Dr. med. Harald Bresser, Facharzt für Dermatologie und Venerologie, Facharzt für Anästhesiologie

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Dr. med. Harald Bresser
Anästhesiologen
in München auf jameda
Dr. med. Harald Bresser, von sanego empfohlen

Condylome, Feigwarzen, HPV-Viren: Diagnose, Ursache, Behandlung der Genitalwarzen

Was sind Kondylome oder Condylomata acuminata - Feigwarzen? Wie entstehen Condylome? Wie werden Condylome übertragen? Kann man Condylome vorbeugen? Alle Informationen zu Condylome aus unserer Hautarztpraxis in München
von Dr. med. Harald Bresser, Hautarzt, München

Die wichtigsten Infos zu Feigwarzen auf einen Blick

  • Feigwarzen/Condylome sind Hautwucherungen durch eine Virusinfektion. Auslöser sind Papillomaviren /HPV-Viren
  • Die Ansteckung mit den Viren erfolgt in den meist über ungeschützten Geschlechtsverkehr mit infizierten Sexualpartnern;  andere Übertragungswege (Türklinken, Toilette, Sauna, Handtücher…) sind möglich, aber selten
  • Es gibt zahlreiche unterschiedliche Arten von HPV-Infektionen
  • Risiken und Ausprägung bei Männern und Frauen sind unterschiedlich
  • Viele Infektionen verlaufen unerkannt

Alle Informationen zum Schutz gegen Feigwarzen und der richtigen Vorbeugung einer Infizierung, zu Behandlungsmöglichkeiten und wirksamen Hausmitteln finden Sie im folgenden Text.

Was sind Feigwarzen / Condylomata acuminatum?

Feigwarzen sind ansteckende Warzen der Haut. "Feigwarzen" werden auch "spitze Kondylome" oder - medizinisch - Condylomata acuminata genannt. Es handelt sich dabei um zerfurchte Hautwucherungen - meistens - an den Geschlechtsorganen (Eichel, Vorhaut, Schamlippen, Scheide ) oder am After. Eher selten ist ein Befall von Mundschleimhaut oder Rachen. Die Krankheit kann bei Männern und Frauen auftreten. Anfangs bemerkt der Betroffene nur eine kleine, rauhe Erhebung, welche weder juckt noch schmerzt. Ohne Behandlung können daraus mit der Zeit große, hahnenkammartige oder blumenkohlartige, zerfurchte Wucherungen entstehen, welche oft nässen (genannt Buschke-Löwenstein-Tumore). Die meisten Kranken gehen erst jetzt zum Arzt, wenn die Wucherungen sie stören oder Angst vor etwas Bösartigem besteht. Im Extremfall kann die ganze Eichel und die Umgebung des Afters beim Mann, der Scheideneingang und After bei der Frau überwuchert werden. Feigwarzen sind eine sehr häufige Hauterkrankung bei sexuell aktiven Menschen. Jährlich sollen etwa 300 000 Menschen in Deutschland neu infiziert werden, etwa 1-2 % aller sexuell aktiven Deutschen sollen infiziert sein.  

"Wie entstehen Feigwarzen?"

