Dr. med. Harald Bresser

Facharzt für Dermatologie und Venerologie
Facharzt für Anästhesiologie

Zusatztitel der Ärztekammer: Allergologie, Naturheilverfahren, Umweltmedizin, Akupunktur

Zertifizierte Qualifikationen: Lasertherapie, Ambulante Operationen, medizinische Kosmetik
Anfahrt | Kontakt | Impressum | Sitemap
Peschelanger 11
81735 München
Tel: 089 - 677 977
Fax: 089 - 625 61 34



Anti-Aging Medizin - Für immer Jung ?
Was ist Antiaging-Medizin? Was kann die Dermatologie gegen Alterserscheinungen ausrichten? Was sind Möglichkeiten und Grenzen der Altersmedizin?
von Dr. med. Harald Bresser, Hautarzt, München
 

(die folgenden Seiten stammen aus meinem Anti-Aging Ratgeber "Jung-für immer", erschienen im Hirzel-Verlag, 2000 ISBN 3-7776-1027-5. Sie finden darin einen umfassenden Überblick zu nahezu allen Themen der Anti-Aging-Medizin)



Inhalt
 
Kap 1
Vital, Gesund und Fröhlich - Alt werden und dabei jung bleiben

1.1 Das Altersparadoxon: Jeder will alt werden, keiner will alt sein
1.2 Evolutionsbiologie und gerontologische Wissenschaft: Warum altern wir?
1.3 Forever Young - modische Vermessenheit gegen die Natur ?
1.4 Die Wissenschaft hat festgestellt - Erkenntisse der Anti-Aging Medizin

 
Kap 2.
Geniessen und jung bleiben - Man ist, was man isst

2.1 Lebensverlängernde Diäten - gibts die ?
2.2 Die Kaiser-König-Bettler Kost
2.3 Die Mittelmeerkost
2.4 Maß halten und Fastenkuren

 
Kap. 3
Natürlich gesund - Biologische Heilwege gegen den Altersverschleiss

3.1 Knoblauch, Ginseng und Co - Jungbrunnen aus der Natur
3.2 Naturheilverfahren gegen das Altern
3.3 Bewegung ist Leben
3.4 Verjüngung im Schlaf

 
Kap. 4
Jungbrunnen Hormone

4.1 Menopause und Männerpause - die Hormonfalle in der Lebensmitte
4.2 Die wichtigsten Geschlechtshormone - eine Übersicht
4.3 DHEA - die Mutter aller Hormone?
4.4 Melatonin - das Hormon der Nacht
4.5 Wachstumshormone und Co - Wunderhormone oder Medienspektakel?
4.6 Pregnenolon
4.7 Androstendion
4.8 Thymushormone
4.9 Leptin
4.10 Schilddrüsenhormone
4.11 Hormonersatztherapie - pro und contra

 
Kap 5
Vitamine, Mineralien und Co- Wundermittel aus der Apotheke

5.1 Wievile Vitamine müssen sein - wieviel Vitamine sind optimal?
5.2 Vitamin C
5.3 Vitamin E
5.4 Selen
5.5 Carnithin
5.6 Zink
5.7 Chelate
5.8 Folsäure
5.9 Coenzym Q10
5.10 Betacarotin/Provitamin A
5.11 Mangan
5.12 Die neuen Anti-Aging Medikamente

 
Kap 6
Gegen jede Gebrechen ist ein Kraut gewachsen

6.1 Muskel und Knochen
6.2 Blase
6.3 Gehirn
6.4 Haut
6.5 Herz
6.6 Lust
6.7 Auge

 
Kap 7
Gut Aussehen - und dabei bleibt es

7.1 Äussere Hilfen gegen Alterszeichen
7.2 Die Möglichkeiten der ästhetischen Medizin
7.3 Die 5 Säulen der jugendlichen Haut

