Dr. med. Harald Bresser

Facharzt für Dermatologie und Venerologie
Facharzt für Anästhesiologie

Zusatztitel der Ärztekammer: Allergologie, Naturheilverfahren, Umweltmedizin, Akupunktur

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Clostridium botulinum: Produzent von Botox® und Co
Was ist Clostridium botulinum? Wie wird aus einem Bakteriengift Botox? Alle Infos von Hautarzt München
von
Dr. med. Harald Bresser
Hautarzt München Tel 089-677977 www.drbresser.de

 
"Was sind Clostridien?"
Die Botox - Bakterien: was ist das? Clostridium botulinum ist ein obligat anaerobes, grampositives stäbchenförmiges Bakterium. Es zählt zur Familie der Clostridien. C. botulinum lebt im Boden. Der Keim ist in Mitteleuropa ubiquitär, d.h. in fast 90% aller Bodenproben nachweisbar. Seine inaktiven Sporen sind resistent gegen Hitze und Trockenheit.
 
"Woher kommt das Botox-Gift?"
Bei der Bakterienvermehrung in der Natur bilden die Keime ein natürliches,  giftiges Eiweiss namens Botulinumtoxin, aus dem letztlich Botox und Co hergestellt werden. Botulinumtoxine sind Exotoxine des anaeroben (d.h. ohne Sauerstoff wachsenden) Bakterium.  Seit ca. 40 Jahren erforschen Ärzte die Heilwirkungen des Botulinumtoxins. Vor allem unter Sauerstoffabschluss und ungekühlt, z. B. in geschlossenen Konserven, Wurst oder Rohschinken, vermehren sich die Bakterien und bilden fleissig Toxine, die eine Lebensmittelvergiftung auslösen können. Da Clostridien in der Erde vorkommen, finden sich die meisten Verschmutzungen damit in in Gemüsekonserven. Es gibt 10 bis 15 Typen von C. botulinum.  Sieben (A bis G) bilden bei der Vermehrung Toxine. Die Toxintypen A, B, E und F sind giftig für Menschen. Das Gift Botulinumtoxin "A" steckt in den Medikamenten Botox und Co. Nur von der vegetativen Bakterienform können sieben Subtypen des Toxins (Typ A bis G) gebildet werden. Botulinumtoxin A (BTX-A) besitzt bisher die grösste pharmakologische Bedeutung. BTX-A ist ein ca. 150 KD schweres Protein aus 2 Untereinheiten, die mit einer Disulfidbrücke verbunden sind. Die schwere Kette bindet rasch und mit hoher Affinität an Rezeptoren des präsynaptischen Neurons der neuromuskulären Junktionszone. Das ganze Molekül wird in die Nervenzelle aufgenommen; die leichte Kette wird dort abgespalten und hemmt als Metalloprotease die Freisetzung von Acetylcholin aus den Speichervesikeln der präsynaptischen Nervenenden. Die resultierende neuromuskuläre Blockade führt zur Atonie glatter Muskeln und Funktionsstörung parasympatisch innervierter Organe.
 
"Seit wann kennt man das Botox - Gift?"

Die Giftigkeit verdorbener Nahrungsmittel ist seit Jahrhunderten bekannt. Schon aus dem Jahr 1793 kennen wir Berichte aus Süddeutschland über Tote durch verdorbene Blutwürste. Im Jahr 1817 wurde erstmals in der medizinischen Literatur beschrieben, dass ein Bauer durch den Verzehr einer verdorbenen Blutwurst innerhalb von 6 Tagen unter Qualen zu Tode kam. Erst 80 Jahre später gelang es einem belgischen Professor, das berüchtigte, oft tödliche "Wurstgift" zu identifizieren. Dieser Professor van Ermengen prägte auch den Begriff "Botulinumtoxin". Er leitet sich aus dem lateinischen Wort "botulus = Wurst" und "toxin = Gift" her.
1946 wurde Botulinumtoxin A erstmals in reiner Form hergestellt. Damit konnten Forscher das interessante Toxin wissenschaftlich studieren. Bald erkannte man, dass sich damit durch Einspritzung die Muskelfasern gezielt blockieren und die Aktivität von überaktiven Muskeln dämpfen lassen. Die Möglichkeiten einer medizinischen Anwendung leuchteten erstmals auf.

Werden lebenswichtige Muskel und Nerven mit dem Gift blockiert, so stirbt man - das ist unbestreitbar. Die tödliche Dosis liegt bei 0,001 µg/kg KG für das Neurotoxin A. Dies ist eine wirklich winzige Menge - aber immer noch sehr viel mehr als das, was in den Botulinum-Medikamenten enthalten ist. Für eine tödliche Vergiftung würden etwa 30-40 Ampu werden der Botulinumtoxin-Medikamente benötigt.
 
"Wie und wie werden die Botulinumtoxin-Medikamente hergestellt?"
Bis vor wenigen Jahren besaß nur die amerikanische Firma Allergan Produktionsanlagen für Botulinumtoxin zur medizinischen Anwendung. Es ist anzunehmen, dass das Militär aller Grossmächte daneben über geheime Forschungs- und Produktionsanlagen verfügte und verfügt. In der Zwischenzeit gibt es im zivilen Bereich eine deutsche und eine englische Firma mit bekannten Produktionsanlagen. In diesen hermetisch isolierten Fabriken werden reine Bakterienstämme vermehrt. Das entstehend Botulinumtoxin wird in aufwändigsten Reinigungs- und Standardisierungsverfahren soweit verändert und zubereitet, dass es als Medikament in kleinsten, zuverlässig dosierbaren Mengen eingesetzt kann. In Asien gibt es mehrere Hersteller, deren Produkte jedoch nur über den Schwarzmarkt in Europa erhältlich sind. Die Qualität und Sicherheit solcher, in Europa oder Amerika nicht zugelassener Produkte ist sehr zweifelhaft. Sie sollten keinesfalls am Menschen eingesetzt werden.
Viele weitere Informationen über die praktische Anwendung von Botox, Sicherheit, Erfolge und Nebenwirkungen finden Sie auf unserer Botox-Seite.
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