Dr. med. Harald Bresser

Facharzt für Dermatologie und Venerologie
Facharzt für Anästhesiologie

Zusatztitel der Ärztekammer: Allergologie, Naturheilverfahren, Umweltmedizin, Akupunktur

Zertifizierte Qualifikationen: Lasertherapie, Ambulante Operationen, medizinische Kosmetik
Anfahrt | Kontakt | Impressum | Sitemap
Peschelanger 11
81735 München
Tel: 089 - 677 977
Fax: 089 - 625 61 34



Anti-Aging Medizin
Was ist Anti-Aging-Medizin? Was hält die Wissenschaft von "Forever joung"? Was bieten wir in München an, um jung zu bleiben?
von Dr. med. Harald Bresser, Hautarzt, München
 
(die folgenden Seiten stammen aus meinem Anti-Aging Ratgeber "Jung-für immer", erschienen im Hirzel-Verlag.Sie finden darin einen umfassenden Überblick zu nahezu allen Themen der Anti-Aging-Medizin)

 
Kapitel 1
Vital, Gesund und Fröhlich - Alt werden und dabei jung bleiben

Das vergangene Jahrhundert hat uns zahlreiche spektakuläre Fortschritte der medizinischen Wissenschaften beschert.
Herzbypässe und neue Herzklappen, künstliche Hüftknochen und Kniegelenke, Anti-Asthma-Sprays und Impfungen gegen Allergien, moderne Narkoseverfahren, Beruhigungsmittel und Psychopharmaka, Antibiotika und Star-Operationen, Nierensteinzertrümmerung und Computertomogramm...die grossen und kleinen Triumphe der Medizin sind phantastisch. Glücklich ist der Teil der Menschheit, dem ein funktionierendes Gesundheitswesen zur Verfügung steht. Viele jahrtausende alte Plagen der Menschheit haben ihren Schrecken verloren; die moderne Medizin heilt zahlreiche Krankheiten und lindert Leid und Schmerz. Ein neuer Zweig der Medizin arbeitet an einem ähnlich visionären, positiven Menschheitstraum: steinalt zu werden, und dabei gesund, vital und attraktiv zu bleiben. Auf wissenschaftlicher Basis entstehen unter dem Oberbegriff "Anti-Aging-Medizin" neue Strategien, die uns Schritt für Schritt einer lange Lebenszeit in guter geistiger und körperlicher Verfassung näher bringen. Anti-Aging-Medizin entwickelt und sammelt alte und neue Strategien gegen das Altern.


Wir erleben den Beginn der dritten grossen Medizinrevolution. In der ersten Ära der Medizin kämpften die Ärzte gegen Pest, Cholera, Schwindsucht und Syphilis. In der zweiten Ära, die wir gerade verlassen, starben und sterben die Menschen an Herzinfarkt, Gehirnschlag, Krebs, AIDS und Diabetes. In der dritten Ära der modernen Medizin des neuen Jahrtausends werden Hormonforschung, Gentechnik und Gesundheitsvorsorge uns die Schlüssel für ein langes und gesundes Leben in die Hände legen. Altersbedingte Verschleissprozesse können heute verzögert, gestoppt oder sogar wieder rückgängig gemacht werden. Anti-Aging-Strategien zielen nicht nur darauf ab, das Altern zu verzögern. Die gewonnenen Jahre sollen sinnhafter, erfüllter und lebenswerter werden.

Erstaunliche Erfolge wurden bereits bei der Verlängerung unseres Lebens erzielt. Die Lebenserwartung meines Grossvaters, Jahrgang 1891, lag bei seiner Geburt bei etwa 47 Jahren. Statistisch hätte er mich, seinen 1957 geborenen Enkel, niemals kennenlernen können. Tatsächlich bin ich glücklich, daß ich als fertiger Arzt noch in seinem 98. Lebensjahr einige seiner Altersbeschwerden lindern durfte. Zu Beginn des neuen Jahrtausends können unsere Kinder fast sicher erwarten, ein ähnlich biblisches Alter zu erreichen - unsere Lebenserwartung zu Anfang des neuen Jahrtausends wird auf über 80 Jahre gestiegen sein. Nur Rentenpolitiker und Lebensversicherungen stöhnen über diese Entwicklung, da ihre Rechentabellen auf veralteten, zu kurzen Lebenszeitdaten beruhen. Dabei herrschte noch in den 70iger Jahren der demoskopische Glaube, dass die unüberwindliche biologische Obergrenze der durchschnittlichen Lebenswartung zwischen 70 und 80 Jahren läge. Weit gefehlt. Die klare Botschaft der Wissenschaft lautet heute: es gibt keine absehbare Obergrenze beim individuellen Lebensalter, aber zumindest 120 Jahre lang können wir biologisch sicher leben. Die amerikanische Regierung hat die Bedeutung dieser neuen Medizin erkannt: seit Anfang der Neunziger Jahre fördert sie eine Forschungseinrichtung namens "National Institut of Aging". Die Behörde erhält mehr Staatsmittel als jedes andere staatliche amerikanische Gesundheitsinstitut.
 
Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit besitzen wir heute die Kenntnisse und Fähigkeiten, unser Altersschicksal selbst in die Hand zu nehmen. Wonach Päbste und Potentaten vergangener Zeiten vergeblich suchten, steht jedem Bürger offen: ein Bad im Jungbrunnen. Als Eintrittspreis ist nur ein gerütteltes Mass an eigener Zielstrebigkeit und Entschlossenheit zu zahlen. "Forever Joung" ist tatsächlich nicht nur ein Werbegag cleverer Werbeprofis oder medizinischer Bewegungsfanatiker. Auch wir Normalbürger dürfen von einem langen, erfüllten Leben träumen.
Diese Buch ist ein Appell an alle Menschen, die gerne leben, die gerne
länger und auch im höheren Alter noch glücklich leben wollen. Es wird Ihnen zeigen, wo Sie den Schlüssel zu jahrzehntelangem Wohlbefinden und dauerhafter Gesundheit finden. Es handelt sich dabei weder um esoterische Geheimrezepte noch um lustfeindliche Wege der Selbstkasteiung. Ich werde Ihnen die Erkenntnisse einer neuen medizinischen Wissenschaft darlegen und erklären, wie Sie persönlich davon profitieren können.
Sie werden in diesem Buch viele sehr konkrete "Rezepte" zur Lebensverlängerung und Lebensverbesserung finden. Trotzdem möchte ich diese Anleitung nicht als buntes Life-Style-Konzept missverstanden wissen. "Fit for Fun" ist sicher eine gute kurzfristige Motivation, etwas für sich zu tun. Anti-Aging Medizin hat jedoch eine philosophische Dimension, die bei der - anscheinend so einfachen - Einnahme von Vitamin- oder Hormonpräparaten niemals ganz vergessen werden sollte. Unsere körperlichen und geistigen Eigenschaften wurden uns bei der Geburt im Keim geschenkt; der Weg ihrer optimalen Entwicklung und Entfaltung kann unserem Leben tiefgehend Sinn und Richtung weisen. Niemand sollte unnötigerweise "vor seiner Zeit" sterben. Viele Philosophen kamen zur Erkenntnis, dass der Sinn des Lebens darin liegt, den eigenen Lebensweg ganz bewusst zu gehen - "der Sinn des Lebens ist das Leben". Jeder kann diesen Sinn für sich selbst entdecken. Und wenn wir tatsächlich als Ebenbild Gottes auf die Erde kamen, so sollten wir dieses Geschenk pflegen. Nutzen Sie die überwältigenden Chancen unserer Zeit für sich ganz persönlich, damit der Traum vom langen, erfüllten Leben auch für Sie in Erfüllung geht.

 
Das Altersparadoxon: Jeder will alt werden, keiner will alt sein
Das Streben nach möglichst langem Überleben ist ein Urtrieb jedes Lebenwesens auf unserem Planeten. Zwar fürchtet sich fast jeder Mensch vor Siechtum und Hilfslosigkeit im Alter, aber kaum jemand beendet sein Leben freiwillig, wenn ihn nicht schwerster körperlicher oder seelischer Schmerz dazu zwingen. Wir leben, und sind dabei meist unbeschwert, optimistisch und sorglos. Kein gesunder, jüngerer Mensch möchte früh sterben. Auch ältere und alte Menschen leben ihr Leben gerne bis zur letzten Sekunde, am liebsten im Kreis der Familie oder von Freunden. Bewusst "jung" fühlen sich viele Menschen von der Vorpubertät bis zum 29. Lebensjahr - also etwa 15 Jahre. Das 30. Lebensjahr scheint für Viele eine magische Schwelle. Danach sind wir zwar noch nicht alt, aber wir fühlen zumindest gelegentlich, dass wir altern. Obwohl wir den Grossteil unseres Lebens nicht "Jung" sind, huldigt unsere Gesellschaft in nie gekanntem Ausmass dem Kult der Jugend. Zwar liegen Macht, Einfluss und Gestaltungskraft in unserer Gesellschaft eindeutig in den Händen der "mittleren" und "älteren" Generation. In Fernsehen, Werbung und Mode werden aber das Aussehen, der Lebensstil und der Geschmack von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zelebriert. Selbst präpubertäre Kindern dienen inzwischen als Modell in der Warenwelt der Erwachsen; bei den Mailänder Modemessen wurden im Jahr 1999 erstmals 13 jährige Mädchen als Mannequins eingesetzt.