 
Kap 8
Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper

8.1 Kreativität und Vitalität
8.2 Fröhlichkeit und Schwermut
8.3 Jung für Immer - eine lebenslange Übung

 
Kapitel 1
Vital, Gesund und Fröhlich - Alt werden und dabei jung bleiben

Das vergangene Jahrhundert hat uns zahlreiche spektakuläre Fortschritte der medizinischen Wissenschaften beschert.
Herzbypässe und neue Herzklappen, künstliche Hüftknochen und Kniegelenke, Anti-Asthma-Sprays und Impfungen gegen Allergien, moderne Narkoseverfahren, Beruhigungsmittel und Psychopharmaka, Antibiotika und Star-Operationen, Nierensteinzertrümmerung und Computertomogramm...die grossen und kleinen Triumphe der Medizin sind phantastisch. Glücklich ist der Teil der Menschheit, dem ein funktionierendes Gesundheitswesen zur Verfügung steht. Viele jahrtausende alte Plagen der Menschheit haben ihren Schrecken verloren; die moderne Medizin heilt zahlreiche Krankheiten und lindert Leid und Schmerz. Ein neuer Zweig der Medizin arbeitet an einem ähnlich visionären, positiven Menschheitstraum: steinalt zu werden, und dabei gesund, vital und attraktiv zu bleiben. Auf wissenschaftlicher Basis entstehen unter dem Oberbegriff "Anti-Aging-Medizin" neue Strategien, die uns Schritt für Schritt einer lange Lebenszeit in guter geistiger und körperlicher Verfassung näher bringen. Anti-Aging-Medizin entwickelt und sammelt alte und neue Strategien gegen das Altern.


Wir erleben den Beginn der dritten grossen Medizinrevolution. In der ersten Ära der Medizin kämpften die Ärzte gegen Pest, Cholera, Schwindsucht und Syphilis. In der zweiten Ära, die wir gerade verlassen, starben und sterben die Menschen an Herzinfarkt, Gehirnschlag, Krebs, AIDS und Diabetes. In der dritten Ära der modernen Medizin des neuen Jahrtausends werden Hormonforschung, Gentechnik und Gesundheitsvorsorge uns die Schlüssel für ein langes und gesundes Leben in die Hände legen. Altersbedingte Verschleissprozesse können heute verzögert, gestoppt oder sogar wieder rückgängig gemacht werden. Anti-Aging-Strategien zielen nicht nur darauf ab, das Altern zu verzögern. Die gewonnenen Jahre sollen sinnhafter, erfüllter und lebenswerter werden.

Erstaunliche Erfolge wurden bereits bei der Verlängerung unseres Lebens erzielt. Die Lebenserwartung meines Grossvaters, Jahrgang 1891, lag bei seiner Geburt bei etwa 47 Jahren. Statistisch hätte er mich, seinen 1957 geborenen Enkel, niemals kennenlernen können. Tatsächlich bin ich glücklich, daß ich als fertiger Arzt noch in seinem 98. Lebensjahr einige seiner Altersbeschwerden lindern durfte. Zu Beginn des neuen Jahrtausends können unsere Kinder fast sicher erwarten, ein ähnlich biblisches Alter zu erreichen - unsere Lebenserwartung zu Anfang des neuen Jahrtausends wird auf über 80 Jahre gestiegen sein. Nur Rentenpolitiker und Lebensversicherungen stöhnen über diese Entwicklung, da ihre Rechentabellen auf veralteten, zu kurzen Lebenszeitdaten beruhen. Dabei herrschte noch in den 70iger Jahren der demoskopische Glaube, dass die unüberwindliche biologische Obergrenze der durchschnittlichen Lebenswartung zwischen 70 und 80 Jahren läge. Weit gefehlt. Die klare Botschaft der Wissenschaft lautet heute: es gibt keine absehbare Obergrenze beim individuellen Lebensalter, aber zumindest 120 Jahre lang können wir biologisch sicher leben. Die amerikanische Regierung hat die Bedeutung dieser neuen Medizin erkannt: seit Anfang der Neunziger Jahre fördert sie eine Forschungseinrichtung namens "National Institut of Aging". Die Behörde erhält mehr Staatsmittel als jedes andere staatliche amerikanische Gesundheitsinstitut.
 
Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit besitzen wir heute die Kenntnisse und Fähigkeiten, unser Altersschicksal selbst in die Hand zu nehmen. Wonach Päbste und Potentaten vergangener Zeiten vergeblich suchten, steht jedem Bürger offen: ein Bad im Jungbrunnen. Als Eintrittspreis ist nur ein gerütteltes Mass an eigener Zielstrebigkeit und Entschlossenheit zu zahlen. "Forever Joung" ist tatsächlich nicht nur ein Werbegag cleverer Werbeprofis oder medizinischer Bewegungsfanatiker. Auch wir Normalbürger dürfen von einem langen, erfüllten Leben träumen.
Diese Buch ist ein Appell an alle Menschen, die gerne leben, die gerne
länger und auch im höheren Alter noch glücklich leben wollen. Es wird Ihnen zeigen, wo Sie den Schlüssel zu jahrzehntelangem Wohlbefinden und dauerhafter Gesundheit finden. Es handelt sich dabei weder um esoterische Geheimrezepte noch um lustfeindliche Wege der Selbstkasteiung. Ich werde Ihnen die Erkenntnisse einer neuen medizinischen Wissenschaft darlegen und erklären, wie Sie persönlich davon profitieren können.
Sie werden in diesem Buch viele sehr konkrete "Rezepte" zur Lebensverlängerung und Lebensverbesserung finden. Trotzdem möchte ich diese Anleitung nicht als buntes Life-Style-Konzept missverstanden wissen. "Fit for Fun" ist sicher eine gute kurzfristige Motivation, etwas für sich zu tun. Anti-Aging Medizin hat jedoch eine philosophische Dimension, die bei der - anscheinend so einfachen - Einnahme von Vitamin- oder Hormonpräparaten niemals ganz vergessen werden sollte. Unsere körperlichen und geistigen Eigenschaften wurden uns bei der Geburt im Keim geschenkt; der Weg ihrer optimalen Entwicklung und Entfaltung kann unserem Leben tiefgehend Sinn und Richtung weisen. Niemand sollte unnötigerweise "vor seiner Zeit" sterben. Viele Philosophen kamen zur Erkenntnis, dass der Sinn des Lebens darin liegt, den eigenen Lebensweg ganz bewusst zu gehen - "der Sinn des Lebens ist das Leben". Jeder kann diesen Sinn für sich selbst entdecken. Und wenn wir tatsächlich als Ebenbild Gottes auf die Erde kamen, so sollten wir dieses Geschenk pflegen. Nutzen Sie die überwältigenden Chancen unserer Zeit für sich ganz persönlich, damit der Traum vom langen, erfüllten Leben auch für Sie in Erfüllung geht.

 
Das Altersparadoxon: Jeder will alt werden, keiner will alt sein
Das Streben nach möglichst langem Überleben ist ein Urtrieb jedes Lebenwesens auf unserem Planeten. Zwar fürchtet sich fast jeder Mensch vor Siechtum und Hilfslosigkeit im Alter, aber kaum jemand beendet sein Leben freiwillig, wenn ihn nicht schwerster körperlicher oder seelischer Schmerz dazu zwingen. Wir leben, und sind dabei meist unbeschwert, optimistisch und sorglos. Kein gesunder, jüngerer Mensch möchte früh sterben. Auch ältere und alte Menschen leben ihr Leben gerne bis zur letzten Sekunde, am liebsten im Kreis der Familie oder von Freunden. Bewusst "jung" fühlen sich viele Menschen von der Vorpubertät bis zum 29. Lebensjahr - also etwa 15 Jahre. Das 30. Lebensjahr scheint für Viele eine magische Schwelle. Danach sind wir zwar noch nicht alt, aber wir fühlen zumindest gelegentlich, dass wir altern. Obwohl wir den Grossteil unseres Lebens nicht "Jung" sind, huldigt unsere Gesellschaft in nie gekanntem Ausmass dem Kult der Jugend. Zwar liegen Macht, Einfluss und Gestaltungskraft in unserer Gesellschaft eindeutig in den Händen der "mittleren" und "älteren" Generation. In Fernsehen, Werbung und Mode werden aber das Aussehen, der Lebensstil und der Geschmack von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zelebriert. Selbst präpubertäre Kindern dienen inzwischen als Modell in der Warenwelt der Erwachsen; bei den Mailänder Modemessen wurden im Jahr 1999 erstmals 13 jährige Mädchen als Mannequins eingesetzt.

