Dr. med. Harald Bresser

Facharzt für Dermatologie und Venerologie
Facharzt für Anästhesiologie

Zusatztitel der Ärztekammer: Allergologie, Naturheilverfahren, Umweltmedizin, Akupunktur

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Feigwarzen, Condylome 
 
von Dr. med. Harald Bresser, Hautarzt, München
(Condylomata acuminata)

"Was sind Feigwarzen?"
"Feigwarzen" werden auch "spitze Kondylome" oder - medizinisch - Condylomata acuminata genannt. Es handelt sich dabei um zerfurchte Hautwucherungen an den Geschlechtsorganen (Eichel, Vorhaut, Schamlippen, Scheide ) oder am After. Die Krankheit kann bei Männern und Frauen auftreten. Anfangs bemerkt der Betroffene nur eine kleine, rauhe Erhebung, welche weder juckt noch schmerzt. Ohne Behandlung können daraus mit der Zeit große, hahnenkammartige oder blumenkohlartige, zerfurchte Wucherungen entstehen, welche oft nässen. Die meisten Kranken gehen erst jetzt zum Arzt, wenn die Wucherungen sie stören oder Angst vor etwas Bösartigem besteht. Im Extremfall kann die ganze Eichel und die Umgebung des Afters beim Mann, der Scheideneingang und After bei der Frau überwuchert werden. Feigwarzen sind eine sehr häufige Hauterkrankung bei sexuell aktiven Menschen. Jährlich sollen etwa 100 000 Menschen in Deutschland neu infiziert werden.

 
"Wie entstehen Feigwarzen?"
Feigwarzen sind Hautwucherungen, welche durch sogenannte HPV-Viren ( oder: Papillomaviren) hervorgerufen werden. Unter Viren versteht man mikroskopisch kleine Krankheitserreger, welche je nach Typ sehr unterschiedliche Krankheiten auslösen. Diese speziellen HPV-Viren setzen sich nach Kontakt mit einer infizierten Person immer nur in den feuchten Arealen der Genital- und Analschleimhaut (also an Geschlechtsorganen und After) fest. Sie regen die Hautzellen an, sich stark zu vermehren. Feigwarzen können nicht durch normale Warzen an den Fingern oder Füßen ausgelöst werden, da andere Erreger zugrundeliegen. Fast immer erfolgt die Infektion bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr mit einem Infizierten. Erst 1-6 Monate nach dem Kontakt und der Infektion beginnt die Haut zu wuchern; selten kann dies sogar Jahre dauern. Anfangs kann man kleine, weiche Knötchen sehen, zuweilen auch nur flache Erhebungen.

 
"Handelt es sich um Krebs?"
Es handelt sich um eine ansteckende Viruskrankheit, nicht jedoch um Krebs. Bei jahrelangem Bestehen und unzureichender Behandlung kann sich allerdings Krebs unter den Wucherungen entwickeln. Jede Wucherung, jedes Geschwür und jedes Ekzem im Genitalbereich oder am After sollte daher einem Hautarzt gezeigt werden, da harmlose und bösartige Krankheiten an diesen Stellen oft sehr ähnlich aussehen können.

 
"Sind Feigwarzen heilbar?"
Feigwarzen sind heilbar. Da es sich um eine ansteckende Krankheit handelt, bei der die Infektionskeime (Viren) unsichtbar in der Haut liegen, kann die Heilung allerdings längere Zeit dauern. 3 Dinge sind zur Heilung notwendig:
1. Sichtbare Feigwarzen müssen entfernt werden
2. Eine Übertragung auf andere oder eine neue Infektion muß verhindert werden
3. Unsichtbare Restviren müssen bekämpft werden
Leider kommt es nach der Behandlung nicht ganz selten zu Rezidiven - das bedeutet, daß die Warzen trotz kompletter Entfernung erneut wuchern. Das kann unterschiedliche Gründe haben: manchmal werden kleinste, versteckte Warzen (z.B. im After) übersehen. Durch spezielle Verfahren kann man aber auch kleine Herde sichtbar machen und behandeln. Manchmal liegt eine Schwäche der Immunabwehr des Körpers zugrunde, sodaß einzelne Restviren nicht abgetötet werden. Oft ist die Ursache des Rezidivs jedoch auch eine Neuinfektion, weil der Geschlechtspartner (unerkannt?) infiziert war.

