Dr. med. Harald BresserFacharzt für Dermatologie und VenerologieFacharzt für Anästhesiologie Zusatztitel der Ärztekammer: Allergologie, Naturheilverfahren, Umweltmedizin, Akupunktur Zertifizierte Qualifikationen: Lasertherapie, Ambulante Operationen, medizinische Kosmetik |
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Hauttyp und Pflege
Von jeder Seite Ihrer Lieblingszeitschrift lachen Ihnen Traumfrauen entgegen: perfekte Frisur, perlengleich schimmernde Haut, rosige Wangen, verführerischer Blick. Sie werben mit ihrem Aussehen für Kosmetikprodukte. Sie wären wie diese Frauen - wenn Sie wie ein Mannequin zum Abendessen Joghurt und Mineralwasser essen, abends um 9 Uhr ins Bett gehen und vor jedem Ausgang stundenlang von Stylisten, Haarkünstlern, Kosmetikerinnen, Starfotographen und Ankleiderinnen bearbeitet würden. Körperpflege und medizinische Kosmetik machen Sie natürlich nicht zur Glamourgöttin - sie schlagen aber Brücken von Traumwelten zum Alltag. Die tägliche Körperhygiene hält unsere Haut sauber, gesund und schön. Medizinische Kosmetik dient darüberhinaus der Vorbeugung von Hautkrankheiten, Schutz vor Umweltschadstoffen, Verbergen von Schönheitsmakeln. Ein gepflegter Körper hebt das persönliche Ansehen, steigert Selbstwertgefühl und Lebenslust. Eine selbstverständliche Erkenntnis? In der Antike wohl, und selbst im "finsteren" Mittelalter fand der Mensch seine Freuden beim gemeinsamem Bad. Der Gang ins öffentliche Badehaus war für alle städtischen Einwohner üblich und oft in die Arbeitszeitregelung aufgenommen. Das "Badgeld" konnte als Sondervergütung zum Lohn gehören. Die Sitten änderten sich, und im 17. Jahrhundert war Wasser als gesundheitsschädlich verschrien. Niemand wusch sich, stattdessen sollte die Unterwäsche Schweiß und Schmutz aufnehmen. Bis zum Einzug des privaten Badezimmers nach dem 2. Weltkrieg verschlang die tägliche Wäsche viel Mühe und Zeit. Auch heute verbringt die durchschnittsdeutsche Frau rund ein Jahr ihres Lebens mit Körperpflege. Die richtige Hautpflege fällt aus anderen Gründen als früher schwer: Was ist das individuell richtige Schönheitsprodukt bei dem unübersehbaren Angebot an Reinigungs- und Pflegemitteln für Haut und Haar? Kein Wunder, daß die Käuferin von immer neuen Hautpflegeserien verwirrt wird. Kosmetik ist Big Business: Allein mit "medizinischen" Pflegeprodukten werden jährlich ca. 300 Millionen DM umgesetzt, mit Körperpflegemitteln im weiteren Sinn sogar mehr als 15 Milliarden DM. Dabei will doch jeder einzigartig sein, aber nicht aus dem Rahmen fallen; viele wollen mit der Mode gehen, aber ihre Individualität bewahren. Allgemeingültige Empfehlungen für die eine oder andere Pflegeserie kann ich als Hautarzt leider nicht aussprechen, denn zu unterschiedlich sind die Bedürfnisse jeder Frau. Die Verbraucherin kann sich im allgemeinen auf die Qualität kosmetischer Produkte verlassen. Angesichts der zahlreichen Inhaltsstoffe in Kosmetik ist es erstaunlich, daß nicht mehr Frauen unter Hautirritationen leiden. Allergisierende blaue oder grüne Farbstoffe in Lidschatten werden weniger verwendet, Sonnenschutzmittel sind angenehmer und zuverlässiger in der Handhabung geworden. Bei unabhängigen Test werden die ästhetischen und dermatologischen Eigenschaften der meisten Schönheitsmittel positiv bewertet. Die wirklich wichtigen Pflegeeigenschaften einzelner Produktlinien werden allerdings immer ähnlicher. Wer für sich persönlich die passenden Produkte auswählen möchte, sollte zuerst die eigenen Bedürfnisse erforschen: "Zu welchem Hauttyp gehöre ich?" "Suche ich ein gut verträgliches, möglichst preiswertes Produkt?" "Lege ich Wert darauf, die neueste Entwicklung eines Herstellers mit gutem Namen zu erwerben?" "Steht für mich im Vordergrund, daß keinerlei Schadstoffe enthalten sind?" "Dürfen bei der Entwicklung auch Tierversuche angewendet worden sein?" Ein Allzwecksuperkosmetikum, welches immer für jede Frau die ideale Pflege bietet, wird es leider nie geben - aber für jede Frau gibt es das individuell passende Produkt. Die Folgen einer ungesunden Lebensführung und die Vorboten des Alters wird allerdings auch das beste und teuerste Kosmetikum auf Dauer nicht verbergen können. Inhaltsstoffe von Kosmetika Auf der Verpackung vieler Kosmetika findet man eine lange Liste ihrer Bestandteile. Grundsätzlich werden bei diesen "deklarierten" Kosmetika wie bei Nahrungsmitteln die Inhaltsstoffe in absteigender Reihenfolge ihres Gewichtsanteils aufgelistet. Oft stehen die in der Werbung groß herausgestellten, wunderbar neuen Inhaltsstoffe ganz am Ende der Liste; sie sind also nur in ganz geringen Mengen enthalten. Noch vor wenigen Jahren hielten es fast alle Hersteller von Kosmetika für überflüssig, die Zusammensetzung ihrer Produkte auf der Packung anzugeben. Verbraucher- und Umweltschutzverbände, Ärzteverbände und Ökozeitschriften haben sich große Verdienste dabei erworben, die Volldeklaration langsam durchzusetzen. Ab 1997 müssen alle Hersteller sämtliche Inhaltsstoffe auf den Verpackungen angeben. Für die besonders engagierte und interessierte Frau rentiert die Anschaffung eines speziellen, lexikonartigen Büchleins mit alphabetischer Aufschlüsselung und Bewertung dieser Substanzen (Literaturhinweis im Anhang). Bei einer Übersicht über fast 2000 Kosmetik-Inhaltsstoffen sollten kaum Fragen offen bleiben. Viele Hersteller stellen auf Anfrage firmeneigene Broschüren mit Erläuterungen zu den Inhaltsstoffen der eigenen Produkte zur Verfügung. Ärzte können sich über die Bedeutung einzelner Chemikalien z.B. in der sogenannten "Blauen Liste" informieren, in der sämtliche bedenklichen Substanzen in Kosmetika aufgelistet sind. Die meisten Käuferinnen können verständlicherweise mit den lateinischen und englischen Chemiebegriffen der sogenannten "Volldeklaration" auf dem Etikett wenig anfangen. Äußerst wichtig ist die Tabelle der Ingredienzien für den Allergologen und seine Patientin, wenn eine Allergie gegen einen Salbeninhaltsstoff, Duftstoffe, oder andere Kosmetikbestandteile besteht. Betroffene Personen können unverträgliche Produkte nur meiden, wenn sie auf der Verpackung "ihren" allergenen Stoff erkennen können. Nur bei Volldeklaration aller Inhaltstoffe ( z.B. nach den amerikanischen CTFA-Richtlinien) kann die Käuferin erkennen, ob in Shampoons, Pflegecremes, Zahnpasta oder Eyeliner Stoffe enthalten sind, die sie meiden muß. Manche Hautärzte würden statt der Deklaration aller Inhaltsstoffe allerdings eine abgeschwächte Form bevorzugen - nur die bedenklichen Stoffe sollten nach ihrer Meinung auf der Packung stehen. Gesundheitsrisiken durch Kosmetika Von einem bekannten Hautarzt soll folgender geistreicher Satz stammen: "Kosmetik bedeutet viel Einbildung und wenig Wirkung, aber im Vergleich zur Wirkung viele Risiken". Stimmen die Befürchtungen wirklich, daß Kosmetika gesundheitlich riskant werden können? Kosmetika sind generell in der Anwendung sehr sicher. Solange Sie als Anwenderin nicht unter Hautkrankheiten leiden, solange keine Kontaktallergie gegen einen Inhaltsstoff vom Allergologen nachgewiesen wurde, solange lohnt für die meisten Frauen der Blick auf die Liste der Inhaltsstoffe nicht. Die gesunde Verbraucherin kann auf die Sicherheitstests der Industrie vertrauen. Allerdings sollen doch ca. 5 % aller Frauen irgendwann einmal eine (meist schwache) Unverträglichkeitsreaktion auf ein Kosmetikum erleben. Es ist dann Aufgabe des Hautarztes, die Ursache dieser Unverträglichkeit zu finden. Andere, gefährlichere Risiken bestehen praktisch nicht. Dies wird schon durch gesetzliche Regelungen gewährleistet - seit 1976 sind in der "Kosmetik-Verordnung" die Verwendung von mehr als 700 Inhaltsstoffen geregelt. Gelegentlich kann man auf Seiten von besonders engagierten Verbraucherschützern eine übertriebene Furcht vor "künstlichen", fraglich krankmachenden Zutaten erkennen. Besonders Konservierungsmittel geraten immer wieder in die Kritik. Dabei verursachen nicht diese Stoffe am häufigsten Allergien und Hautreizungen, sondern die wohlriechenden Duftstoffe und auch Sonnenschutzsubstanzen. Lipide und Proteine in Hautcremes bieten ideale Wachstumsbedingungen für Bakterien, Viren und Pilze, wenn sie im feuchten und warmen Badezimmer gelagert werden. Um dies zu verhindern, ist der Zusatz von Konservierungsstoffen fast immer unumgänglich. In Streßsituationen kann jede Haut empfindlich reagieren: rote Flecken und kleine Ekzemherde zeigen die Überforderung an. Manchmal wird auch ein immer gut verträgliches Kosmetikum plötzlich nicht mehr toleriert. Nicht selten ist die Ursache darin zu finden, daß sich der Hautzustand aufgrund von Krankheit, hormonellen Veränderungen, Alterungsprozessen o.ä. verändert hat und die alte Pflege daher nicht mehr "paßt". Die beste Abhilfe: eine Woche lang auf jede Kosmetik verzichten, nur morgens und abends eine Grundreinigung mit Reinigungsöl oder lauwarmer Milch. Danach sollte eine neue Pflegeserie für "empfindliche Haut" erprobt werden, um ein passendes Pflegeprodukt zu finden. Oft genügt eine einfache Allzweckcreme zur täglichen Pflege. Eine gut verträgliche Kosmetikserie sollte nicht gewechselt werden. Sollte sich tatsächlich einmal hartnäckig Rötung und Juckreiz entwickeln, so hilft der Hautarzt bei der Ursachensuche. Einen vernünftigen vorbeugenden Schutz gegen diese (minimale) Gefahr durch Kosmetika gibt es nicht, solange man auf die äußerliche Verschönerung nicht verzichten will. Keine Hilfe bietet die Deklarierung der Inhaltsstoffe bei der Frage, ob unerwünschte Verschmutzungen mit Pestiziden, Formaldehyd, Dioxin usw. in Kosmetika vorhanden sind. Hier ist der Verbraucher auf die Untersuchungen von Verbraucherschutzorganisationen (oder z.B. vom Öko-Test-Magazin) angewiesen. Nachgewiesene Gesundheitsschädigungen durch Schadstoffspuren in Kosmetika sind allerdings in den letzten Jahren niemals dokumentiert worden. Die regelmäßigen Untersuchungen unabhängiger Institute schüren daher zuweilen ungerechtfertigte Ängste, stellen aber für Ärzte und Verbraucher oft die einzige Informationsquelle über Schadstoffbelastungen dar und üben eine wichtige Kontrollfunktion aus (weitere Informationen über Schadstoffbelastungen folgen im Abschnitt über "Naturkosmetik"). Kosmetika und Werbung Die Eigenschaften der meisten Kosmetika ähneln sich, denn jeder Hersteller weiß natürlich, worauf es bei der Komposition von Pflegeprodukten ankommt. Es gibt in der Kosmetik keine wirklichen Geheimnisse, da Neuentwicklungen sehr rasch von anderen Firmen kopiert werden. Neue Produktlinien, deren "revolutionäre Eigenschaften" in der Kosmetikwerbung herausgestellt werden, stammen nicht aus Forschungslabors sondern den Werbeabteilungen. Besonders beliebt bei Publikum und Werbung sind zur Zeit die Themen "Natur", "Ökologie" und "Faltenschutz". Das Werbunggetöse um eine neue Wundersubstanz hat ihr Ziel erreicht, wenn die skeptische Verbraucherin sich nur einmal sagt: "Vielleicht ist ja was dran?". Im Erzeugung von Propagandamythen ist die Kosmetikewerbung unübertroffen. Es gibt z.B. keinerlei Beweise, daß Umweltverschmutzung tatsächlich Falten erzeugt und die Haut rascher altern läßt, viele Menschen glauben aber aufgrund der Kosmetikwerbung inzwischen daran. Anzeigen suggerieren die phantastischsten Dinge: Junge Haut durch Elastin und Kollagen; vitalisierte