Dr. med. Harald Bresser, Facharzt für Dermatologie und Venerologie, Facharzt für Anästhesiologie

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Praxis
Dr. med. Harald Bresser
Anästhesiologen
in München auf jameda
Dr. med. Harald Bresser, von sanego empfohlen

Schuppenflechte, Psoriasis vulgaris

 Was ist Psoriasis vulgaris? Wie behandeln wir Schuppenflechte in unserer Hautpraxis in München? Was sind Ursache, neue Therapien, Biologics, Eximerlaser, Badephototherapie oder Hilfen der Naturheilkunde? 
von Dr. med. Harald Bresser, Hautarzt, München 

"Was ist Psoriasis oder Schuppenflechte?"

In Deutschland leben etwa 2 Millionen Menschen mit Psoriasis. Die Psoriasis oder Schuppenflechte ist eine erblich bedingte, schuppende Hautkrankheit. Meist äußert sie sich als rote, scharf begrenzte, silbrig schuppende Hautflecken. Am häufigsten treten die Veränderungen auf an Knie, Ellbogen und Körper (Psoriasis vulgaris). Oft sind über den ganzen Körper schuppende Flecken verteilt (Psoriasis guttata) Es können aber auch alle anderen Hautareale des Körpers betroffen sein (After, Penis, Kopf: Psoriasis inversa). Häufig kann man gelblich-krümelige oder punktförmige Veränderungen der Nägel an Händen und Füßen feststellen (Psoriasis unguium). Seltenere Varianten der Psoriasis äußern sich nur durch Rötungen an Genitale und After (Psoriasis inversa). Sehr selten sind starke Schuppen oder Eiterpusteln an Händen oder Füßen oder am ganzen Körper (Psoriasis pustulosa palmoplantaris). Bei fast jedem zehnten Kranken verursacht die Schuppenflechte Rheumaschmerzen an den Gelenken der Hände und Füße (psoriatische Arthropathie). Die Krankheit kann in jedem Lebensalter beginnen, meist aber bei jungen Erwachsenen (zwei Häufigkeitsgipfel: 20 J. und 60 J.). Die Hautveränderungen können dauernd vorhanden sein, völlig abheilen oder schubweise immer wieder ausbrechen. Welcher Verlauf eintritt, ist nicht vorhersehbar.  

"Entstehung der Schuppenflechte"

Die Anlage zur Entwicklung einer Schuppenflechte ist erblich. Experten kennen einige Genorte, die eine Rolle bei der Entstehung spielen (PERB 11 Gen, Suszeptibilitätsgen auf Chromosom 17, Histokompatibilitätskomplex HLA-Cw6, HLA-Cw4 u.a.). Genetisch spricht man von einem "polygonen Erbgang mit Schwellenwerteffekt und unberechenbarer Expressivität". Die Wissenschaft ist sich noch uneins, ob der primäre Gendefekt eher in den Hautzellen selbst liegt (Keratinozyten, dann wäre es eine Verhornungsstörung), oder aber eher in den T-Lymphozyten (dann wäre es eher eine Immunerkrankung). Was bedeutet das konkret? Ist z.B. ein Elternteil krank, so entwickelt etwa jedes dritte Kind ebenfalls die Schuppenflechte. Sind beide Eltern betroffen, beträgt das Risiko der Kinder 60%. Durch die vererbte, genetische Anlage reifen die Hornzellen der Haut nicht richtig aus, wandern zu schnell und zu früh zur Hautoberfläche und bilden dort Schuppen. Statt - wie beim Gesunden - etwa 1 g Schuppenam Tag produziert die Haut der Psoriatiker etwa 13 g Hautschuppen am Tag. Ob die Erbanlage allerdings tatsächlich ausbricht und zu Krankheitserscheinungen führt, ist auch von äußerlichen Faktoren abhängig. Neue Schübe der Krankheit können ausgelöst werden durch äußerliche Hautschäden (Unfall, Kratzen, Druck = "Köbner-Phänomen"), Chemikalien, Sonnenbrand, andere Hautkrankheiten, falsche Körperpflege, wahrscheinlich auch Rauchen und Alkohol. Auch Infektionskrankheiten, Streß, Medikamente, Stoffwechsel- und Hormonstörungen können die Krankheit verschlimmern oder ausbrechen lassen.  

"Ist Psoriasis ansteckend oder gefährlich?"

Die Schuppenflechte hat weder etwas mit Krebs noch mit einer Allergie zu tun, das Immunsystem hat allerdings einen grossen Einfluss auf den Krankheitsverlauf. Psoriasis ist nicht ansteckend. Alle Vorurteile und Ängste der Mitmenschen (z.B. im Schwimmbad) sind daher ungerechtfertigt. Die Schuppenflechte ist im Normalfall für den Kranken zwar störend und seelich belastend, aber zum Glück nicht gefährlich. Ein sehr ausgedehnter Hautbefall kann aufgrund der starken Entzündung allerdings bedrohlich werden, und leider ist das Risiko für Herz- und Gelenkschäden beim Psoriasiskranken höher als beim Gesunden.  

