Dr. med. Harald BresserFacharzt für Dermatologie und VenerologieFacharzt für Anästhesiologie Zusatztitel der Ärztekammer: Allergologie, Naturheilverfahren, Umweltmedizin, Akupunktur Zertifizierte Qualifikationen: Lasertherapie, Ambulante Operationen, medizinische Kosmetik |
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Nicht wenige Menschen stellen irgendwann fest, daß sie Hautprobleme, Juckreiz oder Rötungen entwickeln, wenn sie ein bestimmtes Kleidungsstück tragen. Die Ursachen dafür können sehr vielfältig sein. In den letzten Jahren konnten wir Allergologen vermehrt Allergien gegen Farbstoffe in Textilien diagnostizieren. Vor allem dunkelblaue und schwarze Textilfarbe kann Allergien auslösen. Besonders betroffen sind Menschen, welche eng anliegende Kleidung tragen: z.B. Leggins, Trainingsanzüge, Sportkleidung, Bodies, usw., aber auch enge Schuhe, Sicherheitsschuhe, Turnschuhe. Manche Menschen mit einer Chromallergie vertragen bestimmte Lederschuhe nicht - weil Leder (vor allem im Ausland) noch immer mit hohen Chrommengen gegerbt wird und das Metall so im Leder bleibt. Viele Menschen entwickeln juckende Ekzeme unter den Knöpfen ihrer Jeans und Blusen oder unter dem Reißverschluß. Ursache ist meist eine hochgradige Nickelallergie, die sie sich im allgemeinen beim Tragen von Modeschmuck erworben haben. Andere Menschen juckt es wiederum beim Tragen von Wollkleidung. Fast alle Menschen mit der sogenannten atopischen Anlage vertragen keine Schurwolle - keine Allergie, sondern eine Folge der erhöhten Reizbarkeit der Haut durch die rauhen Haare der Wolle. Jedes dritte Kleidungsstück ist heute (nach einer Studie der Universität Bayreuth) mit Dioxinen, Furanen oder anderen schädlichen Chemikalien behandelt. Sie stammen z.B. aus dem "Spritzen" der Baumwollfelder mit Pestiziden. Auch Schimmelpilzblocker oder Pilzvernichter werden der Kleidung für den Transport beigefügt. Andere Chemikalien machen die Kleidung weich (Kinderkleider), knitter-oder faltenarm, schwer entflammbar usw. Einige Menschen scheinen überhaupt keine neue Kleidung oder frisch gewaschene Wäsche zu vertragen. Manchmal ist die Ursache darin zu finden, daß Reste von Waschmittel oder anderen Chemikalien im Stoff verblieben sind. "Handelt es sich um eine Allergie?" Als Allergologe kann ich mit entsprechenden Tests feststellen, ob Ihrem Problem eine Allergie zugrundeliegt. Häufig ist aber nicht eine Allergie, sondern eine nichtallergische Hautreizung die Ursache von Juckreiz. "Sind Unverträglichkeiten auf Kleidung heilbar?" Eine sogenannte Kontaktallergie ist prinzipiell heilbar, wenn Sie den gefundenen Allergieauslöser leiden. Bei sorgfältiger Eigenbeobachtung und Konsequenz bei der Beachtung aller Ratschläge läßt sich Ihr Problem praktisch immer lösen. "Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?" Die Behandlung richtet sich nach der Ursache Ihrer Beschwerden. Falls Sie an einer Allergie gegen Farbstoffe leiden, sollten Sie natürlich alle entsprechend gefärbten Kleidungsstücke meiden. Falls eine Chromallergie bei Ihnen zu einem Fußekzem geführt hat, sollten Sie vorerst Ihre eigenen Lederschuhe nicht mehr tragen - vor allem niemals barfuß in Leder laufen. Alternativ zu Kunststoffschuhen (fast alle Turnschuhe) können Sie dicke Strümpfe zum Schutz tragen. Beim Kauf von Lederschuhen fragen Sie danach, ob das Leder aus Deutschland oder dem Ausland stammt. Bei "allgemeiner" Unverträglichkeit von Kleidung gibt es ebenfalls Hilfe: 1) Verzichten Sie auf hochveredelte Kleidung, den die ist besonders stark mit Chemikalien behandelt (Beispiele: "knitterfrei, pflegeleicht, bügelfrei" bedeutet: Formalinbehandelt. "Filzfrei" bedeutet: Chlor, Weichmacher. "Schmutzabweisend, wasserfest, easy wash" bedeutet: FCKW. "Antimikrobiell" bedeutet: Organozinn; schlecht auch die Hinweise:" Farbe blutet aus", "Separat waschen"). 2) Kaufen Sie wenig Kleidung, die zum Reinigen muß. Bei der Reinigung lassen sich Chemierückstände nicht vermeiden. Lassen Sie sich vom Verkäufer versichern, daß die Textilien nicht ausfärben. Sonst gelangt durch Schweiß und Regen der Farbstoff intensiv auf die Haut. 3) Reduzieren Sie Ihren "Kleiderverbrauch": Neue, modische Kleidung ist immer problematischer als zeitlose, "eingetragene" Kleidung. 4) Waschen Sie jedes neue Stück vor dem Tragen 3-4 mal so heiß wie möglich. So gehen die Chemikalien ins Abwasser und nicht auf die Haut. 5) Tragen Sie weite Kleidung, die nicht eng an der Haut anliegt, scheuert oder reibt. Tragen Sie direkt auf der Haut ungefärbte, weiße oder pastellfarbene Textilien (enthalten weniger Farbe). 6) Bügeln Sie neue Kleidung erst nach gründlichem Waschen. Öffnen Sie beim Bügeln die Fenster: feuchte Wärme kann Formalin aus der Kleidung freisetzen. 7) Lassen Sie nach jeder Wäsche einen Extrawaschgang "Klarspülen" laufen - das vermindert die Waschmittelrückstände 8) Kaufen Sie bei Herstellern von Ökö-Kleidung - aber achten Sie darauf, was der Verkäufer genau darunter versteht (es gibt schwarze Schafe). Kaufen Sie Qualität statt Masse: Billigprodukte werden mit Umweltschäden, ökoverträgliche Kleidung mit dem Portemonnaie bezahlt. 9) Selberfärben ist keine Alternative - diese Farbstoffe können ebenfalls allergen sein. 10) Informationen über rückstandsfreie Kleidung gibt es bei: Arbeitskreis Naturtextil e.V., c/o Rechtsanwälte Ladwig u. Rogge, Hausmannstr., 70188 Stuttgart
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