Dr. med. Harald BresserFacharzt für Dermatologie und VenerologieFacharzt für Anästhesiologie Zusatztitel der Ärztekammer: Allergologie, Naturheilverfahren, Umweltmedizin, Akupunktur Zertifizierte Qualifikationen: Lasertherapie, Ambulante Operationen, medizinische Kosmetik |
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![]() Querschnitt durch die Haut Hautschichten Die Haut setzt sich anatomisch aus 3 Schichten zusammen: die äußere, dünne Oberhaut ("Epidermis"), die mittlere, feste Lederhaut ("Dermis"), und das unterste (oder innerste) Unterhautgewebe ("Subcutis"). Oberhaut und Lederhaut zusammen nennt man Deckhaut. Die Dicke der Epidermis variiert zwischen 0.1 mm an der Genitalhaut und 1.5 mm an den Fußsohlen - die Deckhaut insgesamt kann 1-3 mm dick sein. Diese unterschiedliche Dicke ist für die Behandung von Hautkrankheiten von großer Bedeutung. An der dünnen Haut des Gesichts und der Geschlechtsorgane entfalten beispielsweise Cortisoncremes eine besonders starke Wirkung; sie dürfen dort nur mit großer Vorsicht angewendet werden. Die verschiedenen Hautschichten spielen auch bei der operativen Behandlung von Schönheitsfehlern eine große Rolle - das Operationsergebnis und das Ausmaß der Narbenbildung hängt davon ab, in welcher Schicht operiert wurde. Mikroskopisch lassen sich in der obersten Epidermis wiederum 4 verschiedene Schichtungen unterscheiden: die äußerste, schützende Hornschicht ("Stratum corneum"), die darunterliegende Ernährungsschicht ("Stratum granulosum"), die Spindelzellschicht ("Stratum spinosum") und die wichtige "Fortpflanzungsebene" der Zellteilungen ("Stratum basale", Basalmembran, Basalzellen). Die Ebenmäßigkeit der Oberhaut entscheidet über unsere Hautschönheit. Die Struktur der Hornschicht entscheidet über die Dicke von Hautschuppen. In den aktiven Hautzellen des "Stratum basale" liegt der Schlüssel zu zahlreichen Hautkrankheiten. Oberhaut und Nervensystem entstehen beim ungeborenen Embryo aus der gleichen Zellart (dem äußeren "Keimblatt") - eine Erklärung für das sensible Wechselspiel zwischen Seele und Hautreaktionen. Wir sehen nur die äußerste, nicht durchblutete Hornschicht. Die Haut schmerzt und blutet bei einer Verletzung erst dann, wenn auch Lederhaut und Unterhaut geschädigt wurden. Veränderungen der tieferen Schichten können durch die Hornschicht farbig durchschimmern. Die Hornschicht kann glatt sein oder rauh, ölig, fettig oder trocken, schuppig oder ekzematös. Viele schuppende Hautkrankheiten, Allergien und Ekzeme entstehen in dieser Hautschicht, und fast alle Kosmetika und dermatologischen Heilsalben wirken hier. Neue Hautzellen entstehen und wachsen ununterbrochen in der Basalzellschicht und wandern von dort innerhalb von etwa 2 Wochen bis zur Hornschicht aufwärts. Während dieser Wanderung verändern sie sich erheblich, sterben letztlich ab und werden in Form toter Hautschuppen nach weiteren 2 Wochen abgestoßen. Die Hauterneuerung ist während der Nacht beschleunigt - daher dient der entspannte Nachtschlaf der Hautregeneration. Zwischen den Basalzellen leben die pigment- und farbstoffbildenden Zellen der Haut, die "Melanozyten". Unterschiedliche Hautfarbe und Bräunungszustand der Haut werden bestimmt von der Zahl, der Verteilung und der Aktivität dieser farbstoffbildenden Hautzellen. Der schwarze Hautkrebs entsteht durch Entartung von Zellen dieser Schicht. Die Lederhaut darunter ist 2-4 mm dick. Diese sogenannte Dermis besteht vor allem aus "Kollagen", "Retikulumfasern", "elastischen Fasern" und "Grundsubstanz". Gewicht und Festigkeit der gesamten Haut hängen vom Kollagen ab. Dieses gelatineartige, dehnbare "Gerüst"-Eiweiß liegt knäuelartig in der Lederhaut. Kollagen findet sich auch in vielen anderen Körperorganen. Das Kollagen in Kosmetika wird aus Tierhaut gewonnen und in Haarpflegemitteln und Feuchtigkeitscremes eingearbeitet. Es kann zur Faltenglättung auch unter die Haut gespritzt werden. Falten entstehen, weil das Kollagen beim Ältewerden langsam verschwindet. Die feineren elastischen Fasern der Dermis ziehen gedehntes, gespanntes Kollagen wieder in die ursprüngliche Ruheform zurück - sie sind daher für die Elastizität verantwortlich. Beide Faserarten spielen also harmonisch zusammen. Bei starker Hautdehnung (z.B. in der Schwangerschaft) kann das Kollagennetz sich stark dehnen, ohne zu zerreißen. Nach der Entbindung ziehen die elastischen Fasern die Bauchhaut wieder in die Normalform zurück. Zu schnell oder zu stark überdehnte, aber auch vererbt schwache Kollagenfasern machen sich als narbige Streifen bemerkbar ("Schwangerschaftsstreifen"). Große Narben können als Ausdruck verminderter Bindegewebsqualität entstehen. Die Qualität des Bindegewebes, seine Regenerationsfähigkeit, Elastizität und Alterung ist genetisch vorprogrammiert und verschlechtert sich mit zunehmendem Alter. In der Lederhaut finden sich darüberhinaus auch Nerven, Blutgefäße, Lympfgefäße und Haarwurzeln. Wundschmerzen entstehen bei der Durchtrennung oder Quetschung der feinen Nervenenden in der Lederhaut. Das Unterhautfettgewebe ist die letzte und tiefste Hautschicht. Sie besteht fast nur aus weintraubenartigen Fettzellen und fehlt an Augenlidern und Brustwarzen. Das Unterhautfett ist bei Frauen stärker ausgeprägt und anders über den Körper verteilt als bei Männern - und formt die "weiblichen Rundungen". Die Fettschicht schützt den Körper vor Kälte und bewährt sich bei Stößen von außen als Dämpfer. Dieses Unterhautfett hat übrigens nichts mit dem Talg-Fettgemisch auf der Hautoberfläche zu tun, welches den störenden Fettglanz der Haut bildet. Das Fettdepot der Unterhaut ist nach Geschlecht und Alter, Anlage und Herkunft unterschiedlich dick und hängt stark von den Eßgewohnheiten ab. Sehr dickes Unterhautfett kann mit Spezialverfahren abgesaugt werden. Hautdrüsen Wie alle Organe enthält auch die Haut Drüsen. Drüsen nennt man Zellansammlungen, die körpereigene Sekrete produzieren und freisetzen. Manche Drüsen produzieren Hormone (z.B. Bauchspeicheldrüse, Hirnanhangdrüse, Schilddrüse), andere bilden Enzyme für die Verdauung (z.B. Speicheldrüse). In der Haut finden sich 3 Drüsenarten: Talgdrüsen, Schweißdrüsen und Duftdrüsen. Alle Hautdrüsen liegen in der Lederhaut und schicken ihr Sekret über kleinste Kanälchen an die Hautoberfläche. Hautporen Poren sind kleine Öffnungen in der Hautoberfläche. Im Gesicht sind sie meist groß und sichtbar, am übrigen Körper dagegen fast unsichtbar - und doch immer vorhanden. Aus den Poren kommt immer etwas heraus: entweder Schweiß, Talg, Öl, oder Duftstoffe. Auch unsere Haaren wachsen aus speziellen Poren heraus, den sogenannten Haarfollikeln. Talgdrüsenporen und Haarporen sind identisch, da jeweils eine Talgdrüse und ein Haar einen gemeinsamen Gang zur Hautoberfläche nutzen. Die Größe der Poren ist durch unsere Erbanlagen vorherbestimmt, verändert sich aber stark durch hormonelle Einflüsse. Das typischste Hinweiszeichen auf milde Akne sind extrem große, weiße oder schwarze Hautporen ("Komedonen"). Talgdrüsen Talgdrüsen entstehen in enger Verbindung zu Haaren. Sie produzieren über den ganzen Körper verteilt die lebensnotwendige, schützende ölige Fettschicht der Haut. Aus 300 000 Talgdrüsen produzieren wir täglich ca. 2-3 g Talg, die Hälfte davon auf dem Kopf. Nur an Handflächen und Fußsohlen fehlen sie. Zusätzlich wird die Haut täglich durch ca. 20 mg Hornfett aus abgestorbenen Hautzellen gefettet. Talgdrüsen können unter dem Einfluß männlicher Hormone (auch bei Frauen) stark anwachsen. Einer der Faktoren für die Entstehung von Akne ist die ungehemmte Fettproduktion der Talgdrüsen. Duftdrüsen Duftdrüsen der Haut spielen bei Tieren eine wichtige Rolle im Sozialleben. Während der Brunftzeit ziehen die verlockend riechenden Sekrete der Duftdrüsen paarungsbereite Weibchen und Männchen zueinander