"Ist die Schuppenflechte heilbar?"

Die Erbanlage der Psoriasis kann nicht geändert werden, daher ist die Krankheit auch letztlich nicht für immer heilbar. Es gelingt allerdings fast stets, die schuppenden Hautveränderungen unter fachärztlicher und naturheilkundlicher Therapie über kurz oder lang zur Abheilung zu bringen - unter einer Voraussetzung: der Kranke muß sich eine regelmäßige und sorgfältige Hautpflege angewöhnen. Die Anlage ist dann noch immer vorhanden, aber nicht mehr sichtbar. Auch kann häufig über lange Zeiträume (Jahre) völlige Erscheinungsfreiheit erreicht werden. 

"Hausmittel gegen Schuppenflechte"

Der Erfolg jeder Behandlung ist nur so gut wie Ihre Mitarbeit. Hadern Sie nicht mit Ihrem Schicksal. Es ist Ihre ureigene Aufgabe, etwas zu unternehmen. Zeit und Mühe lohnen sich. Der Arzt soll dabei ihr Verbündeter und Helfer sein. Denken Sie über folgende Merkregeln immer wieder nach:
1) Sie leiden an einer chronischen Krankheit, welche Sie Ihr Leben lang begleiten wird. Warten Sie bitte nicht auf eine Wunderheilung, grübeln Sie nicht über die Ursache der Krankheit - sie ist angeboren; Konzentrieren Sie sich auf die Behandlung: Ihre Heilung beginnt täglich neu 
2) Es hängt entscheidend von Ihrem eigenen Verhalten ab, ob Sie Ihre Krankheit beherrschen - oder ob Ihre Krankheit Sie beherrscht. Sie müssen sich selbst genau kennenlernen und das beste aus Ihrer Veranlagung machen. Versuchen Sie herauszufinden, was in Ihrem individuellen Fall zu Verbesserungen und Verschlechterungen der Haut führt. Verhalten Sie sich sonst möglichst normal. Ständiger Arger über die Schuppen macht die Haut nur noch schlimmer. 
3) Lernen Sie alles über Ihre Krankheit (Adressen und Literaturhinweise folgen unten). Sprechen Sie mit anderen Psoriatikern. 
4) Gewöhnen Sie sich eine regelmäßige, gründliche Körperpflege an. Verbringen Sie Ihren Urlaub im Heilklima (Hochgebirge, Nordsee, totes Meer, schwarzes Meer, sonnenreiche trockene Länder). 
5) Halten Sie eine neue Behandlungsmethode konsequent durch. Besprechen Sie eventuelle Nebenwirkungen oder Mißerfolge mit Ihrem Hautarzt. Falls Sie mit der Behandlung unzufrieden sind: sagen Sie es Ihrem Dermatologen, bevor Sie die Therapie abbrechen. Häufiger Arztwechsel ist keine Lösung. Rückfälle sind nie ausgeschlossen und weder die Schuld des Kranken noch Schuld des Arztes.  

"Psoriasis und Ernährung"

Bis heute gibt es keine wirklich wirksame Schuppenflechte-Diät. Wir wissen allerdings, dass eine ausgewogene, gesunde Ernährung Schübe positiv beeinflussen kann. Bei vielen Psoriasis-Kranken scheint das Gluten-Eiweiss des Getreides einen negativen Einfluss zu haben - eine glutenfreie Kost kann also durchaus für einige Wochen als Diät ausprobiert werden. Bei anderen Patienten hat eine vegetarische Kost einen sehr positiven Einfluss auf die Hauterscheinungen und Gelenkbeschwerden gezeigt. Alkoholkonsum erhöht das Psoriasis-Risiko erheblich - allerdings gilt das anscheinend nicht für alle Alkoholika in gleichem Umfang. Vor allem bei Frauen spielt dies eine grosse Rolle. Bei einer Studie an 100000 Frauen wurde festgestellt: bei 1-2 Drinks pro Woche war das Risiko um 20% erhöht, bei mehr als 2 alkoholischen Getränken pro Woche um 70%. Dies gilt interessanterweise aber nur für Vollbier. Leichtbier, Weissbier, Liquör und Rotwein scheinen diesen negativen Effekt nicht in gleichem Ausmaß zu haben. Der hauptsächliche, auslösende Faktor scheint dabei das Gluten der Biergerste zu sein, weniger der Alkohol selbst.  