Wir leben also in einem tiefen Paradoxon: jeder will lange leben und alt werden, aber keiner will anscheinend älter sein. Ein Grund dafür liegt sicher in der Angst, mit zunehmendem Alter erstrebenswerte körperliche und geistige Fähigkeiten zu verlieren; körperliche Schönheit geht, und mühsam angeeignete Fertigkeiten und Charaktereigenschaften scheinen im Alter zu zerrinnen. Älter werden bedeutet, sich mit dem Thema Tod auseinanderzusetzen - die Scheu davor ist nur allzu verständlich.
Wer träumte nicht diesen Traum: am liebsten wären wir alle Unsterblich, aber wenigstens 100 Jahr sollte uns der liebe Gott schon schenken; dazu wünschen wir aber selbstverständlich, dass wir geistig rege und frisch, körperlich gesund und fit blieben. Wir wollen nicht nur das Alter des biblischen Methusalem erreichen - wir wollen wie dieser noch im höchsten Greisenalter Nachkommen zeugen, also vital sein. Wir wollen nicht nur länger leben, wie wollen lange gut leben. Dieser banal klingende Satz drückt ganz neue Lebensziele und Anforderungen an die Medizin aus. Im 20. Jahrhundert konzentrierte sich die Medizin fast ausschliesslich darauf, geniale Strategien zur Todesvermeidung zu entwickeln. Sie war überaus erfolgreich: 1990 waren 15% aller Deutschen älter als 65 Jahre; im Jahr 2020 wird bereits jeder 3. unserer Mitbürger über 65 sein. Wo bleiben also Wünsche offen?


Bei allen Erfolgen um die Verlängerung unseres Lebens müssen wir anerkennen, dass die Entwicklung der Lebensqualität im Alter nicht immer Schritt gehalten hat. Sie nimmt nur allzu häufig umgekehrt proportional zum Lebensalter ab. Es gab schon immer gesunde, aktive alte Menschen - und es gab schon immer kranke, behinderte ältere Mitbürger. Wir hoffen zwar darauf, zur ersten Gruppe zu gehören; unser Bild vom Altern wird aber eher von der zweiten Gruppe bestimmt. Im Bewusstsein vieler Menschen bedeutet Altern noch immer eine Abwärtsspirale aus zunehmenden Falten, Gedächnisschwächen, abnehmender Beweglichkeit und sich häufenden Arzt- und Krankenhausbesuchen. Gelenkbeschwerden und Rheuma, Schwerhörigkeit und Altersweitsichtigkeit, Schlafstörungen und Blasenprobleme scheinen an niemandem vorbei zu gehen. Wie zu Zeiten von Aristoteles oder Voltaire scheint Altern vielen eine Plage und Gottesprüfung zu sein. Stimmt dieser Eindruck? Haben wir wirklich keine andere Wahl? Müssen wir altern wie Jeanne Calment? Frau Calment war die älteste Frau der Welt, als sie im 123. Lebensjahr am 4.8.1997 starb. Sie war seit Jahren an den Rollstuhl gefesselt, fast blind und taub und ein Pflegefall. Das biologisch höchstmögliche Alter scheint zur Zeit bei ca. 120 Jahren zu liegen; in diesem Alter wird der Tod wohl noch lange als Erlösung erlebt werden. Andererseits gewann vor nicht allzu langer Zeit ein 101 jähriger ein (Senioren-) Golftournier; der Wiener Alterzbischof König, der Schriftsteller Ernst Jünger und die englische Königsmutter "Queen Mum" sind bekannte Beispiele dafür, dass man körperlich und geistig rege und fit auch das 100. Lebensjahr ansteuern kann. Ab etwa dem 110 Lebensjahr steigt die Kurve der menschlichen Sterbe-Rate nicht mehr an - statistisch hat ein 130 jähriger kein höheres Sterberisiko als ein 110 jähriger. Eine 110 jährige Dame ist biologisch daher kaum älter als ein 105 jährige. Schon heute betonen 90 % (!) der 65 - 74 jährigen, dass sie sich gesund fühlen und ihr Leben geniessen. Selbst 40% der über 85 jährigen fühlen sich gesund. Nur 5% der über 70 jährigen dagegen sind Pflegefälle. "Altern" an sich macht nicht krank - an grauen Haaren und Gesichtsfältchen ist noch niemand gestorben. Wissenschaftler verstehen unter "Altern" ganz neutral Veränderungen im Erwachsenenalter, die meistens - aber nicht immer - die Lebensfähigkeit des Lebewesens verschlechtern. "Seneszenz" dagegen ist das, wovor wir Angst haben: die spezifischen Funktionsverluste bei älteren Individuen (zB die Erstarrung und Verkalkung alternder Gefässe).
Als der siebenjährige Krieg zuende ging, kehrte Preussens König Friedrich II fast zahnlos, gichtgeplagt und mit Darmkoliken kämpfend in seine Hauptstadt zurück - und wurde von da an der "Alte Fritz" genannt. Er war 51 Jahre alt. Trotz Krückstock, wasserdicker Beine und Griesgrämigkeit lebte er noch 23 Jahre und wurde damit älter als 90% seiner Untertanen. Heute fühlen sich 90% der US-Amerikaner zwischen 65 und 75 Jahren so fit wie in ihren Vierzigern. Und jeder zweite Greis über 85 hielte sich noch für "voll funktionstüchtig".