Wir leben also in einem tiefen Paradoxon: jeder will lange leben und alt werden, aber keiner will anscheinend älter sein. Ein Grund dafür liegt sicher in der Angst, mit zunehmendem Alter erstrebenswerte körperliche und geistige Fähigkeiten zu verlieren; körperliche Schönheit geht, und mühsam angeeignete Fertigkeiten und Charaktereigenschaften scheinen im Alter zu zerrinnen. Älter werden bedeutet, sich mit dem Thema Tod auseinanderzusetzen - die Scheu davor ist nur allzu verständlich.
Wer träumte nicht diesen Traum: am liebsten wären wir alle Unsterblich, aber wenigstens 100 Jahr sollte uns der liebe Gott schon schenken; dazu wünschen wir aber selbstverständlich, dass wir geistig rege und frisch, körperlich gesund und fit blieben. Wir wollen nicht nur das Alter des biblischen Methusalem erreichen - wir wollen wie dieser noch im höchsten Greisenalter Nachkommen zeugen, also vital sein. Wir wollen nicht nur länger leben, wie wollen lange gut leben. Dieser banal klingende Satz drückt ganz neue Lebensziele und Anforderungen an die Medizin aus. Im 20. Jahrhundert konzentrierte sich die Medizin fast ausschliesslich darauf, geniale Strategien zur Todesvermeidung zu entwickeln. Sie war überaus erfolgreich: 1990 waren 15% aller Deutschen älter als 65 Jahre; im Jahr 2020 wird bereits jeder 3. unserer Mitbürger über 65 sein. Wo bleiben also Wünsche offen?


Bei allen Erfolgen um die Verlängerung unseres Lebens müssen wir anerkennen, dass die Entwicklung der Lebensqualität im Alter nicht immer Schritt gehalten hat. Sie nimmt nur allzu häufig umgekehrt proportional zum Lebensalter ab. Es gab schon immer gesunde, aktive alte Menschen - und es gab schon immer kranke, behinderte ältere Mitbürger. Wir hoffen zwar darauf, zur ersten Gruppe zu gehören; unser Bild vom Altern wird aber eher von der zweiten Gruppe bestimmt. Im Bewusstsein vieler Menschen bedeutet Altern noch immer eine Abwärtsspirale aus zunehmenden Falten, Gedächnisschwächen, abnehmender Beweglichkeit und sich häufenden Arzt- und Krankenhausbesuchen. Gelenkbeschwerden und Rheuma, Schwerhörigkeit und Altersweitsichtigkeit, Schlafstörungen und Blasenprobleme scheinen an niemandem vorbei zu gehen. Wie zu Zeiten von Aristoteles oder Voltaire scheint Altern vielen eine Plage und Gottesprüfung zu sein. Stimmt dieser Eindruck? Haben wir wirklich keine andere Wahl? Müssen wir altern wie Jeanne Calment? Frau Calment war die älteste Frau der Welt, als sie im 123. Lebensjahr am 4.8.1997 starb. Sie war seit Jahren an den Rollstuhl gefesselt, fast blind und taub und ein Pflegefall. Das biologisch höchstmögliche Alter scheint zur Zeit bei ca. 120 Jahren zu liegen; in diesem Alter wird der Tod wohl noch lange als Erlösung erlebt werden. Andererseits gewann vor nicht allzu langer Zeit ein 101 jähriger ein (Senioren-) Golftournier; der Wiener Alterzbischof König, der Schriftsteller Ernst Jünger und die englische Königsmutter "Queen Mum" sind bekannte Beispiele dafür, dass man körperlich und geistig rege und fit auch das 100. Lebensjahr ansteuern kann. Ab etwa dem 110 Lebensjahr steigt die Kurve der menschlichen Sterbe-Rate nicht mehr an - statistisch hat ein 130 jähriger kein höheres Sterberisiko als ein 110 jähriger. Eine 110 jährige Dame ist biologisch daher kaum älter als ein 105 jährige. Schon heute betonen 90 % (!) der 65 - 74 jährigen, dass sie sich gesund fühlen und ihr Leben geniessen. Selbst 40% der über 85 jährigen fühlen sich gesund. Nur 5% der über 70 jährigen dagegen sind Pflegefälle. "Altern" an sich macht nicht krank - an grauen Haaren und Gesichtsfältchen ist noch niemand gestorben. Wissenschaftler verstehen unter "Altern" ganz neutral Veränderungen im Erwachsenenalter, die meistens - aber nicht immer - die Lebensfähigkeit des Lebewesens verschlechtern. "Seneszenz" dagegen ist das, wovor wir Angst haben: die spezifischen Funktionsverluste bei älteren Individuen (zB die Erstarrung und Verkalkung alternder Gefässe).
Als der siebenjährige Krieg zuende ging, kehrte Preussens König Friedrich II fast zahnlos, gichtgeplagt und mit Darmkoliken kämpfend in seine Hauptstadt zurück - und wurde von da an der "Alte Fritz" genannt. Er war 51 Jahre alt. Trotz Krückstock, wasserdicker Beine und Griesgrämigkeit lebte er noch 23 Jahre und wurde damit älter als 90% seiner Untertanen. Heute fühlen sich 90% der US-Amerikaner zwischen 65 und 75 Jahren so fit wie in ihren Vierzigern. Und jeder zweite Greis über 85 hielte sich noch für "voll funktionstüchtig".


Selbst Krebs ist kein Todesurteil mehr. Beim französischen Staatpräsidenten Mitterand hatten Ärzte kurz vor Beginn seiner Prädidentschaft Prostatakrebs festgestellt - und es der Öffentlichkeit verheimlicht. Mitterand stand 2 anstrengende Amtszeiten von 14 Jahren durch. 70'% aller Nieren-, Blasen- oder Dickdarmkrebs-Erkrankten überleben heute die ersten 5 Jahre nach der Diagnosestellung. Mit 80 auf dem Fahrrad statt im Rollstuhl - dieses Ziel ist also keineswegs abwegig. Fast alle Alterbeschwerden lassen sich gezielt und auf einfache Weise vorbeugen und bessern. Schon mit 20 oder 30 kann man wichtige Grundlagen legen, um vital zu altern. Je früh er man mit einer vitalisierenden Lebensweise beginnt, umso besser die Langzeiteffekte. Die Investition in die eigene Lebensqualität lässt sich einem finanziellen Engagement in Aktien vergleichen: bei beiden ist die unmittelbare, kurzfristige Rendite (der sofortige Wohlfühl-Effekt) ganz erfreulich. Erst ein Blick auf die langfristige Rendite einer Aktienanlage mit Zins und Zinseszins (der Anti-Aging-Effekt) aber lässt unsere Herzen wirklich höher schlagen. Das Altersparadoxon lässt sich lösen: mit einem Anti-Aging-Plan können wir bewusst im Heute leben, ohne ängstliche Gedanken an das Alter. Wir können altern, ohne uns alt zu fühlen.
 
Kapitel 2
Das gute Leben - man ist was man isst

Es ist eine Binsenweisheit: eine ausgeglichene, gesunde Ernährung hat zahlreiche positive Auswirkungen auf alle Lebensaspekte. Sie erhält die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit und vitalisiert für den Tag, sie kann die heilsame Wirkung vieler Medikamente unterstützen und das Gewicht normalisieren, sie kann Krankheitskosten verringern und Spass machen. Zahlreiche Zivilisationskrankheiten und Gesundheitsstörungen lassen sich in wesentlichen Teilen auf Ernährungsfehler zurückführen:  Herzinfarkt und Bluthochdruck, Diabetes und Übergewicht, Gicht und Durchblutungsstörungen, Knochenentkalkung und Darmkrebs, Leberzirrhose und Verstopfung, Krampfadern und Allergien. Gegen jede dieser Erkrankungen wurden Spezialdiäten entwickelt. Leider wurde festgestellt, dass Spezialdiäten zwar einzelnen Krankheiten wirksam vorbeugen können. So lässt sich die Zuckererkrankung genauso wie die Herzgefässverkalkung sehr positiv mit einer speziellen "Zuckerdiät" oder "Herzdiät"  bekämpfen. Eine solche gezielte Krankheitskost kann die individuelle Lebenserwartung und Lebensqualität des Betroffenen massiv verbessern. Ich kann an dieser Stelle nicht auf Spezialdiäten eingehen, welche nach dem Ausbruch einer Zivilisationserkrankung im Einzelfall sinnvoll wäre. Sollten Sie an einer chronischen Erkrankung leiden, so sprechen Sie Ihren Arzt darauf an, ob eine Spezialdiät sinnvoll ist. Im Buchhandel gibt es für jede Erkrankung den passenden Diätratgeber.