hin. Es ist umstritten, inwieweit die Duftdrüsen beim Menschen diese Funktion noch erfüllen. In nennenswerter Zahl findet man sie unter den Achselhöhlen, um die Brustwarzen und im Schambereich. Sie beginnen ihre Tätigkeit in der Pubertät, und arbeiten auf Sparflamme in der Schwangerschaft. Schweißdrüsen Schweiß dient dazu, die Körpertemperatur zu regulieren und zahlreiche Stoffe auszuscheiden. Ohne Schweißdrüsen oder bei Krankheit sämtlicher Schweißdrüsen sind wir zum Tode verurteilt, da der Körper innerlich "verbrennt". Manche Schweißdrüsen reagieren auf Stress und Emotionen ( z.B. "feuchte Hände" vor einer Prüfung). Die meisten Schweißdrüsen scheiden bei äußerer Hitze, körperlicher Anstrengung oder Fieber ihr wässriges Sekret aus. Der Schweiß verdunstet und kühlt so den Körper. Aus 2 Millionen kleinen Schweißdrüsen dunsten täglich o,5 l Schweiß ab - bei körperlicher Anstrengung und in der Hitze bis zu 10 Litern. In tropischen Wüsten können die Schweißdrüsen bis zu 2 l Schweiß pro Stunde auscheiden. Schweiß ist zwar weniger salzig als Blut, enthält aber immer noch erhebliche Mengen verschiedener Mineralien. Diese Flüssigkeits- und Salzmengen müssen dem Körper natürlich durch Essen und Trinken ersetzt werden. Natürliche Feuchthaltefaktoren Die Hornschicht der Haut enthält ca. 10-20% Wasser. Dieses Wasser ist für die Funktion der Haut unentbehrlich. Es wird zwischen den Hornzellen vor allem von "natürlichen Feuchthaltefaktoren" gebunden. Darunter faßt man verschiedene Substanzen der Hautoberfläche zusammen, die aus dem Schweiß, dem Talg und aus dem Verhornungsprozeß der oberflächlichen Hautzellen stammen. Zu den Feuchthaltefaktoren zählen z.B. Harnstoff, Fettsäuren und Keratin, Carbonsäuren, Ammoniak und zahlreiche andere Stoffe. Bei Störungen der Wasseranlieferung aus den unteren Hautschichten und einem Wassergehalt von unter 10% wirkt die Haut trocken, verbraucht und faltig. Solche Störungen entstehen z.B. durch zuwenig Trinken, Durchblutungsstörungen, innere Erkrankungen und verschiedene Hautkrankheiten, vor allem aber auch Alterungsprozesse in der Haut. Gute Pflegekosmetik kann die natürlichen Feuchthaltefaktoren teilweise ersetzen. "Pickel" (süddeutsch: "Wimmerl") "Pickel" ist ein umgangssprachlicher Ausdruck für verschiedene unangenehme Hautprobleme. Bayern nennen jegliche Hautveränderung "Wimmerl". Meist wird darunter allerdings eine kleine Hautentzündung verstanden. Typische "Pickel" sind - dermatologisch exakt benannt - meist "Pusteln", also kleine gelbliche Eiterbläschen. "Aknepickel" (auch "Mitesser" oder Komedonen genannt) sind im Frühstadium nichts anderes als verstopfte Talgporen. Sie können weiß (verstopft) oder schwarz (offen) sein (siehe Kap. 10). Die schlimmeren "Eiterpickel" der Akne dagegen entstehen, wenn sich die Umgebung der vergrößerten Talg- und Haarporen entzündet und zu größeren Eiterbläschen zusammenfließt. Außerhalb der Pubertät entstehen entzündete "Pickel" meist dadurch, daß ein Haarfollikel (s.o.) durch eingedrungene Bakterien oder äußere Reize ("Zupfen") eitrig entzündet ist. Diesen Zustand nennt man "Follikulitis". Pickel können bei der Frau auch entstehen durch unsanftes Rasieren der Beinhaare, durch hormonelle Veränderungen um die Menstruation herum, im Rahmen einer "Sonnenallergie" und durch viele andere diskrete Hautreizungen. Stark juckende "Pickel" können Ausdruck einer allergischen Hautkrankheit sein. Auf all diese Veränderungen wird in den folgenden Kapiteln näher eingegangen Hauttypen und Hautzustand Jeder Mensch hat eine Haut mit anderen, individuellen Eigenschaften, an denen sich die Art der Hautpflege orientieren sollte. Um die Auswahl der richtigen Hautcreme zu vereinfachen, bietet die kosmetische Industrie Pflegeserien für 3 verschiedeneHauttypen an: für normale Haut, für fettige Haut, für trockene Haut (und für "reife" Haut). Diese Einteilung wird den verschiedenartigen individuellen Hautbedingungen oft nicht gerecht. Viele Menschen besitzen im Gesicht einen anderen Hauttyp als am Körper, über den Wangen einen anderen Typ als an der Stirn. Die individuelle Pflege sollte dies berücksichtigen. Auch wechselt die Hautbeschaffenheit mit zunehmenden Alter, sodaß in verschiedenen Lebensabschnitten die Pflegeprodukte gewechselt werden müssen. Im Alter wird die Haut fast immer trockener, sodaß sie dann anderer Pflege bedarf als in der Jugend. Die Werbung spricht dann von Pflegeprodukten für die "reife" Haut - eine euphemistische Umschreibung für etwas fetthaltigere Pflegeserien. Bei der täglichen Pflege sollte man immer darauf achten, ob sich der aktuelle Hautzustand geändert hat - bei Stress oder im Urlaub benötigt die Haut vielleicht eine ganz andere Pflege als im Alltag. Zu beachten ist, daß "fett" und "trocken" keine direkten Gegensätze sind. Die Haut ist "fett" oder "fettarm", und "trocken" oder "feucht". "Normale Haut" wird definiert als glatt und geschmeidig, matt glänzend, rosig, feinporig, widerstandsfähig und wenig empfindlich. Fettgehalt und Feuchtigkeit sind ideal ausgewogen. Reinigung und Pflege sind einfach. Kinder haben fast immer diesen idealen, "normalen" Hautzustand. Bei Erwachsenen ist er leider selten. Auch normale Haut kann durch äußere Einflüsse sehr rasch aus der Balance geraten. Sie sollte deshalb ebenfalls vorbeugend gepflegt werden. "Trockene Haut" ist der häufigste Hauttyp. Zweidrittel aller Kinder unter 10 Jahen, fast alle Menschen über 60 Jahren und fast alle "Atopiker" (allergiegefährdete Menschen) leiden unter fettarmer, trockener Haut. Trockene Haut wirkt fahl, reagiert leicht mit roten Flecken, spannt oft und entzündet leicht. Sie ist schuppig, matt, und sehr empfindlich, weshalb oft von "sensibler Haut" gesprochen wird. Trockene Haut ist kein krankhafter Zustand, sondern im wesentlichen anlagebedingt. Zur Abwehr der vielfältigen Belastungen der Haut in unserer Zeit (Luftverschmutzung, trockene Heizungsluft) produziert die trockene Haut zu wenig von dem natürlichen oberflächlichen Fettfilm (Fett-Wasseremulsion, Hydrolipidemulsion). Heizungsluft, Klimaanlagen und Wasser trocknen sie weiter aus. Eine Ursache von trockener Haut sind unsere Reinigungsbemühungen. Wasser wäscht den Fettfilm auf der Haut ab und läßt die Hornschicht aufquellen. Wasserbindende Stoffe der Haut werden herausgelöst, so daß das Wasser aus der Haut verdunsten kann. Wasser ist aber der "Weichmacher" der Hornschicht und hält diese glatt, geschmeidig und elastisch, falls es durch die natürlichen Feuchthaltefaktoren in und auf der Haut gebunden wird. Nach Pflegefehlern (falsche Seife, zuviel Wasserkontakt) verliert die Haut Wasser, spannt und beginnt zu jucken. Auch die "Pille" verringert die Talgproduktion und ändert die Hautbeschaffenheit hin zum Trockenen. Frauen mit Akne freuen sich darüber, Frauen mit trockener Haut dagegen weniger. Auch im Alter wird die Haut trockener, und damit schuppiger und faltiger. Eine wichtige Maßnahme gegen trockene Haut ist - trinken. Tatsächlich wird jedes Mannequin bestätigen, daß der reichliche Konsum von Mineralwasser ein Geheimnis von frischer, faltenfreier Haut ist. "Fette Haut" ist fast immer "fett-feucht", da der Fettfilm auf der Haut auch Wasser bindet. Sie wirkt fettig und unrein, weißlich-blaß, kräfig, stark glänzend, mit groben Poren. Die Talgdrüsen sind (oft durch pubertäre Hormonveränderungen) groß und sehr aktiv, Pickel und Mitesser entstehen. Diesen Problemhauttyp findet man nur an Körperstellen mit reichlich Talgdrüsen: im Gesicht, am Rücken und über der Brust. Fettige Haut ist relativ unempfindlich gegen Sonne und andere äußere Einflüsse. Viele Menschen stellen fest, daß Genuß von Zucker, Schokolade, Schweinefleisch oder anderen "ungesunden" Lebensmitteln zu Pickeln führt. Eine generelle Diät für eine reine Haut gibt es zwar leider nicht, aber