Dr. med. Harald Bresser, Facharzt für Dermatologie und Venerologie, Facharzt für Anästhesiologie

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Praxis

Kopfläuse

Wie werden Läuse, speziell Kopfläuse übertragen? Wie bekämpft man die Kopflaus am besten? Welche Vorbeugung ist möglich und sinnvoll? Alle Infos zur Kopfläusbehandlung vom Hautarzt aus München 
von Dr. med. Harald Bresser, Hautarzt, München 

Auch in zivilisierten Gesellschaften gibt es noch Parasiten, die am Mensch leben. Jeder kann Läuse (Lat: Pediculose) bekommen - egal wie gründlich die eigene Körperhygiene ist. Täglich stecken sich zahlreiche Kinder, aber auch Erwachsene in Deutschland mit Kopfläusen an. Läuse zu bekommen, ist keine Schande und kein Zeichen von Unsauberkeit; Erschrecken und Unsicherheit sind trotzdem oft die ersten Gefühle, wenn ein Kind Kopfläuse zeigt.  Unsere Kopflaus-Webseite soll daher 3 Zielen dienen: 
1) Hinweise zum praktischen Vorgehen beim Kopflausbefall 
2) Ordnung in die widersprüchlichen Ratschläge bringen, die Sie überall erhalten 
3) Anworten auf die vielen Fragen, die oft selbst Experten nicht beantworten können. Am Anfang stehen 8 praktische Tipps zum konkreten Vorgehen; wenn Sie sich daran halten, ist das Problem zu 99% gelöst. Danach haben Sie noch immer ausreichend Zeit, anhand der folgenden Informationen Ihr ganz persönliches, umfassenderes oder optimaleres Vorgehen zu planen.  