Zellbildung in den Zellkernen durch Aminosäuren, Entgiftung der Haut durch Kräuter und Radikalenfänger; aktivierte Zellatmung und Schadstoffschutz durch Sauerstoff; Faltenglättung durch Fruchtsäurekosmetik, Hauternährung durch Pflegecremes usw. Natürlich sind die jeweils eigenen Vitamine, Proteine, Aminosäuren, Kräuter, Öle, Fruchtsäuren viel wirksamer als die der Konkurrenz. Um es ganz deutlich zu sagen: keine einzige der genannten Behauptungen ist belegbar. Wenn ein Pflegeprodukt tatsächlich irgendeine grundlegende Hautfunktion verbessern oder eine Störung heilen könnte, müßte es automatisch als Medikament verkauft werden. Werbebotschaften sind auch die Etiketten "ohne Tierversuche" und "auf natürlicher Basis". Kein Kosmetikum kann völlig auf Inhaltsstoffe verzichten, die auch an Tieren getestet wurden (siehe unten), und Naturstoffe garantieren keine gute Verträglichkeit. Eine "natürliche" Basis einer Creme sagt überhaupt nichts aus über die Qualität des Produkts. Auch gibt es keine "porentiefe" Reinigung. Aggressive Reinigungsmittel (z.B. auf Alkoholbasis) entfernen zwar mehr Fett von der Hautoberfläche, sie trocknen aber stärker aus und reizen die Haut vermehrt. Wer glaubt wirklich daran, daß Elisabeth Taylor, Steffi Graf oder Paloma Picasso irgendetwas von der Zusammensetzung von Kosmetika oder der Komposition von Parfums verstehen? Sie verkaufen ihren Namen und ihr Image für sehr viel Geld an die meistbietenden Kosmetikfirmen, ohne den geringsten Einfluß auf die Zusammensetzung "ihrer" Produkte. Ein weiterer durchsichtiger Werbegag ist die Behauptung: "dermatologisch getestet". Die Käuferin glaubt, quasi unter dem Schutz eines Hautarztes zu stehen. Jedes Kosmetikum wird in den Produktionslabors sorgfältig getestet, damit es die gesetzlichen Auflagen erfüllen kann. Zusätzliche hautärztliche Testungen erfolgen nahezu ausschließlich in den Labors der Herstellerfirmen. Die wenigen Untersuchungen durch unabhängige Dermatologen werden fast immer von der Industrie im Rahmen großer Werbekampagnen "gekauft". Eine Creme zur "Straffung der Brust" wird beispielsweise damit beworben, daß sie in einer Schweizer Hautklinik erfolgreich getestet wurde. Ich habe zur fraglichen Zeit in dieser Klinik gearbeitet und weiß, daß die "wissenschaftlich-dermatologische" Testung das finanzielle Privatvergügen einer dort angestellten Ärztin war. Negative Ergebnisse solcher Untersuchungen werden niemals veröffentlicht, da die finanzierenden Unternehmen sich die Verwertung (und damit das Verschweigen) der Ergebnisse immer vorbehalten. Grundsätze der Haut- und Gesichtsreinigung Das tägliche Reinigungsprogramm für die normale Haut ist einfach: morgens und abends waschen mit Wasser und einem milden Syndet (siehe unten). Reines Leitungswasser ohne Seife eignet sich durchaus zur Hautreinigung, wenn nur Staub und Schweiß entfernt werden müssen. Gesichtswasser aus der Sprühdose hat keine wesentlichen Vorteile gegenüber normalem Wasser. Zur Beseitigung von fettigem Großstadtschmutz und festhaftenden Kosmetika benötigen wir dagegen fettlösende Seifen oder alkalifreie Syndets (s.u.). Das Gesicht reinigen die meisten Frauen sinnvollerweise mit speziellen, auf den Hauttyp abgestimmten Seifen oder Reinigungslösungen: Entfettende Lösungen bei glänzender, zu Akne neigender Fetthaut; milde, rückfettende Seifen bei trockener und empfindlicher Haut. Reizbare Gesichthaut toleriert manchmal Einmalwaschlappen aus Papier oder ein japanisches Schwammtuch besser als Waschlappen aus Stoff. "Normale Haut" (siehe Kap.2) reinigt man am besten mit rückfettenden Seifenstücken oder Gesichtsschaum. Bei trockener Haut sind Reinigungsöl oder Reinigungsmilch empfehlenswert. Frauen mit "Mischhaut" können sich mit pH-neutralen Waschgels und Syndets reinigen; auch Pflegesets für normale Haut sind oft geeignet. Die trockeneren Jochbeine und Wangen benötigen dann häufigeres Nachcremen als die ölige Nasen- und Stirnpartie. "Unreine Haut" bildet leicht Mitesser ("Komedonen"). Bei Neigung zu Pickeln sollten die Kosmetika "nicht komedogen" sein. Unreine Haut benötigt intensive, fettlösende Reinigung morgens und abends. Zu stark entfettende Seifen und Alkohollösungen könnten allerdings auch diese Haut reizen; spezielle Rubbelseifen und safte Reinigungsgels sind zu bevorzugen. Eine Nachreinigung mit menthol- oder kampferhaltigen Gesichtswässern ist sinnvoll. Gelmasken können 2-3 mal wöchentlich verwendet werden. Hilfreich gegen überschüssiges Fett sind japanische Papierblättchen (aus der Drogerie) - sie saugen Fett und Schweiß auf, ohne das Make-up zu verwischen. Gegen frische Pickel helfen desinfizierende Abdeckstifte. Auch Gesichtsdampfbäder bieten einfache, billige und wirksame Hilfe bei Hautunreinheiten und fettiger Haut. Dampf weicht dicke Hornschichten auf, fördert die Durchblutung und öffnet verstopfte Poren. Die Durchführung ist einfach: Man kocht Wasser in einem Topf, nimmt ihn vom Herd und gibt einige Blätter eines Heilkrauts oder ein Kräuteröl hinein (Lindenblüten, Schafgarbe, Lavendel oder Eukalyptus). Dann beugt man das Gesicht über die aufsteigenden Dämpfe (Achtung: Heiß!) und legt ein großes Decken zeltförmig über Kopf und Topf. Nach ca. 10 Minuten Dampfbad können mit einem Lupenspiegel Mittesser und Pickel gesucht und ausgedrückt werden - aber nur mit papierumwickelten Fingern. Die richtige Technik ist wichtig, um unreife Pickel nicht zu reizen. Nicht kräftiges Herumquetschen, sondern nur sanftes Drücken ist erlaubt. Die richtige "Technik" kann bei jeder Kosmetikerin erlernt werden. Falsches Drücken kann sonst zu Entzündungen und Narben führen. "Trockene Haut" und "reife Haut" benötigen milde Reinigung mit rückfettende Syndets oder Reinigungsölen, danach eine fett- und feuchtigkeitsspendende Creme. Sehr fette Salben sollten allerdings eher gemieden werden. - lieber häufiger mit einer feuchtigkeitsspendenen Creme zwischenfetten. Ungeeignet für trockene Haut sind Gele, alkoholhaltiges Gesichtswasser und Milch/Lotionen. Auch kurze Wannenbäder mit Zusatz von Ölen oder Tote-Meer-Salz werden von vielen Menschen mit trockener Haut als wohltuend empfunden. Abschminkmittel und Reinigungslösungen nutzen Alkohol, um Fett, Schmutz und Talg von der Haut zu beseitigen. Wenn der Alkohol verdunstet, entsteht ein straffes und sauberes Hautgefühl. Manchmal werden Kampher und Menthol zugesetzt, um dieses Gefühl zu verstärken. Solche Reinigungslösungen können trockene Haut deutlich reizen und sind daher bei trockener und empfindlicher Haut nicht empfehlenswert. Neben der täglichen Grundreinigung ist bei keinem Hauttyp eine zusätzliche Reinigung erforderlich. Peeling-Masken ("Schälung") in größeren Abständen können die Haut allerdings vorübergehend leicht glätten. Durch Beimischen von Salicylsäure, Fruchtsäuren und anderen Chemikalien in niedrigen Konzentrationen entstehen leichte Hautschäl-Effekte auch bei Kosmetika. Der Peelingeffekt wirkt verstärkt bei Rubbelcremes und Reinigungsmasken. Rasch sichtbar ist die Wirkung des Peeling allerdings nur bei hochkonzentriertem medizinischen Peeling und manchen Aknecremes. Tägliches Peeling wäre sicher zuviel des Guten - nur stark verhornende, fettige Haut verträgt 3-4 mal pro Woche das chemische "Schmirgeln". Peelingartige Reinigungsprodukte auf natürlicher Basis (Mandelkleie, Hafer u.a.) werden von vielen Frauen als sehr angenehm empfunden - vorsichtig sollten allerdings Frauen damit walten lassen, die an einer Pollenallergie gegen Gräser, Getreide oder Nüsse leiden. Der Erfindungsreichtum der kosmetischen Industrie zeigt sich in den Entwicklungen immer neuer Reinigungssubstanzen. Reinigungswasser reinigt fettfrei. Es ist geeignet für Gesicht und Augen bei fettiger Haut. Reinigungsmilch ist etwas fetthaltiger, und damit vor allem für trockenere Haut empfohlen. Reinigungscremes entfernen auch stark deckendes Makeup von sehr trockener Haut. Oft muß mit Seife nachgewaschen werden. Fettfreies, stark wasserhaltige Reinigungsgel eignet sich für junge, ölige Haut. Keines dieser Produkte ist unentbehrlich, denn eine gezielte Reinigung mit hautfreundlichen Syndets ist genauso wirksam. Jede Reinigungsmaßnahme sollte durch ausgiebiges Abspülen mit klarem Wasser beendet werden. Tenside und Seifenreste können sich sonst lange auf der Haut festsetzten und zu chronischen Reizungen führen. Hinter einer "Seifenallergie" steckt häufig nur eine solche chronische Hautreizung durch Seifenreste. Wasser sollte nicht einfach auf der Haut lufttrocknen. Das entzieht der Haut zusätzliche Feuchtigkeit und trocknet aus. Entweder sollte in die feuchte Haut eine Pflegecreme einmassiert oder das Wasser abgetupft werden. Weder beim Reinigen noch beim Eincremen sollte man die Haut zu sehr zerren, da dies die elastischen Fasern im Lauf der Jahre sehr strapaziert. Leichtes Einstreichen oder sogar Einklopfen der gewohnten Feuchtigkeitscreme in die noch feuchte Haut regt die Durchblutung an, fördert den Lymphfluß; der Teint wirkt frischer und rosiger. Gesichtspflege mit Fruchtsäure-Kosmetik Seit 20 Jahren nutzen Ärzte Fruchtsäuren (= AHA = AlphaHydroxyAcids)) aus Äpfeln und Zitronen, aber auch Glykol-, Wein- und Milchsäure in höheren Konzentrationen zum medizinischen Peeling (näheres siehe Kap. 6). Fruchtsäuren lösen den Zellkitt der Hornschicht, bewirken eine verstärkte Abschuppung und machen so die Haut glatter und feinporiger. Seit einigen Jahren gibt es fruchtsäurehaltige Produkte auch für den Hausgebrauch als Kosmetika. Sie dürfen in Deutschland maximal 10% Fruchtsäuren enthalten, da sonst die Gefahr von starken Hautreizungen v.a. bei unvorsichtigem Gebrauch zu groß wäre. Diese Konzentration ist jedoch zu gering, um den von der Werbung behaupteten, hautglättenden Effekt zu erzielen. Außer einem leichten Kribbeln und Prickeln darf die Verbraucherin keine Effekte erwarten, welche über die von Feuchtigkeitcremes hinausgingen. Ein Versuch lohnt sich nur bei Cremes, die 8-10 % Fruchtsäuren enthalten. Sollte die Haut unter der Anwendung austrocknen, kann zusätzlich eine Feuchtigkeitscreme aufgetragen werden. Eine deutliche Hautreizung sollte Anlaß sein, die AHA-Creme weniger häufig zu benutzen. Für ein intensiveres Peeling mit höheren AHA-Konzentrationen sollte man sich an den Hautarzt oder die Kosmetikerin wenden (siehe Kap.6). Entfernung von Make-up Pflegeprodukte für die Haut können ihre Wirkung nur nach gründlicher Entfernung von Make-up-Rückständen entfalten. Auch wachsen Bakterien leichter auf Resten von Schmutz, Schweiß und Kosmetika. Aber nicht nur vernachlässigte Reinigung, sondern auch zuviel Sauberkeit kann der Haut schaden. Wenn die Haut schrundig "geschrubbt" wird, können Bakterien leichter eindringen. Rückfettende Seifen zum Entfernen von Makeup auf trockener Haut sind empfehlenswerter als Reinigungslösungen, da sie weniger reizen. Wenn häufig und intensiv Make-Up benutzt wird, können die Hautporen "verstopfen", Pickel und Akne sind die Folge. Zur Entfernung dicker Schminke hat sich folgendes Vorgehen bewährt: 1) Mit einer starken Reinigungsseife oder Milch erfolgt eine grobe Vorreinigung 2) Anschließend Schminkreste mit einem milden Reiniger oder einer milden Seife entfernen 3) Zum Schluß nach Bedarf vorsichtige Endreinigung mit einer Reinigungslösung, nach einigen Minuten Pflegecreme auftragen. . Seifen und