Eine durchgehende, statistisch eindeutige Verlängerung der Lebenszeit auch von Gesunden dagegen konnte mit keiner einzigen "Organ-Diät" nachgewiesen werden. Welche Ernährungsweise eignet sich also als vorbeugende Anti-Aging-Strategie?

 

2.1 Die lebensverlängernde Diät - gibt es die ?

 

Es gibt tatsächlich eine einzige Ernährungsweise, deren lebensverlängernde Wirkung bewiesen ist. Viele unterschiedliche Forschungsprojekte sind immer wieder zu einem Ergebnis gekommen - egal ob im Tierexperiment, bei epidemiologischen oder kulturübergreifenden Studien: Leichtes Untergewicht wirkt lebensverlängerend. Von Ratten und Mäusen ist seit 60 Jahren bekannt, dass leicht unterernährte Nager um 30% länger leben als die vollgefütterten Vergleichstiere. Ist die Schlussfolgerung zulässig, dass eine solche Diät das menschliche Leben um 25 Jahre verlängern würde? Würzburger Alterungsforscher befragten deshalb 600 "uralte" Deutschen nach dem Geheimnis ihres langen Lebens. Es stellte sich heraus, dass alle Greisinnen und Greise nicht nur schlank waren - sie "litten" sogar unter 5-10 % Untergewicht. Keiner von ihnen hatte

diesen Zustand allerdings durch irgendwelche Wunderdiäten bewusst angestrebt. Ihre Diät bestand allein aus mässigem Konsum von vernünftigen Speisemengen. Die Wunderdiät der Hundertjährigen liess sich folgendermassen zusammenfassen: sie nahmen insgesamt über viele Jahre eher wenig zu sich. Sie genossen darüberhinaus wenig fettreiche Nahrungsmittel, Fleisch nur zweimal pro Woche, täglich dagegen frisches Obst und Gemüse, sie genehmigten sich höchstens 4 Tassen Kaffee, dafür aber bis zu 2 Gläsern Wein oder Bier täglich. Viele der Superalten konsumierten ausserdem Vitamin E und Selen in Tablettenform.Vegetarier fanden sich unter ihnen mehr als im Bevölkerungsdurchschnitt - wahrscheinlich deshalb, weil Vegetarier im allgemeinen schlanker sind als Fleischesser.

Eine Bestätigung dieser Diät kommt aus einem einzigartigen Experiment in der Wüste von Arizona. Nahe der Stadt Tuscon hatten amerikanische Wissenschaftler Anfang der neunziger Jahre eine riesiges, von der Umgebung völlig isoliertes Glashaus errichtet. In diese abgeschlossene ökologische Nische verpflanzten sie für 2 lange Jahre 3800 verschiedene Pflanzen und Tiere - und 8 Menschen. Als einzige Verbindung zwischen dem Inneren dieses Mini-Planeten namens "Biosphäre 2" und unserer Welt dienten die Sonne, Telephon und Computer - und sonst nichts. Nicht einmal Sauerstoff oder andere Gase hatten eine Chance, nach innen oder aussen zu gelangen. Sinn des Experimentes war der Aufbau eines autarken, also völlig unabhängigen Lebenssysems unter völlig autonomen Lebensbedingungen - als ob es sich beispielsweise um eine dauerhafte Raumstation auf dem Mond handeln würde. Wasser, Nahrung, Abfall, Erde, Luft - alles war begrenzt und musste recycelt werden.  Jeder kann sich vorstellen, wie interessant und lehrreich dieses Experiment war; dass es nur unter höchster Harmonie zwischen Mensch, Natur und Umwelt funktionieren konnte. An dieser Stelle interessiert besonders ein Aspekt: die sorgfältig ausgesuchten Versuchsteilnehmer konnten täglich höchstens 1800 kcal zu sich nehmen, da das Ökosystem nicht mehr Nahrung produzierte. Ein Arzt namens Dr. Walford war selbst Versuchsteilnehmer und betreute gleichzeitig die Menschen und Tiere medizinisch. Er hatte sich bereits Jahre zuvor in der Alterungsforschung betätigt und fand seine Beobachtungen aus Tierexperimenten bestätigt. Unter der knappen, aber ausgewogenen und vorwiegend vegetarischen Ernährung in "Biosphäre 2" besserten sich Zivilisationskrankheiten dramatisch. Blutdruck, Cholesterin, Blutzucker, weisse Blutzellen, Hautkrankheiten, allgemeine Widerstandskraft und Gesundheit verbesserten sich rasch und nachhaltig. Der Cholesterinwert aller Teilnehmer fiel um 30% - auf die äusserst gesunden Werte der Tarahumara-Indianer Mexikos oder der Yanamome-Indianer Brasiliens. Ihr Blutdruck sank insgesamt und langdauernd um ca. 20%. Seine Schlussfolgerungen waren eindeutig: eine qualitätsvolle, niedrig-kalorische Diät ist der Schlüssel zum langen Leben.

Ärzte und Biologen sind sich heute einig: die einzig nachweislich  lebensverlängernde Kost ist eine Reduktionskost. "FdH" (friss die Hälfte) ist also ein durchaus vernünftiges Ernährungskonzept.  Es ist inzwischen fast ein Dogma der Anti-Aging-Medizin, dass nur die Einschränkung der Kalorienzufuhr das Leben nachweislich verlängert. Diese Erkenntnis beruht auf zahlreichen Tierexperimenten bei allen bisher untersuchten Wirbeltieren und vielen epidemiologischen Untersuchungen am Menschen.  Immer wieder wurde der folgende Versuch in abgewandelter Form durchgeführt: man bildete 2 Gruppen von Ratten, Mäusen oder anderen Tieren. Eine Gruppe konnte so viel fressen, wie sie wollte. Die Tiere der andere Gruppe erhielt etwas weniger Nahrung, als sie gerne fressen wollten - sie mussten ein wenig hungern. Alle anderen Lebensbedingungen blieben für beide Gruppen gleich. Das immer gleiche Ergebnis dieser Experimente: die Mitglieder der hungrigen Tiergruppe lebten eindeutig und deutlich länger. Seit einigen Jahren läuft ein entsprechender Versuch mit Rhesusaffen, welche uns biologisch recht nahe stehen. Obwohl man über die Lebenserwartung der heute mittelalten Tiere noch keine Aussage treffen kann, fällt den Forschern auf, dass die Affen kaum unter Krebs, Gelenkrheuma oder Stoffwechselerkrankungen leiden. Bereichert um viele Untersuchungen an alten Menschen können diese Experimente sicher auch auf Menschen übertragen werden. 

 

Warum lässt uns eine kalorienarme Ernährung älter werden?

In unserer Evolutionsgeschichte entspricht das vernünftige Fasten eher  dem Normalzustand des Körpers, als ein Leben in Überfluss. Nie zuvor hatten normale Menschen soviel Nahrung zur Verfügung wie heute. Zeiten des Nahrungsüberflusses waren immer die Ausnahmen - auf 7 fette Jahre folgten meist 17 dürre Jahre. Gelegentliche Hunger- und Fastenperioden sind daher auch in allen grossen Religionen als "Läuterungsphasen" vorgesehen. Jesus fastete 40 Tage in der Wüste, Buddha erlangte die Erleuchtung nach Fastenperioden; Katholiken kennen den wöchentlichen Fastentag am Freitag und die jährliche Fastenwoche vor Ostern; der Mohammedaner fasten im Ramadan, für östliche Religionen ist das Fasten schon immer ein wesentlicher Teil religiöser Übungen gewesen. Der menschliche Körper ist auf geringere Kalorienzufuhr programmiert und der überreiche Zivilisationskost schlecht angepasst. Eine mässige Verminderung der Kalorienaufnahme hat daher zahlreiche positive Folgen auf Körperzellebene:

- es werden weniger freie Radikale gebildet

- die Immunabwehr wird gestärkt

- der Eiweissaufbau des Körpers funktioniert besser

- Krebszellen "verhungern" (Apoptose der Krebszellen)

- die "Genexpression" (Entfaltung der Erbanlagen) bessert sich

- Enzymsysteme werden angeregt

- die Reparaturmechanismen der Erbanlagen DNA arbeiten besser

Von den ca. 300 bisher bekannten alterungstypischen Veränderungen auf Zellebene lassen sich etwa 85% durch Fasten positiv beeinflussen. Ja tatsächlich - Fasten wirkt gegen Krebs. In jedem Menschen entstehen immer wieder Krebszellen in geringer Zahl. Sie verbergen sich und ruhen, bis sie zum Wuchern angeregt werden (zB durch freie Radikale, Zigarettenrauch, Teerstoffe, UV-Strahlen uvm.) Im allgemeinen hat die  gesunde Immunpolizei solche Krebszellen unter Kontrolle. Wenn wir dem Körper weniger Kalorien zuführen, als er eigentlich verlangt, so wird ein spezielles "Energie-Sparprogramm" eingeschaltet. Der Körper merzt als erstes überflüssige Zellen aus - und das sind glücklicherweise auch verborgene Krebszellen. Wir wissen bis heute nicht warum es geschieht - beim Fasten werden als erstes die unerkannten Krebszellen im Körper durch Nahrungsentzug in den Tod geschickt. Die Altersforschung hat für dieses erstaunliche Phänomen noch keine Erklärung.