durch individuelles Ausprobieren und eine ausgewogene Vollwerternährung läßt sich manche Hautunreinheit beheben. Nach dem 50. Lebensjahr ist dieser Hauttyp sehr selten. "Fett-trockene" Haut ist selten. Sie entsteht aus fett-feuchter Haut, wenn in einer extrem trockenen Umgebung (z.B. überheizte Räume) oder durch falsche Reinigung und Pflege zuviel Wasser aus der Hornschicht verdunstet. Die Haut glänzt zwar fettig, spannt aber trotzdem. Fettsalben würden den Zustand weiter verschlimmern. Durch Pflegecremes mit reichlich Feuchthaltefaktoren kann rasch Abhilfe geschaffen werden. "Mischhaut" besitzen viele Menschen im Gesicht: Wangen und Jochbein sind oft trocken und benötigen Salben, während Stirn, Nase und Kinn fettig glänzen und nach fettarmen Cremes verlangen. Verständlicherweise ist hier die Auswahl von Kosmetik besonders diffizil, und mindestens zwei verschiedene Pflegecremes sind erforderlich. "Empfindliche Haut" zählt zu den problematischen Hauttypen. Empfindliche Haut ist im Freien oft taufrisch, im Zimmer oder bei Kälte aber trocken-spannend. Wir Hautärzte sehen sie in den letzten Jahren zunehmend häufiger. Schon leichte äußerliche Reizungen, Luftverschmutzung und Büroluft, Streß, Kaffee und Alkohol überfordern die Selbstheilungskräfte der empfindlichen Haut. Wahrscheinlich entsteht diese besondere Empfindsamkeit durch eine (nervlich gesteuerte) gesteigerte Erregbarkeit der Hautgefäße. Die trockene und die empfindliche Haut sind besonders ekzemgefährdet. Vielleicht nimmt die Zahl der Menschen mit empfindlicher und trockener Haut auch deshalb zu, weil die Allergiebereitschaft ("Atopie") in den letzten Jahrzehnten eindeutig ansteigt. Testmethoden der Hauteigenschaften Die wissenschaftlichen Methoden zur Hautuntersuchung werden in der kosmetischen Beratung bisher nicht allgemein eingesetzt. Die Hautdicke nimmt bei jedem Menschen vom 5. bis zum 15. Lebensjahr zu, bleibt dann 50 Jahre etwa konstant und nimmt ab dem 65. Lebensjahr wieder ab. Mit speziellen Ultraschallgeräten können wir die Hautdicke zwar messen, ihr Wert sagt uns aber wenig über ihre Robustheit. Zur Messung der Widerstandsfähigkeit der Haut benötigen wir andere Testmethoden: der Hautarzt trägt z.B. eine genau analysierte basische Lösung auf die Haut auf und beobachtet, wie die Haut reagiert ("Alkali-Test"). Daraus kann er wichtige Schlüsse auf die Belastbarkeit der Haut ziehen. Die Dehnbarkeit der Haut entwickelt sich mit zunehmendem Alter ähnlich wie die Hautdicke. Große Bedeutsamkeit haben diese Hauteigenschaften in der Schwangerschaft, aber auch bei Operationen (Brustvergrößerung). Die Hautelastizität nimmt im Gegensatz zur Dehnbarkeit von Jugend an ab: die frische, straffe Haut des jungen Mädchens ist sehr viel elastischer als die faltige, trockene Haut der alten Frau. Ein einfacher Test dafür ist der "Hautfaltentest". Wenn man mit 2 Fingern am Handrücken oder Unterarm eine Hautfalte abhebt, schnurrt diese Falte bei hoher Hautelastizität beim Loslassen sofort zurück, bei älterer Haut (oder ausgedörrtem Körper) bleibt die abgehobene Falte stehen. Neuartige Meßgeräte ermöglichen es, in jeder Hautpraxis den Feuchtigkeits- und Fettgehalt der Haut innerhalb weniger Sekunden zu bestimmen. Hilfreich ist diese Untersuchung zur objektiven Bestimmung des aktuellen Hautzustandes - z.B. um die Wirkung einer neuen Behandlung oder Pflege zu messen. Auch wissenschaftliche Fragen zur Wirksamkeit von neuen Pflegeprodukten, Faltencremes usw. lassen sich damit leichter beantworten. Ein erfahrener Hautarzt kann auf diese Meßgeräte in seiner Praxis jedoch durchaus verzichten. Zuhause hilft der "Spiegeltest" bei der Erkennung des eigenen Hauttyps. Man drücken einen sauberen Handspiegel 2 Stunden nach der Gesichtsreinigung auf dem Gesicht ab. Fette Haut markiert sich als Fettabdruck, trockene Haut zeigt keine anhaltenden Fettspuren, Mischhaut zeigt nur in der Gesichtsmitte Fettglanz auf dem Spiegel. A wie Akne, Z wie Zoster - Seltene und häufige Hautkrankheiten im Überblick Viele wichtige Hautkrankheiten wurden bisher gestreift, die nur indirekt mit Schönheitsproblemen der Frau zu tun haben. In diesem Kapitel werden Hautkrankheiten und Schönheitsprobleme etwas genauer erläutert, die im Leben jeder Frau große Bedeutung erlangen können. Auf meiner Webseite finden Sie ausführliche Kapitel zu sehr vielen dieser Krankheiten. Zu einigen, teilweise seltenen Krankheiten, die dort nicht immer ausdrücklich erwähnt werden, finden Sie hier und in meinen Büchern viel Neues. Sehr seltene Krankheiten können nicht angesprochen werden; zu Ihrer Diagnose und Behandlung ist immer ein Hautarzt hinzuzuziehen.Akne Nicht jeder "Pickel" ist eine Akne. Die Übergänge zwischen einer fettigen, unreinen Haut und einer ausgeprägten Akne sind allerdings fließend. In Kap. 4 wurde bereits erläutert, daß sich Akne in mehr oder weniger ausgeprägter Form in nahezu jedem Lebensalter entwickeln kann. Akneknoten können aus vielen Gründen entstehen, denn hormonelle, seelische und äußerlich-chemische Einflüsse beeinflussen die Funktion der Talgdrüsen. Die meisten Menschen sind natürlich während der Pubertät mit Aknepickeln konfrontiert. In den letzten Jahrzehnten wurde sehr viel über die Hintergründe der "Akne vulgaris" (= "normale Pubertätsakne") geforscht, so daß wir heute ein genaues Bild über ihre Entstehung haben. Drei Faktoren spielen bei der Entstehung der Akne eine Rolle: Anlagefaktoren (Neigung zu fetter Haut und große Empfindlichkeit der äußeren Porenöffnung), Auslösefaktoren (Hormone, innere Krankheiten, seelische Einflüsse) und aktuelle Faktoren, die letztlich die Pickel hervorrufen (aggressive Fettsäuren, Hautbakterien, falsche Hautpflege, Kosmetika, Ölkontakt im Beruf u.a.). Wie wesentlich der Einfluß der Hormone wirklich ist, kann man an einem unfreiwilligen Experiment in der Geschichte erkennen: im 18. Jahrhundert wurden junge Männer mit schönen Stimmen häufig kastriert. Man wollte damit ihre hohe Kinderstimme erhalten, damit sie - ohne in den pubrtären "Stimmbruch" zu kommen - in den Chören und Opern der damaligen Zeit weitersingen konnten. Kastrierung bedeutet, daß man den unglücklichen Knaben die Hoden verstümmelte, sodaß in der Pubertät keine Geschlechtshormone entstanden. Keiner dieser sogenannten "Eunuchen" entwickelte jemals Akne - weil sie niemals in die Pubertät kamen. Bei normal entwickelten Jugendlichen wachsen die Talgdrüsen unter der Einwirkung von männlichen Geschlechtshormonen (Testosteron) stark an. Das Ausmaß dieses Wachstums wird von der familiären Anlage beeinflußt. Gelegentlich sieht man schon bei 8-9jährigen Mädchen einzelne Aknepusteln, obwohl sie erst einige Jahre später ihre erste Periode bekommen. Dies zeigt, wie langsam und schleichend sich die hormonellen Veränderungen der Pubertät entwickeln - mit ersten Anzeichen an der Haut. Knaben leiden meist an viel schwererer Akne als junge Mädchen - aufgrund ihrer höheren Produktion von männlichen Hormonen. Häufig zeigt sich die Akne bei Mädchen nur als "unreine Haut". Schwarze oder weiße "Mitessern" sind nichts anderes als die vergrößerten Talgdrüsen (medizinisch: "Komedonen"), deren Inhalt sich aufgrund einer verstopften Porenöffnung nicht mehr entleert. Diese nichtentzündlichen Pickel können von einer Kosmetikerin mit einer speziellen "Ausdrücktechnik" entfernt werden. Man sollte sich dieses Verfahren einmal demonstrieren lassen, um es auch zuhause anwenden zu können. Eiterpusteln entstehen erst dann, wenn sich die ballonartig aufgetriebenen Komedonen entzünden, platzen und ihr Inhalt sich in die tieferen Hautschichten entleert. Oft platzen die Mitesser deshalb, weil unsachgemäß an ihnen herumgedrückt wird. Spezielle Hautbakterien (Propionibakterien) fördern ebenfalls die Bildung von Eiterbläschen - Akne ist aber eindeutig keine "einfache" bakterielle Infektion der Haut:Entgegen der Meinung mancher Eltern und vieler Jugendlicher steht die Entwicklung von Akne in keinerlei Zusammenhang mit wie auch immer gearteten sexuellen Aktivitäten in diesem Alter. Auch steht Akne in keinerlei Zusammenhang mit mangelhafter Hygiene. Es ist allerdings erwiesen, daß regelmäßige (nicht dagegen übertriebene) Gesichtswäschen mit "pH-neutralen" Syndets (pH etwa 5.5) statt Seife die Menge der Aknepusteln reduzieren kann. Eine allgemeingültige Aknediät existiert ebenfalls nicht. Bei einzelnen Menschen kann jedoch das Weglassen von Milchprodukten (!), Schokolade, süßer Limonade, Zucker, Schweinefleisch, Kartoffelchips oder anderer ungesunden Lebensmitteln die Akne durchaus bessern, ohne daß man daraus allgemeine Diätvorschriften ableiten könnte. Sonne verschlimmert Akne zuweilen erheblich - aber ebenfalls nicht bei jedem. Zum Schminken sollten nur fettarme Cosmetika mit dem Aufdruck "nichtkomedogen" verwendet werden - bei ihnen ist das Risiko vermindert, daß sie die Akne verschlimmern. Zur Reinigung der Aknehaut eignen sich seifenfreie Waschsubstanzen - reiben und rubbeln beim Waschen ist verboten genauso wie Ausdrücken einzelner Komedonen. Aggressive alkoholische Lösungen entfetten zwar die Aknehaut wirksam, können sie jedoch zu stark reizen und damit wiederum neue Pickel provozieren.Es gibt zahlreiche, gut wirksame Aknemedikamente, Gele, Cremes und Lotionen. Jedes wirksame Akneheilmittel ist rezeptpflichtig. Die frei verkäuflichen Aknemittel lindern bestenfalls einzelen Pusteln, schlimmstenfalls reizen sie die Haut. Die wichtigsten Akneheilmitteln sind Benzoylperoxid, Antibiotika und Tretinoin (Vitamin-A-Säure). Manche dieser Aknemittel sind ohne Rezept in Apotheken erhältlich. Die meisten Aknemedikamente beseitigen die obersten Hautzellschichten - was leider oft mit einer unvermeidbaren Rötung und Reizung der Haut einhergeht (auch bei rezeptfreien Mitteln). Die verborgenen Komedonen werden dadurch geöffnet, der Talg fließt ab, gesunde Zellen ersetzen die Akneveränderungen. Sehr häufig und mit gutem Erfolg werden auch innerlich Antibiotikatabletten gegen Akne verordnet. Wenn man diese Antibiotika gut verträgt, spricht nichts dagegen, sie in Abstimmung mit dem Hautarzt auch über längere Zeiträume einzunehmen. Sehr schweren Aknefällen bleibt die Behandlung mit Vitamin-A-Säure-Tabletten (Roaccutan) vorbehalten. Dieses Medikament ist äußerst wirksam - hat aber leider gewichtige Nebenwirkungen. Bei jungen Frauen wird der Hautarzt das Mittel nur in den schwierigsten Fällen verordnen, da während (und mindestens 2 Jahre nach) der Behandlung keinesfalls eine Schwangerschaft eintreten darf. Fast 90 % aller Baby`s, die während der Roaccutan-Einnahme ihrer Mutter heranwachsen, kommen mißgebildet zur Welt. Diese Tabletten sollten daher nur von erfahrenen Hautärzten verordnet werden. In vielen Fällen kann die Akne junger Frauen durch Verordnung der richtigen "Pille" fast vollständig eingedämmt werden. In diesem Alter ist es wichtig, daß der Hautarzt dabei eng mit dem Frauenarzt zusammenarbeitet. Darüberhinaus gibt es zahlreiche andere Behandlungsmethoden der Akne: kosmetische Entfernung der Komedonen, Wärmebestrahlung, Abschleifen von Narben, Kortikoidinjektionen in große Zysten, verschiedene naturheilkundliche Behandlungsverfahren ( empfehlenswert sind z.B. erholsame Schwefeldampfbäder oder ein Entspannungstraining bei der Volkshochschule). Auch offene Gespräche über über das eigene Aussehen und erste sexuelle Beziehungen können die Beschwerden deutlich bessern. Wer mit dem bisherigen Ergebnis einer Aknebehandung unzufrieden sind, sollte den Hautarzt auf eines der genannten neuen Behandlungsverfahren ansprechen. Manchmal liegt der Mißerfolg der Behandlung auch nur darin begründet, daß die äußerliche Behandlung zu früh abgebrochen wurde - typischerweise deshalb, weil die Haut durch die Aknecreme gereizt war. Bevor man eine Behandlung abbricht und zum nächsten Arzt wechselt, sollte man zuerst ein Gespräch über die möglichen Ursachen des Mißerfolgs suchen. Weitere Infos unter Akne, Rosacea... Kontaktallergien, Kontaktekzeme Aus weitgehend unbekannten Gründen kann die Haut beim Kontakt mit nahezu jedem Stoff unserer äußeren Umwelt "gereizt" oder "allergisch" reagieren. Die allergieauslösende Substanz wird ”Allergen” genannt. Empfindliche und strapazierte Haut ist besonders anfällig, da verschiedenste Allergene (z.B. Nickelmetallionen) von außen leichter durch eine gestörte Hornschicht in tiefere Hautschichten eindringen können. Beim Allergen handelt es sich meist um eine "an sich" harmlose Substanz (z.B. Parfüm, unechter Metallschmuck, Gummifarbe). Auch bei bislang gut verträglichen Stoffen kann mit der Zeit die Schutzbarriere der Haut überfordert sein, sodaß eine sogenannte ”Kontaktsensibilisierung” entsteht. Mit dieser Sensibilisierung ist die Bereitschaft der Haut geschaffen, allergisch zu reagieren. Erst bei erneutem intensiven Kontakt mit dem unverträglichen Stoff entsteht eine juckende, leicht schuppende, eventuell nässende Hautrötung, die man "allergisches Kontaktekzem" nennt. Das Kontaktekzem ist also quasi die krankhafte Hautreaktion, die aus der Kontaktsensibilisierung entstehen kann (aber nicht entstehen muß). Neben Gesicht und Händen kann kann jede Stelle des Körpers betroffen sein. Kontaktekzeme dürfen nicht mit Allergien wie Heuschnupfen, Asthma oder Neurodermitis verwechselt werden. Es handelt sich um völlig unterschiedliche immmunologische Prozesse, welche auch zu ganz verschiedenen Beschwerden führen. Allergologen zählen die Kontaktallergien zur Gruppe der ”Spättypallergie” oder ”Typ IV”-Allergie, während die Allergie gegen Pollen, Hausstaubmilben, Insektengift u.ä. bei den ”Soforttypallergien” oder ”Typ I”-Allergien eingeordnet werden. Nichtallergische äußere Reize können ebenfalls Hautekzeme auslösen, die der Laie nicht von einer Allergie unterscheiden kann. Solche aggressiven, hautschädigenden Stoffe sind z.B. Säuren, Lösungsmittel, Seife, Urin. Man spricht hier von einem "toxischen Kontaktekem”. Äußerlich sind allergisches und toxisches Kontaktekzem selbst vom Hautarzt kaum voneinander zu unterscheiden. Erst ein Allergietest bringt Klarheit. Bei Verdacht auf ein allergisches Kontaktekzem führt der Allergologe einen Läppchentest (Epikutantest) durch. Dabei werden kleinste, standardisierte Mengen der verdächtigen Substanzen mit Pflastern auf den Rücken geklebt. An der Hautreaktion im Lauf der nächsten Tage kann man erkennen, ob eine Allergie vorliegt. Die ”allergologische Kunst” besteht darin, die richtigen Substanzen zur Testung auszuwählen und die Hautreaktion richtig zu interpretieren. Falls eine Allergie nachweisbar ist, wird ein Allergiepaß ausgestellt. Bei zukünftigen Einkäufen muß darauf geachtet werden, nur Pflegeprodukte ohne den unverträglichen Stoff zu erwerben (siehe Kap. 5 ”Inhaltstoffe”). Heute leidet schon jedes dritte Schulmädchen in Kindertagen an einer Kontaktallergie. Die häufigste Kontaktallergie überhaupt ist die Nickelallergie. Sie entsteht vor allem dadurch, daß unvernünftige Eltern ihren Kindern Ohrlöcher stechen lassen und billige Ohrringe kaufen. Nickelallergien äußern sich als juckende Ekzeme an den Hautstellen, wo Schmuck, Uhr oder Gürtelschnalle die Haut berühren. Nicht allzu selten entstehen Kontakallergien durch Deos, Parfüm, Salben oder Medikamente, im Afterbereich (nach Hämorrhoidenbehandlung) oder an den Beinen durch Krampfadercremes. Wer häufig Nagellack benutzt und gleichzeitig an Gesichts- und Lidekzemen leidet, sollte sich vom Allergologen auf eine Lackallergie testen lassen. Ein Kontaktekzem ist im allgemeinen nicht gefährlich. Wenn der Kontakt mit dem Auslöser allerdings nicht gemieden wird, kann es "chronisch" werden und sich u.U. über den ganzen