"Behandlung der Schuppenflechte"

Die Behandlung beginnt äußerlich. Nur in schweren Fällen erfolgt eine innerliche, schulmedizinisch Therapie. Wir kombinieren allerdings die äusserliche Behandlung oft mit naturheilkundlichen, inneren Massnahmen.   Die äußerliche Behandlung hat 3 Ziele: die Schuppen sollen abgelöst werden, die rötliche Hautentzündung beseitigt und die Hautverhärtung mit verstärkter Hautwucherung soll gestoppt werden. Im Idealfall heilt die Psoriasis so ab.  Zur Abschuppung verwendet man als Wirkstoffe z.B. Salicylsäure und Harnstoff ( Salicylvaseline, Psorimed, Urea uvm). Wegen der raschen und bequemen Anwendung sind Kortisonsalben beliebt - und bei richtiger Anwendung auch ungefährlich. Die Entzündung kann oft Kortison unterdrückt werden (Prednisolon, Betamethason, Triamcinolon, Betadermic, Dermatop, Advantan, Clobetasol uvm). Sehr wirksam sind Teere in der Therapie (zB Liquor carbonis detergens ) sowie Dithranol (Cignolin, Psoralon).   Wichtig ist der Einsatz der natürlichen Sonne und/oder von UV-Bestrahlungsgeräten. Die heilende Wirkung der Sonne zeigt sich daran, daß es den meisten Menschen mit Schuppenflechte im Sommer besser geht. Zentrum Als Imitation und Erweiterung der Sonnenwirkung kennen wir verschiedene Bestrahlungsverfahren mit speziellen UV-B-Strahlern (nur in der Praxis des Facharztes). Die Bestrahlungswirkung kann durch Medikamente gesteigert werden ("PUVA"). Besonders wirksam ist die Kombination von Salzwasser und Sonne, so entstanden die bekannten Kurkliniken in Israel am Toten Meer. In unserem Hautzentrum bieten wir mit sychronen Balneophototherapie ein "künstliches Totes Meer" (siehe unten und Stichwort "Salzwasserbehandlung")). Besonders wirksam ist der Anteil des Sonnenlicht mit 308 nm Wellenlänge. Mit Hilfe des Eximer-Lasers können wir damit auch sehr hartnäckige Flecken und unzugängliche Stellen heilen (siehe Stichwort "Eximer - Laser "). Ein relativ neuer Therapieansatz sind äusserliche Vitamin D3-Präparate (zB Calcipotriol - Psorcutan, Daivonex, Tacalcitol - Curatoderm, Calcitriol - Silkis). Auch Tazaroten - Zorac Gel ist relativ neu, ebenso der Einsatz von Calcineurin - Inhibitoren (Tacrolimus, Pimecrolimus). Bei der innerlichen Behandlung schwerer Formen der Schuppenflechte kann man zB zurückgreifen Fumarsäure / Fumaderm, Etretinat, Acitretin und Cytostatika. Besonders erforscht wurden und werden die sogenannten "Biologics". Diese starken Medikamente sind für schwere Formen der Schuppenflechte zugelassen und greifen stark in das Immunsystem ein. Wir setzten sie in besonderen Einzellfällen ein.  Sehr gute Erfahrungen haben wir mit dem Einsatz des Eximer-Laser v.a. bei Psoriasis guttata und Psoriasis palmoplantaris (Hände und Füsse) gemacht. Der Eximerlaser strahlt das besonders heilsame Licht der Wellenlänge 308 nm aus (siehe Stichwort "Eximerlaser"). Auch der klimatische Einfluß von See- oder Hochgebirgsklima, sowie bestimmte Anwendungen von Meerwasser helfen bei der Heilung der Schuppenflechte. In Einzelfällen kann eine mehrwöchige Kur in Davos, an der Nordsee oder am toten Meer beantragt werden. 
Wir wenden oft zur unterstützenden, langfristigen Beschwerdebesserung zusätzlich naturheilkundliche Methoden an, wenn Sie es wünschen. Diese sind zwar manchmal nicht wissenschaftlich anerkannt, haben jedoch schon vielen Menschen geholfen, beispielsweise feuchte Umschläge mit Brennnesseltee. Wir können Ihnen diese und viele andere naturheilkundliche Verfahren anbieten. 

"Schuppenflechte an Kopf, Nagel, Gelenken: wo informieren?"

Empfehlenswert sind gut verständliche Patientenratgeber über die Schuppenflechte, die in jeder Buchhandlung zu finden find. Sehr engagiert sind auch die verschiedenen Selbsthilfegruppen von betroffenen Menschen, wo Sie zu jedem Problem detaillierte Auskünfte erhalten können , zB unter  www.psoriasis-netz.de.

Probleme mit Psoriasis? Bitte vereinbaren Sie eine Beratungstermin unter Tel München 089-677977

Ihre dermaPraxis Dr. H. Bresser, Peschelanger 11, 81735 München, 089-67977, www.drbresser.de 

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