Dr. med. Harald Bresser

Facharzt für Dermatologie und Venerologie
Facharzt für Anästhesiologie

Zusatztitel der Ärztekammer: Allergologie, Naturheilverfahren, Umweltmedizin, Akupunktur

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Sonnenallergie, Lichtdermatosen 
Was ist eine Sonnenallergie? Welche Ursachen, welche Behandlungen sind bekannt?
von Dr. med. Harald Bresser, Hautarzt, München
 
"Was ist eine Sonnenallergie?"
Sonnenallergie ist ein volkstümlicher Ausdruck für sehr unterschiedliche Erkrankungen. Die meisten Menschen sprechen von Sonnenallergie bei jeder krankhaften Hautreaktion, die nach Sonneneinwirkung auftritt. Ärzte sprechen dagegen von "Lichtdermatosen" oder Photodermatosen als Sammelbegriff dieser Erkrankungen. Bei den meisten handelt es sich nicht um eine Allergie im engeren Sinn. Die häufigste Sonnenallergie ist die sogenannte polymorphe Lichtdermatose, unter der 10-20% aller Menschen irgendwann einmal leiden können. Für diejenigen, die es genau wissen wollen, hier die z.Z. gültige Auflistung aller Lichtdermatosen 1) Primäre idiopathische Lichtdermatosen (= Lichturticaria, polymorphe Lichtdermatose, Hydroa vacciniformia, aktinische Prurigo, chronisch aktinische Dermatitis) 2) Primäre Lichtdermatosen mit bekanntem Photosensibilisator ( = phototoxische Reaktion, Photokontaktallergie, systemische Photoallergie) 3) Sekundäre Lichtdermatosen ( = Xeroderma pigmentosum, Cockayne-Syndrom, Trichothiodystrophie, Lupus erythematodes, Dermatomyositis, Porphyrien, Pellagra, Morbus Darier, autoimmunbullöse Dermatosen / Pemphigus / Pemphigoid). Da die meisten dieser Erkrankungen sehr selten sind, werden sie hier nur der Vollständigkeit halber genannt.

 
"Was ist die häufigste Sonnenallergie PLD?"
Im allgemeinen versteht man darunter juckende, rote Hauterscheinungen, welche meist im März-Juni oder im Urlaub beim ersten Sonnenbad des Jahres ausbrechen. Medizinisch nennt man diese sehr häufige Sonnenallergie "polymorphe Lichtdermatose" PLD. Meist sind Frauen davon betroffen (neunmal öfter als Männer), häufig mehrere Familienmitglieder; sie kann in jedem Alter beginnen, auch bei Kindern. Bei jedem Kranken treten immer ähnliche Beschwerden auf - meist am Oberkörper. Bei verschiedenen Menschen können die Beschwerden aber sehr unterschiedlich aussehen - daher die Bezeichnung "polymorph" (=vielgestaltig). Die eine Betroffene leidet beispielsweise jedes Frühjahr einige Stunden oder Tage nach den ersten intensiven Sonnenstrahlen unter juckenden Knötchen im Brustbereich; die Andere dagegen spürt beim ersten Urlaubstag jedes Jahr erneut einen generellen Juckreiz mit leichter Hautrötung der Unterarme. Die Sonnenallergie darf nicht mit einem Sonnenbrand durch zu langes Sonnenbaden verwechselt werden. Auch eine Verwechselung mit  anderen Krankheiten durch Sonnenbestrahlung ist möglich: z.B. mit "Hitzefrieseln", Altershaut, Photoallergie, Lupus erythematodes, Kontaktallergie durch Sonne und Duftstoffe, Mallorcaakne uvw. Wenn man die Sonne meidet, bilden sich die Beschwerden innerhalt von einigen Tagen folgenlos zurück. Als Sonnenallergiker gewöhnt man sich im allgemeinen während der Sommerwochen immer mehr an das Sonnenlicht, sodaß man im Herbst i.a. die Sonne viel besser verträgt. Im nächsten Frühjahr treten sie aber meist prompt wieder auf. Da die Erkrankung sehr vielgestaltig auftritt, ist sie oft auch vom erfahrenen Hautarzt anfangs nur schwer von anderen Hautkrankheiten zu unterscheiden.
 
"Wie entsteht die Sonnenallergie PLD?"
Die Sonnenallergie ist eine Überempfindlichkeit der Haut gegen Sonnenlicht. Es ist nicht bekannt, warum manche Menschen irgendwann in ihrem Leben eine Sonnenallergie entwickeln. Es handelt sich aber sicher nicht um eine richtige "Allergie", sondern um eine hohe Empfindlichkeit der Haut gegen die UV-A oder UV-B Anteile der Sonne. Ultraviolette Strahlen (UV-Strahlen) sind unsichtbare Strahlen des Sonnenlichtes - wie sie auch aus vielen Solariumlampen abgestrahlt werden.