Körper ausdehnen ("streuen"). Zur Bekämpfung werden dann immer stärkere Medikamente benötigt. Bei rechtzeitiger Behandlung kann eine Chronifizierung vermieden und die Abheilung praktisch immer herbeigeführt werden. Der erste Schritt der hautärztlichen Behandlung besteht darin, die akuten Beschwerden zu lindern. Am schnellsten und einfachsten gelingt dies bei Kontaktekzemen durch äußerliche Kortisoncreme. Bei chronischen Ekzemen muß der Hautarzt eine längerfristig anwendbare, kortisonfreie Behandlung auswählen. Langfristig am wichtigsten ist die Suche nach dem auslösenden Kontaktstoff. Manchmal gleicht diese Suche trotz Allergietests einem längeren Detektivspiel. Beruflicher Kontakt mit dem unverträglichen Stoff kann allerdings einen Berufswechsel erzwingen: Kontaktallergien sind die häufigste Ursache von Berufskrankheiten. Weitere Infos unter Stichwort Ekzem. Hausfrauenhände Handekzem ist ein allgemeiner Ausdruck für entzündliche Veränderungen der Haut an den Händen. Die Hände sind in besonderem Maß bei der Arbeit und im Privatleben belastet. Putzen und Spülen im Haushalt, Händedesinfektionen bei Krankenschwestern, Arbeit mit Kühlflüssigkeiten am Fließband oder häufige Handwäschen stehen oft am Anfang von Handekzemen, weil chronische Nässe der Haut schadet. Eine anlagebedingte Hautempfindlichkeit tritt oft als weiterer Krankheitsfaktor hinzu. Zuweilen zeigen sich aber auch Neurodermitis/atopisches Ekzem, Schuppenflechte, Hautpilzen und Kontaktallergien als Handekzem. Handekzeme sind nicht ansteckend, selbst wenn ein Hautpilz zugrunde liegt. Sie sind fast immer heilbar, allerdings verlangt die Behandlung häufig sehr viel Geduld. Zur Heilung erforderlich ist primär die Suche nach der auslösenden Ursache der Krankheit. Unabhängig von der Ursache helfen folgende Regeln bei der Heilung: 1. Händewaschen: Seife sollte soweit möglich ganz gemieden oder nur in kleinen Mengen verwendet werden. Lauwarmes Wasser ist besser verträglich als sehr heißes oder kaltes Wasser. "Baby-Seifen", sogenannte Syndets (Flüssigseifen) und/oder Seifen ohne Parfüm oder Desinfektionsmittel sind besser verträglich als normale Seifen. Nach dem Waschen die Hände sorgfältig abtrocknen und mit Pflegesalbe oder dem ärztlich verordneten Medikament eincremen. 2. Desinfektion und Intensivwäsche: Hände möglichst nie mit Alkohol, Benzin, Terpentin, Desinfektionsmitteln oder anderen fettlösenden Substanzen abreiben. Bei starker Verschmutzung (Fett, Öl, Farben usw.) Spezialreiniger benutzen - niemals Benzin, sandhaltige Waschpasten o.ä. anwenden. Der Betriebsarzt kann oft dafür sorgen, daß spezielle Reinigungspasten zur Verfügung gestellt werden. Der Kontakt mit Metallpolituren, Schuhcreme, Boden- oder Autoputzmitteln, Farben, Klebern usw. sollte reduziert werden. 3. Nahrungsmittel-Kontakt: Schälen und Pressen von Apfelsinen, Zitrusfrüchte, rohe Tomaten und rohe Kartoffeln mit bloßen Händen ist ebenfalls zu umgehen. Köche, Küchenangestellte und Hausfrauen entwickeln nicht selten Unverträglichkeiten gegen rohe Pflanzensäfte. 4. Haarewaschen: Plastikhandschuhe schützen beim Haarewaschen. Besondern Schutz bieten Baumwollhandschuhe unter den Plastikhandschuhen. Frisörstoffe, Haarfärbemittel, Haarlotionen usw. sind aggressiv - nicht mit bloßen Händen berühren. Am besten wäre es, bei Handproblemen die Haarpflege dem Frisör zu überlassen. 5. Kälte und Hitze: Bei Kälte sollten die Hände mit Baumwollhandschuhen geschützt werden (sie sind besser verträglich als Wollhandschuhe). Lederhandschuhe können Kontaktallergien (Chrom, Farbstoffe u.a.) verschlimmern. Niemals sollte der Juckreiz an den Händen durch Eintauchen in kochend heißes oder eiskaltes Wasser gelindert werden, auch wenn er dadurch kurzfristig gebessert wird. 6. Ringe: Auch nach Abheilen des Ekzems sollten Ringe nicht während der Arbeit getragen werden. Ringe sollten beim Händewaschen abgelegt werden, da sic aggressive Seifenreste unter dem Schmuckstück ansammeln. Verträglicher als Modeschmuck sind Ringe aus hochwertigem Gold. Die Innenseite von Ringen sollte häufiger mit Bürste und Ammoniakwasser gereinigt werden ( 1 Eßlöffel Ammoniak auf 1/2 Liter Wasser; über Nacht einweichen). 7. Handschuhe: Plastikhandschuhe sind bei Feuchtarbeiten besser als Gummihandschuhe, da Synthetik- und Naturgummi häufig Allergien auslöst. Enganliegende Handschuhe sollten spätestens nach ca. 30 Minuten ausgezogen werden. Empfehlenswert ist es, unter Handschuhen zusätzlich waschbare Baumwollhandschuhe zu tragen ( in Kaufhäusern und Apotheken erhältlich). Auch baumwollbeschichtete Haushaltshandschuhe sind empfehlenswert. Versuchen Sie, bei Schmutz- und Wasserarbeiten Ihre Handschuhe zu tragen, auch wenn Sie "Fingerspitzengefühl" benötigen. 8. Allergie: Dem Allergologen sollten alle Kontaktstoffe mitgeteilt werden, welche das Ekzem anscheinend verschlechtern (Schmuck, Berufsstoffe, Kosmetika, Salben usw.). 10. Schuppen abziehen: Die Haut der Hände benötigt Zeit, um gesund nachzuwachsen. Hautschuppen an den Händen daher bitte nicht "abzuziehen" oder kleine Wasser- und Eiterbläschen aufstechen. Viele Menschen mit langwierigen Handekzemen gewöhnen es sich an, ständig und unbewußt an den Händen "herumzuspielen". Falls sich eine solche Gewohnheit entwickelt hat, sollte für einige Zeit Tag und Nacht Baumwollhandschuhe getragen werden. 11. Nachbehandlung: Die Widerstandsfähigkeit der Hände ist mindestens 6 Monate nach Abheilung noch geschwächt. Die genannten Raschläge behalten auch nach der Abheilung ihre Gültigkeit. 12. Handpflege: Handpflege mit Fettcremes führt zu fettigen Fingern und unschönen Fettflecken auf Papier. Folgendes Vorgehen kann Abhilfe schaffen: Einen dicken Klecks Pflegecreme auf den Handrücken geben, Handrücken aneinander reiben und Creme verteilen. Erst danach die Hände richtig reiben und die Innenflächen pflegen. Ab und zu belohnt folgende Salbenpackung die Hände: Die Hände dick mit Pflegecreme einreiben und dünne Plastikhandschuhe für 30 min (oder bis zum Auftreten von Jucken) darüberziehen. Die Pflegewirkung einer Handcreme können Sie nicht am Preis erkennen: eine Creme für Euro 2.- pro 100g kann genauso gut pflegen wie das achtfach teuerere Konkurrenzprodukt. Eine gute Allzweckcreme pflegt die Hände ebenfalls genauso gut wie spezielle Handcremes. Weitere Infos unter Handekzem. Hautprobleme im Büro Bei Bürotätigkeiten können vielfältige Hautprobleme auftreten. Trockene Büroluft führt zu trockener, juckender Gesichts- und Körperhaut. Regelmäßige Pflege mit Feuchtigkeitscreme sorgt vor. Handekzeme sind ein häufigeres Problem bei Büromitarbeitern. Schon das ständige Hantieren mit Papier genügt bei empfindlicher Haut, um Fett und Feuchtigkeit aus der Haut zu saugen. Ein Ekzem der Fingern kann die Folge sein. Ausdünstungen von Photokopierern und Druckern sind berüchtigt dafür, eine Vielzahl von Befindlichkeitsstörungen auszulösen. Schwere Hautkrankheiten sind dabei allerdings selten. In den letzten Jahren wird zunehmend über das sogenannte "Sick-building-syndrom" geredet. Wissenschaftler fassen unter diesem Begriff alle Störungen des Wohlbefindens zusammen, die in klimatisierten Büroräumen entstehen. Teilweise entstehen die Beschwerden durch Schimmelpilzbefall schlecht gewarteter Klimaanlagen, teilweise handelt es sich um Ausdünstungen neuer Möbel oder Teppiche; oft findet sich aber auch keine eindeutige Ursache. Untersuchung und Behandlung des "Sick building Syndroms" erfolgt bisher nur in wenigen Krankenhauszentren. Latexallergie Latex ist ein wichtiger Inhaltstoff von Naturkautschuk. Im Gesundheitswesen werden große Mengen von Latex verbraucht, um Handschuhe und andere Gummiartikel zu produzieren. Allergien gegen Latex nehmen daher vor allem bei Krankenschwestern und Ärztinnen massiv zu. Viele Frauen waren schon gezwungen, aufgrund einer