Dr. med. Harald BresserFacharzt für Dermatologie und VenerologieFacharzt für Anästhesiologie Zusatztitel der Ärztekammer: Allergologie, Naturheilverfahren, Umweltmedizin, Akupunktur Zertifizierte Qualifikationen: Lasertherapie, Ambulante Operationen, medizinische Kosmetik |
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Amalgam ist ein quecksilberhaltiges Metallgemisch, welches von Zahnärzten zur Reparatur von Zähnen benutzt wurde und wird. Durch Kauen und chemische Reaktionen wird aus dem Amalgam das Quecksilber freigesetzt. Niemand bestreitet, daß Quecksilber ein starkes Gift ist. Umstritten ist allerdings die gesundheiltliche Bedeutung der Quecksilberfreisetzung aus Zahnplomben. Wir alle nehmen über Nahrung, Luft und Wasser, durch Zigarettenrauch und alkoholische Getränke ständig chemische Gifte in unseren Körper auf. Ein gesunder Organismus kann geringe Giftmengen verarbeiten und ausscheiden (näheres dazu ist nachzulesen in meinem Buch: "Umweltkrank?", Beltz-Verlag 1997). Die meisten Menschen vertragen auch ihre Amalgamplomben problemlos. Besonders empfindsame Menschen können allerdings auch auf geringe Giftmengen verschiedenartige Beschwerden entwickeln. Beim Vorliegen unklarer Beschwerden und Krankheiten sollte überprüft werden, ob nicht Quecksilber oder andere Giftstoffe aus den Zahnplomben zu den Beschwerden beiträgt. "Was ist eine Amalgam-Allergie und eine Amalgam-Vergiftung?" Häufig werden zwei Krankheiten verwechselt: Amalgam-vergiftung und Amalgam-Allergie. Die Amalgam-(Kontakt)-Allergie ist eine seltene allergische Krankheit. Sie ist wissenschaftlich und auch von den Krankenkassen als Krankheit anerkannt. Sie äußert sich vor allem durch Beschwerden an der Mundschleimhaut, selten auch durch bestimmte Hautveränderungen und Allgemeinbeschwerden. Die Amalgamallergie kann vom spezialisierten Allergologen eindeutig durch spezielle Pflaster-Allergietests festgestellt werden. Bei nachgewiesener Amalgam-Kontaktallergie zahlt jede Krankenkasse die Kosten der Amalgamentfernung. Die zahlreichen Zeitschriften- und Fernsehberichte über Amalgam beziehen sich dagegen immer auf die schleichende "subtoxische" Amalgamvergiftung (genauer: Vergiftung durch Quecksilber und andere Metalle aus Amalgam). Vorkommen und Bedeutung dieser Quecksilbervergiftung durch Amalgam ist umstritten. Die meisten Krankenkassen erkennen dieses Krankheitsbild nicht an. "Welche Gesundheitsgefährdung besteht durch Amalgamplomben?" Bis heute ist wissenschaftlich nicht eindeutig geklärt, bei welchen Menschen die Quecksilberbelastung des Organismus durch Amalgamplomben tatsächlich eine Gesundheitsgefährdung darstellt. Einige Wissenschafler und Verfechter der Alternativmedizin behaupten, daß etwa jeder zweite Mensch mit Amalgamfüllungen in den Zähnen im Laufe des Lebens unmerklich vergiftet wird. Als Folgen der Quecksilbervergiftung durch Amalgamplomben sollen zahlreiche Krankheitsbilder entstehen: Immunschwäche, Keimschädigungen, erhöhte Infektanfälligkeiten, Allergien, Energielosigkeit, chronische Hautkrankheiten (Neurodermitis), Muskelschmerzen, Knochenveränderungen, chronische