Syndets Die meisten Menschen arbeiten heute in sogenannten "weißen" Berufen. Kaum jemand macht sich wirklich noch "die Finger schmutzig". Falls keine besonders schweißtreibende oder schmutzige Tätigkeit ausgeübt wird, genügt zur Hautreinigung am Körper eigentlich klares Wasser, da viele Schmutzstoffe wasserlöslich sind. Für die tägliche Seifenwäsche der "schwitzigen" Körperteile sollte eine möglichst milde Seife (z.B. eine Babyseife) benutzt werden. Viele Menschen haben allerdings ein stärkeres Reinigungsbedürfnis - oft aus Angst vor Körpergeruch oder übertriebener Krankheitsfurcht. Im tropischen Urlaub, bei schwerer körperlicher Tätigkeit oder im Krankenhaus ist eine ausgeprägte Körperhygiene und Hautwäsche zur Krankheitsvorbeugung natürlich unverzichtbar. Seife wird aus tierischen oder pflanzlichen Fetten durch Kochen mit Laugen hergestellt. Sie sind mehr oder weniger stark alkalisch (pH 8) und laugen daher den sogenannten "Säureschutzmantel" der Haut aus (der pH-Wert, mit dem auch in der Kosmetikwerbung gearbeitet wird, ist ein Ausdruck aus der Chemie für den Säuregrad einer Substanz). Der Säureschutzmantel besteht aus zahlreichen Fett- und Milchsäuren, welche die Haut selbst produziert. Dadurch ist die Haut leicht "sauer" ( pH Wert 5 - 5,5) und vor Krankheitskeimen geschützt. Durch häufigeres Seifenwaschen wird die Erholungsfähigkeit der Haut überfordert und die saure Schutzschicht nach der Reinigung nur noch unvollständig wiederhergestellt - die Haut wird trocken, schuppt und spannt. Letztlich kann sogar ein sogenanntes Seifenekzem entstehen. Sehr viele Handekzeme entstehen durch zu häufige Seifenwäschen, weshalb der Rat des Hautarztes bei Ekzemen häufig lautet: "Weniger waschen". Viel wichtiger als wohlduftende Pflanzenzusätze sind für die Qualität einer Seife die Substanzen, die den gestörten Fettfilm der Haut erneuern. Solche rückfettenden chemischen Stoffe sind im allgemeinen gut verträglich. Sie heißen z.B. Cetyl-Alkohol, Isopropylmyristat, Isopropylpalmitat, Lanolin (Wollwachs) oder Octyldodecanol. Zahlreiche andere Stoffe werden der Seife zugefügt, damit sie schöner aussieht, besser riecht und stärker schäumt: Aufheller, Farbstoffe, Antiseptika uvm. Schaum wird oft fälschlich mit Hautfreundlichkeit verwechselt. Tatsächlich bedeutet viel Schaum aber nur, daß sich reichlich hautauslaugende, fettlösende "Tenside" in dem Produkt befinden. Ca. 1 % der Seife sind Parfümstoffe, bei Luxusseifen sogar bis 4%. Deo-Wirkstoffe in der Seife sind aus medizinischer Sicht überflüssig, da nur unter den Achselnhöhlen, an den Füßen und den Genitalien unangenehmer Schweißgeruch entstehen kann. Deoseifen stören nicht nur die unangenehmen Bakterien dort am Wachstum, sondern auch die natürlichen, unentbehrlichen Hautkeime der übrigen Körper- und Gesichtshaut. Viele Hersteller konzentrieren sich zunehmend auf den Verkauf von Flüssigseifen (auch Syndets genannt). Wer auf Seifen empfindlich reagiert, findet vor allem in Syndets mit einem pH von 5,5 tatsächlich eine gute Alternative. Der Säureschutzmantel bleibt besser erhalten als bei Seifen, die Hornschicht quillt weniger stark. Aber auch Flüssigseifen haben Nachteile. Bei häufiger Anwendung können sie einer trockenen Haut tiefergreifend Fett entziehen und damit noch stärker austrocknen als Seife. Syndets benötigen darüberhinaus mehr Konservierungsstoffe als Seifen, die Allergisierungsgefahr ist daher größer. Viele Seifenhersteller werben übrigens mit dem Etikettaufdruck "pH-neutral" und suggerieren damit, daß sich ihr Produkt gegenüber der Haut neutral verhält. "pH-neutral" ist in Wirklichkeit oft nur ein verbrauchertäuschender Werbetrick und bedeutet in manchem Fall, daß die Seife einen pH von 7,0 besitzt (chemischer Neutral-Wert) - weit über dem Haut pH von 5,5. Reinigung mit Badeölen, Reinigungsölen Schonender und damit besser geeignet als Seifenwäsche ist für die empfindliche und trockene Haut die Reinigung mit Badeölen oder speziellen Reinigungsölen. Empfindliche Kinderhaut von gesunden Kindern, von neurodermitiskranken Kindern, aber auch von Erwachsenen mit sensibler Haut wird bei dieser Reinigungsart geschont und gleichzeitig gepflegt. Gehen Sie folgendermaßen vor: Haut anfeuchten (z.B. kurz duschen), ganze Haut mit Öl einreiben, danach warm abduschen. Beim Abtrocknen nicht rubbeln, sondern nur "tupfen" - beim Rubbeln wird der schützende Ölfilm auf der Haut beseitigt, beim Tupfen bleibt er erhalten. Wenn die Haut sich danach weich und geschmeidig anfühlt, benötigen Sie keine weitere Pflege mehr. Wußten Sie übrigens, daß der deutsche Kaiser Wilhelm I noch im 19. Jahrhundert im Berliner Stadtschloß kein brauchbares Badezimmer besaß? Das heiße Wasser für sein Samstagbad ließ er sich im Holzzuber aus dem "Hotel de Rome" herbeiholen. Napolen lebte fast 100 Jahre früher; er badete auf seinen Feldzügen täglich in einer Lederwanne - und gerade das galt merkwürdigerweise als Ausdruck proletarischer Gesinnung und Zeichen niederer Herkunft. Duschen und Wannenbäder Haben Sie auch schon einmal von den berühmten Milchbädern der Cleopatra gehört? Zur Zeit der Römer wurde viel gebadet. Bädern aus Stuten- und Eselsmilch, aus Kräutern und Fleischbrühe sagte man heilkräftige Wirkungen nach. Allerdings wußten die Römer auch, daß die Haut nach dem Bade gepflegt werden muß: Einsalbungen und Ölungen durch Sklavenhand waren selbstverständlicher Teil der Badeprozedur. Wir sollten uns an dieses Vorbild halten. Waschgele und Badesalz laugen die Haut genauso aus wie Seife. Duschen laugt insgesamt weniger aus als Baden, da der Wasserkontakt kürzer dauert und weniger aufweicht. Auch Wasser- und Energieverbrauch sind beim Duschen geringer. Berge von Badeschaum deuten auf reichlich entfettende Inhaltsstoffe hin und schaden damit der Haut. Mehr als zweimal pro Woche sollten Sie nicht ins Vollbad steigen, und dann nur ca. 20 Minuten lang und nicht zu heiß. Menschen mit trockener Haut oder Ekzemen und ältere Menschen sollten Badefreuden noch stärker abkürzen. Ein gewisser Schutz kann durch Ölzusätze im Badewasser erreicht werden, die sich beim Aussteigen als Film über die Haut legen. Kräuterzusätze im Badewasser können durchaus eine heilsame medizinische Wirkung entfalten: durch ihren Duft, durch Einatmen bestimmter Inhaltsstoffe, und direkt über die Haut. 2-in-1-Duschseifen Wenn Sie sich das Eincremen der Haut nach Dusche oder Bad sparen wollen, bieten sich sogenannte 2-in-1-Duschbäder an. Tatsächlich reinigen diese Syndets die Haut zufriedenstellend und enthalten zusätzlich eine rückfettende Pflegekomponente. Nur bei sehr trockener Haut ist trotzdem ein Nachcremen notwendig. Ihre Schaumbildung ist allerdings schlechter als die von normalen Duschbädern - der Verbraucher neigt daher dazu, zuviel zu verwenden. Spezielle 2-in-1-Produkte für Kinder sind überflüssig, da kein wesentlicher Unterschied zu den Produkten für Erwachsene besteht. Feuchtigkeitscremes, Tagescremes 90% aller Frauen benutzen zumindest eine pflegende Tagescreme. Aussehen und Jugendfrische der Haut hängen entscheidend von ihrem Feuchtigkeitsgehalt ab: Spannkraft, Geschmeidigkeit und Elastizität sind bei praller, "feuchter" Haut höher. Feuchtigkeit bedeutet natürlich nicht, daß die Haut quasi "schwitzt". Es geht dabei um die Menge Wasser, die in der Hornschicht und der Haut gebunden ist. Ein Erwachsener hat etwa 10 Liter Wasser in seiner Haut gespeichert. Trockene Haut entsteht, wenn die oberste Hornzellschicht (Stratum corneum) Wasser verliert. Trockene Heizungsluft, ausgedehnte Sonnenbäder und die trockene Höhenluft im Gebirge oder im Flugzeug entziehen der Haut Feuchtigkeit, der Fett/Feuchtigkeitsschutzmantel leidet. Auch im Alter wird die Haut trockener, und damit schuppiger und faltiger. Eine wichtige Maßnahme dagegen ist - trinken. Tatsächlich wird Ihnen jedes Mannequin bestätigen, daß der reichliche Konsum von Mineralwasser ein Geheimnis von frischer, faltenfreier Haut ist. Die Industrie hat zahlreiche Feuchtigkeitscremes im Angebot, die das Austrocknen der Haut angeblich aufhalten oder umkehren können. Feuchtigkeitscremes wirken auf zweierlei Weise: sie verzögern oder verhindern Wasserverlust, darüberhinaus können einige von ihnen Wasser in der Hornzellschicht binden. Pures Wasser auf der Haut hilft selbst wenig - es verdunstet sofort und trocknet damit eher zusätzlich aus. Besonders hoch ist der Wassergehalt von sogenannter "Feuchtigkeitslotion" oder "Feuchtigkeitsmilch" - sie sind bei trockener Haut nicht empfehlenswert, ihre Feuchtigkeitswirkung ist gering. Trotzdem werden sie am meisten als Tagespflege verkauft - sie ziehen schneller ein und sind unmittelbar angenehmer in der Anwendung. Feuchtigkeitscremes für die Nacht enthalten mehr Fettbestandteile. Vielen Frauen sind diese etwas schmierigeren Pflegemittel unangenehm. Die speziellen Cremes für die Augenlider unterscheiden sich nur dadurch, daß irritierende und reizende Bestandteile der Tageslotion weggelassen werden, um das Auge zu schonen. In jeder Drogerie finden sie all diese Produkte für jeden Hauttyp. Feuchtigkeitscremes für Körper und Hände enthalten meist mehr Fett und ziehen daher langsamer in die Haut ein. Für trockene Körperhaut bieten sich als Alternative sogenannte Lipo-Lotiones an. Sie enthalten tropfenförmiges Fett, welches in einer angenehmen Milch aufgelöst ist und schnell einzieht. Wenn Ihre Haut nach dem Waschen trotz Pflege spannt, versuchen Sie einmal folgenden Tricks: 1) massieren Sie Ihre Pflegecreme in die noch feuchte Haut ein, oder feuchten Sie das Gesicht vor der Pflege an 2) tragen Sie vor der Creme ein Gel oder Serum auf; oft zieht die Creme dann besser ein. Auch ein medizinisches Öl als Pflege für sehr trockene Haut (Neurodermitis) sollte bei feuchter Haut eingerieben werden - die entstehende Emulsion zieht besser ein und klebt nicht. Der zweite Weg zu einer feuchteren Hautoberfläche besteht darin, Wasser aus der Luft oder aus tieferen Gewebeschichten in die Hornhaut zu ziehen und dort zu binden. Diese chemischen Feuchigkeitskomponenten sind in allen Pflegecremes vorhanden. Tatsächlich gibt es einige Substanzen, die in die Haut eindringen und dort bis zu 12 Stunden lang Wasser festhalten: z.B. Harnstoff (Urea), Aloe vera, Milchsäure (Lactic acid, Sodium lactate), Glycerin, Gelatine, Hyaluronsäure und Propylenglykol. Ein neuer Ansatz zur Hautpflege besteht darin, Hautlipide zu stabilisieren und zu ersetzen. Hautlipide sind spezielle Hautfette, welche bei der Regulierung der Wasserverteilung in der Haut eine große Rolle zu spielen scheinen. Vielen Feuchtigkeitsmitteln werden Vitamine, Pflanzenauszüge, Proteine und Lipide zugesetzt. Wissenschaftlich ist nicht erwiesen, ob diese Zusätze tatsächlich verschönernd wirken - in der praktischen Anwendung werden sie aber sehr oft als angenehm empfunden. Neuerdings wird häufig mit dem Zusatz von Liposomen geworben. Liposomen sind mikroskopisch kleine "Kapseln", die tiefer in die Haut eindringen und ihren Wirkstoff dort über viele Stunden langsam abgeben sollen. Ob Liposomen oder ähnlich aufgebaute Mikrokapseln tatsächlich die Erwartungen im kosmetischen Bereich erfüllen, ist bisher nicht eindeutig gesichert. Besonders beliebt ist zur Zeit der Zusatz von Vitamin E, C, und Betacarotin in Tagescremes. Es gibt ernsthafte Hinweise, daß diese Vitamine innerlich