Dr. med. Harald Bresser

Facharzt für Dermatologie und Venerologie
Facharzt für Anästhesiologie

Zusatztitel der Ärztekammer: Allergologie, Naturheilverfahren, Umweltmedizin, Akupunktur

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Darmsanierung - die Basis der Naturheilkunde

Symbioselenkung, Darmsanierung und mikrobiologische Therapie
Wie helfen Symbioselenkung und Darmsanierung bei Allergie, Immunschwäche und Hautkrankheiten? Welche Erfahrungen haben wir in München mit der mikrobiologischen Therapie gesammelt?
von Dr. med. Harald Bresser, Hautarzt, München
 
"Was versteht man unter Mikrobiologischer Therapie oder Symbioselenkung"
Nicht nur die Liebe, sondern auch die Gesundheit geht durch den Magen. Viele Gesundheitsstörungen lassen sich über Magen und Darm heilen. Die vielleicht bekannteste naturheilkundliche Darmbehandlung - nach dem Fasten - ist die Mikrobiologische Therapie. Sie wurde früher meist Symbioselenkung genannt. Mit dieser Behandlungsform gelingt es, die sogenannte Darmflora gesunden zu lassen. Darmflora nennt man die Verdauungskeime, die jeder gesunde Mensch in sich trägt. Bei der Symbioselenkung wird ein gestörtes Darmgleichgewicht normalisiert: durch Normalisierung de Darmmilieus, pH-Regulierung, gezieltes Beseitigen krankhafter Keime und Zuführen gesunder Keime.

 
"Die menschliche Darmflora"
Der menschliche Darm wird beim Gesunden von unzähligen Mikroorganismen besiedelt: etwa 1 Billion Keime pro Gramm Stuhl (= 1000 Milliarden!). Es handelt sich dabei um "freundliche Untermieter", die für eine geregelte Verdauung und eine wirksame Immunabwehr nötig sind. Sie und gewisse Zellen der Darmwand bilden das grösste Immun-System des Körpers. Das harmonische Gleichgewicht der Darmkeime ist äusserst wichtig für die Gesundheit des gesamten Organismus. (Symbiose: Zusammenleben verschiedener Organismen zum gegenseitigen Nutzen). Krankheitserreger können nur dann den Körper schädigen, wenn sie zuerst die natürlichen Darmkeime und dann die Abwehrzellen der Darmwand überwunden haben.

 
"Störfaktoren und ihre möglichen Konsequenzen"
Seit Jahrhunderten wussten die alten Heilkundigen: "Der Tod sitzt im Darm". Auch wenn diese Aussage heute übertrieben wirkt: sie enthält einen wahren Kern. Die Erfahrungsmedizin lehrte, dass man durch die Heilung von Darmproblemen zahlreiche Gesundheitsstörungen des ganzen Körpers bessern kann. Früher geschah dies ungezielt und "nach der Erfahrung": durch Diäten, Einläufe, Brechmittel, Bitterkräuter, feuchte Bauchwickel, Teekuren usw. Heute können wir die Keime der Darmflora anzüchten und biochemische Störfaktoren in Speziallabors gezielt analysieren lassen. Die ökologische Harmonie der Darmbakterien kann durch viele Einflüsse gestört werden: Ernährungsfehler, Infektionen, Antibiotika (vernichten nicht nur Krankheitskeime, sondern auch "gute" Darmkeime), "Pille", Kortisoneinnahme, Abführmittel, Stress uvm. Das Resultat einer Darmflora im Ungleichgewicht können Bauchweh und Durchfall, Verstopfung und Blähungen, chronische Infektionen, aber auch chronische Hautkrankheiten, Allergien, Ekzeme, Quaddelsucht, Neurodermitis, Akne uvm sein. Die Darmsanierung war und ist daher ein Basisbaustein vieler naturheilkundlicher Behandlungskonzepte.

 
"Wann sollte man eine Darmsanierung in Erwägung ziehen ?"
Die Darmsanierung ist eine wichtige naturheilkundliche Behandlungsmöglichkeit, die von naturheilkundlichen Ärzten bei vielen Erkrankungen herangezogen wird. Wir setzen sie häufig ein zum Beispiel bei bei hartnäckigen Infektionen, Ekzemen, Schuppenflechte, Hefepilzbefall, Akne, Neurodermitis, manchen Formen des Haarausfalls, manchen Allergiearten, bei Hinweisen auf Immunschwäche oder allgemeinen Schwächezuständen.

 
"Wie funktioniert die mikrobiologische Behandlung ?"
Es gibt verschiedene Vorgehensweisen, um die geeignete Form der Symbioselenkung zu finden. Einerseits existieren fertige Arzneimittel auf Bakterienbasis, die speziell für die Besserung von chronischen Infekten der Lunge oder Blase hergestellt werden.

