Behandlung ohne Probleme. Leider gilt dies nicht für die gesetzlichen Krankenkassen. Die PDT kann daher nicht über Chipkarte abgerechnet werden. Wir bieten die Behandlung gesetzlich versicherten Patienten als Selbstzahlerleistung an. Über die genauen Kosten werden wir Sie gerne informieren.  Wir hoffen, dass diese Informationen Ihnen eine neue, erfolgversprechende Behandlung näher gebracht hat.

Gerne beraten wir Sie weiter in unserer Praxis; Termine bitte vereinbaren unter Tel 089-677977 

Ihre  dermaPraxis Dr. H. Bresser Peschelanger 11, 81735 München, Tel. 089-677977 www.drbresser.de 

Diese Informationen dienen ausschließlich der Information unserer Patienten. Vervielfältigung oder anderweitige Nutzung, auch ausschnittsweise, ist nur mit ausdrücklicher Zustimmung erlaubt. 
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