Dr. med. Harald BresserFacharzt für Dermatologie und VenerologieFacharzt für Anästhesiologie Zusatztitel der Ärztekammer: Allergologie, Naturheilverfahren, Umweltmedizin, Akupunktur Zertifizierte Qualifikationen: Lasertherapie, Ambulante Operationen, medizinische Kosmetik |
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"Was ist "kreisrunder Haarausfall"?" "Kreisrunder Haarausfall" ist die häufigste, krankhafte Art des Haarausfalls (der anlagebedingte und hormonelle Haarausfall ist zwar noch häufiger, sieht jedoch ganz anders aus und ist im allgemeinen auch keine eigentliche Krankheit). Der medizinisch-wissenschaftliche Name der Krankheit ist "Alopezia areata". Der kreisrunde Haarausfall für am Kopf zu einem oder mehreren, mehr oder weniger runden Stellen, an denen die Haare fast vollständig ausgehen. Schmerzen, Juckreiz, Schuppen oder sonstige Beschwerden bestehen nicht. Manchmal bleiben lediglich die grauen Haare stehen, sodaß es so aussieht, als ob der Betroffene "über Nacht" grau geworden wäre. In selteneren Fällen fallen sogar sämtliche Haare des Körpers aus (genannt "Alopezia areata universalis"): Augenbrauen, Wimpern, Barthaare, Körperhaare. Die Krankheit kann in jedem Lebensalter auftreten und befällt Männer und Frauen. Häufiger sind allerdings jüngere Menschen betroffen. Bei jedem dritten Kranken findet man eine gesteigerte Allergiebereitschaft ("Atopie"). "Wie entsteht der kreisrunde Haarausfall?" Die genauen Ursachen der Alopezia areata sind noch nicht bekannt. Heute glaubt die Wissenschaft, daß die Krankheit als Folge einer Fehlsteuerung des Immunsystems entsteht. Die Immunzellen der Haut, die normalerweise der Abwehr von krankmachenden Keimen dienen, richten sich wahrscheinlich gegen die Zellen der Haarwurzel. Die Haarwurzel entzündet sich, das Haarwachstum ist gestört, das Haar fällt aus. Warum die Fehlsteuerung des Immunsystems entsteht, ist unbekannt. Glücklicherweise sind die Haarwurzeln beim kreisrunden Haarausfall nicht vollständig zerstört. Daher können die Haare - im Gegensatz zur "normalen" Glatze - jederzeit wieder nachwachsen. "Ist der kreisrunde Haarausfall gefährlich?" Der kreisrunde Haarausfall an sich ist völlig ungefährlich. In sehr seltenen (!) Fällen kann er allerdings auf eine innere Krankheit hindeuten, welche einer Behandlung bedarf (z.B. Schilddrüsenstörungen, Anämie, Gelbsucht). Meist findet sich dagegen keine innere Krankheit als Auslöser. Der kreisrunde Haarausfall ist nicht ansteckend. Manchmal kommen in einer Familie (anlagebedingt?) mehrere Krankheitsfälle vor. Die Alopezia areata ist nicht Folge eines Vitaminmangels oder einer Ernährungsstörung und im allgemeinen auch nicht die Folge einer Vergiftung mit Umweltschadstoffen. "Ist die Alopezia areata heilbar?" Der Verlauf dieses Haarausfalls ist völlig unberechenbar. Eine einzelne Kahlstelle bei einem Erwachsenen wächst im allgemeinen nach wenigen Monaten wieder zu. Die neuen Haare sind anfangs oft dünn und farblos, werden mit der Zeit jedoch wieder normalfarben. Andererseits können jederzeit neue Stellen am Kopf auftreten. Diese können nebeneinander stehen oder zusammenfließen. Es kann sogar vorkommen, daß im Zentrum einer kahlen Stelle die Haare nachwachsen, und der Haarausfall am Rande noch weitergeht. Manchmal kommen und gehen die Haare über Monate bis Jahre, bis der Prozeß endlich zur Ruhe kommt. Je länger der Haarausfall allerdings unverändert besteht, und je ausgedehnter die Haare ausgegangen sind, desto geringer wird die Chance, daß alles wieder nachwächst. Auch