Dr. med. Harald Bresser, Facharzt für Dermatologie und Venerologie, Facharzt für Anästhesiologie

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Praxis
Dr. med. Harald Bresser
Anästhesiologen
in München auf jameda
Dr. med. Harald Bresser, von sanego empfohlen

Neurodermitis

von Dr. med. H. Bresser, Hautarzt, München

"Was ist Neurodermitis?"

Die Neurodermitis zählt zu den häufigsten Hautkrankheiten. Sie ist unter vielen verschiedenen Namen bekannt, weltweit unter dem Namen "atopisches Ekzem". Etwa 3 Millionen Menschen in Deutschland leiden an ihr. Unter Kindern und Jugendlichen sind etwa 10% betroffen, und ihre Zahl nimmt ständig zu. Die Hautveränderungen der Neurodermitis sind sehr unterschiedlich, meist rot, stark juckend, leicht schuppig, anfangs trocken, später oft nässend. Diese Art von Hauterscheinungen nennt man allgemein "Ekzem". Die Neurodermitis beginnt meist im 3. Lebensmonat mit gelblichen Kopfkrusten ("Milchschorf"). Sie kann aber auch in jedem anderen Lebensalter erstmals auftreten, wobei sie später meist die Ellbeugen und Kniekehlen, Gesicht sowie andere Hautareale befällt. Oft verschwinden die Ekzeme wieder am Ende des 2. Lebensjahres oder in der Pubertät. Bei vielen Menschen tritt später ein allergischer Heuschnupfen oder allergisches Asthma hinzu. Die äußerlichen Hautveränderungen, der starke Juckreiz und das ständige Kratzen stellen für manche Kranken oder die Eltern kranker Kinder eine außerordentliche seelische Belastung dar. 

"Wie entsteht Neurodermitis?"

Die Hauterkrankung Neurodermitis wird zusammen mit allergischem Heuschnupfen und allergischem Asthma den sogenannten "atopischen" Krankheiten zugerechnet. Sie können allein, gleichzeitig oder nacheinander vorkommen. Die gemeinsame Ursache ist eine erblich bedingte Anlage ("Atopie"). Durch diese Anlage reagiert die Haut und das gesamte Immunsystem teils stärker und teils schwächer als bei Gesunden. Ist ein Elternteil betroffen (Atopiker), so liegt das Risiko einer Erkrankung der Kinder bei 30 %. Sind beide Eltern Atopiker, so liegt das Risiko der Kinder bei 60%. Die Haut des Kranken ist ungewöhnlich trocken. Der Kontakt mit äußerlichen Allergen-Substanzen kann die Hauterscheinungen verschlimmern oder auslösen. Auslöser können beispielsweise sein: Pollen, Hausstaubmilben, Seife, Nahrungsmittel, Umweltgifte, Stress, falsche Hautpflege, Hitze... Manche Auslöser können durch Allergietests herausgefunden werden. Jedes Kratzen an den juckenden Ekzemen, aber auch Infektionen der Haut verschlimmern und chronifizieren das Leiden. Oft verdicken im Laufe der Zeit die ständig gereizten Hautareale ("Lichenifikation", Elefantenhaut). Körperlich und seelisch sind Menschen mit Neurodermitis sonst im allgemeinen gesund.  

"Ist die Krankheit gefährlich oder ansteckend?"

Neurodermitis ist weder gefährlich noch ansteckend. Nur bei Ganzkörperbefall kann die Entzündung gefährlich werden. Allerdings ist die Krankheit körperlich und seelisch häufig für den Kranken und seine Familie sehr belastend.  

"Ist Neurodermitis heilbar?"

Die atopische Anlage ist prinzipiell nicht zu beseitigen. Daher kann es theoretisch jederzeit zu erneutem Krankheitsausbruch kommen. Durch geeignete Behandlung kann die Krankheit allerdings zum Verschwinden gebracht werden. Besonders wichtig ist das detektivische Fahnden nach Auslösern neuer Krankheitsschübe. Werden diese dann ausgeschaltet, so ist jahrelange Erscheinungsfreiheit möglich. In den seltensten Fällen ist eine einzige Ursache aufzuspüren, meist lassen sich mehrere Auslöser ermitteln. Durch naturheilkundliche Behandlung wird eine immunologische Umstimmung angestrebt, welche ebenfalls zu langdauernder Besserung oder Abheilung führen kann.  