Feigwarzen sind Hautwucherungen, welche durch sogenannte HPV-Viren ( oder: Papillomaviren, menschliche Papillomviren, Papova - Viren, in 90 % verursacht durch Serotypen 6 + 11, aber auch 16, 18 u.a.) hervorgerufen werden. Mehr als 100 Typen sind bekannt. Unter Viren versteht man mikroskopisch kleine Krankheitserreger, welche je nach Typ sehr unterschiedliche Krankheiten auslösen. Diese speziellen HPV-Viren setzen sich nach Kontakt mit einer infizierten Person in den feuchten Arealen der Genital- und Analschleimhaut (also an Geschlechtsorganen und After, medizinisch: Übergangsschleimhaut) fest. Sie regen die Hautzellen an, sich stark zu vermehren. Feigwarzen können nicht durch normale Warzen an den Fingern oder Füßen ausgelöst werden, da andere Erreger zugrundeliegen. Fast immer erfolgt die Infektion bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr mit einem Infizierten. 90% der Virusinfektionen bleibt aber folgenlos, und die meisten Infektionen heilen in einigen Monaten von selbst.  Selten erfolgt die Übertragung auf anderem Weg, zB in der Sauna. Grundsätzlich ist dies aber möglich, da die HPV-Viren auch auf Türklinken, Tischen, Toilettendeckeln usw. überlegen können. So sind im Einzelfall durchaus Fälle von HPV-Infektionen bei jungfräulichen Frauen dokumentiert.  Erst 1-6 Monate nach dem Kontakt und der Infektion beginnt die Haut zu wuchern; selten kann dies sogar Jahre dauern. Anfangs kann man kleine, weiche Knötchen sehen, zuweilen auch nur flache Erhebungen. Männer bemerken diese Warzen oft selbst, während Frauen sehr oft erst durch ihre FrauenärztInnen darauf aufmerksam gemacht werden.  Um es noch einmal zu betonen: Feigwarzen (des Mannes) werden meist durch die Typen 6 oder 11 ausgelöst (90%), während die gefährlichen Zervixkarzinome zu 70% durch die Typen 16 und 18 verursacht werden. Feigwarzen beim Mann erhöhen das Krebsrisiko der Frau also meist nicht.   

Was wissen wir über Papillomviren und Immunsystem ? -  ein wenig Wissenschaft

Condylome sind Hautveränderungen, die durch folgende HPV-Typen ausgelöst werden können: 6,11,2,16,27,30,40-42,44,45e,55,57,61,90. Insgesamt können ca. 30-40 verschiedene HPV-Typen die Genitalregion infizieren. Ca. 20 können davon Zervixkarzinome auslösen, v.a. die Typen 16,18,31,45. Trotz dieser verwirrenden Zahlen ist damit die Komplexität der humanen Papillomviren leider noch bei weitem nicht erfasst. In den letzten Jahren wurde extrem viel über Papillomviren geforscht. Es sind kleine, unbehüllte DNA-Viren mit weltweiter Verbreitung. Sie können bei Menschen, vielen Säugetieren und Vögeln Infektionskrankheiten, wie Papillome und Warzen hervorrufen. Allerdings sind sie wirtsspezifisch, d.h. die menschlichen "humanen" Papillomviren infizieren ausschliesslich Menschen, die Vogelviren nur Vögel usw. Wahrscheinlich sind Menschen seit Urzeiten infiziert. HPV stammt wahrscheinlich aus Afrika und hat sich mit den Menschen über die ganze Welt verbreitet.  Papillomviren infizieren nur das sog. mehrschichtige Plattenepithel von Haut und Schleimhäuten. Durch diese Beschränkung auf die obersten Hautschichten vermeiden sie den Kontakt zu den wirksamen Abwehrzellen des Immunsystems,die tiefer in der Haut liegen.  HP-Viren sind auf vielen Ebenen Spezialisten beim Überlisten des Immunsystems, und viele ihrer Tricks sind bereits bekannt. Die HP-Viren unterdrücken beispielsweise nicht die Immunabwehr, sondern sie vermeiden eben möglichst den Kontakt mit Immunzellen. Wir wissen, dass die sexuell aktive Bevölkerung zwischen 30 % und 60 % durchseucht ist. Bei Gesunden verlaufen viele Infektionen "subklinisch", d.h. unerkannt, und werden vom Körper wieder gestoppt. Die natürliche oder erworbene Immunität des Körpers sind meist gut in der Lage, die HP-Viren  zu zerstören oder zumindest in Schach zu halten - was aber der Ausbreitung eher dienlich ist, da es viele unerkannte Überträger gibt. Dabei scheint v.a. die sogenannte "zelluläre" Immunität die HP-Viren zu kontrollieren; Antikörper können anscheinend keine Rückbildung von bestehenden Krankheitserscheinungen bewirken - sie schützen aber u.U. vor einer weiteren Ausbreitung. Humorale und zelluläre Immunmechanismen bilden mit unspezifischen Mediatoren (Zytokinen) einen guten Schutz gegen HPV. So bilden nur 1% der infizierten Frauen - unbehandelt - ein Karzinom. Aber auch nach Abheilung einer Infektion gilt oft quasi nur ein Waffenstillstand: die Gene der Viren sind noch vorhanden und können jederzeit wieder aktiv werden.  Folgende Krankheiten können durch HP-Viren ausgelöst werden:
 Gutartige Hautwarzen: Plantarwarzen / Fussohlenwarzen, Mosaikwarzen, Verrucae vulgares, Metzgerwarzen, Verrucae planae juveniles, flache Warzen, Warzen bei Epidermodysplasia verruciformis 
Gutartige Tumore an Kopf und Hals: orale Papillome, Leukoplakie, fokale epitheliale Hyperplasie Heck, Larynxpapillome, Konjunktivalpapillome, Nasalpapillome 
Veränderungen an Genitale und After: Condylomata acuminata, vaginale und cervikale intraepitheliale Neoplasie, intraepitheliale Neoplasie von Penis und After 
Bösartige Veränderungen: Zervixkarzinome, Vulva-, Vagina-, Penis-, Perianalkarzinome; Buschke-Löwenstein-Tumoren, Morbus Bowen, Plattenepithelcarcinome von Finger, Larynx, Mund, Pharynx, Tonsillen, Ösophagus, Nase, Konjunktiven, Lidern und Tränensack. 