 

Warum ist die Beeinflussung des Eiweissaufbaus durch Fasten von Bedeutung ? Muskeln, Organe, unsere Körperzellen sind aus Proteinen, also Eiweissstoffen, aufgebaut. Proteine sind die Basis gesunder Organe, sie sind wichtig für die Herstellung von Hormonen und Immuneiweissen. Um wirksam zu werden, müssen Proteine nicht nur in den Körperzellen produziert, sondern auch in eine bestimmte Form räumliche Form gebracht werden. Es gibt also wirksame und völlig uninteressante räumliche Varianten des gleichen Proteins.  Das endgültige richtige Design der Proteine wird von sog. "Heat-Shock-Molekülen" gesteuert. Durch Fasten wird die Produktion dieser Heat-Shock-Moleküle optimiert. Fasten optimiert so lebenswichtige Eiweissstrukturen.

 

Durch Forschungen an Würmern haben sich erste Hinweise ergeben, wie lebensverlängernde Gene und lebensverlängerndes Fasten zusammenhängen könnten. Bei Würmern wurden auf einem Gen zwei Signalketten entdeckt, welche die Alterung des Tieres entscheidend steuern. Diese Signalketten  unterdrücken oder fördern insulinartige Botenstoffe; abnehmende Mengen der Botenstoffe gingen mit verlängertem Wurmleben einher. Eine wichtige, gesundheitsfördernde Folge einer kalorienreduzierten Kost auch beim Menschen ist wohl das Absinken des Insulinspiegels. 

 

Melatonin und Wachstumshormone sind wichtige Hormone, die dem Altern entgegenwirken. Sie werden nachts viel stärker als tagsüber produziert, fördern so die Regeneration und machen uns fit für den nächsten Tag. Ein opulentes Abendmahl dämpft die Produktion beider

Hormone. Wenn wir dem Stoffwechsel dagegen weniger Kalorien zum Verbrennen geben, dann werden beide vermehrt gebildet. Ein gesunder Nachtschlaf mit leerem Magen ähnelt hormonell in vielem dem Winterschlaf der Tiere: die Zirbeldrüse bildet vermehrt Melatonin und Wachstumshormon, die Sekretion von Geschlechtshormonen wird gedrosselt, Blutdruck und Körpertemperatur sinken leicht ab. Bei Tieren im Winterschlaf sinkt die Körpertemperatur durch starken Melatoninanstieg gewaltig; nur so reichen die Fett (Kalorien-) reserven aus, das Tier über den Winter zu bringen. Aber auch die nächtliche Senkung der Körpertemperatur um 3/10 - 4/10 Grad Celsius beim Menschen entlastet unseren Körper erheblich: Billionen abgekühlte Zellen müssen weniger Energie produzieren. Die eingesparte Energie steht an anderer Zelle zur Verfügung, um die Schäden des Tages zu beheben, krankhafte (Krebs-) Zellen zu beseitigen und den Körper für den nächsten Tag gesunden zu lassen. Ist der Magen nachts dagegen voll, so muss dieses Essen verdaut werden; die Verdauungsleistung nimmt den Körper so in Anspruch, dass die Reparaturvorgänge nur auf Sparflamme erledigt werden können.

Diese Stoffwechselvorgänge sind grob vergleichbar mit einem Automotor: hohe Leistungen werden bei hochtourig laufendem Motor (tagsüber) möglich; wird ein Motor aber dauerhaft hochtourig gefahren, so verschleisst er schneller und wandert früher auf den Schrott. In niedrigeren Umdrehungsbereichen (nachts) ist die maximale Leistungsfähigkeit zwar geringer; die Reparaturanfälligkeit sinkt jedoch ebenfalls und der Motor kann nahezu unbegrenzt eingesetzt werden.

 

Dies ist der wissenschaftliche Hintergrund der allgemeinen Erfahrung, dass sich mit leerem Magen besser schläft als mit vollem. Aus dem gleichen Grund macht es einen grossen Unterschied, ob wir morgens oder abends fasten. Das morgendliche Fasten ist weit verbreitet - eine Tasse Kaffee als Frühstück auf dem Weg zur Arbeit. Leider stellen sich wichtige gesundheitliche Vorteile nur beim abendlichen Fasten ein. Wie wichtig ausreichend Melatonin und Wachstumshormome fürs Jungbleiben sind, wird in einem eigenen Kapitel dieses Buches erläutert. Es ist aber eine irrige Meinung, dass nur teuere Vitaminpräparate oder Hormonpillen das Leben verlängern könnten. Tausende Amerikaner könnten sich die routinemässige abendliche Einnahme von synthetischem Melatonin sparen, wenn sie abends weniger oder nichts essen würden. Der verjüngende Effekt der vernünftigen Nahrungsentsagung kann relativ rasch wahrgenommen werden. Schon nach einem Abend ohne Abendessen sieht man am nächsten Morgen frischer und jugendlicher in den Spiegel.

 

Man hat versucht, den lebensverlängernden Effekt einer kalorienreduzierten Diät zu berechnen, indem man Tierexperimente

und Studien am Menschen zusammenfasste. Gehen wir davon aus, dass die durchschnittliche Lebenserwartung eines Mitteleuropäers heute bei etwa 80 Jahren liegt. Nehmen wir einmal an, dass Sie ab dem 20. Lebensjahr beginnen, eine optimale, ausgewogene, deutlich unterkalorische, vorwiegend vegetarische Kost mit optimalen Mengen an Vitamien und Mineralstoffen, ohne Genussgifte zu essen.  In den darauffolgenden 60 Jahren werden Sie dann nur halb so schnell altern wie normale Zeitgenossen. Sie dürfen deshalb erwarten, dass Sie im 80. Lebensjahr körperlich und geistig genauso fit sind wie Ihr Nachbar im 50. Lebensjahr. Theoretisch könnten Sie dann mit 100 Jahren funktionell so fit sein wie ein normaler 60 Jähriger. Ähnliche, nicht ganz so ausgeprägte Effekte kann man auch erreichen, wenn man die durchschnittliche Kalorienaufnahme um täglich nur 10-20% vermindert. Selbstverständlich kann niemand garantieren, dass Sie nicht durch Unfälle, Infektionskrankheiten o.ä. früher sterben. Diese Berechnung zeigt aber, dass der Alterungsprozess statistisch allein durch die richtige Ernährung  wesentlich verlangsam werden kann. Wie können diese wissenschaftlichen Erkenntnisse in Ihr Alltagsleben integriert werden? Dazu mehr in einem der folgenden Kapitel.

 

Der Skeptiker fragt: wenn gesund sein so einfach ist, warum sind dann Rentner so oft krank? Aus dem gleichen Grund, warum jeder zweite Deutsche über 50 Übergewicht hat. Gicht, Bluthochdruck, Diabetes, Gefässverkalkung, Darmkrebs ... all diese Alterszipperlein sind ohne Zweifel im wesentlichen Folgen unserer falschen und zu reichhaltigen Ernährung.Beginnen Sie daher noch heute damit: statt einer Zwischenmahlzeit aus Schokoriegel oder Bonbons essen Sie langes Leben - in Form eines Apfels.