gegen schädliche "freie Radikale" wirksam vorbeugen. "Freie Radikale" sind schädliche Sauerstoffverbindungen, die u.a. Krebs und viele Alterungsprozesse verursachen sollen. Der Nutzen äußerlicher Anwendung ist aber mehr als fraglich - und rechtfertig keine überhöhten Preise für entsprechende Kosmetika. Es ist auch eine Frage von Geduld und Glück, die individuell passende Pflegecreme zu finden. Für die eine Frau ist es eine teure Luxuslotion, für die andere eine preisgünstige Allzweckcreme. Der Preis sagt dabei nichts über die Qualität. Reine Geldverschwendung ist auch das verschwenderisch dicke Auftragen von Pflegecreme: viel hilft hier nicht viel. Ein kleiner Test zeigt, ob zu viel verwendet wurde: wenn etwa 5 Minuten nach dem Eincremen ein Kleenex-Tuch auf die Haut gepreßt wird, sollten nur noch sehr geringe Spuren der Creme auf dem Tuch zu sehen sein. Die Meinung der Hautärzte über den Zusatz von Lichtschutzsubstanzen bei Tagescremes geht auseinander - einerseits ist ein positiver Effekt unbestreitbar, da die Sonnenalterung verlangsamt wird. Andererseits können Lichtschutzsubstanzen zu Allergien und Akne führen. Wenn Sie eher zu den Sonnenanbetern zählen, können Sie sich lichtschutzhaltige Tagescremes eher sparen, da ihr Effekt gegenüber Sonnenbädern zu vernachlässigen ist. Sinnlos und abzulehnen ist der Lichtschutzzusatz bei Nachtcremes. Oft ist der Lichtschutzzusatz in der Creme nur an dem Namenszusatz "schützend" erkennbar. Mein Rat: nur solche Tagescremes erwerben, die eindeutig über die Stärke des vorhandenen Lichtschutzes informieren. Falls der faltenverhütende Effekt der Lichtschutzmittel gewünscht wird, sollte auf einen hohen Lichtschutzfaktor (mehr als 10) geachtet werden. Der feuchtigkeitsspendende Effekt fast aller Tagescremes ist - laut unabhängigen Untersuchungen - erstaunlich gut. Schwerwiegende Nebenwirkungen müssen auch bei regelmäßiger Anwendung nicht befürchtet werden. Entscheidend für die Qualität einer Pflegecreme ist vor allem ihre Grundlage, während Collagen, Vitamine oder andere Zusätze kaum messbare Auswirkungen zeigen. In vielen Untersuchungen wurde nachgewiesen, daß der Preis einer Pflegecreme keinen Rückschluß auf die Qualität zuläßt - preiswerte Feuchtigkeitscremes können genausogut pflegen wie sehr teure. Prinzipiell erfüllen nahezu sämtliche Produkte hohe kosmetische Standards. Aus ärztlicher Sicht ist keinem eindeutig der Vorzug zu geben - die Anpassung an den individuellen Hauttyp sollte im Vordergrund stehen. Alle Cremes sollten nur auf die gereinigte Haut aufgetragen werden - Schmutz und Fett könnten die Wirkung der Creme sonst aufheben. Dies gilt allerdings nicht für Menschen mit Hautkrankheiten: bei ihnen kann es notwendig sein, eine gewisse Zeit auf jede Hautwäsche zu verzichten und Heil- oder Pflegecremes auf die ungereinigte Haut aufzutragen. Viele Grundierungen und Makeups passen nur zu glatter Haut - auf schuppender Haut wirken sie nicht. Bei Hauttrockenheit sollten Sie daher weniger Make-up um Augen, Mund und Falten auftragen. Besser wirken hier getönte Fluids und lichtreflektierende Abdeckcremes. Trocken Haut entwickelt übrigens nicht mehr Falten als fettige Haut. Fettige Haut sieht zwar vorübergehend glatter aus, die Zahl ihrer tiefen Altersfalten ist jedoch gleich hoch. Sonnenschutzmittel Alles zu Sonnenschutz, Sonnenschutzmitteln und Sonnenstudios siehe hier. Bräunungscremes, Selbstbräuner Bräunungscremes färben die oberen Hornschichten der Haut braun. Ihr wesentlicher Wirkstoff ist das Dihydroxyaceton (DHA) in Konzentrationen von 2-5 %. DHE ist ein künstlicher Zucker, der mit Eiweiß der obersten Hautzellen chemisch reagiert und die braun färbt. Selbstbräuner bieten keinerlei Sonnenschutz und haben außer dem Schönheitseffekt keine andere positive Wirkung, es sei denn, Sie benutzen einen Selbstbräuner mit eingearbeitetem Sonnenschutzmittel. Bräunungscremes sollten schnell, gleichmäßig und dünn auf die gereinigte Haut aufgetragen werden. Damit keine Streifen oder unregelmäßig Braunfärbungen entstehen, empfielt sich mehrfache, dünne Bräunung. Ideal ist ein leichtes Peeling vor der Anwendung. Waschen Sie danach die Hände, damit die Handinnenflächen nicht unnatürlich braun anfärben. Verhornte und behaarte Körperstellen benötigen weniger Creme. Auch Nach 2-3 Stunden sehen Sie die erste Wirkung, nach 4-6 Stunden ist die Bräunung abgeschlossen. Nach 3-5 Tagen schilfern die gebräunten Hautschichten ab, die Haut verblaßt wieder. Die Prozedur sollte jetzt wiederholt werden. Die Tönung wird bei hellem Teint meist zarter als bei dunklerem Hauttyp. Je dicker die Hornschicht, umso besser die Bräunung (Füsse, Knie und Ellbogen daher besonders dünn eincremen). Ein auffälliger Gelbton droht vor allem Frauen mit sehr dünner, blasser oder schlecht durchbluteter Haut. Manche Frauen benötigen mehrere Anwendungen, bevor ein Effekt sichtbar wird - andere reagieren überhaupt nicht. Da DHE die Haut austrocknet, sollte man nach dem Einziehen des Selbstbräuners die normale Tagescreme auftragen. Riecht eine Bräunungscreme sehr stechend, sollte man sie nicht mehr verwenden. Frisches DHE färbt Kleidung - vor allem Vorsicht bei Seide und Wolle. Zur Nachbräunung nach dem Urlaub ist Selbstbräunung weniger geeignet: die rascher schuppende Sonnenhaut färbt sich meist fleckig. Bräunungspillen enthalten Beta-Carotin und führen meist zu einem eher orangebraunen oder gelb-braunen, unnatürlichen Farbton. Sie sind ungefährlich, überzeugen aber kosmetisch kaum. Bleichcremes Bleichcremes werden zur Entfernung von Altersflecken und zur Behandlung bestimmter Hautkrankheiten vom Hautarzt verordnet. Die besten Bleichcremes enthalten ca. 2% Hydrochinon, 0,5% Hydrokortison und ca. 0,1% Retinoid. Über die Anwendung wird im Kap. 6 berichtet. Ein naturheilkundlicher Geheimtip gegen harmlose braune Hautflecken ist regelmäßiges äußerliches Auftupfen Zitronensaft. Manchmal kann Zitronensaft die Haut allerdings genau wie die chemischen Bleichmittel deutlich reizen. Wissenschaftliche Untersuchungen über die Bleichwirkung dieser Südfrucht gibt es allerdings nicht. Deodorantien Jedes Lebewesen besitzt einen individuell typischen, eigenen Geruch. Im Tierreich dient dieser Geruch der Partnerwahl, der Kommunikation, der Reviermarkierung, der Erkennung von Freund und Feind usw. Beim Mensch hat der Körpergeruch einen Großteil seiner wichtigen sozialen Signalfunktion verloren. Trotz aller Mühen wird es uns aber niemals gelingen, uns in ganz "geruchslose" Wesen zu verwandeln. Intensiver, unangenehmer Körpergeruch entsteht durch das Zusammentreffen von Schweiß und Bakterien. Schweiß allein ist geruchtslos. Wir besitzen allerdings auch richtige "Duftdrüsen" vor allem unter den Achseln und im Genitalbereich. Deodorants enthalten verschiedene chemische Substanzklassen, um Körpergeruch zu vermindern. Künstliche Duftstoffe überdecken den Eigengeruch, Antibiotika und Desinfektionsmittel in Deodorantien reduzieren die Menge der Bakterien auf der Haut, andere Inhaltsstoffe binden Geruch. Deos mit starkem "Eigengeruch" sind nicht wirksamer als dezente Deos. Deos sind übrigens auch kein Ersatz für die Hautwäsche - Schmutz und alter Schweiß riechen trotz Deo durch. Falls Sie stärker schwitzen, sollten Sie als erste Maßnahme den Konsum von Kaffee, Tee,Alkohol und scharfen Gewürzen vemindern, Übergewicht abbauen und Ihre Hygienegewohnheiten selbstkritisch überdenken. Zusätzlich wird vor allem in medizinischen "Antitranspirantien" fast immer Aluminium in Pulverform beigesetzt. Aluminium "verstopft" die Schweißdrüsen und vermindert so bei regelmäßiger Anwendung die Schweißmenge. Der Effekt des Metalls auf die Drüsen ist allerdings begrenzt, die Drüsen erholen sich rasch nach Beendigung der Anwendung. Andere Wirkstoffe besitzen stark adstringierende (d.h. zusammenziehende) Effekte auf die Drüsengänge. Die Schweißabgabe kann in den behandelten Arealen um mehr als 50% sinken. Dieser deutliche Eingriff in die natürliche Hautfunktion kann zu juckenden Hautveränderungen führen - eine langdauernde Behandlung muß sorgfältig gegen die Nebenwirkungsrisiken abgewogen werden. Deos sollten nicht auf gereizte, frisch rasierte oder aufgeweichte Haut aufgetragen werden. Als weiteres Mittel stehen Ihrem Arzt intern wirksame schweißhemmende Medikamente zur Verfügung. Wegen zwar ungefährlichen, aber unangenehmen Nebenwirkungen wird Ihnen diese Behandlung nur bei sehr ausgeprägtem, krankhaftem Schwitzen vorgeschlagen werden. Leider kommen häufig Menschen in die Praxis des Hautarztes, deren Haut überempfindlich oder sogar allergisch auf Deodorantien reagiert. Nach Anwendung des Deos entwickelt sich bei ihnen ein juckender, röter Ausschlag (meist unter den Achselhöhlen). Experimentierfreudige Menschen mit Deo-Allergie, die wegen starken Schwitzens eine Behandlung benötigen, können ein altes Hausrezept erproben: aufgepuderte Maisstärke oder Backsoda (Natron, Natriumbicarbonat) unter den Achseln stoppt Schweiß. Auch Salbeitee vermindert - bei regelmäßigem Konsum - die Schweißbildung. Übermäßiger Fußschweiß fördert Warzen, Ekzeme und Pilze und sollte daher auch bekämpft werden. Schwitzen der Füße wird gefördert durch zu enge Schuhe und synthetische Schuhmaterialien. Tragen Sie nur Strümpfe mit hohem Baumwollanteil und luftige Schuhe. Typischerweise leiden viele Jugendliche unter Fußschweiß, die den ganzen Tag in Turnschuhen aus Plastik herumlaufen. Hilfreich sind Fußbäder mit Zusatz von Gerbstoff aus Eichenrinde, Puder für Strümpfe und Schuhe - und die ganze Palette der schon vorgestellten schweißhemmenden Verfahren. Vor allem die Reizstrombehandlung (Iontophorese) hat sich sehr bewährt. Lippenstifte Lippenstifte bestehen im wesentlichen aus Wachs und Öl sowie zahlreichen Zusatzstoffen für Farbe, Geschmack, Geruch und Konsistenz. Allein in Deutschland werden jährlich Stifte für über 300 Millionen DM verkauft. Je fetter ein Stift, desto besser sind Schutz und Pflege - und umso leichter verschmiert die Farbe. Vor Verschmieren schützt, die Lippen vorher mit einem Konturstift einzurahmen oder leicht einzupudern. Gesunde Lippenhaut benötigt nur unter besonderen klimatischen Bedingungen Schutz und Pflege: in praller Sonne, bei trockener Raumluft oder großer Kälte. Rauhe Lippen verführen dazu, das unangenehme Spannen durch Lecken und Anfeuchten kurzfristig zu lindern. Langfristig trocknet diese Angewohnheit noch zusätzlich aus. Besser ist regelmäßiges Einfetten mit einem farblosen Lippenfettstift. Bei vielen neuen, lang und gut haftenden, farbigen Lippenstiften fehlt diese pflegende Komponente. Falls Sie sehr empfindliche Lippen haben, sollten Sie einige Minuten vor Auftragen des Lippenstifts die Lippen mit einer Fettcreme pflegen. Immer mehr Stiften wird ein Lichtschutzfaktor zugesetzt - eine sinnvolle Maßnahme. da dem häufigen lichtbedingten Lippenkrebs älterer Menschen vorgebeugt wird. Ein gewisser Schutz gegen Lippenherpes und rauhe Lippen wird ebenfalls erreicht. Benutzen Sie nicht den Lippenstift Ihrer besten Freundin, wenn diese unter Herpes leidet - er könnt ansteckend sein. Paradoxerweise kann Lippenstiftfarbe oder Sonnenschutzmittel auch zu Allergien und Lichtempfindlichkeit führen - daran denken bei juckenden und geröteten Lippen. Manche Naturkosmetik-Anbieter verzichten ganz auf den Zusatz von Erdölprodukten