Häufigkeit von Condylomen

Etwa 1-2 % der sexuell aktiven Bevölkerung haben sichtbare Kondylome. 5-25 sind HPV infiziert (je nach Alter und Risikofaktoren), ohne dass man dies mit blossem Auge erkennen kann. 30% aller Infektionen heilen von selbst, weil das Immunsystem die Viren abtötet. Man schätzt, dass 50-80% aller Frauen mindestens eine HPV-Infektion im Leben durchmacht - meist ohne dass sie es bemerkt.  Raucherinnen haben ein höheres Risiko, wahrscheinlich weil ihr Immunsystem weniger effizient arbeitet. Etwa 5-10% aller Krebskranken sind vermutlich durch HPV Viren ausgelöst. Etwa 1-3 % aller anhaltenden - also nicht der vorübergehenden - Infektionen können entarten. Tumore des Gebärmutterhalses werden zu 70% durch die HPV-Typen 18 oder 16 ausgelöst. Eine ausgeheilte Infektion hinterlässt i.a. keine lebenslange Immunität - man kann sich also wieder infizieren. 

Condylome: Vorbeugung und Hygiene

Die beste Vorbeugung gegen Condylome: Verkehr nur mit Kondomen. Als sexuell aktiver Mensch ist man realistischerweise immer gefährdet, da die Ansteckung auch über andere Hautstellen erfolgen kann. Die Condylom-Viren werden bei 55 Grad inaktiviert, heisses Waschen von Unterwäsche tötet sie also ab. Eine Übertragung durch gemeinsam benutze Handtücher ist aber möglich. Auf der Toilettenbrille oder im Schwimmbad überleben Condylomviren nur kurz. Eine Beschneidung (Zirkumzision) kann bei wiederholten Infektionen einen vorbeugende Wirkung haben.

Untersuchung der Kondylome

Der erfahrene Hautarzt, Frauenarzt oder Urologe erkennt die Feigwarzen meist schon durch die körperliche Untersuchung. Oft wird in örtlicher Betäubung eine kleine Probe entnommen und zum Beweis der Diagnose mikroskopisch untersucht. Eine sog. HPV - Typisierung kann v.a. bei Frauen sinnvoll sein. Dabei wird ein sog. Tupferabstrich zum DNA-Nachweis vom Frauenarzt entnommen und im Speziallabor untersucht. Bei Männern ist diese Untersuchung unüblich, sehr viel schwieriger durchführbar und i.a. auch nicht sinnvoll. Kleine Condylome lassen sich mit dem sog. Essigtest sichtbar machen (Weissfärbung der Warzen nach Betupfen mit Essigsäure).  Dieser Test wird praktisch nur während operativer Entfernungen v.a von vaginalen Condylomen angewendet - eine vollständige Abheilung oder Erscheinungsfreiheit kann damit nicht bewiesen werden.