 

2.2 Die "Kaiser-König-Bettler" Kost

 

Wie lässt sich eine deutliche, lebensverlängernde   Kalorienreduktion problemlos in den Alltag integrieren? Ein gangbarer Weg besteht darin, bei jeder Mahlzeit "die zweite Portion", das Nachschöpfen wegzulassen. Auch ein Speisen bis kurz vor Erreichen des  Sättigungsgefühls ist erfolgversprechend. Wenn immer möglich, sollte auf die Verwendung tierischer Fette beim Kochen verzichtet werden: also Anbraten mit Pflanzenöl statt Butter, Salatsossen mit Joghurt statt Sahne, Fischschnitzel statt Schweineschnitzel usw. Ein anderer, etwas ungewöhnlicher Weg ist uralt. Schon vor 3000 Jahren erkannten die Chinesen: " Das Abendessen überlasse deinen Feinden".  Viele Menschen haben die Erfahrung gemacht, dass sie sich morgens besonders wohl fühlen, wenn sie abends wenig oder nichts gegessen haben. Diese Erfahrung spiegelt sich im Sprichwort: "Esse morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein König, abends wie ein Bettler". Das Weglassen der Abendmahlzeit hat tatsächlich verblüffende Auswirkungen. Schon nach 1-2 Tagen wirkt die Haut frischer und glatter. Nach einer Schlemmernacht mit gutem Essen, Rauchen und Alkohol kennt dagegen jeder das eigene graue, verbrauchte Gesicht am Morgen im Spiegel. Wer abends zuviel isst, schläft schlecht - und wer schlecht schläft, erholt sich nicht. Der über 90ig jährige Wiener Kardinal König und die fast hundertjährige englische Königsmutter hatten beide ab ihrem 50. Lebensjahr begonnen, als letzte Mahlzeit etwas Obst am Nachmittag zu essen. Ihre körperliche und geistige Fitness 40 Jahre danach ist faszinierend. Wer es ihnen nachmacht, setzt zahlreiche Gesundungsprozesse in Gang. Nach einer Woche Kalorienreduktion steigt das körpereigene Cortisol im Blut an. Das Wuchern krankhafter Zellen (Krebsvorstadien) wird dadurch gebremst.

Der Blutzuckerspiegel fällt um 20% ab, und nach ca. 3 Wochen sinkt die Insulinproduktion um ca. 50%. Langsam beginnt die körperliche und seelische Entschlackungsphase, die von Anhängern des Fastens schon immer mit euphorischem Lob geschildert wurde. Neben einer deutlichen Gewichtsabnahme sinkt auch die Körpertemperatur in der Nacht wieder ab. Die Auswirkungen dieser leichten Hypothermie: der Energiebedarf der Zellen sinkt, die Mitochondrien schalten einen Gang zurück, es werden weniger freie Radikale gebildet. Der Alterungsprozess wird gebremst. Jede Abendmahlzeit zwingt den Körper dagegen zur nächtlichen Verdauungsarbeit, Energie wird freigesetzt, der Organismus läuft "heiss", statt abzukühlen.

Es ist übrigens wesentlich einfacher, trotz gutem Frühstück und Mittagessen an Gewicht abzunehmen, wenn man abends überhaupt nichts mehr ist. Wenn man dagegen morgens, mittags und abends wenig isst, dann schaltet der Körper auf ein "Notprogramm" um. Eine kleine Abendmahlzeit wird dann restlos verwertet, um die "Hungerphase" der Nacht gut durchzustehen.

 

Leider ist es nicht so einfach, aus diesem Jungbrunnen zu trinken.  Es zählt zu den ganz festen Gewohnheiten vieler Menschen, abends grosszügig zu essen. In vielen Mittelmeerländern ist die Abendmahlzeit sogar die traditionelle Hauptmahlzeit. Der Körper wehrt sich vehement dagegen, eine solche Gewohnheit zu ändern - auch wenn es ihm letztlich nutzen würde. Es braucht einige Zeit, einen neuen Essenrythmus zu programmieren. Verweigern wir uns das Abendessen, sendet uns unser Organismus unzweideutige Signale: ein langsam wachsendes, immer drängenderes Hungergefühl verdirbt uns den Abend. Glücklicherweise gibt es Strategien, wie wir dem unstillbaren Hunger begegnen können, der uns nachts an den Kühlschrank treibt. Wer es beispielsweise gewohnt war, um 19 Uhr zu Abend zu essen, sollte ab 17 Uhr zu jeder vollen Stunde einige Gläser leicht gesüssten warmen Kräutertee zu sich nehmen.  Ist der Magen mit einer warmen Flüssigkeit gefüllt, meldet sich der Hunger viel später. Aufkeimendes Hungergefühl wird sofort mit einer Tasse warmen Tees unterdrückt. Durch die Flüssigkeitszufuhr wird der Magen überlistet: die Magendehnung vermittelt dem Körper die Information, das wir gegessen hätten und unterdrückt Nervensignale, die Hunger entstehen lassen. Die Wärme beruhigt zusätzlich. Mit diesem Trick lassen sich allerdings die nächtlichen Hungerattacken nicht beseitigen. Der stürmische, kaum beherrschbare nächtliche Heisshunger, der uns aufwachen lässt, entsteht auf komplizierte Weise. Eine Ursache ist Zuckermangel im Gehirn. In angelsächsischen Ländern wird traditionell ein Glas warme Milch auf dem Nachtkästchen gereicht. Ein rafinierter Trick: wer unmittelbar vor dem Schlafengehen ein kleines Stück Schokolade isst oder warme Milch mit Honig trinkt, gleicht den Zuckermangel für einige Zeit aus. Statt mitten in der Nacht hungrig aufzuwachen, wird der Nachtschlaf gefördert. Fette sollten abends in jeder Form gemieden werden. Leicht verdauliche Kohlenhydrate - also Schokolode oder Honig - sind ein vertretbarer Kompromiss.  Nach einer gewissen Zeit gewöhnt sich der Körper an das fehlende Abendessen, und die abendlichen Hungersignale werden versiegen. Von diesem Zeitpunkt an wird der neue Essensrythmus keine Probleme mehr bereiten.

 

Es gibt noch andere Gründe, die das Weglassen des Abendessens erschweren. Oft ist das Abendessen die einzige gemeinsame Mahlzeit der ganzen Familie. Viele Berufstätige werden auch regelmässig zu Geschäftsessen am Abend eingeladen. Wie kann man diese Klippen umschiffen? Kompromisse lassen sich nicht vermeiden. Vielleicht gelingt es, zumindest an zwei oder drei Tagen der Woche die Abendmahlzeit wegzulassen. Wenn man dies unter der Woche schafft, so bleibt für die Familie und Freunde noch das Wochenende, an dem ein gutes Essen am Abend zelebriert werden kann. Versuchen Sie doch einmal, Ihre Freunde zum sonntäglichen Schlemmer-Brunch statt zum samstäglichen Abendessen einzuladen. Der anschliessende, gemeinsame Verdauungsspaziergang an der frischen Luft rundet diese - gesunde -Alternative lustvoll ab. Ledige Berufstätige könnten wiederum ihre "Fastentage" auf Freitag bis Sonntag legen, um ihre beruflichen Abendessen während der Woche beihalten zu können. Ein solcher Kompromiss ist zwar nicht ideal, bringt aber immer noch erhebliche gesundheitliche Vorteile.

Sollten richtige abendliche Fastentage völlig undurchführbar sein, so sollte man zumindest an 3-4 Tagen auf ein deutlich kalorienreduziertes Abendessen achten. Man sollte also auch bei offiziellen Essen und im Kreis der Familie möglichst auf alle fetten Speisen und auf Alkohol verzichten. So lässt sich am schnellsten und einfachsten die grösste Kalorienmenge einsparen. Das ideale Körpergewicht wird über kurz oder lang erreicht, der Körper wird sich insgesamt  positiv verändern, das Immunsystem wird gestärkt und der Allgemeinzustand besser werden. Wozu sollten Sie 100 Jahre alt werden, wenn es 100 fiese Jahre wären? Deshalb nie vergessen: Essen sollte Spass machen. Nicht der miesepetrige Asket, sondern der sich-selbst-bewusste Geniesser ist das Ziel einer Ernährungsumstellung im Sinn der Anti-Aging-Medizin.

 

2.3 "Chinesische Mittelmeerkost"

Manchem wird es nicht gelingen, die "Kaiser-König-Bettler"-Kost auf längere Zeit durchhalten. Es gibt Alternativdiäten, von denen ihre Gesundheit ebenfalls profitieren wird. Ihre lebensverlängernde Wirkung ist allerdings nicht so eindeutig nachgewiesen. Meiden Sie zunächst alle

"leeren" Kalorienträger - also Zucker, Limonaden, fette Wurst, tierische Fette im allgemeinen, Alkohol... Hoch erwünscht sind balaststoff- und nährstoffreiche, naturbelassende Nahrungsmittel - Kartoffeln, Getreide, Rohgemüse, Obst, Nüsse usw. Eine kalorienreduzierte Diät macht nur Sinn, wenn die Qualität der gegessenen Nahrung gleichzeitig verbessert wird. Bei einer solchen Diät vermindert sich die Kalorienmenge pro Mahlzeit automatisch, ohne dass bewusst gefastet werden muss.