ein sehr schnelles Ausfallen der Haare, vor allem am Hinterkopf, ist eher ungünstig. Grob vereinfacht kann man 3 Krankheitsverläufe unterscheiden: bei 30% wachsen die Haare vollständig nach. Bei 30% verläuft die Krankheit schubweise über längere Zeit - letztlich wachsen die meisten kahlen Stellen wieder zu. Bei jedem dritten Patienten fallen jedoch leider alle Haare aus - ohne Behandlung bleibt eine völlig Glatze zurück. "Was kann ich selbst zusätzlich tun, damit die Heilung eintritt?" Leider können Sie selbst nur wenig tun, um die Haare wieder wachsen zu lassen. Dauerwellen, Haarefärben oder Blondieren haben keinen negativen Einfluß auf die Krankheit - frisieren Sie sich also wie es Ihnen gefällt. Lediglich übermäßig starken Zug an den Haaren sollten Sie meiden. Auch die Art der Frisur, die Haarlänge oder die Häufigkeit der Haarwäsche beeinflußt die Krankheit nicht. Bei kleineren kahlen Stellen können Sie sogar gezielt die Frisur einsetzen, um die Kahlheit zu verstecken: Toupieren, Haarspangen, Haarsprays, Volumen-Vergrößerung usw. Ihr Friseur wird Sie gerne beraten. Die Behandlung des Haarausfalls sollten Sie jedoch Ihrem Arzt überlassen - und nicht dem Friseur, Heilpraktiker oder sonstigen Wunderheilern. "Die Behandlung der Alopezie" Viele Behandlungsmöglichkeiten wurden schon versucht - ein Wundermittel gibt ein nicht. Wichtig ist der rasche Beginn der Behandlung. Die Immunentzündung kann man rasch mit innerlichem Kortison unterdrücken - allerdings kommt es nach Absetzen des Kortisons sofort zum erneuten Haarausfall. Die äußerliche Einreibung oder das Einspritzen von Kortison in die kahle Stelle wirkt weniger rasch, ist aber unproblematischer. Manchmal kann man die Haare wieder durch eine sogenannte "PUVA"-Behandlung zum wachsen bringen. Dabei handelt es sich um eine Kombinationsbehandlung von UV-Bestrahlung und speziellen Medikamenten. Eine innerliche Behandlung mit "Lamprene" ist manchmal erfolgreich; allerdings muß hier regelmäßig das Blut untersucht werden, da es immer zu einer mehr oder weniger ausgeprägten "Anämie" durch das Medikament kommt. Gute Erfahrungen scheint man mit folgendem Vorgehen zu machen: die kahle Stelle wird mit Substanzen eingerieben, welche eine künstliche Kontaktallergie erzeugen. Die Behandlung ist allerdings noch nicht allgemein anerkannt und wir wissen wenig über den Langzeiterfolg. Sehr viel weniger Nebenwirkungen als bei den genannten Verfahren sind bei naturheilkundlicher Therapie zu erwarten. Sowohl eine homöopathische Behandlung als auch eine "unspezifische" Immunbehandlung oder eine Akupunkturbehandlung sollte in Erwägung gezogen werden. Wichtig: sämtliche Behandlungsmaßnahmen müssen jeweils über mehrere Monate konsequent durchgehalten werden, bevor sich die Wirksamkeit (oder Unwirksamkeit) beurteilen läßt. Bei seelisch sehr belastendem Haarverlust, der sich auf andere Art nicht verstecken läßt, ist das vorübergehende Tragen eines Haarteils oder einer Perücke sehr empfehlenswert. Sie brauchen nicht zu befürchten, daß Ihr restliches Haar unter der Perücke leidet. Für eine Perücke übernimmt die Krankenkasse einen Teil der Kosten, wenn ich Ihnen eine entsprechende Bescheinigung ausstelle. Falls alle Behandlungsversuche fehl schlagen, ist selbstverständlich ebenfalls eine Perücke empfehlenswert. Manche Männer ziehen es bei unvollständiger Glatzenbildung allerdings vor, sich eine komplette Glatze zu rasieren. Diese Seiten dienen der Information unserer Patienten. 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