Feigwarzen und Krebs

Es handelt sich um eine ansteckende Viruskrankheit, nicht jedoch um Krebs. Bei jahrelangem Bestehen und unzureichender Behandlung kann sich allerdings Krebs aus den Wucherungen entwickeln - bei Frauen häufiger als bei Männern . Jede Wucherung, jedes Geschwür und jedes Ekzem im Genitalbereich oder am After sollte daher einem Hautarzt gezeigt werden, da harmlose und bösartige Krankheiten an diesen Stellen oft sehr ähnlich aussehen können. Manchmal ist die Unterscheidung von bestimmten Formen der Syphilis / Lues nicht einfach (Condylomata lata). Bedrohlich kann die Infektion mit Condylomviren für Frauen sein: HPV Infektionen sind eine wichtige Ursache für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs. Häufigkeiten einiger HPV-assoziierter Krebsarten bei Männern und Frauen: Cervicalkrebs bei Frauen ca 10/100 000 pro Jahr, Mundhöhlen/Halskrebs bei Männern ca. 10/ 100 000 pro Jahr (Frauen 2-4/100 000). Afterkrebs Männer 0,8-1,6 / 100 000 pro Jahr, Frauen 1,3-2,9 /100 000. Peniskrebs 0,9-1,5/100 000.

Sind Feigwarzen heilbar?

Feigwarzen sind heilbar. Da es sich um eine ansteckende Krankheit handelt, bei der die Infektionskeime (Viren) unsichtbar in der Haut liegen, kann die Heilung allerdings längere Zeit dauern. 3 Dinge sind zur Heilung notwendig:

  1. Sichtbare Feigwarzen müssen entfernt werden
  2. Eine Übertragung auf andere oder eine neue Infektion muß verhindert werden
  3. Unsichtbare Restviren müssen bekämpft werden

Leider kommt es nach der Behandlung nicht ganz selten zu Rezidiven - das bedeutet, daß die Warzen trotz anscheinend kompletter Entfernung erneut wuchern. Das kann unterschiedliche Gründe haben: manchmal werden kleinste, versteckte Warzen (z.B. im After) übersehen. Durch spezielle Verfahren kann man aber auch kleine Herde sichtbar machen und behandeln. Manchmal liegt eine Schwäche der Immunabwehr des Körpers zugrunde, sodaß einzelne Restviren nicht abgetötet werden. Oft ist die Ursache des Rezidivs jedoch auch eine Neuinfektion, weil der Geschlechtspartner (unerkannt?) infiziert war. Bisher ist nicht bekannt, ob eine Impfung mit Gardasil oder einem ähnlichen Wirkstoff die Abheilung von Feigwarzen unterstützen könnte. 

Conylome und Schwangerschaft

Grundsätzlich sollte jede betroffene Schwangere dieses Thema mit Ihrer Frauenärztin/ihrem Frauenarzt individuell erörtern. Wir sind Hautärzte, und behandeln daher intravaginale Feigwarzen oder Schwangere nicht. Wegen der besonderen Bedeutung dieser Frage aber trotzdem hier einige Hinweise: die Analyse vieler wissenschaftlicher Studien zeigt, dass die Infektion der Mutter mit HPV-Viren einerseits das Infektionsrisiko für das Neugeborene erhöht, falls eine vaginale, natürliche Entbindung vorgenommen wird. Andererseits ist das Übertragungsrisiko sehr unterschiedlich hoch, abhängig von der Infektionsdosis, der Funktion des Immunsystems des Kindes (Frühgeburt oder reifes Neugeborenes), und der Art der Entbindung. Ausserdem waren sehr viele Kinder, die nach der Geburt HPV-positiv getestet wurden, nach einigen Monaten wieder HPV frei. Schlussfolgerung: es besteht bei einer vaginalen Entbindung im Vergleich zu einem Kaiserschnitt ein erhöhtes Risiko, trotzdem ist das Krankheitsrisiko insgesamt sehr klein, da das Immunsystem der meisten Kinder die Viren wieder eliminiert. Aus Sicht der Infektionsspezialisten ist es daher nicht zu empfehlen, bei mütterlicher HPV-Infektion generell einen Kaiserschnitt durchzuführen. Nur Arzt und Schwangere können zusammen im Einzelfall die Entscheidung für oder gegen die natürliche Entbindung treffen.     