oder schwermetallhaltiger Farbpigmente - durchaus mit gesundheitlichen Vorteilen für die Verbraucherin. Erdölprodukte im Lippenstift können zu leichter Verdickung der Lippenhaut führen - die Lippen fühlen sich trocken an und spannen. Durch Beimischung anderer pflegender Öle kann dieser Effekt allerdings überdeckt werden. Auch aus einem anderen Grund sollten synthetische Mineralöle nicht mehr in Lippenstiften verarbeitet werden: aus Tierversuchen ist bekannt, daß sie sich wie kristalline Wachse in den Lympfknoten und der Leber anreichern können. Die gesundheitliche Bedeutung dieses Vorgangs ist noch unklar - vorsichtshalber haben neben den ausgewiesenen Öko-Produzenten auch große Kosmetikhersteller (Fa. Beiersdorf) Mineralöle inzwischen aus Lippenstiften verbannt. Hoffentlich ziehen die restlichen Hersteller ebenfalls mit. Grundierungen, Rouge, Puder Es gab Zeiten, in denen helle Grundierungen wichtigste Kosmetika waren. Strahlend weiße "Elfenbeinhaut" war Zeichen höchster Schönheit und aristokratischer Abstammung. Der Zauberstoff vornehmer Blässe war in der Renaissance das äußerst giftige Bleiweiß. Aus Italien kam die teuerste Mischung mit dem höchsten Bleianteil - Hautgeschwüre und Zahnausfall waren unvermeidliche Folgen bei längerer Anwendung. Elisabeth I von England (1533-1603) wurde als fanatische Bleiweißanhängerin sogar "Elfenbeinweltregentin" genannt. Knötchen und Risse der Haut zwangen sie zu immer dickerem Auftrag ihrer tödlichen Grundierung. Ihr Gesicht zerfiel - und sie ließ sämtliche Spiegel aus dem Palast entfernen, um sich den gräßlichen Anblick zu ersparen. Ähnliches müssen Sie heute glücklicherweise nicht mehr befürchten. Medizinisch sind Grundierungen, Rouge usw. heute nur insofern interessant, da sie zu akneähnlichen Veränderungen führen können. Von vielen Medikamenten, Chemikalien und ölhaltigen Kosmetika ist bekannt, daß sie Akne fördern - man nennt diese unterwünschte Eigenschaft "komedogen". Ölhaltige Makeups, aber auch Kakaobutter sind "komedogen". Wenn Sie also unter Akne leiden, verwenden Sie am besten ölfreie, "nichtkomedogene" Produkte. Sie erkennen sie an ihrem "matten", glanzfreien Aussehen. Glänzende, fetthaltige Grundierungen sollten von Frauen mit trockener Haut als Feuchtigkeitsspender verwendet werden. Lidschatten Die Haut der Augenlider ist der empfindlichste Teil der Körperhaut. Sie ist dünn, leicht reizbar und ständig Wind und Schmutz ausgesetzt. Kosmetikhersteller haben sich darauf eingestellt und setzen den Lidschatten problematische und allergisierende Inhaltstoffe fast nicht mehr zu. Mascara - Allergien sind extrem selten - können das Auge aber bei ungenauem Auftragen sehr stark reizen. Modernes Augenmakeup ist insgesamt sehr gut verträglich - lediglich beim Tragen von Kontaktlinsen kann es gelegentlich zu Problemen kommen. Duftstoffe und Parfums Ohne natürliche und künstliche Duftstoffe ist Kosmetik kaum vorstellbar. Duftstoffe wenden wir an in reiner Form als Parfum, vor allem aber auch versteckt als Inhaltstoff in nahezu jedem Hautpflegeprodukt. Leider zählen diese Sinnesschmeichler zu den problematischsten Chemikalien: sie verursachen häufig Allergien, Reizungen oder Lichtunverträglichkeiten. Die Stärke der Hautreaktion auf Duftstoffe ist aber vergleichsweise mild. Lediglich die sogenannte "Berloque-Dermatitis" ist eine Ausnahme: nach Auftragen bestimmter Parfums, Rasierwasser o.ä ist die Haut sehr lichtempfindlich. Selbst wenige Sonnenstrahlen verursachen eine leichte Entzündung an all den Hautstellen, die mit den Duftstoffen in Kontakt kamen. Nach Abheilung dieser Entzündung bleiben für Monate streifen- und zungenförmige bräunliche Flecken zurück. Bei Duftstoffallergie müssen Sie nicht auf alle Duftwässer verzichten: tragen Sie Ihr Parfüm nicht direkt auf die Haut von Gesicht und Hals auf. Tupfen oder sprühen Sie es auf die Kleidung. Seifen und Körpercremes sollten dagegen duftstofffrei sein. Heilsalben aus der Drogerie Im Alltag verletzen wir unsere Haut sehr oft unabsichtlich. Harmlose kleine Stöße, Schnitte und Abschürfungen werden wahrscheinlich auch von Ihnen mit frei verkäuflichen Heilsalben aus der Drogerie oder Apotheke versorgt. Antibiotikahaltige Salben verhindern und beseitigen Bakterien, welche von außen in eine Wunde eingedrungen sind. Der wichtigste Inhaltsstoff ist Neomycin; dieses Antibiotikum wird auch von der Penicillinallergikerin vertragen. Quecksilberhaltige Lösungen werden kaum noch verkauft, während Jod noch in vielen desinfizierenden Mitteln enthalten ist. Welche davon sind hilfreich, welche sollten Sie meiden? Niemals sollten Sie Desinfektionsmittel zur Wohnungsreinigung für die Hautdesinfektion benutzen. Fast jeder Hautarzt weiß von Fällen zu berichten, wo Hausfrauen (und Männer) aus Furcht vor Infektionen leichte Hautrötungen mit starken Desinfektionsmitteln traktierten. Die Folge ist immer eine schlimme Verschlechterung der gequälten Haut. Viele Wundsalben enthalten Panthenol als empfehlenswerten, heilenden Wirkstoff. "Brandsalben" sollte es dagegen überhaupt nicht mehr geben: größere Brandwunden dürfen nie mit Brandsalben zugekleister werden, ohne daß ein Arzt sie beurteilt hat (das wichtigste Heilmedikament bei Verbrennungen ist reichlich kaltes Wasser). Schmerz- und juckreizlindernde Salben für Haut und Schleimhäute enthalten nicht selten örtliche Betäubungsmittel. Sie erkennen diese Wirksubstanzen an der Namensendung "-cain" (z.B. Benzocain). Verwenden Sie solche Salben möglichst nur nach Rücksprache mit dem Arzt - zu häufig entwickeln dagegen sich bei längerdauernder Anwendung Allergien. Gegen Juckreiz sollten Sie alternativ sogenannte Antihistaminika, Menthol, Campher oder leichte Kortisoncremes auftragen, gegen Schmerzen helfen Rheumasalben (z.B. Diclofenacgel). Trotz der Wirksamkeit all dieser Produkte sollte man den richtigen Zeitpunkt nicht verpassen, einen Arzt aufzusuchen. Auch frei verkäufliche Salben und Medikamente können schwere Nebenwirkungen auslösen. Falls Sie jemals eine unangenehme Nebenwirkung irgendeiner Creme aus Ihrer Hausapotheke bemerken, zeigen Sie die Tube Ihrem Allergologen. Vielleicht hat sich im Lauf der Jahre eine Allergie dagegen entwickelt. Naturkosmetik - natürliche Hautpflege Naturkosmetik gab es schon in der Antike. In Mykene, Kreta, Griechenland und Ägypten ließen sich Adelige mehrfach täglich von Sklaven mit kaltgepreßtem Olivenöl einreiben. Der römische Dichter Ovid beschrieb vor 2000 Jahren zahlreiche Rezepte für die Herstellung von Salben und Gesichtscremes: aus Mehl, Eiern, Hülsenfrüchten und gemahlenem Hirschgeweih, Harz, Narzissenzwiebeln, Honig, Öl und Gummi, Brotteig und Eselsmilch... Heute bevorzugt jede zweite Frau Kosmetika, die nur natürliche Wirkstoffe enthalten - gerne greifen sie zu Produkten, die mit Begriffen wie "Bio", "Naturkosmetik" usw. beworben werden. In den 80iger Jahren stellten zahlreiche - meist kleine - Firmen Naturkosmetik-Produkte her. Der Umsatz "grüner" Kosmetik liegt aber allein in Deutschland bei mehreren Hundert Millionen Mark und steigt steil an. Die Verbindung von Natur und Medizin gilt daher in der Werbebranche als wichtigstes Konzept der 90iger Jahre. Alle Kosmetikkonzerne gründen Bio-Ableger mit Spezialserien, selbst eine große Drogeriekette verkauft eine eigene Natur-Kosmetik. Fast geraten die wenigen Firmen schon ins Abseits, die seit Jahrzehnten gesundheitliche Aspekte ihrer Pflegeserien ganz in den Vordergrund stellten. Leider gibt es bisher keine einheitliche Regelung, was unter Naturkosmetik verkauft werden darf. Bisher gibt es für die Verbraucherin keinerlei zuverlässige Richtlinien. Die Verbraucherzentralen fordern, daß 1)Naturkosmetik nur aus natürlichen Rohstoffen bestehen dürfe 2)keine mineralischen Fette (Paraffinöle) enthalten sollten 3)keine synthetischen Konservierungsmittel, Farb- oder Duftstoffe verarbeitet sein dürfen 4)die Inhaltstoffe voll deklariert sein und in 5)umweltverträgliche Produktion und Verpackung garantiert sein müssen. Viele Kosmetikhersteller haben sich im "Bundesverband Naturkost Naturwaren Hersteller" (kurz: BNN-Hersteller) zusammengeschlossen. Sie haben sich 1994 klare Richtlinien gegeben, zu denen die Verpflichtung zur Deklaration aller Inhaltsstoffe und die ausschließliche Verarbeitung von Pflanzenextrakten, natürlichen Ölen und anderen Naturstoffen zählt. In diesem Verband sind bisher allerdings nicht alle Hersteller von Naturkosmetik organisiert. Die Firma Weleda, die seit Jahrzehnten zu den Vorreitern chemiearmer Kosmetik zählt, hält sich beispielsweise an firmeneigene Standards. Ein "offizieller" Entwurf der Bundesregierung darüber, was unter Naturkosmetik zu verstehen sei, wird seit 1993 bei der EU überarbeitet. Aufgrund einiger verbraucherfreundlicher Gerichtsurteile sind die Hersteller aber schon heute gezwungen, die Art der Inhaltstoffe dem "natürlichen" Etikett anzupassen. Naturkosmetik darf beispielsweise nicht mehr mit Formaldehyd konserviert werden. Künstliche Farbstoffe sollten in Naturkosmetik nicht mehr enthalten sein. Zwei Aspekte müssen bei Naturkosmetik unterschieden werden: "Naturkosmetik" kann z.B. bedeuten, daß Pflanzenfarben statt Chemiefarben bei der Produktion verwendet werden; die Verbraucherin darf daneben bei "Biokosmetik" aber auch erwarten, daß der Gehalt an unerwünschten Schadstoffspuren möglichst gering ist. Den oft höheren Aufwand bei der Herstellung lassen sich die meisten Kosmetikfirmen schließlich teuer vergüten. Viele dekorative Kosmetikprodukte lassen sich übrigens überhaupt nicht auf natürlicher Basis herstellen: natürliche Farbstoffe sind wenig beständig und färben nicht so intensiv wie künstliche Farbe. Lohnt es sich überhaupt, für natürliche Inhaltsstoffe mehr zu bezahlen? Auch hier kann man keine generelle Antwort geben: gute Hautpflege ist sowohl mit chemischen Grundstoffen als auch natürlichen Salbengrundlagen möglich. Der Glaube an die "gute" Natur und die "schlechte" Chemie ist naiv: eine gute "synthetische" Kosmetik ist sicherlich gesundheitlich einer schlampig gemixten oder bakteriell verunreinigten "Naturkosmetik" vozuziehen. Ob pflanzliche Öle und konservierungsstoffreie Cremes tatsächlich für die Haut immer besser verträglich sind, ist in keiner Weise bewiesen. Die heilkräftigen Wirkungen von Pflanzensäften sind zwar seit langem erwiesen. In Aloe vera sind vier verschiedene entzündungshemmende und feuchtigkeitsspendende Stoffe nachgewiesen worden. Auch die heilenden und pflegenden Wirkungen von Arnica, Hammamelis und andere Heilpflanzen sind bewiesen. Die Konzentrationen dieser Stoffe in Kosmetika sind jedoch viel zu gering, um tatsächlich heilend zu wirken. Kosmetikartikel auf pflanzlicher und tierischer Basis können genauso Allergien und Ekzeme auslösen, wie chemische Salbengrundlagen: z.B. Wollfett, Geraniol (aus Geraniumöl), Perubalsam (aus tropischen Bäumen) oder Eugenol (Nelkenöl), ja sogar Arnika, Schafgarbe, Ringelblume, Hamamelis oder Rosmarin. Anhänger strengsten Tierschutzes sollten beachten, daß auch in Naturkosmetik oft Tierbestandteile verarbeitet werden (z.b. Hyaluronsäure, Serum, Albumin, Milzextrakt, Thymus, Protein, Kollagen, Placenta, Wollfett, Molke, Honig...). Für strenge Öko-Puristen gibt es allerdings Alternativen (z.B. als Seifenersatz "Lava"-Erde (= Wascherde). Aus Sicherheitsgründen wollen