Selbst Krebs ist kein Todesurteil mehr. Beim französischen Staatpräsidenten Mitterand hatten Ärzte kurz vor Beginn seiner Prädidentschaft Prostatakrebs festgestellt - und es der Öffentlichkeit verheimlicht. Mitterand stand 2 anstrengende Amtszeiten von 14 Jahren durch. 70'% aller Nieren-, Blasen- oder Dickdarmkrebs-Erkrankten überleben heute die ersten 5 Jahre nach der Diagnosestellung. Mit 80 auf dem Fahrrad statt im Rollstuhl - dieses Ziel ist also keineswegs abwegig. Fast alle Alterbeschwerden lassen sich gezielt und auf einfache Weise vorbeugen und bessern. Schon mit 20 oder 30 kann man wichtige Grundlagen legen, um vital zu altern. Je früh er man mit einer vitalisierenden Lebensweise beginnt, umso besser die Langzeiteffekte. Die Investition in die eigene Lebensqualität lässt sich einem finanziellen Engagement in Aktien vergleichen: bei beiden ist die unmittelbare, kurzfristige Rendite (der sofortige Wohlfühl-Effekt) ganz erfreulich. Erst ein Blick auf die langfristige Rendite einer Aktienanlage mit Zins und Zinseszins (der Anti-Aging-Effekt) aber lässt unsere Herzen wirklich höher schlagen. Das Altersparadoxon lässt sich lösen: mit einem Anti-Aging-Plan können wir bewusst im Heute leben, ohne ängstliche Gedanken an das Alter. Wir können altern, ohne uns alt zu fühlen.