Die Behandlung der Feigwarzen

Je nachdem, wo sich die Feigwarzen befinden und wie ausgedehnt der Befall ist, kann man unterschiedlich behandeln. Leider gibt es kein 100 % wirksames, also kein "optimales" Verfahren. In jedem Einzelfall muß überlegt werden, welches Verfahren das beste Ergebnis erwarten läßt. Interessanterweise kann man in Veröffentlichungen von Frauenkliniken immer wieder lesen, dass HPV "beim Mann am Penis zu keiner nennenswerten Erkrankung führt". Für den betroffenen Mann klingt das natürlich äusserst zynisch: seine Condylome sollen also keine ernstzunehmende Krankheit sein, weil er im allgemeinen keinen Peniskrebs davon bekommt? Aus unserer Sicht ist die Behandlung von Mann und Frau natürlich gleich wichtig, da beide unter der Krankheit sehr leiden. Oft müssen mehrere Verfahren kombiniert werden, um eine Abheilung zu erreichen.

  1. Durch Betupfen mit aggressiven Säurelösungen können die Warzen (vor allem am Penis) zerstört werden. Sehr wichtig ist die richtige Handhabung des Medikaments, da sonst die gesunde Haut angegriffen wird. Beispiele: Trichloressigsäure, Podophyllin, Podophyllotoxin, Condylox  
  2. Virusabtötende Cremes können aufgetragen werden (Aldara, Wartec, Imiquimod, Cidofovir, Veregen ua) 
  3. Die Warzen können in örtlicher Betäubung abgeschnitten, elektrisch abgetragen oder mit Laser verkocht werden. Wir benutzen zum Abtragen im allgemeinen entweder den CO2 - Laser oder Erbium - Laser. Bei fachmännischer Durchführung ist die Laseroperation auch an "empfindlichen" Stellen völlig ungefährlich und fast schmerzfrei. 
  4. Die Vereisung (Kryotherapie) am After ist sehr wirksam, allerdings braucht die Heilung etwas mehr Zeit
  5. Manchmal ist beim Mann eine Entfernung der Vorhaut erforderlich 
  6. In seltenen Fällen ist ein Behandlungsversuch mit sogenanntem "Interferon" sinnvoll 
  7. Ausfluß, Hämorrhoiden, hoher Blutzucker, Vorhautverengung und andere begünstigende Krankheiten müssen bekämpft werden 
  8. Eine Impfung / Vakzination mit speziell hergestellten Warzenextrakten wird wissenschaftlich untersucht 
  9. In jedem Fall muß nach der Behandlung mehrfach überprüft werden, ob sich unsichtbar im After oder im Enddarm noch Warzenreste finden. Häufig erfolgen von hier aus durch übersehene Kondylome erneute Rezidive. Der Kranke sollte sich alle 3 - 4 Monate zur Kontrolle bei uns vorstellen.  
  10. Sollten die Warzen sehr hartnäckig sein, so muß nach zusätzlichen begünstigenden Krankheitsursachen gefandet werden. 
  11. Wir haben in hartnäckigen Fällen gute Erfahrungen gemacht mit einer immunstärkenden naturheilkundlichen Zusatztherapie. 
  12. Bei Kindern kann man eventuell auch einfach abwarten, da in bis zu 50% eine Spontanheilung erfolgt (nur bei Kindern!) Oft ist die Kombination mehrerer Behandlungsmethoden sinnvoll.  