"Hausmittel gegen atopisches Ekzem"

Die Neurodermitis zählt zu den Krankheiten, bei denen das Verhalten des Kranken eine entscheidende Rolle spielt. Der (erwachsene) Kranke entscheidet selbst, ob er die Krankheit beherrscht, oder ob die Krankheit den Kranken beherrscht. Hier einige schnelle Tips: 
1)Die Haut benötigt tägliche, sorgfältige Pflege mit einer rückfettenden Feuchtigkeitscreme.
2) Meiden Sie alle Schafwollkleidung; ideal ist Kleidung aus Baumwolle, Seide oder Leinen. 
3) Direkt auf der Haut sollten ausschließlich gewaschene Baumwoll-, Leinen- oder Seidenkleidung getragen werden- niemals aber Synthetikstoffe. 
4) Waschmitteldosis halbieren, keine Weichspüler verwenden (stattdessen Essig oder Wäschetrockner. Wäsche vor 1. Tragen 2x waschen. Flusensieb regelmässig reinigen. Wäsche bügeln 
5) Kinderwäsche sollte an der Luft, nicht im Trockner trocknen (schlechtere Schweißaufnahme). 
6) Brauner Sand aus dem Sandkasten reizt die Kinderhaut sehr stark - also meiden. 
7) Reinigen Sie die Haut höchstens einmal täglich mit rückfettendem Waschöl. 
8) Stutzen Sie Ihre Fingernägel, damit Sie sich beim Kratzen nicht unnötig stark verletzen. 
9) Richten Sie Ihre Wohnung "neurodermitisgerecht" ein: kein Teppichboden, wenig blühende Pflanzen, keine Haustiere, wenig "Staubfänger", milbendichte Bettwäsche bei Milbenallergie. 
10) Versuchen Sie, eine Entspannungsverfahren zu erlernen. Autogenes Training, Yoga usw. helfen bei Streßbewältigung. Geregelte Lebensumstände schaffen: ausreichend Schlaf, Streß reduzieren, regelmässiger Tagesablauf 
11) Ekzemgerechte Berufswahl: keine hautbelastenden Berufe wählen (schlecht: Frisör, KFZ-Mechaniker, Krankenschwester, Feuchtberufe u.ä. 
12) Vorbeugung in der Schwangerschaft: falls Sie sich Kinder wünschen, sprechen Sie mich bitte wegen vorbeugender Maßnahmen an. 
13) Bett: Federn raus, Wolle raus, Latexmatraze, Bettzeug und Schlafzimmer gut lüften, Spezialbettwäsche 
14) Schadstoffarme Wohnungseinrichtung: glatte Böden, keine Fußbodenheizung, Biomöbel 
15 ) keine Haustiere 
16) Wohnung eher kühl halten 
17) Jahresurlaub an der Nordsee, in Davos oder am Toten Meer 
18) Nicht rauchen 

"Die Behandlung der Neurodermitis"

Jeder Neurodermitiskranke benötigt eine individuelle Behandlung. Was dem Einen hilft, kann für den Anderen ganz falsch sein. Es gibt keine "Wundertherapie", aber viele gute Behandlungsformen. Cortisonhaltige Cremes wirken rasch und sicher. Sie werden auch von uns bei starken Entzündungszeichen verordnet. Zwar können Cortisontabletten oder -Cremes die Haut bei längerdauernder Anwendung schädigen- übertriebene Furcht vor Cortison ist jedoch bei vernünftiger Anwendung nicht notwendig (siehe auch unsere Webseite über "Kortison").  Auch die Schulmedizin bietet mit Protopic - Salbe und Elidel - Salbe inzwischen kortisonfreie Alternativen. Naturheilkundliche Mittel können helfen, das Immunsystem und die Haut wieder in eine gesunde Balance zu bringen (empfehlenswert sind zB Phytotherapie, Eigenbluttherapie, Akupunktur, Symbioselenkung u.a. Zu jedem dieser Punkte finden Sie auf unserer Webseite ausführliche Informationen ). Eventuell kommt auch eine Kaltlichtbehandlung (UVA1) in Betracht. Leider übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen weder die Kosten von pflanzlichen Neurodermitiscremes, noch von anderen Naturheilverfahren.  