Eine gute, praktische und bewährte Alternative ist die Kost, wie sie in vielen Ländern des Mittelmeerraums gegessen wird. Als Basis der Ernährung dienen dabei Brot, Teigwaren, Kartoffeln, Reis oder andere Getreidearten. Sie werden (mehrfach) täglich konsumiert; genauso wie frisches Obst und Gemüse, Bohnen, Hülsenfrüchte oder Nüsse. Getrunken werden kalorienarme Getränke (Wasser, Tee) und Wein in kleinen Mengen zum Essen. Einige Male pro Woche werden Fische, Geflügel oder Eier, Käse oder Joghurt gegessen; als Hauptfettquelle dienen Olivenöl oder andere (kaltgepresste) Pflanzenöle. Süssigkeiten und rotes Fleinsch dagegeben kommt nur wenige Male im Monat auf den Teller. Diese "mediterrane" Kost wird von nahezu allen Ernährungsforschern als optimal ausgewogene, gesunde Alltagskost propagiert. Sie senkt mit Sicherheit das Risiko zahlreiche Zivilisationserkrankungen. Herz, Gefässe, Fettstoffwechsel, Blutzucker, Gelenke und Muskeln, Darm und Gehirn werden durch diese Kost entlastet und auf einen gesunden Weg gebracht. Sie wirkt krebsvorbeugend und normalisiert das Körpergewicht.

Auch die chinesische Küche kann uns in vielerlei Aspekten als Vorbild dienen. In den 80iger Jahren starteten Wissenschaftler der Universitäten von Oxford, Peking und Cornell eine grossangelegte, siebenjährige Untersuchung an 6500 Chinesen aus bäuerlichen Landesteilen. Die Chinesen konsumierten 20 % mehr Kalorien als eine Vergleichsgruppe von Amerikanern - waren aber um 20 % dünner. Sie bezogen ihre Kalorien allerdings auch nur zu 15% aus Fett, während das Nahrungsfett in Amerika 30-40% aller Kalorien ausmacht. Die chinesische Küche verarbeitet ausserdem sehr viel weniger Zucker und weniger tierische Proteine. Obwohl Chinesen kaum Milchprodukte essen und viel weniger Calcium mit der Nahrung aufnehmen, war die Gefahr der Knochenentkalkung bei Ihnen deutlich geringer. Dafür lag allerdings der Nahrungsgehalt an Balaststoffen doppelt so hoch wie bei der amerikanischen Küche. Welche Auswirkungen auf die Gesundheit zeigte die chinesische Kost? Sowohl der Cholesterinwert im Blut als auch die Zahl der Herzerkrankungen lag bei den Chinesen bei einem Bruchteil ihrer amerikanischen Vergleichsgruppe. Brustkrebs war in Amerika fünfmal häufiger, Darmkrebs dreimal häufiger. Obwohl die Kalorienaufnahme der Chinesen höher war, wurde dies durch die qualitativ "besser" Art der Nahrungsmittel ausgeglichen: mehr pflanzliche Proteine, weniger tierisches Eiweiss, kaum tierisches Fett, kaum Zucker, viele Balaststoffe...

Meiden Sie weissen, raffinierten Zucker. Weisser Zucker erhöht sofort den Zuckergehalt des Blutes und den Ausstoss des Hormons Insulin ins Blut. Die Folge: Fett aus dem Blut wird sehr rasch in die Fettzellen eingeschleust. Bei einer Fett- und zuckerreichen Kost "verhungern" die Zellen regelrecht, weil Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente fehlen.

Eine Mischung aus chinesischer Küche und italienischer Küche wäre vielleicht die ideale, abwechslungsreiche Kost für den normalen Mitteleuropäer...

 

2.4 Maß halten und Fastenkuren

 

Die Umstellung der Ernährung ist der vielleicht wichtigste erste Schritt in einem Anti-Aging-Plan. Parallel zu allen anderen Schritten zur Lebensverlängerung sollte das Idealgewicht erreicht, besser noch: leicht unterschritten werden. Die Betonung muss hier auf "leicht" liegen. Es soll ausdrücklich betont werden, dass ein ständiges, übertriebenes oder sogar krankhaftes Fasten (Anorexie) keinerlei positive Effekte hat. Übertriebenes Fasten bewirkt das genaue Gegenteil einer vernünftigen Ernährung; es macht krank und lässt uns früher altern. Vor allem die Diätexzesse von Jugendlichen und jungen Erwachsenen haben eine massive, gesundheitsschädigende Wirkung. Jede extreme Kostform manövriert uns kurz oder lang in ein Stoffwechseldefizit. Den Neugeborenen von strengen Vegetarierinnen fehlt Vitamin D, Vitamin B12 und Kalzium; Gedeihstörungen, Nervenschäden und Gedeihstörungen der Kinder sind möglich. Ältere Menschen ernähren sich oft unabsichtlich stark einseitig, vitaminarm und ohne Abwechslung. Sie verstärken damit nur ihre Altersgebrechen. 

 Für unsere Ernährung gilt eben die Grundregel jeder Naturheilmedizin und des gesunden Menschenverstandes: Halten Sie Maß. Das Ziel einer Anti-Aging-Diät ist es nicht, Sie massiv an Gewicht verlieren zu lassen. Die Gewichtsabnahme sollte höchstens 20-25 % ihres langjährigen, durchschnittlichen Gewichts betragen. Nur wenn Sie unter ausgeprägtem Übergewicht leiden, ist eine höhere Gewichtsabnahme sinnvoll. Für sehr schlange Menschen kann selbst eine Gewichtsabnahme von 20% zu viel sein. Während des "Biosphären"-Experiments in der Wüste Arizonas verloren die männlichen Teilnehmer während der 2 Jahre unter der Glaskuppel etwa 18% ihres Körpergewichts, die Frauen sogar nur 10%. Dies reichte aus, um all die beschriebenen positiven Wirkungen auszulösen. Der Gesamt-Fettgehalt der Körper der Männer sank auf 6-10%, der Fettanteil bei den Frauen regelte sich auf 10-15 % ein. Er sollte keinesfalls niedriger sinken, da sonst krankhafte Wirkungen zu erwarten wären. Wenn es während einer Diät bei einer Frau zu Störungen der Regelblutungen kommt, so muss die Diät sofort mit Hilfe eines Arzte verändert werden. Auch vermehrte Müdigkeit, verlängerter Nachtschlaf oder geistige Verlangsamung sind Warnzeichen, dass die Gewichtsabnahme zu schnell oder zu rasch erfolgte. Massives Untergewicht kann eine ernste Krankheit mit tödlichem Ausgang sein - jede langdauernde Ernährungsumstellung sollte von einem Arzt des Vertrauens begleitet werden. Eine unterkalorische Ernährung ist besonders für Jugendliche völlig ungeeignet. Die übertriebene Schlankheit von Photomodells ist kein Gesundheitsideal, sondern eine ernste Erkrankung namens "Anorexie".

 

Ein weit verbreitetes Vorurteil sagt, dass Menschen mit dem Alter molliger werden. Das ist eindeutig falsch. Allerdings ändert sich die Körpersilhouette von Männern und Frauen - aus der breiten Trapezbrust des Mannes entwickelt sich tendenziell eine Birnenform mit Betonung der "Schwimmreifen"; aus der Uhrglasform des weiblichen Körpers wachsen Fettpolster um weibliche Hüften und Oberschenkel. Diese hormonbedingten Umstellungen beeinflussen aber weder Appetit noch Gewicht. Niemand sollte ohne ärztlichen Rat mit radikalen Fastenkuren, Diätpillen oder strengen Abmagerungsdiäten beginnen. Die meisten Fastendiäten funktionieren sowieso nicht - 90 % aller Menschen haben nach einer Fastenkur innerhalb von 2 Jahren wieder ihr altes Gewicht. Jo-Jo Diäten sind darüberhinaus eine Belastung für Seele und Körper; sie schaden der Haut, dem Selbstbewusstsein und können Haarausfall, Cellulite und Knochenschwund fördern. Ärztlich überwachte Fastenkuren mit sinnvoll vorgegebenem Ziel eignen sich allerdings dafür, um Körper und Seele gelegentlich zu entschlacken. Solche Fastenkuren unterscheiden sich von Modediäten dadurch, dass sie nach relativ strengen Regeln über einen eng begrenzten Zeitraum durchgeführt werden. Ihr Ziel ist nicht primär die Gewichtsabnahme, sonder eine Re-Vitalisierung. Der Begriff "Entschlacken" wird in diesem Zusammenhang zwar von vielen Ärzten belächelt - da es im Körper angeblich keine "Schlackenstoffe" gäbe. Wer allerdings die tiefgreifenden Wirkungen einer Fastenkur je am eigenen Leib erlebt hat, kann diese wissenschaftliche Skepsis nicht teilen. Fastenkuren sollten genau geplant und vernünftig, unter Anleitung eines erfahrenen Fastenarztes durchgeführt werden. Dann sind sie eine wunderbare Möglichkeit, etwas wertvolles fürs Jungbleiben zu tun. Zu fast jeder Fastenkur gehört der tägliche Genuss frischer, roher Obst- und Gemüsesäfte. Er kann als begleitende Massnahme zu jeder der anderen Anti-Aging-Strategien empfohlen werden. 2-3 Gläser rohe Obst- oder Gemüsesäfte enthalten frische Vitamine und Mineralstoffe im Übermass.

