Dr. med. Harald Bresser

Facharzt für Dermatologie und Venerologie
Facharzt für Anästhesiologie

Zusatztitel der Ärztekammer: Allergologie, Naturheilverfahren, Umweltmedizin, Akupunktur

Zertifizierte Qualifikationen: Lasertherapie, Ambulante Operationen, medizinische Kosmetik
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Leberfleck, Muttermale, Altersflecken

Was ist der Unterschied zwischen Muttermal, Leberfleck, Nävuszellnävi, Hautkrebs? Wie erfolgt die Entfernung: Operation, Lasern, Laserbehandlung?
von Dr. med. Harald Bresser, Hautarzt, München
 
Viele Menschen haben dunkle Flecken auf der Haut, Der Volksmund sagt: Muttermal, Leberfleck dazu. Wann werden diese Flecken gefährlich? Hautärzte wissen: weltweit nimmt die Zahl der Menschen dramatisch zu, die am schwarzen Hautkrebs leiden ("Malignes Melanom"). An unserer Münchner Universitätsklinik hat sich beispielsweise die Zahl der Melanompatienten von 1970 bis 1997 verzehnfacht. Vermehrte Sonnenbäder und erhöhte UV-Bestrahlung sind wichtige Ursachen dafür. Wir möchten Ihnen helfen, sich vor schwarzem Hautkrebs zu schützen, bevor er entsteht.
 
"Was sind Muttermale, was sind Leberflecken, was sind Nävi und dysplastische Nävuszellnävi?"
An der Haut jedes Menschen finden sich wenige oder viele helle, dunkle, flache oder knotige Flecken und Knötchen. Viele dieser Flecken sind harmlose Sommersprossen oder Altersflecken aus dem Hautpigment "Melanin". Hautfarbene oder bräunliche Knötchen im Gesicht ("Schönheitsfleck", "dermale Nävi") sind meist Wucherungen einer anderen, harmlosen Zellart. Die meisten dunklen Flecken an der Haut sind allerdings sogenannte Nävuszellnävi ("Muttermale"), die aus Melanozyten (Pigmentzellen) bestehen. Je nach Dicke und Lage erscheinen sie hell- oder dunkelbraun oder sogar blau. Bis ins Erwachsenenalter nimmt die Zahl der Muttermale ständig zu. Zahlreiche Untersuchungen sprechen dafür, daß manche Muttermale eine statistisch erhöhte Wahrscheinlichkeit zeigen, sich im Laufe der Zeit zu bösartigen Melanomen ("schwarzer Hautkrebs") umzuwandeln. Ob, wann und warum dies geschieht, weiß niemand im voraus. Hautärzte nennen diese auffälligen Muttermale "dysplastische Nävi". Sie können einzeln und spontan, aber auch familiär gehäuft vorkommen (man spricht dann vom "familiären dysplastischen Nävussyndrom"). Manche Menschen aus solchen Familien haben dutzende oder hunderte Muttermale, von denen viele "dysplastisch" sind. Die Melanomgefahr ist bei ihnen gegenüber anderen Menschen stark erhöht.

Neben auffälligen Muttermalen gibt es noch viele andere dunkle Flecken der Haut: Altersflecken an Handrücken und Gesicht (Lentigo, Lentigines, Lentigo senilis), Alterswarzen (Basalzellpapillome, seborrhoische Warzen), Hautschwielen (aktinische Keratosen).... Sie sollten dunkle Hautflecken stets vom Hautarzt begutachten lassen, denn nur er kennt die Unterschiede der verschiedenen Arten.
 
"Woran ist ein auffälliges, dysplastisches Muttermal zu erkennen?"
Dysplastische Muttermale sind an der ABCDE-Regel zu erkennen (siehe auch Plakat im Wartezimmer mit Fotos). A steht für Asymmetrie: Gutartige Muttermale sind rund und symmetrisch. Auffällig ist eine asymmetrische Form.
B steht für Begrenzung: Die Begrenzung sollte scharf sein. Auffällig ist eine zackige oder unregelmäßige Begrenzung.
C steht für Color (=Farbe): Normal ist eine gleichmäßige Farbe. Sehr scheckige, farbenfrohe Muttermale sind verdächtig.
D steht für Durchmesser: Verdächtig sind Muttermale, die größer als 5 mm Durchmesser sind. Melanome können allerdings auch kleiner sein.
E steht für Erhabenheit: Erhabene Anteile in sonst glatten Muttermalen sind verdächtig.
Hautärzte besitzen spezielle Untersuchungsverfahren, um diese - sehr groben Kriterien - besser zu unterscheiden: Dermatoskopie, Auflichtmikroskopie.

 
"Handelt es sich um Krebs?"
Dysplastische Muttermale sind noch kein Krebs. Wenn sie entfernt und mikroskopisch untersucht wurden, besteht also auch keinerlei Grund zu Besorgnis. Allerdings sollten andere Muttermale dann regelmäßig kontrolliert werden. Dysplastische Muttermale und Melanome können glücklicherweise sehr früh erkannt werden. Wichtig ist, auch die Haut an dem behaarten Kopf, die Nägel, im Genital- und Analbereich und an Händen und Füssen zu kontrollieren.