Latexallergie ihren Beruf im Krankenhaus aufzugeben. Latexallergie äußer in Form juckender Handekzeme unter Gummihandschuhen, aber auch als Fließschnupfen oder Asthma beim Hantieren mit Gummiartikeln. Jeder Verdacht auf eine solche Allergie muß wegen der u.U. lebensbedrohlichen Beschwerden und der beruflichen Konsequenzen sorgfältig vom Allergologen abgeklärt werden. Pityriasis versicolorWenn man den Namen "Pityriasis versicolor" übersetzen würde, so hieße die Krankheit auf deutsch etwa "buntgescheckte Kleieflechte". Dies beschreibt anschaulich ihr Aussehen. Viele kleine, gelblich- braune, rötliche oder eher weiße Flecken am Oberkörper ohne Juckreiz. Beim Kratzen lösen sich feine, kleieartige Schuppen. Sehr viele, vor allem hellhäutige Frauen und Männer leiden zumeist im Sommer an diesen kosmetisch störenden Veränderungen. Die Kleieflechte ist eine Pilzerkrankung durch einen völlig harmlosen Hefepilz. Dieser Pilz lebt bei fast jedem Menschen auf der Haut. Bei entsprechender Veranlagung und starkem Schwitzen kann der Pilz sich massiv vermehren - die Hautflecken entstehen. Ein erfahrener Arzt erkennt die Erkrankung mit einem Blick oder unter dem Mikroskop. Im Gegensatz zu anderen Pilzerkrankungen der Körperhaut sind diese Hefepilze völlig ungefährlich und nicht ansteckend. Dieser Hefepilz hat übrigens nichts mit den bekannten, krankhaften Candida - Hefepilzen zu tun, er ist aber identisch mit dem Hefepilz bei seborrhoischem Ekzem (siehe Abschnitt "Kopfschuppen"). Kleieflechte kann durch eine hautärztliche Behandlung leicht zum Verschwinden gebracht werden. Leider ist damit aber die Ursache oft nur vorübergehend beseitigt, es bleiben immer einige Hefepilze auf der Haut zurück. Bei erneutem starkem Schwitzen, beim Urlaub im Süden usw. kann die Kleieflechte jederzeit erneut auftreten. Durch einfaches Eincremen oder Einshampoonieren der Haut können die Hefepilze nahezu zum Verschwinden gebracht werden. Nur in sehr ausgedehnten Fällen ist eine einmalige Gabe eines innerlichen Pilzmedikamentes erforderlich. Einige wirksame Stoffe zur äußerlichen Behandlung sind: Selendisulfid, Schwefel, Zinkpyrithion, Imidazole. Leider dürfen die Ärzte viele dieser wirksamen und angenehmen Shampoons nicht mehr auf Kosten der Krankenkassen verordnen. Nach einer erfolgreichen Behandlungskur können die Flecken noch einige Zeit sichtbar bleiben: die Hautfarbe paßt sich nur allmählich der übrigen Hautfarbe wieder an. Weitere Infos unter Kleieflechte. Sonnenallergie Im Volksmund wird häufig eine "Sonnenallergie" vermutet, wenn nach einem Sonnenbad juckende Hauterscheinungen auftreten. Eine "Allergie" gegen das Licht selbst gibt es nicht, es verbergen sich verschiedene andere, durch Sonnenlicht bzw. UV-Strahlen provozierte Krankheitsbilder dahinter. Ultraviolette Strahlen (UV-Strahlen) sind unsichtbare Strahlen des Sonnenlichtes, wie sie auch aus vielen Solariumlampen abgestrahlt werden. Die häufigste "Sonnenallergie" trifft junge Frauen mit anlagebedingter, erhöhter Sonnenreizbarkeit der Haut. Im Frühjahr oder beim ersten Sonnenbad im Urlaub entwickeln sie einen lästigen gesprenkelten Hautausschlag. Da dieser Ausschlag ganz unterschiedlich aussieht, spricht der Hautarzt von einer "polymorphen Lichtdermatose". Die Krankheit ist harmlos. Typischerweise bemerkt die Betroffene juckende, rote Hauterscheinungen am Oberkörper. Die Sonnenallergie darf nicht mit einem Sonnenbrand durch zu langes Sonnenbaden oder mit anderen Krankheiten durch Sonnenbestrahlung verwechselt werden (z.B. mit "Hitzefrieseln", Altershaut, Photoallergie). Die Sonnenallergikerin gewöhnt sich im allgemeinen während der Sommerwochen immer mehr an das Sonnenlicht, sodaß im Herbst die Beschwerden häufig deutlich besser sind oder verschwinden. Ursache der Krankheit ist eine hohe Empfindlichkeit gegen die UV-A Anteile des Sonnenlichtes. Die Betroffene sollte die Sonne meiden und die Haut im Frühjahr besonders behutsam und langsam an die Sonne gewöhnen. Als Behandlung kann der Arzt vorbeugende Medikamente verordnen (Antihistaminika). Daneben kann durch vorsichtig gesteigerte Sonnenbankbestrahlung - nur in der Arztpraxis mit Spezialstrahlern - 4-6 Wochen vor dem Sonnenurlaub eine Hautgewöhnung an die UV-Strahlen versucht werden. Bei besonders schlimmen Beschwerden kann kurzfristig eine entzündungshemmende Creme notwendig sein. Die vorbeugende Einnahme von Betacaroten in Tablettenform verspricht in Einzelfällen ebenfalls Besserung, während von Calciumtabletten kein Erfolg erwartet werden darf. Schwere, verbrennungsartige Hauterscheinungen kann die Sonne in Verbindung mit " photosensibilisierenden Substanzen" hervorrufen. Besonnte Hautareale sind betroffen, während sonnengeschützte Stellen (unter der Sonnenbrille, unterm Kinn usw.) erscheinungsfrei bleiben. Solche "phototoxischen" oder "photoallergischen" Reaktionen erscheinen sehr rasch (Minuten bis Stunden) z.B. nach dem Berühren von Pflanzen, dem Auftragen von Kosmetika (Eau de Cologne, Rasierwasser, Lippenstifte, der Berührung mit Farbstoffen (z.B. "Bikini-Dermatitis"), aber auch nach der Einnahme von Medikamenten. Erkennen und Meiden der auslösenden Substanz mit Hilfe von Allergietests, sorgfältige Hautpflege, bei starker Entzündung eine Cortisoncreme und Lichtschutzmaßnahmen stehen als Hilfe zur Verfügung. Die Industrie erkennt inzwischen, daß Verbraucheraufklärung auch ihren Geschäftsinteressen dient. Einige Firmen engagieren sich intensiv bei der Sonnenschutz-Aufklärung. Zusammen mit dem Deutschen Wetterdienst wurde z.B. ein Telephondienst eingerichtet, mit dem für die 2 kommenden Tage die Intensität der UV-Strahlung und damit die Notwendigkeit des Sonnenschutzes abgefragt werden kann. Siehe auch unter Sonnenallergie. "Offene Beine", Ulcus cruris Zahlreiche ältere Frauen (weniger Männer) leiden jahrelang unter offenen Geschwüren an den Unterschenkeln, Sprunggelenken oder Füssen. Manchmal ist die Ursache in krankhaften Gefäßveränderungen durch Verkalkung, hohen Blutzucker oder Nervenkrankheiten zu finden. Die allerhäufigste Ursache "offener Beine" sind aber eindeutig vernachlässigte Krampfadern und die sogenannte "chronisch venöse Insuffizienz" (CVI). Bei der CVI versackt das Venenblut in den Beinen, weil die großen Beinvenen durch Thrombosen, Entzündungen oder Krampfadern überlastet und geschädigt wurden. Wenn eine CVI jahrelang unbehandelt bleibt, dann ist die Durchblutung der Haut an Unterschenkeln und Füßen stark geschädigt. Bei der kleinsten Prellung entsteht dann ein offenes, schlecht heilendes Geschwür ("Ulcus cruris"). Die Behandlung dieser Ulcera ist langwierig und unangenehm. Alleiniges Eincremen mit diversen Salben genügt nicht als Behandlungsmaßnahme, führt im Gegenteil oft zu Salbenallergien. Gegen die zugrundeliegende Venenschädigung müssen Stützstrümpfe, Beinwickel und eventuell die Operation der Krampfadern eingesetzt werden. Wie bei allen flachen, sauberen Hautverletzungen lohnt ein Behandlungsversuch mit sogenannten "Hydrokolloidverbänden". Es handelt sich dabei um Spezialpflaster, die ideale Bedingungen für eine schnelle Wundheilung schaffen. Narben Bei jeder Verletzung wird der natürliche Aufbau der Haut zerstört. Typische Hautverletzungen mit Narbenbildung sind tiefe Hautentzündungen (Akne), Operationen, Tätowierungen, Verbrennungen. Bei der Wundheilung wird der Defekt durch Gewebszellen zusammengefügt und verschlossen. Dieses Ersatzgewebe bildet mehr oder weniger sichtbares Narbengewebe. Manche Menschen neigen dazu, große oder wulstförmige Narben zu bilden. Diese Neigung ist meist angeboren, kann aber auch Folge z.B. einer Wundverschmutzung sein. Narben können verschieden aussehen: groß und wuchernd, rot, hautfarben oder weißlich. "Hypertrophische" Narben nennt man große Narbenwucherungen, die sich auf das ehemalige Wundareal