"Wasser, mässig genossen, ist unschädlich" - so zynich fasste Mark Twain den medizinischen Kenntnisstand seiner Zeit zusammen. Ein Kapitel über Fastenkuren und Masshalten zeigt, dass dies kein Buch über die Exstasen des Leben sein kann. Wahres Glück entsteht jedoch nicht im Exzess, sondern in der freiwilligen Selbstbeschränkung. Deshalb lässt sich die Maxime von Ludwig Ehrhardt "Mass halten" von der Wirtschaft in jeder Beziehung auf die Gesundheit übertragen.

Welches Körpergewicht ist das richtige? Vergessen Sie die Frage. Das "Idealgewicht", noch vor wenigen Jahren von allen Ernährungsexperten hochgehalten, ist heute vergessen. 30 Jahre lang als wichtiges Ernährungsziel propagiert, war es in Wahrheit Folge eines Rechenfehlers amerikanischer Versicherungsgesellschaften. Der Fettgehalt des Körpers ist ein viel wichtigerer Gesundheitsindikator als das Körpergewicht an sich. Das sagt uns auch der gesunde Menschenverstand.

 

Kapitel 8
Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper

Körper und Geist sind zwei Seiten einer Einheit. Gesunde Ernährung, ausgewogene Hormone, ausreichende Vitaminzufuhr halten nicht nur Muskeln und Knochen fit, sondern auch unseren Geist und unsere Gefühle. Weder eine einseitige Konzentration auf Hormonersatz-Behandlung, noch Schönheitschirugie, noch Fitness-Training allein sind einer ganzheitlichen Anti-Aging Strategie angemessen. Wer nur durch den Wald joggt, fettarm isst und Vitamine schluckt bewältigt damit nicht unbedingt auch seine Ängste vor dem Altern, Unsicherheit über die eigene Gesundheit oder ungute Selbstüberschätzung. Jugendlichkeit ist auch eine Frage von Einstellung, Geisteshaltung und Lebensgefühl. Unguter, unerwünschter Stress macht nachweislich krank und verkürzt das Leben. Das Stresshormon Adrenalin fördert Herzinfarkt, Hirnschlag und Gefässerkrankungen; Stress schädigt die Immunabwehr und macht infektanfällig. Ungesunder Stress zeigt sich an zorniger Unbeherrschtheit, unterschwelliger Aggressivität, Feindseligkeit, Ungeduld und Angstgefühlen. Guter, motivierender und lebensverlängernder Stress dagegen geht mit Leistungslust und Freude an der Arbeit und den Menschen einher. Wissenschaftler wissen, dass die Kraftquellen des Lebens aus körperlichen, sozialen und persönlichen Ressourcen gespeist werden. Stressstabile Menschen verfügen im allgemeinen über eine gute körperliche Konstitution und dank eines ausgeprägten Selbstwertgefühls über stabile seelische Ausgeglichenheit.

Machen Sie Schluss damit, "gelebt zu werden". Tun Sie nichts mehr aus schlechtem Gewissen, oder um es anderen recht zu machen. Spielen Sie nie mehr Lotto mit den Stunden Ihres Lebens - nehmen Sie Ihr Leben selbst in die Hand. Lachen Sie öfters einmal über sich selbst.

 
Die folgenden sechs goldenen Regeln für ewige Jungendlichkeit stammen von den US-Alterungsforscher D. Mahoney und R. Restak:
1) Ändern Sie Ihre Lebenseinstellung. Optimisten leben nicht nur länger, sondern auch besser
2) Lernen Sie, besser mit Stress umzugehen. "Guter" Stress vitalisiert, schlecht verarbeiteter Stress verkürzt das Leben.
3) Seien Sie Gestalter, nicht Zuschauer Ihres Lebens.
4) Tun Sie auch etwas für andere. Soziale Beziehungen sind für das Gleichgewicht der Gefühle unersetzlich; trainieren Sie ihren "sozialen Muskel" genauso wie Ihren "Ego-Muskel".
5) Schon Churchill sagte: "Setzen Sie sich nie, niemals zur Ruhe". Setzen Sie sich lieber neue Ziele.
6) Nutzen Sie neue Technologien. Computer und Internet sind wunderbare Werkzeuge, um neue Welten und neue Menschen kennenzulernen.

 
Träumen Sie - bekennen Sie sich zu ihren Wünschen, und beginnen Sie sofort damit. Jedes lange, gute Leben besteht aus einzeln gemeisterten Tagen, aus vielen kleinen Schritten, aus unzähligen einzelnen Entscheidungen, aus täglichen Neuentdeckungen... Michelangelo übernahm mit 71 Jahren die Bauleitung des Petersdoms, Kant schrieb mit 73 sein berühmtes Buch "Metaphysik der Sitten". Verdi schrieb mit 80 seine Oper "Falstaff" und Goethe schloss mit 81 seinen "Faust II" ab. Was werden Sie mit 80 Jahren Neues beginnen?
 
Jung für immer - eine lebenslange Übung
Am Schluss meines Buches "Jung - für immer" fasste ich die vielen Tipps und Regeln für ein glückliches, langes Leben auf einfach Weise zusammen:

 
Greifen Sie sich die Schlüssel zum guten Leben einzeln heraus, die auf Ihre persönlichen Schlösser passen. Öffnen sie die Schranken, die Ihnen bisher den Weg des langen, guten Lebens versperrten:
 
1) Optimismus
Denken Sie positiv. Optimismus lässt die Glückshormone erblühen. Freuen Sie sich über die kleinen Glücksmomente des Lebens - Vogelgezwitscher, das Lächeln Ihres Partners, Sonnenschen, ein schönes Lied, das Jauchzen der Kinder... So trainieren Sie ihren inneren "Glücksmuskel": Ihr Unterbewusstsein wird dafür sorgen, dass die Glücksmomente des Lebens ständig zunehmen...

 
2) Bewegung
Bleiben Sie körperlich fit. Beständige Bewegung verlängert das Leben. Körperliche Aktivität setzt Kaskaden lebensverlängernder und lebensverbessernder Prozesse in Gang. Steigen Sie Treppen, suchen Sie sich einen Ausgleichssport, fahren Sie Fahrrad, gehen Sie zu Fuss zum Briefkasten...

 
3) Vorfahren
Freuen Sie sich, wenn Ihre Ahnengalerie uralte Vorfahren ausweist. Ihre Chancen auf ein langes Leben sind enorm. Wenn nicht? Dann ist es um so wichtiger, alle anderen Möglichkeiten der Lebensverlängerung zu nutzen...

 
4) Neugierde
Bleiben Sie offen für neue Menschen, neue Ideen, neue Erfahrungen. Bleiben Sie neugierig, welche lebensverlängernden Hilfen die Medizin in den nächsten Jahren noch entwickeln wird. Probieren Sie ein neues Essensrezept aus, Surfen im Internet, neue Bücher, neue Anti-Aging-Strategien. Nur wenn Sie neugierig auf die kommenden Jahre sind, wird sich die Natur grosszügig erweisen...

 
5) Lust
Genießen Sie die Freuden des Lebens bewusst. Häufiger Sex fördert nachweislich ein jugendliches Aussehen. Kein Partner? Genießen Sie Sex ohne Schuldgefühle mit dem Menschen, den Sie am besten kennen - mit sich selbst. Machen Sie Ihre Sinnesorgane zu den Verbündeten Ihres Alltags: Augen, Ohren, Nase, Zunge, Haut, Fingerspitzen....

 
6) Ernährung
Man ist, was man isst. Essen Sie ein bischen weniger. Essen Sie ein bischen bewusster. Essen Sie viel weniger Fett und viel mehr Obst und Gemüse. Nichts verlängert Ihr Leben so effektiv wie eine klorienreduzierte, ausgewogene Ernährung - ohne Abendessen...