Kapitel 8
Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper

Körper und Geist sind zwei Seiten einer Einheit. Gesunde Ernährung, ausgewogene Hormone, ausreichende Vitaminzufuhr halten nicht nur Muskeln und Knochen fit, sondern auch unseren Geist und unsere Gefühle. Weder eine einseitige Konzentration auf Hormonersatz-Behandlung, noch Schönheitschirugie, noch Fitness-Training allein sind einer ganzheitlichen Anti-Aging Strategie angemessen. Wer nur durch den Wald joggt, fettarm isst und Vitamine schluckt bewältigt damit nicht unbedingt auch seine Ängste vor dem Altern, Unsicherheit über die eigene Gesundheit oder ungute Selbstüberschätzung. Jugendlichkeit ist auch eine Frage von Einstellung, Geisteshaltung und Lebensgefühl. Unguter, unerwünschter Stress macht nachweislich krank und verkürzt das Leben. Das Stresshormon Adrenalin fördert Herzinfarkt, Hirnschlag und Gefässerkrankungen; Stress schädigt die Immunabwehr und macht infektanfällig. Ungesunder Stress zeigt sich an zorniger Unbeherrschtheit, unterschwelliger Aggressivität, Feindseligkeit, Ungeduld und Angstgefühlen. Guter, motivierender und lebensverlängernder Stress dagegen geht mit Leistungslust und Freude an der Arbeit und den Menschen einher. Wissenschaftler wissen, dass die Kraftquellen des Lebens aus körperlichen, sozialen und persönlichen Ressourcen gespeist werden. Stressstabile Menschen verfügen im allgemeinen über eine gute körperliche Konstitution und dank eines ausgeprägten Selbstwertgefühls über stabile seelische Ausgeglichenheit.

Machen Sie Schluss damit, "gelebt zu werden". Tun Sie nichts mehr aus schlechtem Gewissen, oder um es anderen recht zu machen. Spielen Sie nie mehr Lotto mit den Stunden Ihres Lebens - nehmen Sie Ihr Leben selbst in die Hand. Lachen Sie öfters einmal über sich selbst.

 
Die folgenden sechs goldenen Regeln für ewige Jungendlichkeit stammen von den US-Alterungsforscher D. Mahoney und R. Restak:
1) Ändern Sie Ihre Lebenseinstellung. Optimisten leben nicht nur länger, sondern auch besser
2) Lernen Sie, besser mit Stress umzugehen. "Guter" Stress vitalisiert, schlecht verarbeiteter Stress verkürzt das Leben.
3) Seien Sie Gestalter, nicht Zuschauer Ihres Lebens.
4) Tun Sie auch etwas für andere. Soziale Beziehungen sind für das Gleichgewicht der Gefühle unersetzlich; trainieren Sie ihren "sozialen Muskel" genauso wie Ihren "Ego-Muskel".
5) Schon Churchill sagte: "Setzen Sie sich nie, niemals zur Ruhe". Setzen Sie sich lieber neue Ziele.
6) Nutzen Sie neue Technologien. Computer und Internet sind wunderbare Werkzeuge, um neue Welten und neue Menschen kennenzulernen.

 
Träumen Sie - bekennen Sie sich zu ihren Wünschen, und beginnen Sie sofort damit. Jedes lange, gute Leben besteht aus einzeln gemeisterten Tagen, aus vielen kleinen Schritten, aus unzähligen einzelnen Entscheidungen, aus täglichen Neuentdeckungen... Michelangelo übernahm mit 71 Jahren die Bauleitung des Petersdoms, Kant schrieb mit 73 sein berühmtes Buch "Metaphysik der Sitten". Verdi schrieb mit 80 seine Oper "Falstaff" und Goethe schloss mit 81 seinen "Faust II" ab. Was werden Sie mit 80 Jahren Neues beginnen?
 
Jung für immer - eine lebenslange Übung
Am Schluss meines Buches "Jung - für immer" fasste ich die vielen Tipps und Regeln für ein glückliches, langes Leben auf einfach Weise zusammen:

 
Greifen Sie sich die Schlüssel zum guten Leben einzeln heraus, die auf Ihre persönlichen Schlösser passen. Öffnen sie die Schranken, die Ihnen bisher den Weg des langen, guten Lebens versperrten:
 
1) Optimismus
Denken Sie positiv. Optimismus lässt die Glückshormone erblühen. Freuen Sie sich über die kleinen Glücksmomente des Lebens - Vogelgezwitscher, das Lächeln Ihres Partners, Sonnenschen, ein schönes Lied, das Jauchzen der Kinder... So trainieren Sie ihren inneren "Glücksmuskel": Ihr Unterbewusstsein wird dafür sorgen, dass die Glücksmomente des Lebens ständig zunehmen...