beschränken. "Keloide" nennt man Narben, die seitlich über die Wunde hinaus wuchern. Eingesunkene, geschrumpfte oder tiefe Narben entstehen, wenn zu wenig Bindegewebsfasern neu gebildet werden. Gerade nach Abszessen der Haut und nach schwerer Akne bilden sich nicht selten trichterförmige und eingezogene Narben. Häßliche Narben sieht man oft über bestimmten Körperregionen, nämlich Schultern und Brustbein. Viele Frauen fühlen sich durch Aknenarben entstellt. Narben verschwinden nie spurlos. Glücklicherweise "heilt" der Körper die Narben teilweise selbst: ca 9 - 18 Monate lang nach einer Verletzung werden Narben im allgemeinen immer "schöner", flacher, weicher und blasser. Daher sollte eine Beurteilung einer Narbe oder eine intensive (operative) Narbenbehandlung frühestens ein Jahr nach der Wundheilung beginnen. Nach Operationen oder sonstigen Hautverletzungen, wo eine häßliche Narbenbildung befürchtet werden kann, sollte man frühzeitig mit der vorbeugenden Narbentherapie beginnen. Es gibt verschiedene Salben, welche die Narbenbildung vermindert. Diese Salben müssen über längere Zeit (einige Wochen bis Monate) 2 mal täglich intensiv einmassiert werden. Spezielle Folien können - über Monate angewendet - Narben ebenfalls verkleinern. Auch das Anlegen eines ständigen Druckverbandes ist manchmal hilfreich. Manche Narben bilden sich zurück, wenn man mehrfach Kortison direkt in die Verhärtung spritzt. Auch durch Vereisung läßt sich manche Narbe verkleinern. Es gibt darüberhinaus verschiedene operative Verfahren, Narben zu behandeln: Abschleifen, Herausschneiden, Lasern. Immer muß bedacht werden, daß eine Verletzung der Haut durch die Operation die Narbenbildung unter ungünstigen Umständen weiter verstärkt und keine Methode die Narbe ganz verschwinden läßt. Leider wird die Behandlung von Narben von den Krankenkassen nur in Ausnahmefällen bezahlt. Weitere Infos unter Narbenbehandlung. Keratosis pilaris Eine häufige, mehr Frauen als Männer treffende Hautveränderung ist die Keratosis pilaris. Dabei bemerkt die Betroffene meist an den äußeren Oberarmen zahlreiche kleinste, harte, hautfarbene "Knötchen" (ohne Eiter, also keine "Pickel"). Die Haut ist meist trocken und leicht schuppend. Meist beginnen die Veränderungen in der Kindheit und verschwinden wieder um das 40. Lebensjahr. Es handelt sich dabei um harmlose, manchmal störende Verhornungen. Die Behandlung erfolgt äußerlich mit harnstoffhaltigen oder Vitamin-A-säurehaltigen Cremes. Viruswarzen Unter dem volkstümlichen Namen "Warzen" versteht man harmlose Hautwucherungen. Sie werden hervorgerufen durch eine Infektion der oberflächlichen Hautschichten mit sogenannten "Warzenviren" (wissenschaftlich: humane Papillomviren). Wir kennen heute über 40 verschiedene Arten von Warzenviren. Warzen können an folgenden Körperstellen entstehen: - Hände und Füße (Verrucae vulgares) - Fußsohlen ( Verrucae plantares = Mosaikwarzen, Stechwarzen) - Gesicht und Handrücken ( Verrucae planae juveniles) - Geschlechtsorgane (Condylomata acuminata = Feigwarzen) - selten an Rumpf, Hals, der Mundschleimhaut usw. Warzen entstehen durch Kontakt mit Menschen oder Gegenständen, an denen die Warzenviren schon vorhanden sind. Warzen können, müssen aber nicht ansteckend sein. Sie sind nicht bösartig und heilbar. Sie haben mit Krebs nichts zu tun, auch wenn sie im Einzelfall sehr schnell an der Haut wuchern können. Bei der Warzenbehandlung bedarf es oft großer Geduld. Bei manchen Menschen kann es immer wieder zu Rückfällen kommen - entweder weil die Warzenviren trotz der Behandlung unentdeckt in der Haut weiterexistierten, oder weil man sich neu infiziert hat. Glücklicherweise heilen sehr viele Warzen von alleine ab. Es gibt zahlreiche Behandlungsarten, die je nach Warzenart und befallenem Körperteil individuell ausgesucht und angewendet werden müssen. Erfolgreich helfen kann jede Behandlung nur bei konsequenter Anwendung über mindestens 1-2 Monate. Folgende Behandlungsverfahren stehen zur Verfügung: Aufweichen der Warzen, Austrockung, Abtragen der Warzen entweder selbst mit Hornhauthobel, dem Skalpell oder mit einer Elektroschlinge, Zerstörung mit Säurelösungen, Ausschneiden der Warzen, Vereisung. Einige dieser Behandlungsverfahren können zu Hause durchgeführt werden. Oft ist die Rede davon, daß man Warzen durch "besprechen", durch Schneckensaft, Pflanzensäfte, Urin usw. erfolgreich behandeln kann. Aus wissenschaftlicher Sicht handelt sich bei diesen Erfolgen der sogenannten "Suggestivtherapien" wahrscheinlich um eine Warzenvernichtung durch starke Immunstimulierung. Der Glaube kann bekanntlich Berge versetzen - und Warzen vernichten. Nur ist der Erfolg solcher Methoden sehr ungewiß, weshalb sie sich nicht für eine ärztliche Therapie eignen. Alterswarzen, seborrhoische Keratosen Alterswarzen sind Hautveränderungen, welche die Mehrzahl aller Menschen nach der Lebensmitte an der Haut entwickeln. Meist sind sie erbs- bis münzgroß, braun oder schwarz gefärbt. Die oft gefurchte, glatte Oberfläche kann kugelig, warzig, flach oder wachsartig aussehen. Seborrhoische Warzen entstehen durch Hornhautwucherungen und Bildung von kleinsten Hornkügelchen in der obersten Hautschicht. Es ist unbekannt, was die Bildung dieser "Wucherungen" auslöst. Alterswarzen haben mit Krebs nichts zu tun. Da Alterswarzen für den Laien aber wie schwarzer Hautkrebs aussehen können, sollte man sie immer wieder einmal kontrollieren lassen. Alterswarzen sind heilbar, indem man sie chirurgisch beseitigt. Andere Behandlungsarten gibt es nicht. Das Wegoperieren von Alterswarzen ist aus medizinischer Sicht nur in seltenen Fällen notwendig - außer wenn sie aus kosmetischen Gründen stören. Anorexia nervosa, BulimieAnorexia nervosa und Bulimie sind psychosomatische Eßstörungen, die mit typischen Folgeerscheinungen an der Haut einhergehen und daher hier kurz angesprochen werden. Betroffen sind fast ausschließlich Mädchen und junge Frauen zwischen 15 und 23. Fast 4 % aller Frauen sollen darunter in ihrer Jugend leiden. Anorektikerinnen legen sich selbst eine strikte Fastendiät auf, sodaß sie stark abmagern. Anorexie führt zu tiefgehenden hormonellen Störungen, Stoffwechselveränderungen und zahlreichen Störungen innerer Organe. Die oft sehr leistungsorientierten Frauen können ihre schwere Krankheit nicht selbst erkennen, sodaß das ausgeprägte Untergewicht letztlich nicht selten zum Tod führen. Bulimikerinnen essen dagegen während typischer Heißhungerattacken sämtliche verfügbaren Nahrungsmitteln - um sich dann jedoch heimlich der nahrung durch Erbrechen und mit Abführmitteln zu entledigen. Anorektikerinnen nehmen also nicht genug Nahrung zu sich; Bulimikerinnen erbrechen alles wieder, bevor die Speisen verdaut werden. Anorektikerinnen sind dünn, Bulimikerinnen können auch normalgewichtig sein. Immer besteht bei ihnen die feste Überzeugung, zu dick zu sein. Im Gegensatz zu Menschen, die gezwungenermaßen hungern müssen und unter Mangel sämtlicher Nährstoffe leiden, nehmen Anorektikerinnen ein Mindestmaß von Proteinen zu sich. Dank ausreichender Vitaminzufuhr leiden sie auch nicht indem Ausmaß unter den typischen Hautschäden durch Vitaminmangel wie "normale" Hungernde. Kalte Hände und Füße, sogar blaue Finger und Zehen findet man häufig bei Anorexie. Die Haut wird dünner, das Unterhautfett nimmt stark ab, die Immunreaktion der Haut ist deutlich herabgesetzt. Fast 3/4 aller Anorektikerinnen entwickeln aus unbekannten Gründen eine leicht gelbgefärbte Haut als Ausdruck einer Karotinämie. Der häufige Mißbrauch von Abführmitteln und Diuretika (harntreibende Medikamente) hat ebenfalls charakteristische Hautschäden zur Folge. Bei Bulimie findet der aufmerksame Untersucher typische Hautveränderungen an Mund, Zähnen und Lippen, die durch das ständige Erbrechen säurehaltigen Mageninhalts