 
7) Schlaf
"Ausreichend Schlaf" ist fast so kostbar wie "genug Zeit". Jugendlichkeit kann man sich erschlafen. Die Wissenschaft sagt: eine hohe Lebenserwartung ist dem gegeben, der sich 7-8 Stunden Schlaf pro Nacht gönnt. Nicht mehr und nicht weniger...

 
8) Erfolg
Erfolg ist gut - Neid ist schlecht. Hochbetagte haben fast immer viel und hart gearbeitet, und haben ihre Arbeit gerne getan. Sie sind stolz auf ihre Erfolge - egal ob als Handwerker, Briefmarkensammler oder Firmengründer... Zuviel Ehrgeiz dagegen ist schädlich. Fühlen Sie sich als Vorbild - und geben Sie Ihre Erfolgsrezepte weiter. Erleben Sie Unsterblichkeit in der Dankbarkeit der Menschen, die von Ihnen gefördert wurden...

 
9) Ausgeglichenheit
Leben Sie ihr eigenes Leben - Sie haben nur eines. Arbeiten Sie an sich, bis Sie Ihren eigenen inneren Leitfaden gefunden haben. Innere Ruhe und Versenkung machten Buddha unsterblich. Innere Ruhe und Selbstgewissheit machen auch Ihr Leben einzigartig...

 
10) Vitalstoffe
Wir leben nicht mehr im Paradies, sondern einer Welt voller Schadstoffe. Die Entgiftungsstationen des Körpers arbeiten ständig auf Hochtouren. Helfen Sie sich selbst dabei mit Vitalstoffen aus der Natur und der pharmazeutischen Industrie. Fünf Portionen Obst und Gemüse täglich, dazu ausreichend Vitamine aus der Apotheke: so halten Sie jede einzelne Körperzelle in Höchstform...

 
11) Selbstdisziplin
Extreme Leben dauern kurz. Der Mensch ist biologisch ein Gewohnheitstier. Ein maßvolles Leben und geliebte Alltagsrituale müssen nicht zur langweiligen Routine erstarren. Leben Sie ein regelmässiges Alltagsleben - und entdecken Sie das Besondere an jedem Tag. Geniessen Sie die Hoch-Zeiten um so mehr. Regelmässigkeit erleichtert Selbstdisziplin: besser täglich ein Müsli mit Apfel, als ein Rohkosttag alle 4 Wochen...

 
12) Familie
Stabile familiäre Beziehungen sind ein wahrer, wissenschaftlich bewiesener Jungbrunnen. Singles sterben früher. Nichts lässt Sie schneller altern, als häufige Trennungen und Verluste eines geliebten Partners. Bemerken Sie die Glücksmomente des Alltags: der Tag, an dem niemand in der Familie krank ist; der Tag, an dem alle ein Dach über dem Kopf und genug zu Essen haben. Investieren Sie Zeit, Gefühl, Kreativität und Kapital in Ihre Familie...

 
13) Freundschaften
Pflegen Sie Freundschaften. Stabile Beziehungen zu Freunden machen in guten Zeiten glücklich, und sie tragen in schlechten Zeiten. Akzeptieren Sie die Unterschiede zwischen den Menschen. Freuen Sie sich an der Einzigartigkeit Ihrer Mitmenschen, schärfen Sie ihren Blick für die positiven Besonderheiten des Anderen. Bleiben Sie zusammen jung, das macht einfach mehr Spass...

 
14) Ziele
Setzen Sie sich Ziele - und realisieren Sie Ihre Visionen. Ziele und Träume setzen ungeheure Energien frei. Gehen Sie noch heute los: Just do it. Auch der Weg ist das Ziel. Überprüfen Sie die Ziele Ihres Lebens regelmässig. Das grösste Erfolgsgeheimnis eines glücklichen, langen Lebens? Selbstgesetzte kurz-, mittel- und langfristige Lebensziele...

 
15) Zeit
Das Leben ist an jedem Tag "reif", um gepflückt zu werden. Es gibt nur einen Tag, an dem Sie ihr Glück finden können: heute. Nur heute können Sie etwas für Ihre Zukunft, für ein langes Leben tun. Nur heute können Sie sich auf den Weg machen. Leben Sie nicht in der Vergangenheit oder Zukunft.Verschieben Sie den ersten Schritt nicht auf später. Der erste Tag vom Rest Ihres Lebens ist jetzt...

 
16) Sinn
Bei aller Konzentration auf die Verjüngung des eigenen Körpers sollte man nie vergessen: Seele und Geist gehören dazu. Stellen Sie sich ihre eigene Beerdigung nach einem langen Leben vor: Was soll an Ihrem Grab über Sie gesagt werden? Die Sinnhaftigkeit des eigenen Lebens wird ab der Lebensmitte immer wichtiger. Sinn entsteht, wenn sie in in Ihrem Leben, Ihrer Umgebung und der Welt ein erklärendes Prinzip erkennen können - wenn Sie an etwas glauben, "das Himmel und Erde zusammenhält". Das kann eine Religion sein, eine Philosophie oder ein Schatz von Lebensweisheiten. Zynismus zerstört Sinn. Arbeiten Sie an der Sinnhaftigkeit Ihres Lebens: durch Stille und Staunen, Nachdenken und Meditation, Beten, Lesen und Austausch mit anderen Menschen...

Ich wünsche Ihnen ein langes, erfülltes, sinnhaftes und glückliches Leben.

Zum Weiterlesen:  Das Inhaltsverzeichnis meines Buches zeigt Ihnen, was alles zum Jungbleiben dazugehört.....
 
Kap 1
Vital, Gesund und Fröhlich - Alt werden und dabei jung bleiben

1.1 Das Altersparadoxon: Jeder will alt werden, keiner will alt sein
1.2 Evolutionsbiologie und gerontologische Wissenschaft: Warum altern wir?
1.3 Forever Young - modische Vermessenheit gegen die Natur ?
1.4 Die Wissenschaft hat festgestellt - Erkenntisse der Anti-Aging Medizin

 
Kap 2.
Geniessen und jung bleiben - Man ist, was man isst

2.1 Lebensverlängernde Diäten - gibts die ?
2.2 Die Kaiser-König-Bettler Kost
2.3 Die Mittelmeerkost
2.4 Maß halten und Fastenkuren

 
Kap. 3
Natürlich gesund - Biologische Heilwege gegen den Altersverschleiss

3.1 Knoblauch, Ginseng und Co - Jungbrunnen aus der Natur
3.2 Naturheilverfahren gegen das Altern
3.3 Bewegung ist Leben
3.4 Verjüngung im Schlaf

 
Kap. 4
Jungbrunnen Hormone

4.1 Menopause und Männerpause - die Hormonfalle in der Lebensmitte
4.2 Die wichtigsten Geschlechtshormone - eine Übersicht
4.3 DHEA - die Mutter aller Hormone?
4.4 Melatonin - das Hormon der Nacht
4.5 Wachstumshormone und Co - Wunderhormone oder Medienspektakel?
4.6 Pregnenolon
4.7 Androstendion
4.8 Thymushormone
4.9 Leptin
4.10 Schilddrüsenhormone
4.11 Hormonersatztherapie - pro und contra

 
Kap 5
Vitamine, Mineralien und Co- Wundermittel aus der Apotheke

5.1 Wievile Vitamine müssen sein - wieviel Vitamine sind optimal?
5.2 Vitamin C
5.3 Vitamin E
5.4 Selen
5.5 Carnithin
5.6 Zink
5.7 Chelate
5.8 Folsäure
5.9 Coenzym Q10
5.10 Betacarotin/Provitamin A
5.11 Mangan
5.12 Die neuen Anti-Aging Medikamente

 
Kap 6
Gegen jede Gebrechen ist ein Kraut gewachsen

6.1 Muskel und Knochen
6.2 Blase
6.3 Gehirn
6.4 Haut
6.5 Herz
6.6 Lust
6.7 Auge

 
Kap 7
Gut Aussehen - und dabei bleibt es

7.1 Äussere Hilfen gegen Alterszeichen
7.2 Die Möglichkeiten der ästhetischen Medizin
7.3 Die 5 Säulen der jugendlichen Haut

 
Kap 8
Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper

8.1 Kreativität und Vitalität
8.2 Fröhlichkeit und Schwermut
8.3 Jung für Immer - eine lebenslange Übung


Ihr Praxisteam Dr Bresser
Peschelanger 11   81735 München 089-677977
www.drbresser.de
Diese Seiten dienen der Information unserer Patienten. Vervielfältigungen, auch ausschnittweise, sind nur zum persönlichen Gebrauch gestattet. Copyright Dr H Bresser


nach obenDruckversion • Seite weiterempfehlen