die meisten Kosmetikhersteller auch in Zukunft nicht auf Konservierungsmittel verzichten. Der Zusatz von Alkohol, Jojobaöl, Vitamin E oder ätherischen Ölen kann die Keimarmut und Haltbarkeit konservierungsfreier Produkte etwas verbessern. Es ist aber wenig sinnvoll, mit komplizierten Mischungstricks das publikumswirksame Kriterium "konservierungsmittelfrei" zu erlangen. Natürliche Kosmetik ohne Konservierungsstoffe sollte kühl aufbewahrt und relativ rasch verbraucht werden, da sie meist schneller verdirbt als "normale" Creme. Auch bei der Handhabung sollten Sie besonders vorsichtig sein: niemals mit den Fingern an die Tubenöffnung oder in die Cremedosis langen. Inhalt stattdessen mit Spatel entnehmen oder abtropfen lassen. Bevorzugen Sie Naturkosmetik, deren Zusammensetzung auf der Packung voll deklariert ist Wie zahlreiche Untersuchungen der letzten Jahre erwiesen haben, kann die Käuferin leider nicht davon ausgehen, daß "Naturkosmetik" in jedem Fall weniger Schadstoffe als normale Kosmetik enthält. Es wird für die Hersteller immer schwerer, schadstofffreie Rohstoffe zu finden. Große Vorteile haben hier Hersteller (wie Weleda), welche schon seit Jahrzehnten Plantagen mit Pflanzen aus kontrolliertem Anbau besitzen und fördern. Ein großes Problem bleibt das Wollwachs ("Lanolin"): es wird aus Schafwolle gewonnen und dient als natürliche Grundlage vieler Naturcremes (und normaler Kosmetik). Schafe werden jedoch vor dem Scheren durch ein Pestizidbad geschickt - und diese Chemikalien tauchen daher regelmäßig in den Kosmetika wieder auf. Manche Hersteller bevorzugen daher inzwischen "naturstoffnahe", d.h. synthetisch hergestellte Rohstoffe. Vergessen Sie allerdings bei allen Sensationsberichten über Schadstoffe in Lebensmitteln oder Kosmetika niemals den Unterschied zwischen "Gefährlichkeit" und "Risiko": Pestizide sind prinzipiell "gefährliche, giftige" Stoffe. Trotzdem besteht ein gesundheitliche "Risiko" durch die geringen Pestizidspuren in Kosmetika praktisch niemals. Falls Sie also einmal vom Hautarzt wegen unklarer Hautprobleme nach Pflege- und Heilcremes gefragt werden: vergessen Sie nicht, auch Ihre "Naturpflegecremes" im Badezimmerschrank zu erwähnen. Trotzdem dürfen Sie die natürliche Wirkung von Pflanzen sorglos erproben. Sie sollten damit nur genauso verfahren wie mit allen Heil- und Pflegemitteln: Anwendung so sparsam wie möglich; sofort damit aufhören, wenn die Hautprobleme schlimmer werden. Achten Sie darauf, daß auch bei Naturkosmetik die Inhaltsstoffe vollständig auf dem Etikett deklariert sind. Nur so können Sie überprüfen, ob unerwünschte Chemikalien verarbeitet wurden. Viele alte Hausrezepte können Ihnen bei kleineren Problemen den Gang zum Hautarzt ersparen: feuchte Wickel und kühle Bäder lindern den Juckreiz von Insektenstichen und leichten Ekzemen. Bäder aus roher oder kurz gekochter Haferkleie lösen Schuppen und pflegen die Haut. Auch Backnatron in kühlem Wasser wird bei mancherlei Hautproblemen angenehm empfunden. Völlig falsch wäre es dagegen, Brandwunden mit rohem Ei oder Butter behandeln zu wollen. Die erste und wichtigste Behandlung sofort nach der Verbrennung: langes (!) Kühlen und Waschen mit kaltem Leitungswasser.Exotische Kosmetik Avocado, Jojoba, Aloe vera, Banane, Ananas, Luffa-Gurken, Gingko bilboa, Süßholz, Macadamianüsse, Teebaum und andere exotische Pflanzen werden zunehmend als natürliche Lieferanten von hautpflegenden Ölen und Extrakten entdeckt. Wissenschaftliche Untersuchungen über die Pflegeeigenschaften dieser Produkte existieren in den wenigsten Fällen. Die meisten Hersteller berufen sich auf alte Erfahrungen der Volksmedizin, um ihre positiven Eigenschaften für die Haut zu belegen. Nicht selten werden die - in der Werbung groß herausgestellten Pflanzenextrakte - nur in Spurenmengen einem normalen Pflegeprodukt beigefügt. Bei allen exotischen Pflanzen besteht eine gewisse Allergisierungsgefahr - Menschen mit Latexallergien sollten besonders vorsichtig sein. Eine medizinische Bewertung dieser Produktserien fällt schwer. Ob tropische Pflanzen die Haut tatsächlich besser erfrischen als eine Gurkenauflage oder eine Honig-Ei-Maske, sei dahingestellt. Hauternährung von außen Leider verspricht die Kosmetikindustrie eindeutig zu viel, wenn sie in der Werbung eine Hauternährung von außen propagiert. Weder Collagen, noch Liposomen oder Vitamine in Kosmetika dienen tatsächlich der Ernährung derjenigen Hautzellen, die sich ständig teilen und die Haut erneuern. Zwar sind irreführende Versprechungen nach § 27 des "Kosmetik"gesetzes (LMBG) verboten - die Werbeversprechen sind jedoch so geschickt formuliert, daß diese Bestimmungen nicht greifen. Die Haut kann durch viele Schichten von Feuchtigkeitsgel, Pflegecreme, Makeup, Puder, Rouge usw. auch "überfüttert" werden. Makeup sollte nur aus Pflegegrundlage und Grundierung bestehen - zuschmieren der Poren rächt sich mit der Zeit. Die Ernährung der Haut mit Sauerstoff, Nährstoffen, Einweiß, Vitaminen usw. erfolgt über die Blutgefäße von innen. Die wichtigen "Hautstraffer" Collagen und Elastin sind auch viel zu groß, um von außen tief in die Haut eindringen zu können. Allerdings werden Sie feststellen, daß Ihre Haut nach Auftragen von Nährkosmetik für einige Stunden frischer und straffer aussieht. Das liegt daran, daß diese Substanzen Wasser in der Haut binden. Am tiefsten dringen Liposomen in die Haut ein - ihr kurzfristiger Effekt ist daher auch am besten. Wenn tatsächlich eine Mehrversorgung der Haut mit Vitaminen und Mineralstoffen notwendig erscheint, so sollte dies über die Ernährung versucht werden. Ampullen zur Hautpflege enthalten Wirkstoffe in höheren Konzentrationen als Cremes. Sie werden zur "Kur"behandlung propagiert, z.B. bei Cellulite, nach dem Sport oder Sonnenbaden. Ampullen enthalten keine Konservierungstoffe und müssen rasch verbraucht werden. Aus ärztlicher Sicht machen Kuren mit äußerlich anwendbaren Ampullen keinen Sinn, denn die Pflege und Ernährung ist nicht ausgeprägter als bei Cremes. Wenn Sie sich nach einer Anwendungsserie eindeutig wohler fühlen, möchte ich Ihnen den Spaß an dieser Schönheitsspielerei aber nicht verderben. Das gleiche gilt für "Hautserum" - diese leicht gelartigen Flüssigkeiten sollen die Haut widerstandfester machen. Bei öliger Haut genügt die Pflege mit dem sehr wasserhaltigen Serum, bei trockener Haut sollten Sie darüber noch eine Pflegecreme auftragen.Haltbarkeit von Kosmetika Leider können Sie von der Verpackung von Kosmetika fast nie ablesen, wie lange sie noch haltbar sind. Auch Verkäuferinnen im Fachhandel werden Ihnen diese Frage kaum beantworten können, obwohl dies anhand der aufgedruckten Chargennummer auf der Packung eigentlich möglich ist. Nur wenn die Mindesthaltbarkeit des unbenutzten Produktes unter 30 Monaten liegt, muß dies auf der Verpackung vermerkt sein. Eine angebrochene Packung kann dagegen schon nach 3 Monaten ranzig werden und der Haut schaden. Sie selbst können verdorbene Kosmetika an äußerlichen Eigenschaften erkennen: Trennung von wässrigen und fetten Anteilen bei Cremes, ranziger Geruch von Lippenstiften, Verfärbungen... Falls Sie das Produkt neu gekauft haben, können Sie es selbstverständlich zurückgeben und frischen Ersatz verlangen. Hitze, Pilze und Bakterien schaden der angebrochenen Kosmetik am meisten. An heißen Tagen sollten Sie ihre angebrochenen Kosmetika besser im Kühlschrank aufbewahren. Nach der Öffnung bieten auch Konservierungsmittel keinen sicheren Schutz vor Bakterien und Pilzen - bei jeder Berührung mit den Fingern können Keime in die Tuben und Tigel gelangen. Vor dem Schminken also besser die Hände waschen, Creme mit Spatel aus dem Töpfchen entnehmen und anschließend wieder fest verschließen. Augencremes halten so 1-2 Jahre, wenn Sie kleinere Mengen für den täglichen Verbrauch aus der Vorratspackung mit Spatel in gleinere Döschen umfüllen. Verschlüsse immer sehr sauber und verschlossen halten: Luftsauerstoff zersetzt mit der Zeit jede Creme. Aus der folgenden Auflistung können sie die ungefähre Haltbarkeit verschiedener Kosmetika nach der Öffnung ablesen:Parfüm: 1 Jahr ( falls gut gelagert auch länger). Mascara und flüssige Eyeliner: 3-6 Monate (werden klumpig) Selbstbräuner: 3 Monate (zuckerartiger Bräunungsstoff zersetzt sich) Nagellack: mindestens 1 Jahr (nicht mit Nagellackentferner verdünnen) Reinigungsmilch: 1 Jahr Grundierung: 1-2 Jahre Gesichts-, Körpercremes: 2-3 Jahre (je fettiger, umso länger) Haut- und Badeöle: 2-3 Jahre Gele: ca 3 Jahre Makeup-Stifte, Puder: viele Jahre Deostifte/Roller: viele Jahre Kosmetika und Tierversuche Sie kennen sicherlich die grausamen Bildern von Kaninchen in Drahtgittern mit roten Augen von Kosmetikatests. Viele Menschen sind gegen Tierversuche, weil sie ähnliche Bilder von entzündeten Kaninchenohren, sezierten Katzen und gefesselten Hunden verständlicherweise schockierend fanden. Diese Bilder zeichnen jedoch ein falsches, stark übertriebenes Bild. In den letzten Jahren ist die Zahl der Tierversuche in der kosmetischen Industrie stark zurückgegangen. Tierversuche sind nur noch zulässig - und gesetztlich vorerst weiter vorgeschrieben, um die Verträglichkeit neuer Kosmetiksubstanzen zu erproben. Außer in solchen Sicherheitstests dürfen Kosmetika in Deutschland nicht an Tieren getestet werden. Leider lassen sich viele Eigenschaften von Kosmetika und Medikamenten nach Meinung der meisten Wissenschaftler bisher nur am lebenden Wesen, nicht aber im Laboratorium untersuchen. Viele kosmetische und pflegende Cremes können beispielsweise zu akneähnlichen Veränderungen an der Gesichtshaut führen; man nennt diese unerwünschte Eigenschaft "komedogen". Damit Hersteller ihre akneempfindlichen Käuferinnen vorwarnen und auf "nichtkomedogene" Produkte verweisen können, sind Tierversuche notwendig. Dabei wird einem Kaninchen die Creme aufs Ohr geschmiert, denn Kaninchenohren ähneln unserer Gesichtshaut. Wenn sich am Kaninchenohr keine Akne ausbildet, passiert es wahrscheinlich auch nicht in Ihrem Gesicht. Dieser Versuch ist in Deutschland allerdings inzwischen verboten. Auch sind Tierversuche verboten, die nur der Entwickluung von "dekorativer" Kosmetik dienen. Experten streiten sich darüber, ob das Verbot solcher Tierversuche den Verbraucherschutz erschwert oder nicht. Alternative Versuchsverfahren werden von Tierschutzverbänden propagiert, von vielen Wissenschaftlern aber bisher als unzureichend abgelehnt. Einige Verfahren sind bis zur Praxisreife entwickelt, bisher vom Gesetzgeber aber noch nicht anerkannt. Eine Alternative zu Tierversuchen ist das Austesten von Kosmetika an gut aufgeklärten, freiwilligen Versuchspersonen (für solche Experimente wird dem Forscher allerdings häufig die Zustimmung aus ethischen Gründen verweigert). Tierschutzverbände fordern daher, sich für die Zukunft mit den bereits (im Tierversuch) getesteten Inhaltsstoffen zufriedenzugeben und die Neuentwicklung von Kosmetika einzustellen. Bei Beratungen auf EG-Ebene zeigen sich in dieser Fragei allerdings immer wieder massive Differenzen zwischen Tierschutzverbänden und dem Verbraucherschutzrat. Zahlreiche deutsche Hersteller bieten inzwischen "tierversuchsfreie" Kosmetika an - indem sie nur bewährte, ältere Inhaltsstoffe verwenden. Andere Hersteller führen die vorgeschriebenen Tests weiter durch, auch um