entstehen. An den Fingern, mit denen die Frauen das Erbrechen auslösen, kann sich eine dickes Hornpolster (Callus) ausbilden. Bei jedem Verdacht auf Anorexie oder Bulimie muß eine psychiatrische Untersuchung und Behandlung in Spezialkliniken erfolgen. Die betroffenen Frauen leugnen lange Zeit, daß überhaupt ein Eßproblem besteht. Beide Krankheiten erfordern viel Erfahrung vom Psychotherapeuten und sollten von der Familie niemals verleugnet, beschönigt oder unterschätzt werden. Raynaud-Syndrom und Kollagenosen Das Raynaud Syndrom ist ein typisches und häufiges Krankheitsbild jüngerer Frauen. Die Beschwerden sind ganz typisch: plötzliche Weißfärbung der Finger, nach einigen Minuten schmerzhafte Blaufärbung oder seltener Rötung der gleichen Areale. Zugrunde liegt eine anfallsweise Engstellung der Blutgefäße der Finger (Weißfärbung). Wenn der "Gefäßkrampf" nachläßt, werden die Finger blaurot. Dauer, Stärke und Häufigkeit der Anfälle variieren, meist wiederholen sich die Attacken mindestens 2 Jahre lang vor allem im Winter. Bei langer Krankheitsdauer können die Finger dauerhaft geschädigt werden, während einzelne Anfälle harmlos sind. In vielen Fällen kann auch die ärztliche Untersuchung nur Kälte als Auslöser aufdecken,ohne eine eigentliche Ursache zu entdecken. Manchmal allerdings läßt sich eine Grunderkrankung finden: seltene Blutkrankheiten, Vergiftungen, Medikamente, anatomische Veränderungen des Schulter-Hals-Bereichs, Gefäßkrankheiten, neurologische Krankheiten...Eine gründliche Untersuchung ist stets erforderlich, da die Raynaud-Beschwerden erstes Anzeichen einer gefährlichen Bindegewebserkrankung sein könnte (Kollagenose). Es existieren vielfältige medikamentöse Behandlungsansätze. Genauso wichtig sind aber allgemeine Maßnahmen zur Durchblutungsförderung. Kälte sollte gemieden werden, elektrische Handwärmer sind hilfreich, und viele physikalische und naturheilkundliche Behandlungsverfahren können die Durchblutung zusätzlich verbessern. Lidekzeme Rötung, Schuppung und Schwellung der zarten Haut der Augenlider können für Patientin und Hautarzt zu erheblicher Frustration führen. Die folgende Aufzählung der zahlreichen Ursachen für diese Art der Hautreizung zeigt, wie kompliziert die Diagnose sein kann: Atopisches Ekzem, Schuppenflechte, Urticaria, Konjunktivitis, Allergie gegen Kosmetika, Nickelallergie, Bakterieninfektion, Sonnenunverträglichkeit, Reibeeffekt beim Neurodermitiker. Allergien gegen Mascara, Lidschatten, Puder usw. sind selten der Auslöser. Leider kann manchmal eine eindeutige Ursache nicht gefunden werden. Oft läst das Zusammentreffen verschiedener äußerer Reize (Sonne plus Wind plus "scharfe" Kosmetik plus Reiben...) das Lidekzem entstehen. Während der Ursachensuche sollten keinerlei Kosmetika verwendet werden. Entzündungshemmend wirken feuchte Umschläge mit schwarzem Tee. Kosmetik-Intoleranzsyndrom Selten sehen Hautärzte Patientinnen, die auf sämtliche Kosmetika mit Rötung und Brennen der Gesichtshaut reagieren. Oft steht am Anfang dieses bedauernswerten Zustandes eine leichte Reizung, die mit kortisonhaltigen Cremes behandelt wurde. Zuweilen liegt ein sogenanntes seborrhoisches Ekzem zugrunde, das mit zu häufigen Gesichtswäschen bearbeitet wurde. Die Behandlung beginnt mit dem Weglassen sämtlicher Seifen, Pflegecremes, Kosmetika usw. Allergien müssen natürlich ausgeschlossen werden. Während 6-12 Monaten dürfen ausschließlich Kosmetika benutzt werden, die mit dem Hautarzt abgesprochen sind. Falls die Patientin sehr unter Ihren Beschwerden leidet, wird der Arzt möglicherweise die Konsultation eines Psychotherapeuten vorschlagen. "Gibt es Gesundheitsrisiken durch Kosmetika?"Von einem bekannten Hautarzt soll folgender geistreicher Satz stammen: "Kosmetik bedeutet viel Einbildung und wenig Wirkung, aber im Vergleich zur Wirkung viele Risiken". Stimmen die Befürchtungen wirklich, daß Kosmetika gesundheitlich riskant werden können? Kosmetika sind generell in der Anwendung sehr sicher. Solange Sie als Anwenderin nicht unter Hautkrankheiten leiden, solange keine Kontaktallergie gegen einen Inhaltsstoff vom Allergologen nachgewiesen wurde, solange lohnt für die meisten Frauen der Blick auf die Liste der Inhaltsstoffe nicht. Die gesunde Verbraucherin kann auf die Sicherheitstests der Industrie vertrauen. Allerdings sollen doch ca. 5 % aller Frauen irgendwann einmal eine (meist schwache) Unverträglichkeitsreaktion auf ein Kosmetikum erleben. Es ist dann Aufgabe des Hautarztes, die Ursache dieser Unverträglichkeit zu finden. Andere, gefährlichere Risiken bestehen praktisch nicht. Dies wird schon durch gesetzliche Regelungen gewährleistet - seit 1976 sind in der "Kosmetik-Verordnung" die Verwendung von mehr als 700 Inhaltsstoffen geregelt. Gelegentlich kann man auf Seiten von besonders engagierten Verbraucherschützern eine übertriebene Furcht vor "künstlichen", fraglich krankmachenden Zutaten erkennen. Besonders Konservierungsmittel geraten immer wieder in die Kritik. Dabei verursachen nicht diese Stoffe am häufigsten Allergien und Hautreizungen, sondern die wohlriechenden Duftstoffe und auch Sonnenschutzsubstanzen. Lipide und Proteine in Hautcremes bieten ideale Wachstumsbedingungen für Bakterien, Viren und Pilze, wenn sie im feuchten und warmen Badezimmer gelagert werden. Um dies zu verhindern, ist der Zusatz von Konservierungsstoffen fast immer unumgänglich. In Streßsituationen kann jede Haut empfindlich reagieren: rote Flecken und kleine Ekzemherde zeigen die Überforderung an. Manchmal wird auch ein immer gut verträgliches Kosmetikum plötzlich nicht mehr toleriert. Nicht selten ist die Ursache darin zu finden, daß sich der Hautzustand aufgrund von Krankheit, hormonellen Veränderungen, Alterungsprozessen o.ä. verändert hat und die alte Pflege daher nicht mehr "paßt". Die beste Abhilfe: eine Woche lang auf jede Kosmetik verzichten, nur morgens und abends eine Grundreinigung mit Reinigungsöl oder lauwarmer Milch. Danach sollte eine neue Pflegeserie für "empfindliche Haut" erprobt werden, um ein passendes Pflegeprodukt zu finden. Oft genügt eine einfache Allzweckcreme zur täglichen Pflege. Eine gut verträgliche Kosmetikserie sollte nicht gewechselt werden. Sollte sich tatsächlich einmal hartnäckig Rötung und Juckreiz entwickeln, so hilft der Hautarzt bei der Ursachensuche. Einen vernünftigen vorbeugenden Schutz gegen diese (minimale) Gefahr durch Kosmetika gibt es nicht, solange man auf die äußerliche Verschönerung nicht verzichten will. Keine Hilfe bietet die Deklarierung der Inhaltsstoffe bei der Frage, ob unerwünschte Verschmutzungen mit Pestiziden, Formaldehyd, Dioxin usw. in Kosmetika vorhanden sind. Hier ist der Verbraucher auf die Untersuchungen von Verbraucherschutzorganisationen (oder z.B. vom Öko-Test-Magazin) angewiesen. Nachgewiesene Gesundheitsschädigungen durch Schadstoffspuren in Kosmetika sind allerdings in den letzten Jahren niemals dokumentiert worden. Die regelmäßigen Untersuchungen unabhängiger Institute schüren daher zuweilen ungerechtfertigte Ängste, stellen aber für Ärzte und Verbraucher oft die einzige Informationsquelle über Schadstoffbelastungen dar und üben eine wichtige Kontrollfunktion aus (weitere Informationen über Schadstoffbelastungen folgen im Abschnitt über "Naturkosmetik"). Weitere Infos zur Auswahl von Kosmetika und Hautpflege siehe unter Hautpflege. Viele weitere Informationen zu Hauterkrankungen finden Sie auf den übrigen Textseiten unserer Homepage und in unserern Patientenratgebern. Ihr Praxisteam Dr Bresser Peschelanger 11 81735 München 089-677977 www.drbresser.de Diese Seiten dienen der Information unserer Patienten. Jede Vervielfältigung, auch ausschnittweise, ist nur für den persönlichen Gebrauch gestattet. Copyright Dr Bresser
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