 
2) Bewegung
Bleiben Sie körperlich fit. Beständige Bewegung verlängert das Leben. Körperliche Aktivität setzt Kaskaden lebensverlängernder und lebensverbessernder Prozesse in Gang. Steigen Sie Treppen, suchen Sie sich einen Ausgleichssport, fahren Sie Fahrrad, gehen Sie zu Fuss zum Briefkasten...

 
3) Vorfahren
Freuen Sie sich, wenn Ihre Ahnengalerie uralte Vorfahren ausweist. Ihre Chancen auf ein langes Leben sind enorm. Wenn nicht? Dann ist es um so wichtiger, alle anderen Möglichkeiten der Lebensverlängerung zu nutzen...

 
4) Neugierde
Bleiben Sie offen für neue Menschen, neue Ideen, neue Erfahrungen. Bleiben Sie neugierig, welche lebensverlängernden Hilfen die Medizin in den nächsten Jahren noch entwickeln wird. Probieren Sie ein neues Essensrezept aus, Surfen im Internet, neue Bücher, neue Anti-Aging-Strategien. Nur wenn Sie neugierig auf die kommenden Jahre sind, wird sich die Natur grosszügig erweisen...

 
5) Lust
Genießen Sie die Freuden des Lebens bewusst. Häufiger Sex fördert nachweislich ein jugendliches Aussehen. Kein Partner? Genießen Sie Sex ohne Schuldgefühle mit dem Menschen, den Sie am besten kennen - mit sich selbst. Machen Sie Ihre Sinnesorgane zu den Verbündeten Ihres Alltags: Augen, Ohren, Nase, Zunge, Haut, Fingerspitzen....

 
6) Ernährung
Man ist, was man isst. Essen Sie ein bischen weniger. Essen Sie ein bischen bewusster. Essen Sie viel weniger Fett und viel mehr Obst und Gemüse. Nichts verlängert Ihr Leben so effektiv wie eine klorienreduzierte, ausgewogene Ernährung - ohne Abendessen...

 
7) Schlaf
"Ausreichend Schlaf" ist fast so kostbar wie "genug Zeit". Jugendlichkeit kann man sich erschlafen. Die Wissenschaft sagt: eine hohe Lebenserwartung ist dem gegeben, der sich 7-8 Stunden Schlaf pro Nacht gönnt. Nicht mehr und nicht weniger...

 
8) Erfolg
Erfolg ist gut - Neid ist schlecht. Hochbetagte haben fast immer viel und hart gearbeitet, und haben ihre Arbeit gerne getan. Sie sind stolz auf ihre Erfolge - egal ob als Handwerker, Briefmarkensammler oder Firmengründer... Zuviel Ehrgeiz dagegen ist schädlich. Fühlen Sie sich als Vorbild - und geben Sie Ihre Erfolgsrezepte weiter. Erleben Sie Unsterblichkeit in der Dankbarkeit der Menschen, die von Ihnen gefördert wurden...

 
9) Ausgeglichenheit
Leben Sie ihr eigenes Leben - Sie haben nur eines. Arbeiten Sie an sich, bis Sie Ihren eigenen inneren Leitfaden gefunden haben. Innere Ruhe und Versenkung machten Buddha unsterblich. Innere Ruhe und Selbstgewissheit machen auch Ihr Leben einzigartig...

 
10) Vitalstoffe
Wir leben nicht mehr im Paradies, sondern einer Welt voller Schadstoffe. Die Entgiftungsstationen des Körpers arbeiten ständig auf Hochtouren. Helfen Sie sich selbst dabei mit Vitalstoffen aus der Natur und der pharmazeutischen Industrie. Fünf Portionen Obst und Gemüse täglich, dazu ausreichend Vitamine aus der Apotheke: so halten Sie jede einzelne Körperzelle in Höchstform...