 
"Die Behandlung der Feigwarzen"
Je nachdem, wo sich die Feigwarzen befinden und wie ausgedehnt der Befall ist, kann man unterschiedlich behandeln. Leider gibt es kein 100 % wirksames, also kein "optimales" Verfahren. In jedem Einzelfall muß überlegt werden, welches Verfahren das beste Ergebnis erwarten läßt. Oft müssen mehrere Verfahren kombiniert werden, um eine Ausheilung zu erreichen.
1. Durch Betupfen mit aggressiven Säurelösungen können die Warzen (vor allem am Penis) zerstört werden. Sehr wichtig ist die richtige Handhabung des Medikaments, da sonst die gesunde Haut angegriffen wird
2. Die Warzen können in örtlicher Betäubung abgeschnitten, elektrisch abgetragen oder mit Laser verkocht werden.
3. Die Vereisung (Kryotherapie) am After ist sehr wirksam, allerdings braucht die Heilung etwas mehr Zeit
4. Manchmal ist beim Mann eine Entfernung der Vorhaut erforderlich
5. In seltenen Fällen ist ein Behandlungsversuch mit sogenanntem "Interferon" sinnvoll
6. Ausfluß, Hämorrhoiden, hoher Blutzucker, Vorhautverengung und andere begünstigende Krankheiten müssen bekämpft werden
7. In jedem Fall muß nach der Behandlung mehrfach überprüft werden, ob sich unsichtbar im After oder im Enddarm noch Warzenreste finden. Häufig erfolgen von hier aus durch übersehene Kondylome erneute Rezidive. Der Kranke sollte sich alle 3 - 4 Monate zur Kontrolle bei uns vorstellen.
8. Sollten die Warzen sehr hartnäckig sein, so muß nach zusätzlichen begünstigenden Krankheitsursachen gefandet werden. In diesem Fall sollten wir auch über eine immunstärkende naturheilkundliche Zusatztherapie nachdenken.

Eine alleinige oder ergänzende Behandlung mit neuen virushemmenden Wirkstoffen (zB Aldara-Creme) kann ebenfalls zu Erscheinungsfreiheit führen.
 
"Was kann ich selbst zusätzlich tun, damit die Heilung eintritt?"
1. Solange die Feigwarzen bestehen, dürfen Sie Geschlechtsverkehr nur mit Kondom (Gummi, Pariser) haben. Das gilt für Männer und Frauen. Auch 3 Monate nach der Ausheilung sollten Sie nur mit Kondom-Schutz verkehren, da erst nach dieser Zeit sicher ist, daß keine mikroskopisch kleinen Reste übrig geblieben sind.
2. Vermeiden Sie während der Therapie alle Schwächungen des Immunsystems: kein Alkohol, keine Drogen, kein übertriebener Sport, ausreichend Schlaf, ausgeglichene Lebensführung...
3. Versuchen Sie, auf Schaumbadezusätze und parfümierte Seifen im Genitalbereich zu verzichten. Sie könnten die Haut reizen.
4. Da Warzen sich bevorzugt in feuchter und warmer Umgebung vermehren, sollten sie leichte und nicht zu enge Unterwäsche und Kleidung tragen.
5. Auch Ihr Partner sollte sich vorbeugend vom Hautarzt oder Frauenarzt auf Feigwarzen untersuchen lassen, um eine "Ping-Pong"-Ansteckung zu vermeiden.

 
Viele weitere Infos finden Sie unter dem Stichwort "Condylome" auf dieser Seite
Ihr Praxisteam Dr H Bresser, Peschelanger 11, 81735 München, 089-677977, www.drbresser.de
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