sich vor späteren Schadensersatzansprüchen der Verbraucher zu schützen. Den Herstellern von Kosmetika bleiben eigentlich nur 3 Möglichkeiten - und werden auch weidlich genutzt: 1) sie verzichtet auf die Entwicklung neuer Substanzen 2) lagen die Tierversuche mit den Inhaltsstoffen vor 1979, so darf der Hersteller auf der Packung behaupten: "ohne Tierversuche" 3) die Forschung, Entwicklung und Produktion wird in ein anderes Land (v.a. USA, Japan) verlegt, die fertigen Kosmetika werden importiert. Mit keiner dieser Varianten ist der Verbraucherin wirklich gedient. Da ab 1998 europaweit Tierversuche für Kosmetika verboten sind, werden bis dann hoffentlich vernünftige alternative Testweisen anwendungsreif sein. "Ohne Tierversuche" bedeutet bei vielen Herstellern, daß die Inhaltsstoffe seit 5 Jahren nicht mehr am Tier getestet wurde. Wenn Tierschutz Ihnen allerdings besonders am Herzen liegt, gibt es für Sie nur einen Weg: besorgen Sie sich die "Kosmetik-Positivliste" des Deutschen Tierschutzbundes (Adresse im Anhang). Die darin genannten Hersteller verwenden nur Inhaltsstoffe, die seit 1979 nicht mehr am Tier getestet wurden. Dies ist die weltweit strengste tierfreundliche Auswahl. Do it yourself-Kosmetika Büchern über "Kosmetik zum Selbermachen" war in den letzten 10 Jahren ein ungewöhnlicher Erfolg beschieden. Gefördert wurde dieser Trend durch populäre Fernsehsendungen und den Trend zur Naturkosmetik. Läden mit Einzelsubstanzen für die Heimwerkerproduktion boomen. Ein Trotz zu Anfang für die große Mehrzahl der Frauen, die keine Zeit und Lust für diese Mühen haben: selbstproduzierte Kosmetika bieten gegenüber einer vernünftigen Pflege aus der Retorte keinen überragenden Vorteil für die Haut. Die wesentlichen Vorzüge der selbsthergestellten Hautpflegemittel sind: - Allergiker stellen gezielt ihr individuell verträgliches Produkt zusammen - auf künstliche Konservierungsmittel, Feuchthaltemittel, Farbstoffe usw. kann verzichtet werden - ohne daß mühsam ein Etikett entziffert werden muß - die ärgerlichen Werbe- und Verpackungsorgien der Kosmetikindustrie werden umgangen, Gläser und Flaschen lassen sich wiederverwenden - auf den Hauttyp abgestimmt, läßt sich die individuelle Pflegeserie komponieren. - die Eigenprodukte sind oft billiger als Pflegeprodukte bekannter Hersteller - Tierversuchsgegner wissen genau, daß ihre Pflegeserie ohne neue Tierversuche auskommt. Einige gravierende Nachteile müssen allerdings in Kauf genommen werden: - die Herstellung erfordert Zeit und Geduld. Alle 8 Tage sollten die Kosmetika neu gemixt werden - Rohstoffe müssen in speziellen Geschäften oder im Versandhandel erworben werden - die Haltbarkeit ist häufig eingeschränkt; die Produkte müssen im Kühlschrank aufbewahrt werden und müssen häufig nach 1-2 Wochen erneut hergestellt werden - bei versehentlichen Überdosierungen einzelner Bestandteile kann die ganze Rezeptur "brechen", d.h. die Creme bröselt oder scheidet Wasser aus - nicht selbst herstellen sollten Sie Sonnenschutzmittel, Antischuppenshampoon, und Pflegemittel mit langer Haltbarkeitsdauer. Der Umgang mit den winzigen Mengen an Sonnenschutzfaktor, Konservierungsmitteln, Teer usw. ist in der eigenen Küche zu problematisch. - konzentrierte Aromaöle (z.B. Rosmarinöl) können bei unvorsichtigem Hantieren Augen und Haut sehr stark reizen. Falls Sie heimwerkern wollen: besorgen Sie sich eine gute Anleitung im Buchladen und halten Sie sich genau an die vorgeschriebenen Herstellungsschritte. Gute Rezepte enthalten wenige Zutaten - je mehr Zutaten, umso höher das (geringe) Allergierisiko. Improvisationen lohnen sich nicht und können sogar gefährlich sein. Vorsicht vor "Allergie-Tests" im Do-it-yourself Verfahren, wie sie in manchen Büchern empfohlen werden. Überlassen Sie Allergietests immer dem Allergologen: wenn sie die falschen Substanzen auf die Ellbeugen schmieren, konnen Sie damit Allergien direkt provozieren und starke Reizungen hervorrufen.Außerdem kann nur ein erfahrener Allergologe die Hautreaktion beim Allergietest richtig interpretieren. Völlig unproblematisch sind viele Naturstoffe zur Sofortanwendung: Essigwasser als Weichspüler fürs Haar, Gesichtsmasken aus 2 Eßlöffeln Quark, 1 EL Honig und 1 Eigelb, Avocadopackungen, Buttermilchbäder...Beziehen Sie Ihre Rohstoffe nur von Herstellern, die für Qualität und genaue Zusammensetzung bürgen. Vergleichen sie die Preise von Geschäften und Versandhandel. Der Kauf von Salbengrundlagen usw. in Großpackungen ist bei leicht verderblichen Rohstoffen nicht empfehlenswert.Kinderkosmetik, Kinderparfum Die kosmetische Industrie hat als neues Geschäftsfeld das Kinderzimmer entdeckt. Kinderparfums und Kinderkosmetik sind die Folge. Gesunde Kinderhaut benötigt keine spezielle Pflege - nur bei besonderer Beanspruchung (z.B. langes Baden im Sommer) sollte die Selbstregulation der Haut durch Eincremen mit normalen Babycremes unterstützt werden. Spezielle Pflege ist nur bei Hautkrankheiten erforderlich. Baby- und Kinderparfums sind generell abzulehnen, da die empfindliche Haut gereizt werden kann und sich Allergien entwickeln können. Kinder mit Hautkrankheiten (z.B. Neurodermitis) sollten aus dem gleichen Grund nur duftstoffreie Hautpflege benutzen. Selbsthilfegruppen allergiekranker Familien fordern inzwischen sogar das Verbot von Kinderkosmetik. Gelegentliche spielerische Schminkwünsche von Kindern können aus Mutters Schminktöpfen befriedigt werden - unter Aufsicht, damit nicht zuviel von der Schminke verschluckt wird.. Im Fasching empfehlen sich spezielle Schminkserien auf pflanzlicher Basis. Kinderkosmetik ist überflüssig und nicht mehr als ein Werbegag der Industrie, mit dem die "konsumstarken und konsumfreudigen" Zielgruppen der Zukunft geködert werden sollen. Kortison als Kosmetikum? Vielleicht scheint Ihnen diese Überschrift absurd. Kennt nicht jede Frau die Gefahren der Kortison-Medikamente? In Wirklichkeit nutzen und mißbrauchen viele Frauen kortisonhaltige Heilsalben als Schönheitsmittel. Sie sind in einem schwer entrinnbaren Kreislauf gefangen. Betroffen sind meist berufstätige Frauen, die auf ihr Aussehen großen Wert legen: Angestellte in Mode- oder Parfumboutiquen, Mannequins, Stewardessen usw. Am Anfang besteht meist eine harmlose Rötung im Gesicht, z.B. eine leichte Nesselsucht, ein Ekzem oder eine sogenannte "periorale Dermatitis". Mit Hilfe einer vom Arzt verordneten Kortisoncreme ist die Rötung rasch beseitigt. Wenn nach Wochen oder Monaten die Rötung erneut auftaucht, genügt der Griff in die Hausapotheke, um denn Schönheitsmakel zu beseitigen. Mit der Zeit kommen die Rötungen immer öfters, die Creme wird immer häufiger verwendet. Am Ende gehört die Kortisoncreme zur Morgentoilette - und wirkt trotzdem nicht mehr so gut wie am Anfang. Wenn diese Frau jetzt noch auf einen unaufmerksamen oder schlecht ausgebildeten Arzt trifft, ist das Unheil vorprogrammiert. Jeder Versuch, das Kortison abzusetzen, führt zu einer "Explosion" der Hautkrankheit: Juckreiz, Rötung, Pusteln, Hautverdünnung, Gefäßerweiterungen werden immer schlimmer. Sie erhält eine stärkere Kortisoncreme - und alles wird noch schlimmer. Die harmloseste, fast nebenwirkungsfreie Kortisonart ist Hydrocortison in 0,5% oder 1% Konzentration. Alle anderen Kortisonarten sollten im Gesicht nur kurze Zeit und unter genauer hautärztlicher Überwachung angewendet werden. Die Behandlung eines Kortisonekzems im Gesicht erfordert viel Erfahrung auf Seiten des Hautarztes - und sehr viel Geduld von der Patientin. Sie muß immer eine Phase starker Ekzemrötungen durchstehen. Oft ist eine stationäre Behandlung in einer Hautklinik erforderlich. Venenmittel Bis vor wenigen Jahren waren die meisten Venenexperten der Ansicht, daß Tabletten oder Cremes gegen Krampfadern keinerlei Nutzen hätten. Trotzdem wurden jährlich Venenmittel für über 500 Millionen DM verkauft. Über die Wirksamkeit oder Unwirksamkeit der Venenmittel wird unter Ärzten weiter heftig gestritten. Folgendes scheint aber heute sicher zu sein.Pflanzliche Präparate (aus Roßkastaniensamen) haben bei Venenmitteln den chemischen Produkten zu Recht den Rang abgelaufen. Ein Nutzen von Venenmitteln zum Einnehmen scheint zumindest bei den Patientinnen gegeben, die damit die Wirkung ihrer Stützstrümpfe unterstützen möchten. Als alleinige Behandlung sollten sie nur verordnet werden, wenn Stützstrümpfe oder Beinewickeln nicht möglich sind. Wissenschaftlich schwer nachweisbar, aber in der alltäglichen Medizin von großer Bedeutung ist ein weiterer Effekt: viele Venenkranke wollen (vor allem im Sommer) keine Beinwickel- oder Kompressionsstrümpfe tragen. Sie "vergessen" es immer wieder, die lästigen Dinger anzulegen. Durch die tägliche Einnahme eines Venenmittels wird das Anlegen dieser Strümpfe gefördert - was viel wichtiger ist. Falls Sie zu schweren Beinen neigen oder beim langen Sitzen die Beine anschwellen können Sie durchaus einen Selbstversuch mit frei verkäuflichen Venenmitteln aus Roßkastanien wagen. Stellen Sie allerdings vor dem Kauf Preisvergleiche an - die Preise variieren erheblich. Günstig sind beispielsweise "Troxerutin-ratiopharm"-Kapseln. Wenn Sie nach 1-2 Wochen keine Wirkung spüren, können Sie die Behandlung als erfolglos betrachten und beenden. Äußerliche Venenmittel kühlen die Beine, das Einreiben massiert die Unterschenkel - auf die Krampfadern hat all das keinen Einfluß. Monatsbinden, Tampons, Slipeinlagen Vielleicht wundern Sie sich, daß ich als Hautarzt auch zum Thema Menstruationshygiene Stellung nehme. Natürlich ist bei diesem Thema vor allem der Frauenarzt gefordert - wir Hautärzte werden jedoch immer wieder auch mit Krankheiten und Problemen der äußeren Geschlechtsorgane und Schleimhaut des Körpers konfrontiert (der offizielle Facharzttitel des Hautarztes lautet: Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten). Bindenartige Hygienehilfen für die Menstruationstage der Frau gibt es seit altersher und in allen Kulturen: Hippokrates beschrieb Leinenröllchen, die Ägypterinnen kannten Papyrustampons, Indianerinnen produzierten Vorlagen aus Pflanzen und Blättern, unsere Urgroßmütter nutzten die langen Enden ihrer Unterhemden. Erst 1926 war die erste Zellstoffbinde zum Wegwerfen zu kaufen. Die neueste, seit ca. 1992 bei uns angebotene Generation von besonders dünnen Binden besteht aus trichterförmigen Poren an der Oberfläche und saugstarkem Kunststoff im Kern. Weder zu große noch zu kleine Tampons sind funktionell: bei der richtigen Größe sind sie beim Ziehen noch feucht und damit relativ angenehm zu entfernen. An Tagen mit geringer Blutung sind Binden eine echte Alternative. Bisher ist nicht eindeutig geklärt, ob zu trockene Binden auch Scheidenflüssigkeit aufsaugen und damit Entzündungen begünstigen können. Slipeinlagen helfen ebenfalls bei geringer Blutung - bei täglicher Benutzung über längere Zeit kann die feuchte Wärme darunter allerdings zur leichteren Keimvermehrung von Hefen in der Scheide beitragen. Tägliches Wäschewechseln zwischen den Tagen ist den Slipeinlagen vorzuziehen, da hygienischer. Sie sollten Ihre Tampons nach spätestens 6-8 Stunden wechseln - sie sind sonst ein idealer Bakteriennährboden und können Scheideninfekte begünstigen. Sollte der Tampon schon nach 4 Stunden voll sein und gewechselt werden müssen, sollten Sie die nächsthöhere Saugstärke