 
11) Selbstdisziplin
Extreme Leben dauern kurz. Der Mensch ist biologisch ein Gewohnheitstier. Ein maßvolles Leben und geliebte Alltagsrituale müssen nicht zur langweiligen Routine erstarren. Leben Sie ein regelmässiges Alltagsleben - und entdecken Sie das Besondere an jedem Tag. Geniessen Sie die Hoch-Zeiten um so mehr. Regelmässigkeit erleichtert Selbstdisziplin: besser täglich ein Müsli mit Apfel, als ein Rohkosttag alle 4 Wochen...

 
12) Familie
Stabile familiäre Beziehungen sind ein wahrer, wissenschaftlich bewiesener Jungbrunnen. Singles sterben früher. Nichts lässt Sie schneller altern, als häufige Trennungen und Verluste eines geliebten Partners. Bemerken Sie die Glücksmomente des Alltags: der Tag, an dem niemand in der Familie krank ist; der Tag, an dem alle ein Dach über dem Kopf und genug zu Essen haben. Investieren Sie Zeit, Gefühl, Kreativität und Kapital in Ihre Familie...

 
13) Freundschaften
Pflegen Sie Freundschaften. Stabile Beziehungen zu Freunden machen in guten Zeiten glücklich, und sie tragen in schlechten Zeiten. Akzeptieren Sie die Unterschiede zwischen den Menschen. Freuen Sie sich an der Einzigartigkeit Ihrer Mitmenschen, schärfen Sie ihren Blick für die positiven Besonderheiten des Anderen. Bleiben Sie zusammen jung, das macht einfach mehr Spass...

 
14) Ziele
Setzen Sie sich Ziele - und realisieren Sie Ihre Visionen. Ziele und Träume setzen ungeheure Energien frei. Gehen Sie noch heute los: Just do it. Auch der Weg ist das Ziel. Überprüfen Sie die Ziele Ihres Lebens regelmässig. Das grösste Erfolgsgeheimnis eines glücklichen, langen Lebens? Selbstgesetzte kurz-, mittel- und langfristige Lebensziele...

 
15) Zeit
Das Leben ist an jedem Tag "reif", um gepflückt zu werden. Es gibt nur einen Tag, an dem Sie ihr Glück finden können: heute. Nur heute können Sie etwas für Ihre Zukunft, für ein langes Leben tun. Nur heute können Sie sich auf den Weg machen. Leben Sie nicht in der Vergangenheit oder Zukunft.Verschieben Sie den ersten Schritt nicht auf später. Der erste Tag vom Rest Ihres Lebens ist jetzt...

 
16) Sinn
Bei aller Konzentration auf die Verjüngung des eigenen Körpers sollte man nie vergessen: Seele und Geist gehören dazu. Stellen Sie sich ihre eigene Beerdigung nach einem langen Leben vor: Was soll an Ihrem Grab über Sie gesagt werden? Die Sinnhaftigkeit des eigenen Lebens wird ab der Lebensmitte immer wichtiger. Sinn entsteht, wenn sie in in Ihrem Leben, Ihrer Umgebung und der Welt ein erklärendes Prinzip erkennen können - wenn Sie an etwas glauben, "das Himmel und Erde zusammenhält". Das kann eine Religion sein, eine Philosophie oder ein Schatz von Lebensweisheiten. Zynismus zerstört Sinn. Arbeiten Sie an der Sinnhaftigkeit Ihres Lebens: durch Stille und Staunen, Nachdenken und Meditation, Beten, Lesen und Austausch mit anderen Menschen...

Ich wünsche Ihnen ein langes, erfülltes, sinnhaftes und glückliches Leben.
Ihre
dermaPraxis Dr. H. Bresser, Peschelanger 11, 81735 München, 089-677977, www.drbresser.de
Diese Seiten dienen ausschliesslich der Information unserer Patienten. Jede Vervielfältigung, auch ausschnittweise, ist nur nach ausdrücklicher Genehmigung gestattet. Copyright Dr. H. Bresser, Peschelanger 11, 81735 München


nach obenDruckversion • Seite weiterempfehlen