 
"Ist schwarzer Hautkrebs heilbar?"
Wenn ein schwarzer Hautkrebs im Frühstadium erkannt wird, besteht nach operativer Entfernung eine Heilungsrate von nahezu 100% ! Früher glaubten viele Menschen, daß man an Muttermale "nicht rühren" dürfe - daß man also durch eine Operation die Bösartigkeit erst hervorrufe. Es ist definitiv bewiesen, daß diese volkstümliche Angst völlig falsch ist: je früher die Operation, umso besser die Heilungschance. Alles zu weissem Hautkrebs, schwarzem Hautkrebs siehe dort.

 
"Was kann ich selbst zur Krebsvorbeugung tun?"
Niemand hat etwas gegen gelegentliche Sonnenbäder - aber seien Sie vernünftig bei Sonnenbädern und im Solarium. Schützen Sie Ihre Kinder vor zu viel Sonne und insbesondere vor Sonnenbränden. Menschen mit auffälligen Muttermalen (nach der ABCDE-Regel) oder sehr zahlreichen Muttermalen sollten sich regelmäßig vom Hautarzt untersuchen lassen (mindestens einmal jährlich, z.B. nach dem Sommerurlaub). Jedes juckende, blutende, wachsende, knotige oder farbveränderte Muttermal bitte sofort vom Hautarzt kontrollieren lassen. Während der Schwangerschaft werden Muttermale übrigens häufig dunkler - was völlig harmlos ist. Andererseits entsteht während der hormonellen Umstellung der Schwangerschaft vermehrt bösartiger Hautkrebs. Hier ist somit eine besonders sorgfältige Kontrolle erforderlich. Weiter Ratschläge zur Krebsvorbeugung und zum Sonnenschutz siehe dort.

 
"Die dermatologische Behandlung"
Bei Verdacht auf dysplastische Nävi werden diese mit dem Auflichtmikroskop untersucht. Dabei wird bei 10 - 50 facher Vergrößerung die Pigmentnetzstruktur beurteilt. Mit ca. 80 - 90% Sicherheit kann so der erfahrene Facharzt sagen, ob das Muttermal gut- oder bösartig ist. Verdächtige Muttermale werden in der Regel in Lokalanästhesie (örtliche Betäubung) ambulant entfernt und in ein Speziallabor zur histologischen (mikroskopischen), feingeweblichen Untersuchung geschickt. Wird dabei ein dysplastischer Nävuszellnävus entdeckt, sind folgende Vorsichtsmaßnahmen angezeigt:
- eventuell Entfernung weiterer suspekter Muttermale, siehe unter Hautoperation und Laserbehandlung
- Vermeidung intensiver Besonnung, insbesondere von Sonnenbränden
- jährliche Kontrollen sämtlicher Muttermale durch den Hautarzt.
- einmal monatlich Eigenkontrolle der Muttermale nach den ABCDE-Regeln. Sollte sich ein Muttermal verändern - bitte sofort kontrollieren lassen.

 
"Die Laser - Entfernung von Leberfleck und Muttermal"
Muttermale, Leberflecken und Altersflecken lassen sich unter bestimmten Voraussetzungen auch mit dem Laser entfernen. Das Lasern dunkler Flecken darf jedoch nur !! nach vorheriger Begutachtung durch den Spezialisten, also den Hautarzt, erfolgen. Leider kommt es immer wieder vor, das Laserbehandlungen von Hautflecken durch andere Ärzte oder sogar Nichtärzte, Kosmetikerinnen usw. erfolgen . Es besteht dann die Gefahr, dass ein schwarzer Hautkrebs übersehen wird; dieser sollte niemals gelasert werden. Auch auffällige Muttermale müssen operativ entfernt werden und sind ungeeignet für die Lasertherapie. Andererseits gibt es kaum eine elegantere, nebenwirkungsfreiere Methode als das Lasern von gutartigen dunklen Hautflecken. Die Kosten dafür hängen von der Zahl der entfernten Muttermale ab. Nach einer entsprechenden hautärztlichen Begutachtung ist die Laserentfernung dieser Flecken gut möglich.
 
"Die Video-Auflichtmikroskopie und Computerdokumentation von Muttermalen"
Eine neue Qualität bei der Hautkrebsvorsorge liefert die Video-Auflichtmikroskopie. Per Videokamera wird von Ihrer Haut ein Muttermal-"Katalog" angelegt. Er umfasst Übersichtsaufnahmen der Muttermale und mikroskopische Vergrösserungsaufnahmen. Diese Bilder werden auf einem Computerbildschirm sichtbar und auf elektronischen Speichermedien konserviert. Die videomikroskopischen Bilder können ausgedruckt und dem Patienten mitgegeben werden. Die elektronische Speicherung ermöglicht bei den jährlichen Kontrolluntersuchungen den objektiven und detailgetreuen Vergleich mit früheren Befunden. Dadurch lassen sich unnötige Operationen von Muttermalen vermeiden, die sich nicht verändert haben. Privatkassen übernehmen die vollen Kosten dieses Verfahrens. Für Kassenpatienten steht die Video-Dokumentation als Selbstzahler-Leistung zur Verfügung (die Kosten sind geringer als der Besuch bei einem guten Damenfrisör), siehe auch unter Hautkrebsvorsorge.

Wir hoffen, dass Sie Ihre Hautflecken jetzt besser einordnen können. Viele weitere Informationen finden Sie in unseren Patientenratgebern, die im Buchhandel erhältlich sind.
Ihr Praxisteam Dr. H. Bresser
Peschelanger 11   81735 München   089-677977
www.drbresser.de
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