Müdigkeit, depressive Verstimmung, Immunschwäche uvm. Typisch für die Quecksilbervergiftung sei eine schleichende Persönlichkeitsveränderung: der Betroffene soll ängstlich und menschenscheu werden und eine ärztliche Behandlung meiden. Trifft dies für Sie zu? Die Mehrzahl aller Wissenschaftler und Zahnärzte ist bisher der Meinung, daß Amalgamplomben die Gesundheit im allgemeinen nicht gefährden. "Sollte man Amalgamplomben entfernen lassen?" Leider gibt es keine idealen Ersatzstoffe für Amalgam. Sowohl Kunststofffüllungen als auch Gold oder andere Metalllegierungen haben bestimmte Nachteile und Risiken. Bei den wenigsten Menschen ist daher eine radikale Plombenentfernung sinnvoll, da zu aufwendig, teuer, risikobehaftet und meist unnötig. Immer muß individuell geprüft werden, ob Krankheitsbeschwerden mit einer Quecksilbervergiftung in Zusammenhang stehen könnten. Falls dieser Verdacht besteht, wird in einem Kaugummi-Kautest die Quecksilberkonzentration im Speichel gemessen. Zusätzlich kann man den Quecksilberbestand des Körpers mit Hilfe des DMPS-Mobilisationstests (Urinuntersuchung) untersuchen. Im Einzelfall kann eine Haaranalyse weiterhelfen. Alle drei Untersuchungsmethoden sind wissenschaftlich nicht allgemein anerkannt, der DMSE-Test nicht ganz risikolos. Es sind aber die einzigen verfügbaren Tests. Ein sehr neuer Bluttest (Lymphozytentransformationstest) muß sich noch bewähren. Bei der Entfernung der Plomben wird durch das Aufbohren sehr viel Quecksilber frei. Eine entgiftende Vor- und Nachbehandlung ist daher sinnvoll. Wir werden Sie gegebenenfalls detailliert darüber beraten. Der Zahnarzt muß zu Ihrem Schutz eine bestimmte Bohrtechnik anwenden. Im Normalfall werden die Plomben sofort durch Füllungen aus Kunststoff oder Gold ersetzt. Bei Vorliegen massiver Vergiftungssymptome werden die Zahnlöcher nach der Plombenentfernung nur vorläufig gefüllt. Das Quecksilber im Körper wird über einige Monate mit DMPS und Naturheilmitteln "ausgeschwemmt". Eine längere naturheilkundliche Nachbehandlung ("Ausleitung") sollte stets erfolgen. Schwangere und stillende Frauen sollten sich keine Amalgamplomben einsetzen oder aufbohren lassen, um das ungeborene Kind nicht zu belasten. "Sind andere Zahnersatzstoffe/Plomben harmlos?" Leider können nahezu alle Zahnfüllmaterialien Gesundheitsprobleme bereiten. Goldlegierungen: Zahngold besteht nicht nur aus reinem Gold, sondern enthält unterschiedliche Mengen von Palladium, Kupfer usw. In "Spargoldlegierungen" kann der (sehr bedenkliche) Palladiumgehalt bei 90% liegen. Keramik: Keramikkronen werden meist auf ein Metallgerüst aufgesetzt. Neben Palladium, Kupfer usw. kann auch Cadmium daraus freigesetzt werden. Kunststoffe: werden häufig statt Amalgam eingesetzt. Nicht selten sind Allergien gegen Methacrylate. Die Haltbarkeit und Unbedenklichkeit vieler Kunststoffe ist noch unklar. Wurzelfüllungen: können Formaldehyd enthalten. Die gesundheitsschädigende Wirkung von Formaldehyd (Formalin) ist bekannt. Molybdän, Nickel, Vanadium, Chrom, Cobalt: sind in Zahnprothesen aus Nicht-Edelmetall (Kassenprothesen) oft enthalten und können Allergien verursachen. Es gibt in Deutschland über 1800 verschiedene Zahnmetalllegierungen (Legierung = Metall-Mischung). Welcher Amalgam-Ersatzstoff im Einzelfall sinnvoll und praktikabel ist, sollten Sie immer mit Ihrem Zahnarzt besprechen. "Was kann ich selbst tun, um eine eventuelle Gefährdung zu verringern?" Versuchen Sie, die Gesamtbelastung des Körpers durch Schwermetalle zu verringern. Als Raucher ist Ihr wichtigster Schritt dazu, das Rauchen einzustellen. Üeber Zigarettenrauch nehmen Sie eine große Menge Schwermetalle und andere giftige Chemikalien auf. Jeder Mensch profitiert von einer schadstoffarmen, fleischreduzierten Vollkosternährung - wenn möglich mit Produkten aus kontrolliertem biologischen Anbau (z.B. Demeter). Die Leber ist ein wichtiges "Reinigungsorgan": helfen Sie der Leber, indem Sie weniger Alkohol drinken. Auch feuchte Leberwickel unterstützen die Entgiftungsarbeit. Trinken von 1-2 l "stillem" Mineral- oder Leitungswasser pro Tag (ca. 1 Stunde nach den Mahlzeiten) hilft ebenfalls. Auch eine Heilfastenkur unter ärztlicher Aufsicht kann zur Entgiftung beitragen. Gegebenfalls kann ich Sie darüber beraten, ob eine Untersuchung des Körpers auf andere Giftstoffe oder eine Wohnungsuntersuchung auf Wohngifte sinnvoll ist. Durch eine biologische Entgiftungsbehandlung kann chronischen Gesundheitsschäden vorgebeugt werden. "Wie verhalte ich mich richtig?" Vor jeder Plombenentfernung benötigen Sie eine ausführliche Beratung durch einen problemkundigen Arzt und Zahnarzt. Die Kosten der Amalgamuntersuchungen, naturheilkundlichen Giftausleitung usw. werden von den Krankenkassen nur teilweise übernommen. Vor dem Ersatz alter Plomben sollten Sie sich von Ihrem Zahnarzt über quecksilberfreie Zahnfüllungen beraten lassen. Sprechen Sie mit Ihrer Krankenkasse, welche Kosten erstattet werden. Unmittelbar nach der Amalgamentfernung ist eine provisorische Versorgung mit Kunststoff oder Zement sinnvoll. Nach ca. 1-2 Jahren sollte man sich danach Goldfüllungen (90% Gold, 10% Platin!!) oder Keramikinlays leisten. Kinderzähne sollten nur mit Zement versorgt werden. Eine naturheilkundliche oder wissenschaftliche Behandlung Ihrer Beschwerden muß sich an den Realitäten orientieren. Zuviel Angst und Sorge lähmen die Selbstheilungskräfte des Menschen Vielleicht werden wir nach entsprechenden Untersuchungen Ihre Beschwerden auf andere Ursachen als die Amalgamplomben zurückführen. Freuen Sie sich, wenn bei Ihnen kein Hinweis auf ein Amalgamproblem besteht. Viele weitere Informationen zum Thema finden Sie in meinen Büchern
"Leberfleck und Pfirsichhaut" (Beck-Verlag), und
"Umweltkrank?" (Beltz-Verlag).
Untersuchungsverfahren bei Verdacht auf Quecksilbervergiftung, Quecksilberallergie, Zahnplombenunverträglichkeit
Im folgenden wird die Durchführung der verschiedenen Untersuchungsverfahren erläutert, die bei Verdacht auf Quecksilber/Amalgamallergie oder -vergiftung notwendig und sinnvoll sind. Nur bei korrekter Durchführung der Untersuchungen sind sinnvolle Aussagen über eine mögliche Gesundheitsgefährdung möglich.