Neue Salbe gegen Feigwarzen: grüner Tee

Es gibt viele Salben und Cremes gegen Condylomata. Seit März 2010 ist eine neue Salbe namens Veregen erhältlich. Sie wird aus dem Trockenextrakt von grünem Tee (Camellia sinensis) gewonnen. Der wirksame Bestandteil der Salbe sind sog. Katechine, v.a. Epigallocatechingallat  EGCg. Diese hemmen die Vermehrung infizierter Hautzellen / Keratinozyten, vermindern die Virusvermehrung und stimulieren das Immunsystem. Wissenschaftliche Studien ergaben eine Abheilungsrate von über 60% bei einer Rückfallquote von nur 6,5% - sehr gute Wirkungswerte für eine solche Creme. Stockfleth et al Br J Dermatol 2008 158: 1329-1338; Tatti S et al Br J Dermatol 2010 162(1): 176-184 

Hausmittel gegen Condylome

  1. Solange die Feigwarzen bestehen, dürfen Sie Geschlechtsverkehr nur mit Kondom (Gummi, Pariser) haben. Man sollte sich aber darüber im klaren sein, dass eine Kontaktinfektion auch durch Körperstellen ausserhalb des Kondombereichs stattfinden Das gilt für Männer und Frauen. Auch ca. 3 Monate nach der Ausheilung sollten Sie nur mit Kondom-Schutz verkehren, da erst nach dieser Zeit sicher ist, daß keine mikroskopisch kleinen Reste übrig geblieben sind. 
  2. Vermeiden Sie während der Therapie alle Schwächungen des Immunsystems: kein Alkohol, keine Drogen, kein übertriebener Sport, ausreichend Schlaf, ausgeglichene Lebensführung...
  3. Versuchen Sie, auf Schaumbadezusätze und parfümierte Seifen im Genitalbereich zu verzichten. Sie könnten die Haut reizen. 
  4. Da Warzen sich bevorzugt in feuchter und warmer Umgebung vermehren, sollten sie leichte und nicht zu enge Unterwäsche und Kleidung tragen.
  5. Auch Ihr Partner sollte sich vorbeugend vom Hautarzt oder Frauenarzt auf Feigwarzen untersuchen lassen, um eine "Ping-Pong"-Ansteckung zu vermeiden.

Impfung gegen "Feigwarzen"

Es gibt inzwischen mehrere Impfstoffe gegen HPV-Viren. Gardasil enthält die Virustypen 6,11,16 und 18, Cervarix die Typen 16 und 18. Die offizielle Impfempfehlung lautet, Mädchen zwischen dem 12. und 17. Lebensjahr zu impfen. Eine Impfung damit zeigte bei Frauen einen fast 98% Schutz gegen diese Virustypen - sofern diese nicht vorher schon damit infiziert waren, besteht damit auch ein fast sicherer Schutz gegen Gebärmutterhalskrebs. Obwohl mehrere Hundert Euro teuer, wird sie für diese Jugendlichen auch von den Kassen bezahlt. Wahrscheinlich ist die Impfung auch bei erwachsenen Frauen und Männern ähnlich wirksam - soweit sie nicht vorher schon unerkannt infiziert waren. Leider sind noch viele Fragen zu der Impfung offen: Wie lange hält der Schutz an? Wann sollte erneut geimpft werden? Sollten sich auch Männer impfen lassen? Ist die Impfung des Partners einer/eines Infizierten sinnvoll? Ist eine Impfung sinnvoll, wenn die Infektion vorliegt, aber die Warzen noch nicht gewuchert sind....? Viele Forscher arbeiten mit Hochdruck daran, diese Wissenslücken möglichst rasch zu beseitigen. Betroffene können hoffen, dass die Behandlungsmöglichkeiten in den nächsten Jahren ständig besser werden.  

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