Ein allgemeines Behandlungsschema bei Infektneigung sieht beispielsweise so aus:
1) Pro-Symbioflor Tropfen: 2 x täglich zu den Mahlzeiten mit etwas Wasser 5 Tropfen, täglich 1 Tropfen mehr bis auf 20 Tropfen steigern. Anwendungsdauer: 4-6 Wochen
2) Symbioflor 1 Tropfen: 2 x täglich zu den Mahlzeiten mit etwas Wasser 5 Tropfen, täglich um 5 Tropfen steigern bis auf 40 Tropfen. Eine Weile im Mund behalten und gurgeln. Anwendungsdauer: 4-6 Wochen (enthält vermehrungsfährige Enterokokken)
3) Symbioflor 2 Tropfen: Beginn mit 5 Tropfen, täglich 1 Tropfen mehr bis auf 20 Tropfen (1/2 Teelöffel). Anwendungsdauer: 4-6 Wochen (enthält vermehrungsfähige E. coli).
Bei chronischer Quaddelsucht kann ein Behandlungsschema verwendet werden, welches von der Münchner Universitätshautklinik wissenschaftlich untersucht und als wirksam erkannt worden ist. Oft jedoch gehen wir individueller vor: im ersten Behandlungsschritt wird der Stuhl auf seine Beschaffenheit, auf das Vorliegen krankhafter Hefepilze, Übersäuerung o.ä. analysiert. Eventuell schließt sich die Gabe von Anti-Pilzmitteln oder gewissen Antibiotika an, um krankhafte Mikroorganismen zu beseitigen. Daraufhin werden immunaufbauende oder immunstimmulierende Präparate, oder auch "gesunde" Darmkeime in abgeschwächter Form zugeführt. Durch diese Neuansiedlung natürlicher Keime kann die Besiedlung mit krankhaften Keimen (zB Hefen, Parasiten) erschwert werden. Eventuell können auch Impfstoffe aus körpereigenen Keimen zur Anwendung kommen. Unentbehrlich ist immer eine (zumindest vorübergehende) Ernährungsumstellung. Oft bewährt hat sich die Kombination der Symbioselenkung mit der sogenannten Hydro-Colon-Therapie (moderne Form der Darmspülung).
 
" Welche Diät ist zur mikrobiologischen Therapie empfehlenswert?"
Im Rahmen einer stoffwechselfördernden Diät werden individuelle Diäten zusammengestellt. Oft empfehle ich beispielsweise die folgenden Nahrungsmittel:
 
Fleisch, Geflügel, Wild, Fisch
alle Fische und Meeresfrüchte, mageres Rindfleisch, mageres Schaffleisch, Geflügel, Taube, Wildbret

 
Gemüse, Früchte, Salate
Grapefruit, Zitrusfrüchte, einheimische Beeren, Melonen, Birnen-, Rhabarberkompott, Karotten, Hülsenfrüchte, rote Beete, rohes Sauerkraut, Tomaten, Brennnesselsalat, Kartoffeln in jeder Zubereitung

 
Getreide, Backwaren, Mehlspeisen, Süssigkeiten
möglichst wenig Zuckerwaren; wenig Bienenhonig oder Fruchtzucker; Vollkornbrote; Leinsamen; Weizenkeimbrot; Sauerteigbrot, Grahambrot, Weizenkleie, Vollkornreis, Vollsojamehl, Haferflocken, Grütze, Graupensago, Haferschleim, Vollkornmehl

 
Eier, Käse, Milchprodukte
alle Sauermilchprodukte, Kefir, Quark, Schimmelpilzkäsesorten, Joghurt, Dickmilch, Molke, Stutenmilchprodukte

 
Fette, Öle, Nüsse
alle Nüsse, kaltgepresste Pflanzenöle, Olivenöl, Sonnenblumenöl, Keimöl, Distelöl, Frischbutter, Borretschöl

Gewürze
alle pflanzlichen Gewürze, v.a. Zwiebel, Knoblauch, Kümmel, Petersilie, Majoran, Wachholder, Muskat, Pfeffer, Chili, Molkenessig, Weinessig, Apfelessig; keine Fertigwürzmischungen, kein Glutamat, wenig Salz, keine asiatischen Gewürzmischungen

 
Getränke
Mineralwasser, naturreiner Apfelsaft, Apfelessig, Grapefruitsaft, Buttermilch, Bier (mässig), Rotwein (mässig), Malzkaffee, Brennnesseltee, grüner Tee

 
Generell unterstützen eine vollwertige Ernährung und die Einnahme von Milchzucker und Sauermilchprodukten bzw. milchsauer vergorenen Nahrungsmitteln (zB Brottrunk) die Behandlung durch Absenken des pH-Wertes im Stuhl. Selbstverständlich ist dies Diät jedoch kein Allheilmittel und kann im Einzelfall völlig anders aussehen. Beim Vorliegen von Allergien müssen diese berücksichtigt werden.
Die Symbioselenkung ist also eine komplexe Behandlungsmassnahme, die nicht nur den Darm, sondern das ganze Immunsystem, den Mensch insgesamt zu einer gesunderen Selbstregulation führen kann. Bei Hautkrankheit und Allergien hat sie sich gut bewährt.
Ihre
dermaPraxis Dr. H. Bresser, Peschelanger 11, 81735 München, 089-677977, www.drbresser.de
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