"Atopisches Ekzem und Diät"

Längst nicht jede Neurodermitis ist ernährungsbedingt. Beim allergologischen Nachweis einer Nahrungsallergie sollte das verantwortliche Lebensmittel konsequent gemieden werden. Diäten sollte man nur nach Rücksprache mit dem Arzt beginnen -v.a. bei Kindern. Eine generelle Neurodermitisdiät gibt es nicht; mit oder ohne Diät ist mit gelegentlichen Rückschlägen und Krankheitsschüben zu rechnen. Die folgenden Nahrungsmittel sind dafür bekannt, daß sie häufig Ekzemschübe auslösen - bitte achten Sie einmal darauf: 
1) Säuren: Ascorbinsäure zB in Zitrusfrüchten und -säften; Oxalsäure zB in Tomaten/Ketchup, Rhabarber, Spinat, Sauerampfer; Nahrungszusatzstoffe wie Ascorbinsäure, Sorbinsäure, Propionsäure. 
2) Süssigkeiten: zB Cola, Schokolade, Kakao, Fruchteis, Limonade, Bonbons, Nuß-Schokolade-Brotaufstrich, Erdnußbutter, Gummibärchen
3) Öle und Fette: zB. Nuß/erdnußhaltige Öle, Erdnußbutter, haselnußhaltige Produkte, Schweinefett, Speck, fette Wurstsorten, Chips und Pommes frites
4) scharfe Gewürze: zB Pfeffer, Paprika, Chili, Curry, Senf, Essig
5) Genußgifte: va Alkohol, Zigaretten, Rotwein
6) Hartkäse, Fischkonserven, Fleischkonserven, Pökelfleisch, Erdbeeren, Kiwi, Hummer und Muscheln, Trockenfrüchte, Glutamat/Geschmackverstärker
Wenn der Verdacht auf eine Nahrungsunverträglichkeit besteht, sollten die verdächtigen Nahrungsmittel konsequent 14 Tage gemieden werden. Wird die Haut besser, ist das ein deutlicher Hinweis. Die beste Ernährung ist eine ausgewogene Vollwerternährung unter Meidung der individuell bekannten, unverträglichen Nahrungsmittel.  

"Wo kann ich mich weiter informieren?"

Kein Hautarzt ist in der Lage, in der begrenzten Sprechzeit einer Praxissprechstunde alle Fragen zu einer so komplexen Krankheit wie der Neurodermitis auch nur annähernd zu beantworten - das gilt auch für uns. Jeder Betroffene sollte die zahlreichen Ratgeber über Neurodermitis für Laien studieren, zB "Das juckt uns nicht". Lern- und Lesebuch für Kinder mit Neurodermitis und ihre Eltern. Triasverlag. "Neurodermitis - Sanfte Medizin gegen den Juckreiz". Wenn Sie sich engagieren wollen, können Sie Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe von Betroffenen aufnehmen. Sehr empfehlenswert sind spezielle Schulungskurse, die zumeist von Universitätskliniken, Kurkliniken oder der Volkshochschule angeboten werden. Dabei werden Vorträgen und Übungsgruppen alle Aspekte der Krankheit ausführlich behandelt. 

NeurodermitisNeurodermitis: Viel Gutes für Ihre Haut

"Neurodermitis - Sanfte Medizin gegen den Juckreiz" 
Aurelia Verlag GmbH
ISBN 3-936676-05-4

Wir hoffen, dass diese umfangreichen Informationen Ihnen helfen, die Erkrankung besser zu verstehen. Weitere Informationen zu anderen Ekzemformen finden Sie unter dem Stichwort "Ekzeme".   

Ihre dermaPraxis Dr. Harald Bresser Peschelanger 11, 81735 München, 089-677977 www.drbresser.de 

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