ausprobieren. Weist er dagegen nach 6-8 Stunden noch weiße Stellen auf, ist wahrscheinlich eine kleinere Größe besser. Menstruationsschwämme sind umstritten: einerseits sind sie - da mehrfach benutzbar - sehr umweltfreundlich. Manche Frauenzentren verfügen über jahrelange Erfahrung damit, angeblich ohne wesentliche Probleme bei den Anwenderinnen. Andererseits gibt es Untersuchungen, daß die Schwämme hygienische Probleme bereiten können. Bei mehreren Milliarden jährlich verkauften Binden, Tampons und Einlagen sollten Sie ökologische Aspekte bei der Beurteilung einer Binde durchaus berücksichtigen (entsprechende Tests in ÖkoTest 8/1995). Welche gesundheitlichen Probleme können durch Hygieneartikel entstehen? Bei falscher Anwendung (siehe oben) kann eine Scheideninfektion gefördert werden. Parfümierte Binden und Einlagen können Scheide und Harnröhre reizen - Frauen mit Duftstoffallergie sind besonders gefährdet. Wenn Sie als Tamponbenutzerin während der Blutungszeit hohes Fieber mit Schwindel oder Durchfall entwickeln - bitte keine Selbstbehandlung. Es könnte sich um das sogenannte Toxische Schock-Syndrom handeln. Vermutlich wird es durch bestimmte Bakterien im Tampon ausgelöst. Diese - bei uns noch relativ seltene - schwere Infektionskrankheit muß immer vom Arzt behandelt werden. Übrigens: ein dünn mit Vaseline bestrichener Tampon kann beim Badeurlaub oder im Schwimmbad lästige Scheideninfektionen (z.B. mit Hefekeimen) verhindern. Mittel gegen MundgeruchDie meisten Menschen haben Angst davor, durch unangenehmen Mundgeruch auf andere Menschen abstoßend zu wirken. Mundgeruch entsteht entweder durch Besiedlung der Mundhöhle und Zunge mit bestimmten Bakterien oder durch Erkrankungen des Magen-Darmtraktes. Auch faule Zähne, entzündete Mandeln oder Nasennebenhöhlen, chronische Verstopfung, Stress, Rauchen, Alkohol und Übersäuerung des Magens können zu schlechtem Atem führen. Am häufigsten werden alkoholhaltige Mundwässer und Sprays benutzt, um Mundgeruch zu überdecken. Zwei-dreimal tägliches Zähneputzen sollte jedoch am Anfang Ihres Kampfes gegen Mundgeruch stehen. Putzen entfernt Nahrungsreste und Zahnbelag und damit die Lebensgrundlage der unerwünschten Mundbakterien. Sehr empfehlenswert ist die Säuberung der Zahnzwischenräumge mit Zahnseide. Oft hilfreich und frei von Nebenwirkungen sind mehrfach tägliche Mundspülungen mit Salbeitee. Hilfreich und unbedenklich anwendbar sind Mundwässer und Sprays, die den Atem nur erfrischen sollen oder die durch pflanzliche Zusätze (z.B. Kamille) eine leicht entzündungshemmende Wirkung entfalten. Nach einer neueren Studie kann man Mundgeruch sehr effektiv dadurch bekämpfen, daß der den Mund 2x täglich mit einer desinfizierenden Lösung spült und Zunge und Wangenschleimhaut vorsichtig mit einer Mundwasserlösung abbürstet. Desinfizierende Mundwässer sollten Sie allerdings für längere Zeit nur nach Rücksprache mit dem Zahnarzt aund nach Ausschluß gravierender Krankheitsursachen verwenden. Liegt dem Mundgeruch beispielsweise ein Zahnfleischentzündung zugrunde, so sollte der Zahnarzt erst diese Ursache bekämpfen. Zahnputzmittel Schöne Zähne und ein sauberes Lächeln sehen gut aus - nirgendwo sind Schönheit und Gesundheit enger verknüpft. Wer küßt schon gerne einen ungepflegten Mund? Die Ratschläge meiner Zahnarztkollegen für die Mundhygiene sind einfach und altbekannt, trotzdem aktuell wie eh und je. Nach jeder Mahlzeit Zähne putzen (notfalls kauen). Besser länger putzen, jedoch mindestens 3 Minuten. Gewöhnen Sie sich die richtige Putztechnik an: falsches Putzen, zu harte oder alte Bürsten können Zahnfleisch und Zähne schädigen. Benutzen Sie fluorierte Zahnpasten - am besten mit Amin- oder Natriumfluorid. Viele andere Zusätze werden von der Werbung herausgestellt: Pflanzenextrakte und Allantoin gegen Zahnfleischbluten, Pyrophosphate und Zinkverbindungen gegen Zahnstein, Hydroxylapatit gegen empfindliche Zahnhälse... Einige dieser Stoffe wirken tatsächlich - sind aber weit weniger wichtig als das richtige, regelmäßige Putzen an sich. Nach dem Businesslunch (wenn keine Möglichkeit zum Zähneputzen besteht) hilft Kaugummikauen. Kauen Sie zuckerfreien Bubblegum mit möglichst hohem Anteil des Zuckerersatzstoff Xylit: der hemmt das Bakterienwachstum und damit auch Karies. Zahnseide hilft zusätzlich - wenn Sie die Zeit haben.Zahnprobleme sollten Sie Ihrem Zahnarzt zeigen - trotz aller Ängste vor dem Zahnarztstuhl. Tabletten für die Haut Die zusätzliche Versorgung von Haut, Nägeln und Haar durch Vitaminpräparate wird bei ausgewogener Ernährung von den meisten Wissenschaftlern für überflüssig gehalten. Andererseit sind die Zellschutzvitamine A, C, E und Betacarotin bei richtiger Dosierung harmlos, möglicherweise sogar gesund. Falls Sie auf "Nummer sicher" gehen wollen, spricht nichts gegen eine kontrollierte Einnahme von Zusatzvitaminen. Informieren Sie sich aber zuvor über vernünftige Dosierungen. Gerade die beliebten Multivitaminpräparate enthalten oft viel zu geringe Dosen einzelner Vitamine. Auch Algenkonzentrate in Kapselform sind es durchaus wert, zur Verschönerung der Haut ausprobiert zu werden. Nachtkerzen- und Borrteschöl in Kapselform hilft bei Neurodermitis, eventuell auch bei trockener Haut gegen Juckreiz und Entzündung. Schönheitsfarmen Entspannung und Schönheitspflege, Abmagerungskuren und Fitnesstraining finden viele Frauen bei Urlauben auf einer Schönheitsfarm. Meist handelt es sich dabei um Luxushotels mit angeschlossenem Kosmetik- und Fitness-Zentrum. Medizinisch-ärztliche Kriterien können bei der Auswahl weniger helfen als der individuelle Geschmack. Regelmäßige Hautpflege dient der Schönheit sicher mehr, als eine einwöchige Gewaltkur für die Schönheit. Der einzige Effekt, der von Schönheitskuren sicher erwartet werden kann, ist Entspannung und Pflege des eigenen Selbstbewußtseins. Achten Sie darauf, daß die häufig angebotenen Fastenkuren ärztlich überwacht werden. Ein intensives Fitnessprogramm sollte niemals ohne vorherige Besprechung mit einem erfahrenen Sportlehrer oder Physiotherapeuten begonnen werden. Zahlreiche "Schönheitsfarmen" werben mit der "biologisch-ökologischen" Ausrichtung ihres Angebotes. Die Kundin sollte vor der Buchung eines Beauty-Farm-Urlaubs genau nachfragen, was im Einzelfall genau damit gemeint ist: manche Schönheitszentren verstehen darunter lediglich ein Vollkornbuffet zum Frühstück, während andere ein Gesamtprogramm von der natürlichen Kosmetik über Entspannungstraining bis zur naturheilkundlichen Therapie anbieten. Ob eine ganzheitlich-biologische Ausrichtung einer Schönheitsbehandlung tatsächlich immer bessere sichtbare Ergebnisse ergibt, ist - vorsichtig formuliert -Ansichtssache. Sehr häufig scheint es sich ausschließlich um Werbegags zu handeln. Die Preise von Bio-Schönheitszentren liegen erheblich über denen konventioneller Farmen. Kosmetikeinkauf mit Verstand Eine amerikanische Verbraucheranwältin hat 9 Regeln für den Kosmetikeinkauf mit Vernunft aufgestellt, die ich im folgenden in modifizierter Form vorstellen möchte. Wer sie beherzigt, spart sicherlich viel Geld bei gleichguter Pflege und -vielleicht- besserem Aussehen. 1. Kosmetikhersteller wollen nur das Beste des Konsumenten - sein Geld. Solange der Konsument überteuerte wirkungslose Substanzen kauft, gibt es keinen Grund für die Hersteller, suggestive und verlogene Verkaufsstrategien zu ändern. Nur wer eigene Einstellung und Glaubenssätze über Make-up und Hautpflege überprüft, kann sich gegen die Werbung immunisieren. 2. Jede Kosmetiklinie umfaßt gute und schlechte Produkte. Es gibt keinen Grund, überteuerte oder unverträgliche Produkte einer Linie zu erwerben, nur weil man mit einem anderen Produkt der gleichen Linie zufrieden ist. 3. Impulsive Kosmetikkäufe sollten vermieden werden. Wozu gibt es Probepackungen? Eine neue Lippenstiftfarbe sollte bei Tageslicht betrachtet, eine neue Parfümprobe dem Partner vorgeführt, eine neue Pflegecreme über Stunden erlebt werden, bevor man viel Geld dafür ausgibt. Wer einen Lippenstift sucht, sollte das Geschäft nicht mit Lidschatten, Deo oder Shampoo verlassen. 4. Kosmetikwerbung ist häufig faszinierend und künstlerisch wertvoll - aber es ist Werbung. Werbung soll niemals die Wahrheit sagen, sondern verführen. Eine sinnliche Werbung macht noch keinen sinnlichen Verbraucher. 5. Niemand ist immun gegen Werbung. Jeder hat seine "Schwachstelle", die es zu erkennen gilt. Die Industrie kennt unsere geheimen Wünsche, und sie nutzt sie aus. Für die berufstätige, selbstbewußte Frau wird spezielle Werbung konzipiert, für die modebewußte Girliefrau eine andere Strategie entwickelt als für die naturbewußte Intellektuelle. Wer sich selbst für nicht verführbar hält, hat schon verloren. 6. Jeder sollte sein monatliches Budget für Kosmetika festlegen, und sich daran halten. Es gibt gute Kosmetika in jeder Preislage. 7. Es gibt keine Wunderpflegemittel, keine exotischen Geheimrezepte, keine Faltencremes und keine Cellulite-Salben. 8. Sehr gute Lippenstifte, Maskaras, Lidschatten, Tagescremes usw. findet man auch in preiswerten Kosmetiklinien. Mit etwas Mühe findet sich für jede 50.- DM-Creme ein gleichwertiges Ersatzprodukt zum halben Preis. Hautpflegeprodukte aus der Drogerie und dem Supermarkt sind meist genauso gut wie diejenigen in Apotheken und Luxusläden. 9. Bei Nichtgefallen - Geld zurück. Wenn ein Produkt den Werbeversprechen nicht entspricht oder nicht vertragen wird, sollte man es zurückgeben. Entgegen der Meinung der meisten Käuferinnen ist dies auch bei Kosmetik möglich. Schon beim Kauf kann man nach der Rücknahmegarantie fragen. Wenn der neue Lippenstift schmiert, der Lidschatten die falsche Farbe hat oder die neue Nachtcreme die Haut reizt wird ein vernünftiger Verkäufer sie zurücknehmen und es dem Hersteller melden. Man muß nur wagen, freundlich zu fragen. 10. Kosmetikverkäuferinnen sind keine Kosmetikerinnen. Die Pflegeratschläge von Verkäuferinnen sind oft falsch. Wer würde von der Bedienung in einem Restaurant eine Ernährungsberatung erwarten? 11. Wenn immer möglich - testen! Der beste Weg zur passenden Kosmetik ist das Ausprobieren auf der eigenen, ungeschminkten Haut. Probepackungen sind die beste Wahl, aber auch das Probeschminken bei einer Freundin oder im Geschäft ist besser als "blindes" Kaufen. 12. Je weniger Produkte man gleichzeitig verwendet, umso besser für die Haut. Je größer die Zahl der aufgetragenen Substanzen, umso eher gibt es Probleme mit Akne, Allergien und Hautreizungen. 13. Die Basisprodukte einer ausreichenden Hautpflege sind: ein wasserlöslicher Hautreiniger (Syndet, entfernt auch Lidschatten ohne Reiben), eine milde Peelingpaste (z.B. mit Fruchtsäure), ein desinfizierender Abdeckstift, eine (getönte) Tagescreme mit höherem Lichtschutzfaktor (abgestimmt auf den Hauttyp), eine Nachtcreme ohne Lichtschutzfaktor bei trockener Haut. Viele weitere Informationen zur Hautpflege, Verbesserung und Erneuerung finden Sie auf den übrigen Seiten unserer Homepage und in unseren Patientenratgebern. Ihr Praxisteam Dr Bresser Peschelanger 11 81735 München 089-677977 Diese Seiten dienen der Information unserer Patienten. Jede Vervielfältigung, auch ausschnittweise, ist nur für den persönlichen Gebrauch gestattet. Copyright Dr H Bresser
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