Dr. med. Harald BresserFacharzt für Dermatologie und VenerologieFacharzt für Anästhesiologie Zusatztitel der Ärztekammer: Allergologie, Naturheilverfahren, Umweltmedizin, Akupunktur Zertifizierte Qualifikationen: Lasertherapie, Ambulante Operationen, medizinische Kosmetik |
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"Was sind Blutegel?" Der Blutegel ist ein kleines Tier mit dem biologisch-medizinischen Namen "Hirudo medicinalis". Daran kann man schon erkennen, daß er seit Jahrtausenden zur Krankheitsbehandlung verwendet wird. Blutegel leben in sauberen, kalten Bächen und Flüssen in zahlreichen Ländern der Erde - unsere Urgroßeltern kannten die Egel noch als "einheimisches" Tier. Wie beim Aderlaß hatte man die Blutegeltherapie aber in alten Zeiten, als man nichts anderes kannte, oft maßlos übertrieben. Der Blutegel wurde in so großen Mengen in Bächen und Flüssen gefangen, daß er ausgerottet wurde und in Vergessenheit geriet. Die Blutegeltherapie zählt heute zu den wissenschaftlich nicht allgemein anerkannten Naturheilverfahren. Die in Deutschland verwendeten Blutegel werden für medizinische Zwecke speziell gezüchtet. "Was bewirkt der Blutegel?" Blutegel beißen sich mit 3 feinsten "Zähnen" in der Haut fest und saugen etwa 3 Fingerhüte (etwa 10 ml) voll Blut. Der Biß ist praktisch schmerzlos, weil der Egel eine schmerzstillende Substanz absondert. Er brennt lediglich anfangs wie ein Mückenstich. Der geringe Blutverlust ist völlig harmlos, kann aber bei vielen Krankheiten wie ein sanfter Mini-Aderlaß sehr wohltuende Wirkungen entfalten. Zusätzlich geben die Egel aber noch äußerst wirksame, bisher nicht vollständig aufgeklärte Wirkstoffe ins Gewebe und Blut ab: "Hirudin" verdünnt das Blut und hemmt Entzündungen, "Eglin", "Bdellin", "Hementin" und "Orgelase" sind weitere chemisch analysierte Heilstoffe im Egelspeichel. Die Egelwirkstoffe wirken insgesamt durchblutungsfördernd, entzündungshemmend, entschlackend und ausleitend. Hirudin wird inzwischen auch künstlich von der Pharmazeutischen Industrie hergestellt und in zahlreichen Sport- und Rheumasalben eingearbeitet. Der Blutegelbiß ist aber viel wirksamer als Hirudincreme. Erst das Zusammenwirken aller natürlichen Substanzen des lebenden Tiers entfaltet die ganze Heilwirkung. "Bei welchen Erkrankungen kann die Blutegeltherapie versucht werden?" Gute Erfolge sieht man bei allen Venenerkrankungen, Geschwüren, Gelenkschwellungen, Krampfadern, Unruhe in den Beinen, Gelenkverschleiß (Arthrose), bei Gichtanfällen, Hexenschuß, Rheuma, Gürtelrose. Bei vielen anderen Erkrankungen sind in Einzelfällen erstaunliche Besserungen beobachtet worden: eitirgen Entzündungen, Gallen- und Leberproblemen, Gesichtschmerzen, Migräne, entzündeten Insektenstichen, Gesichtsfurunkel Lympfstau, Knochenentzündungen uvm. "Wie läuft die Blutegelbehandlung ab?" Die Blutegel werden von uns bestellt. Je nach Erkrankung werden zwischen 1 und 10 Egeln beim Patienten angelegt. Die Egel saugen sich nach dem Anlegen voll und fallen von selbst ab, wenn sie satt sind. Das kann 10 Minuten, aber auch 3 Stunden dauern. Während dieser Zeit muß der Patient liegen. Während der nächsten Stunden blutet die Bißstelle leicht nach (entgiftende Ausleitung). Eine zu starke Blutung kann jederzeit mit einem Druckverband beendet werden. Nach etwa 7 h Nachblutung wird ein Verband angelegt und die Blutung gestoppt. Die ersten 4 Tage sollte die Bißstelle nicht gerubbelt oder gewaschen werden. Der Egel wird nach dem einmaligen Anlegen getötet oder der Patient nimmt ihn mit nach Hause. Nur in diesem Fall darf das Tier beim nächsten Arztbesuch beim gleichen Menschen erneut angelegt werden. "Welche Probleme und Nebenwirkungen sind eventuell zu befürchten?" Das wichtigste vorweg: es ist heute völlig ausgeschlossen, daß durch Blutegel irgendwelche Krankheiten (Gelbsucht, AIDS o.ä.) übertragen würden. Alle verwendeten Egel sind "frisch" und haben noch niemals an einem Menschen "getrunken". Eine längerdauernde kleine Nachblutung an der Bißstelle ist erwünscht. In einigen Fällen kann sich um die Bißstelle für einige Tage eine Rötung und Überwärmung zeigen - wahrscheinlich eine Reaktion auf die Wirkstoffe des Egels. Infektionen durch den Biß kommen fast nicht vor. Örtliche allergische Reaktionen sind harmlos. Zuweilen bilden sich kleine Narben an der Bißstelle. Menschen mit Bluterkrankungen, Blutverdünnungsmitteln oder Durchblutungsstörungen sollten allerdings nicht mit Egeln behandelt werden. Auch bei Gefäßveränderungen durch Verkalkung oder Blutzucker sollte nur im Ausnahmefall behandelt werden. Aus technischen Gründen verwenden wir Blutegel zur Zeit in unserer Praxis nicht zur Behandlung. Bitte erkundigen Sie sich bei den Züchtern der Blutegel ggf nach Therapeuten in Ihrer Nähe. Ihr Praxisteam Dr. Harald Bresser, Peschelanger 11, 81735 München, 089-677977, www.drbresser.de Diese Seiten dienen der Information unserer Patienten. Vervielfältigung ist nur zum persönlichen Gebrauch gestattet. Copyright Dr H Bresser, Peschelanger 11, 81735 München, Tel 089-677977, www.drbresser.de
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