Dr. med. Harald Bresser

Facharzt für Dermatologie und Venerologie
Facharzt für Anästhesiologie

Zusatztitel der Ärztekammer: Allergologie, Naturheilverfahren, Umweltmedizin, Akupunktur

Zertifizierte Qualifikationen: Lasertherapie, Ambulante Operationen, medizinische Kosmetik
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Warzen
 
von Dr. med. Harald Bresser, Hautarzt, München

Warzen, Hühneraugen, Hornhautschwielen
 
"Was sind Warzen, was sind Hühneraugen?"
Unter dem volkstümlichen Namen "Warzen" werden verschiedenartige, harmlose Hautwucherungen zusammengefasst. Sie haben im wesentlichen 2 Ursachen. Zum Einen könnte eine Infektion der oberflächlichen Hautschichten mit sogenannten "Warzenviren" vorliegen (wissenschaftlich: humane Papillomviren). Viren sind mikroskopisch kleine Krankheitserreger, die nicht mit "Bazillen" (wissenschaftlich: Bakterien) verwechselt werden dürfen. Wir kennen heute über 40 verschiedene Arten von Warzenviren. Zum anderen kann eine Warze als Schutzreaktion der Hornhaut entstehen, die sich gegen dauernden Druck oder Belastung durch Verdickung wehrt ("Hornhautschwiele, Hühnerauge"). Ursache dafür sind oft zu enges Schuhwerk, Fussverkrümmungen oder Hammerzehen. "Warze" ist darüberhinaus aber auch ein volkstümlicher Name für alle harmlosen, höckrig-warzigen Hauterscheinungen. Alle Warzen, Schwielen oder Hornhautverdickungen können sehr unangenehm sein und werden ähnlich behandelt.
Warzen können an folgenden Körperstellen entstehen:
1) Hände und Füße (wissenschaftlicher Name z.B. Verrucae vulgares, Verrucae planae juveniles;
Verrucae plantares / Fusswarzen; Stechwarzen; Hühneraugen; Hornhautschwielen)
2) Gesicht und Handrücken ( Verrucae planae juveniles; Alterswarzen)
3) Geschlechtsorgane (Condylomata acuminata = Feigwarzen, Condylomata)
4) überall sonst, zB an Rumpf, Hals, der Mundschleimhaut; als dunkle, muttermalähnliche Wucherungen überall an der Haut (Basalzellpapillome/Alterswarzen); als Stielwarzen zB in der Achselhöhle oder Leistengegend
5) bei Kleinkindern überall, selten bei Erwachsenen als pickelartige Knötchen (Mosaikwarzen/Mollusca contagiosa)

 
"Wie entstehen diese Hautprobleme?"
Virus-Warzen entstehen durch Kontakt mit Menschen oder Gegenständen, welche die Warzenviren an sich tragen. Erst Wochen oder Monate nach dem Kontakt sieht man die ersten Warzen. Warzen können, müssen aber nicht ansteckend sein: Alterswarzen oder Stielwarzen sind nicht ansteckend. Ob man sich mit Warzenviren infiziert, hängt entscheidend davon ab, wie gesund unser Immunsystem funktioniert. Ein aktives Immunsystem tötet die Viren ab, bevor sie sich im Körper festsetzen können. Oft werden Warzen nach Kratzen durch die Fingernägel übertragen. Falls Sie an Warzenbildung der Geschlechtsorgane leiden, sollten Sie Ihren Partner bis zur Heilung durch Enthaltsamkeit oder durch Benutzung von Kondomen vor einer Ansteckung schützen. Manche Menschen sind scheinbar völlig immun gegen Warzen, bei anderen Menschen bedecken sie große Hautflächen. Kinder und Jugendliche sind wegen ihres unreifen Immunsystems besonders anfällig.

 
"Handelt es sich um Krebs?"
Warzen sind keine Zierde, aber nicht bösartig oder gefährlich. Sie haben mit Krebs nichts zu tun, auch wenn sie im Einzelfall sehr schnell an der Haut wuchern können. Eine Ausnahme machen einige Warzenarten der Geschlechtsorgane: sie können zu Krebs führen. Wenn Sie an dieser seltenen Warzenart leiden, werden Sie von mir ausdrücklich darauf hingewiesen.

