Dr. med. Harald Bresser

Facharzt für Dermatologie und Venerologie
Facharzt für Anästhesiologie

Zusatztitel der Ärztekammer: Allergologie, Naturheilverfahren, Umweltmedizin, Akupunktur

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Windpocken
 
von Dr. med. Harald Bresser, Hautarzt, München
 
"Was sind Windpocken?"
Windpocken werden medizinisch "Varizellen" genannt. Dies ist eine weltweit verbreitete, sehr ansteckende Infektionskrankheit. Erreger sind die Varicella-Viren aus der großen Familie der Herpes-Viren. Windpocken haben nichts mit den echten, gefährlichen Pocken zu tun. Windpockenkranke scheiden das Virus schon ca. 2 Tage vor der sichtbaren Hauterkrankung aus. Die Viren verbreiten sich unsichtbar beim Husten und Niesen. Außerhalb des Körpers überleben sie etwa 2 Tage. Mit einem Luftzug können Viren im Hausstaub überall hin gelangen. So können sich auch Menschen ohne direkten Kontakt zum Kranken anstecken (daher der Name "Wind"-pocken).

 
"Wer kann an Windpocken erkranken?"
Blutuntersuchungen zeigen, daß ca. 90% aller Menschen einmal an Windpocken erkrankt waren. Da sie so ansteckend sind, erkrankt fast jeder Mensch schon im Kindesalter daran. Ca. 30% der Infektionen verlaufen aber sehr mild und unbemerkt. Im allgemeinen erkrankt jeder nur einmal an Windpocken und ist dann immun. Erwachsene mit Windpocken hatten daher als Kind diese Erkrankung noch nicht.

 
"Der Krankheitsverlauf"
Die Viren dringen über Nase und Lunge in den Körper ein un vermehren sich unbemerkt etwa 2 Wochen lang. Nach 2-3 Wochen spürt der Kranke erstmals schnupfenähnliche Beschwerden (Kinder manchmal nicht). Erst danach werden die typischen, "pockenartigen" Hautveränderungen sichtbar. Es erscheinen kleine, flache, rote Flecken an Brust, Bauch, Rücken, ev. auch Gesicht und Oberarmen. Das kleine Bläschen in der Mitte mit klarer Flüssigkeit zerreißt rasch. 2-4 Tage lang schießen immer neue Bläschen auf ( vielleicht ein Dutzend, manchmal aber auch viele Hundert). Manchmal sind auch Wangen, Lippen und Rachen betroffen - was sehr schmerzhaft sein kann. Nach den ersten Tagen trocknen die Bläschen ein. Die Krüstchen stoßen sich ab, und nach 1-2 Wochen ist die Haut wieder gesund. Leider kann der Ausschlag von starkem Juckreiz und leichtem Fieber begleitet sein.

 
"Sind Windpocken gefährlich?"
Bei gesunden Kindern und Erwachsenen verlaufen Windpocken fast immer harmlos. Nur in Ausnahmen (z.B. Immunschwäche) kann ein schwerer Krankheitsverlauf entstehen. Der Kranke muß dann in eine Klinik gebracht werden.
Die unangenehmste Nebenwirkung der Windpockeninfektion zeigt sich bei manchen Menschen erst in höherem Alter: die Windpockenviren überleben unbemerkt im Körper. Nach vielen Jahrzehnten können Sie plötzlich die sogenannte Gürtelrose hervorrufen. Gürtelrose ist also eine Spätfolge der Windpockeninfektion.

 
"Was kann ich selbst zusätzlich tun, damit die Heilung eintritt?"
Schonen Sie sich. Meiden Sie andere Menschen, um diese nicht auzustecken. Kratzen sollte man unterlassen: mit den Fingernägeln könnte man Bakterien in die Bläschen bringen. Folge wäre eine Entzündung, Eiterung und Narbenbildung. Achten Sie daher auch auf kurz geschnittene Fingernägel.

 
"Die Behandlung von Windpocken"
Gegen Kopfschmerzen kann man ein leichtes Schmerzmittel einnehmen. Zur allgemeinen Immunsteigerung können naturheilkundliche Mittel verwendet werden. Gegen den Juckreiz helfen Schüttelmixturen, auch z.B. mit Zusatz von Eichenrindenauszügen. Nach dem Schütteln der Mixtur werden die Einzelherde mit Finger oder Wattestäbchen 1-2 mal täglich eingetupft. Der weißliche Film trocknet und wird auf der Haut belassen (nicht abscheuern). Hilfreich in leichten und schweren Fällen kann eine immunstärkende Therapie, zB mit Eigenblut, Bach-Blüten oder homöopathischen Medikamenten sein.



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