 
"Ist die Sonnenallergie gefährlich?"
Nein, Sonnenallergie ist weder ansteckend, noch gefährlich. Sonnenallergiker entwickeln möglicherweise sogar weniger Hautkrebs, da sie die Sonne meiden. Trotzdem ist diese Krankheit ernst zu nehmen, da sie die Lebensfreude des Betroffenen stark beeinträchtigen kann.

 
"Ist Sonnenallergie heilbar?"
Die Neigung zur Sonnenallergie ist mit den Methoden der Schulmedizin nicht heilbar. Allerdings können die Beschwerden auf verschiedene Arten sehr gut gelindert werden. Vorbeugende Maßnahmen können ein Ausbrechen im Frühjahr oder im Urlaub verhindern. Häufig gelingt es jedoch, die Beschwerden für lange Zeit zum Verschwinden zu bringen, auch wenn meist eine erhöhte Sonnenempfindlichkeit bestehen bleibt.

 
"Was kann ich selbst tun, damit die Heilung eintritt?"
Beobachten Sie sich selbst: wann tritt meine Sonnenallergie auf? Kommt es vielleicht dazu, wenn ich vorher ein Parfum auf die Haut gesprüht hatte oder im Garten gearbeit habe? Dann könnte es sich auch um eine andere Allergie handeln. Teilen Sie diese Beobachtungen Ihrem Hautarzt mit. Sollte eine typische Sonnenallergie vorliegen, so halten Sie sich an folgende Ratschläge: Meiden Sie direkte Besonnung. Weder Sonnenbäder noch übermässiges Solarium sind das Richtige für den Sonnenallergiker. Gewöhnen Sie die Haut im Frühjahr besonders behutsam und langsam an die Sonne. Verbringen Sie Ihren Urlaub in Gebieten mit etwas weniger Sonneneinstrahlung (kein Hochgebirge, kein Meer, nicht in südlichen Ländern). Benutzen Sie reichlich Lichtschutzcremes mit hohem Lichtschutzfaktor gegen UV-A Strahlen. Gut geeignet ist zB die Sonnencreme "Eucerin SonnenAllergieSchutz Creme Gel 15" und "Eucerin SonnenAllergieSchutz After Sun Gel". Diese Doppelpackung enthält Alpha Glucosyl- Rutin und Vitamin E und wirkt vorbeugend - bei rechtzeitiger Anwendung.  Den besten Lichtschutz bieten aber noch immer Kleidung und Hüte - am besten vorimprägniert und als lichtschützend gekennzeichnete Stoffe.
Vielen Menschen hilft die vorbeugende Einnahme von Vitamin C + Vitamin E (gibt es in Reformhäusern und Apotheken). Auch ein Versuch mit 3 x täglich Nicotinsäureamid + Folsäure über insgesamt 10 Tage kann sich lohnen.

 
"Die Behandlung der Sonnenallergie"
Die wichtigsten Behandlungsschritte betreffen Ihr eigenes Verhalten - Schutz vor der Sonne und Verwendung von speziellen Sonnenschutzmitteln. Natürlich sollten Sie Ihr Problem mit einem Hautarzt besprechen. Er kann die verschiedenen Arten der Sonnenallergie am besten unterscheiden. Möglicherweise rät er Ihnen zu einer vorsichtig gesteigerten Sonnenbankbestrahlung - am besten in der Hautarztpraxis mit Spezialstrahlern. So kann sich die Haut an die UV-Strahlen gewöhne. Diese "Gewöhnungsbestrahlung" sollte 4-6 Wochen vor einem Urlaub durchgeführt werden. Ihr Hautarzt kann Ihnen 
zusätzlich vorbeugende Medikamente verordnen: Carotaben, Antihistaminika, Resorchin, Vitamine (Folsäure+Nicotinamid, zB merSol-ratiopharm). Bei besonders schlimmen Beschwerden kann kurzfristig eine entzündungshemmende Creme, unter Umständen auch cortisonhaltig, notwendig sein. Bei richtiger Anwendung des Cortison müssen Sie Nebenwirkungen nicht befürchten. Oft ist ein naturheilkundlicher Behandlungsversuch sinnvoll. Unsere Patienten haben zB mit Eigenblut, Symbioselenkung und anderen Regulationsverfahren gute Erfolge erzielt. Eine wesentliche Linderung, oft auch völliges Beseitigen der Beschwerden, ist fast immer möglich.

Wir hoffen, dass Sie Ihre Hautkrankheit jetzt besser verstehen. Viele weitere Informationen finden Sie in unseren Patientenratgebern, die im Buchhandel erhältlich sind.
Ihr Praxisteam Dr. H. Bresser
Peschelanger 11   81735 München   089-677977
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