 
"Sind Warzen heilbar?"
Alle Warzenarten sind heilbar. Bei der Behandlung von Viruswarzen der Hände oder Füsse bedarf es aber oft großer Geduld. Außerdem kann es bei manchen Menschen immer wieder zu Rückfällen kommen - entweder weil die Warzenviren trotz der Behandlung unentdeckt in der Haut weiterexistierten, oder weil man sich neu infiziert hat.


"Was kann ich selbst zusätzlich tun, damit die Heilung eintritt?"
Warzen bitte nie mit den Fingernägeln abkratzen. In öffentlichen Bädern oder Duschen sollte man nie Barfuss gehen sondern immer Badelatschen benutzen. Gegen das Auftreten von Alterswarzen oder Stielwarzen kann man sich leider nicht schützen.

 
"Die Behandlung von Warzen und Hühneraugen"
Nicht jede Warze muß vom Arzt behandelt werden, da sie oft von alleine verschwinden. Der Arzt greift ein, wenn Warzen schmerzhaft, behindernd oder kosmetisch sehr störend sind. Die Warzenbehandlung ist immer langwierig und erfordert Geduld. Sie kann teilweise von Ihnen zu Hause durchgeführt werden. Erfolgreich helfen kann jede Behandlung nur bei konsequenter Anwendung über mindestens 1-2 Monate. Leider weiß die Wissenschaft nicht genau, warum die Warzen bei manchen Menschen für lange Zeit bestehen können oder sogar stark wuchern. Es gibt zahlreiche Behandlungsarten, die von mir je nach Warzenart und befallenem Körperteil für Ihren individuellen Einzelfall ausgesucht und angewendet werden:
1) Aufweichen der Warzen: "Guttaplast-Pflaster" in Größe der Warze ausschneiden, aufkleben, nach 3 Tagen abziehen; weißlich aufgelöstes Warzenmaterial mit Hornhauthobel (aus der Drogerie) vorsichtig abhobeln.
2) Warzenlösung, zB Verrumal-Lösung: 2-3mal täglich auftragen; 2-3 mal pro Woche abhobeln
3) Austrockung der Warzen: Kochsalzbäder: 2 Eßlöffel Salz pro Liter Wasser, 2 mal pro Woche 5-10 min Baden
4) Abtragen der Hornhautverdickung entweder selbst mit Hornhauthobel (Achtung: nur nach Rücksprache mit Arzt; verboten z.B. bei Zuckerkranken) oder in der Praxis mit dem Skalpell
5) Warzen an den Geschlechtsorganen oder am After können mit speziellen Lösungen verätzt, mit einer Elektroschlinge verkocht, mit Laser entfernt oder mit Spezialcremes behandelt werden
6) Operation: die Warzenoperation ist kein Allheilmittel. Ich persönlich bevorzuge aus verschiedenen Gründen die Laseroperation - aber nur, falls wirklich operiert werden muss. Die Operation mit dem Laser ist v.a. bei Alterswarzen und Stielwarzen das beste Verfahren. Bei Hand- oder Fusswarzen durch Viren ist auch der Laser nicht 100 % sicher wirksam.
7) Vereisung: Manche Warzen können vereist werden: sie werden mit flüssigem Stickstoff "erfroren" und fallen dann von selbst ab, oder sie werden mit der entstehenden Blase ausgeschnitten.
8) Abtötung der Warzenviren mit "Soft"-Laser ist ein bewährtes biologisches Verfahren
9) Ausschleifen der Warzen durch die gute medizinische Fusspflegerin
10) Naturheilkundliche Verfahren: zur innerlichen Immunstärkung und Abwehr zB homöopathische Medikamente, Eigenblutbehandlung
11) Volkstümliche Behandlungsverfahren: Haben Sie auch schon gehört, daß man Warzen durch "besprechen", durch Schneckensaft, Pflanzensäfte, Urin usw. erfolgreich behandelt hat? Aus wissenschaftlicher Sicht handelt sich bei diesen Erfolgen der sogenannten "Suggestivtherapien" wahrscheinlich um eine Warzenvernichtung durch starke Immunstimulierung: der Glaube kann bekanntlich Berge versetzen - und Warzen vernichten. Sehr gut funktioniert diese Methoden übrigens bei Kindern!
12) In unserer Praxis kombinieren wir meist mehrere dieser Verfahren - in Abhängigkeit von der Erkrankung und den Wünschen des Kranken.



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