Der EpikutantestEine Allergie gegen einen Zahnfüllstoff kann nur mit dem Epikutantest ("Pflastertest") ausgeschlossen werden. Dabei werden verschiedene Quecksilber- und Amalgamlegierungen, aber auch zahlreiche andere Inhaltstoffe von Zahnfüllungen (z.B. Kunststoffe, andere Metalle) untersucht. Am ersten Tag werden Pflaster mit den Stoffen auf den Rücken geklebt. Am 2. Tag wird das Pflaster entfernt und die allergologische Reaktion der Rückenhaut begutachtet. Am 4. Tag wird das endgültige Ergebnis an der Rückenhaut abgelesen. Eine krankhafte Reaktion in diesem Test wird von allen Krankenkassen anerkannt und führt zur Kostenübernahme einer Zahnsanierung. Der Speicheltest ("Kaugummitest") Im Speichel wird gemessen, ob sich aus den Zahnblomben überhaupt Quecksilber beim Kauen freisetzt und daß das Quecksilber im Körper nicht aus der Nahrung stammt. Durchführung: 2,5-3 Stunden vor dem Test werden die Zähne geputzt, anschließend wird nichts mehr gegessen. In der Praxis wird aller Speichel im Mund in einem Gefäß gesammelt (5-10 ml). Anschließend wird zuckerfreier Kaugummi 10 min beidseits gekaut. Der dabei entstehende Speichel wird in einem 2. Gefäß gesammelt. Aus beiden Speichelproben wird der Quecksilbergehalt, ev. auch andere Schwermetalle (v.a. Zinn) gemessen. Der DMPS-Test Darf nur bei gesunden Nieren (Kreatinin größer 2,5 mg%) durchgeführt werden. Sie erhalten zuvor ein Rezept und bringen die Ampulle mit DMPS zum vereinbarten Termin in unsere Praxis. Sie kommen mit gut gefüllter Blase in die Praxis. 10-20 ml Urin werden in ein Gefäß gefüllt ("Spontanurin", Urin I), die Blase wird danach gut geleert. 3 mg/kg Körpergewicht DMPS (zB 250 mg Dimaval) wird innerhalb von ca. 3-5 Minuten intravenös gespritzt. Sie trinken danach ca. 150 ml Tee, Wasser o.ä. Nach 30-45 min werden erneut 10-20 ml Urin in ein Gefäß gefüllt (Urin II). Beide Proben werden auf Quecksilber, bei Bedarf auch auf andere Schwermetalle oder Mineralstoffe untersucht (Urin I v.a. auf Zink und Selen, Urin II auf Kupfer, Zinn, Blei, Cadmium). Beim Test kommt es in ca. 1% zu leichten allergischen Beschwerden, ev. auch Kreislaufschwäche. Dieser Test erlaubt eine ungefähre Aussage über die Depotablagerungen des Quecksilbers in den inneren Organen - bisher das beste Maß für eine eventuelle chronische Vergiftung. Der Lymphozytentransformationstest Dieser sehr aufwendige, neue Test erlaubt eine Aussage über allergische Reaktionen von Blutzellen gegenüber Quecksilber. Er kann bei unklarem Ergebnis des Epikutantests oder bei Nichtdurchführbarkeit des Hauttest sinnvoll sein. Auch vor Einbringung neuer Materialien oder Kontrolle des Behandlungserfolgs nach Amalgamentfernung kann er benutzt werden. Die Haaranalyse Die Haaranalyse eignet sich zum Nachweis einer chronischen Belastung (1-15 Monate zurückliegend) und zur Behandlungskontrolle während der Zahnsanierung/Ausleitung. Bioresonanztest, Elektorakupunktur nach Voll u.a. alternative Testmethoden Heilpraktiker und naturheilkundlich orientierte Ärzte verwenden eine Vielzahl von alternativen Testmethoden, um Vergiftungen im Körper aufzufinden. Keine dieser Methoden ist wissenschaftlich überprüfbar. Nur bei Kenntnis des Einzelfalls kann ich Ihnen sagen, welche Bedeutung ein solches Testergebnis im Einzelfall für Sie hat. Eine Überprüfung mit besser überprüfbaren Methoden ist meist notwendig, um eine übertriebene Vergiftungsangst ausschließen zu können.
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