Hausmittel zur Soforthilfe

1) Keine Panik!!
 Kopfläuse sind ekelig, aber völlig harmlos. Es gibt keinerlei Grund für Hektik, Panik, Putzorgien, Vorwürfe an sich selbst, Kinder, Freunde, Lehrer oder sonstwen! Es ist wunderbar, wenn Sie sofort mit der radikalen Lausbekämpfung beginnen; es ist aber auch völlig ok, wenn Sie jetzt keine Zeit haben und erst etwas später mit der Kopflausvernichtung beginnen. Niemand wird deshalb krank, sie verpassen nichts, und höchstwahrscheinlich werden sich die Läuse bis dahin weder vermehrt haben, noch wird sich irgendjemand in den nächsten Stunden anstecken. Eine vernünftige Kopflausbekämpfung macht weniger Arbeit, als sie denken.   
2) Untersuchung der Kontaktpersonen Falls mehrere Familienmitglieder oder andere Kontaktpersonen anwesend sind, sollten Sie sich gegenseitig den Kopf untersuchen. Sehen Sie bei gutem Licht festhaftende, längliche Schuppen an den Haaren kleben (v.a. hinter Ohren, oder im Nacken)? Sehen Sie 2-4 mm lange, bewegliche Läuse? Dann haben Sie tatsächlich Untermieter. Falls nicht: vielleicht haben Sie Glück gehabt, und sie sind nicht befallen. Bei dem geringsten Verdacht sollten Sie sich trotzdem behandeln.  
3) Zur Apotheke fahren
 Da Sie in den nächsten Stunden wahrscheinlich keinen Arzttermin bekommen, begeben Sie sich bitte einfach zur nächsten Apotheke. Fragen Sie den Apotheker, welches freiverkäufliche Kopflausmittel er vorrätig hat. Kaufen Sie dieses, und wenden Sie es zuhause genau nach Vorschrift an. Falls Sie die Auswahl haben: kaufen Sie sich einen Nissenkamm und  "Jacutin Pedicul Fluid" (nicht: Spray). Es ist völlig ungiftig, gut wirksam, kann auch bei Schwangeren und Säuglingen angewendet werden und wirkt rasch. Sie können später immer noch überlegen, ob Sie zusätzlich noch ein stärker wirkendes Mittel zur Nachbehandlung anwenden.  
4) Tod den Insekten 
Wenden Sie zuhause das gekaufte Mittel genau nach Vorschrift an. Bitte nicht mehr und nicht weniger ! Da das Mittel wahrscheinlich unter der Dusche angewendet wird, legen Sie sich frische Kleidung zurecht. Ihre gebrauchten Kleider wandern wie die verwendeten Handtücher auf einen Haufen. Keine Angst: die Läuse können nicht davonlaufen oder durch die Wohnung wandern.  Nach der Anwendung können Sie entspannen: der Feind ist so gut wie ausgerottet und besiegt! Übrigens: von jetzt an sind Sie oder Ihr Kind höchstwahrscheinlich nicht mehr ansteckend, und es gibt keinen Grund, warum es nicht zur Schule gehen sollte. Das Problem liegt jetzt bei den anderen, die noch nicht behandelt wurden, und bei denen Ihr Kind sich angesteckt hat. 
5) Übertragung zuhause verhindern
 Die Angst vor umherirrenden Läusen in der Wohnung oder verstreuten Eiern ist weitgehend unbegründet (warum ? dazu weiter unten mehr). Trotzdem wollen wir sicher sein. Daher ziehen Sie bitte die Bettwäsche ab, und suchen Sie die gebrauchte Wäsche der letzten Tage zusammen. Gerne können Sie auch die Kuscheltiere der Kinder, mit denen tatsächlich gekuschelt wurde, die Kopfbezüge der Autositze und andere aktuelle Kontakttextilien auf einen Haufen legen. Saugen Sie die Wohnung und entleeren Sie den Staubbeutelinhalt in die Mülltonne (um lose Haare mit Nissen zu beseitigen). Haustiere müssen nicht behandelt werden. Die gesammelten Textilien können Sie in einen Plastiksack stecken und im Keller oder auf dem Balkon deponieren; nach 3 Tagen sind alle lebenden Läuse ausgetrocknet und tot. Frisch geschlüpfte Läuse aus Nissen sterben sogar in wenigen Stunden, wenn sie nicht sofort Blut erhalten.  Alles weitere zur Wäschebehandlung siehe unten.      
6) Umgebung informieren 
Alle engen Kontaktpersonen der letzten 1-2 Wochen sollten informiert werden: Schule, Kindergarten, Partner usw. (es besteht gesetzliche Informationspflicht gegenüber Schulen, Kindergärten uä). Die Kopfläuse werden nur bei engem körperlichen Kontakt, gemeinsame Benutzung eines Bettes oä übertragen. Ihr Chef im Büro muss also nicht informiert werden (im allgemeinen...). Verwenden Sie ihren gesunden Menschenverstand und seien Sie fair. Weder Vertuschung noch Panik sind angemessene Reaktionen. 
7) Nach 1 Woche: das Ganze noch einmal ! 
Nach einer Woche sollte die Behandlungsprozedur noch einmal wiederholt werden. Danach können Sie sicher sein, dass eventuell überlebende oder neu geschlüpfte Läuse ebenfalls getötet sind 
8) Zur Kontrolle zum Arzt  
In der Zwischenzeit haben Sie genügend Zeit, sich einen Kontrolltermin beim Arzt zu besorgen. Er kann Ihren Kopf kontrollieren, Ihnen ev. ein neues Medikament verordnen und gegebenenfalls eine Bescheinigung für Kindergarten oder Schule geben.  Und nun: in aller Ruhe alles über Kopfläuse - was Sie schon immer oder bisher noch nie wissen wollten..... 

"Kopfläuse erkennen"

Läuse sind etwa 2-5 mm lange, flügellose, graue oder hellbraune Insekten mit 6 Beinen. Sie krabbeln relativ schnell herum, verstecken sich am Kopf sehr geschickt, können aber nicht springen oder fliegen. Der Mensch wird von 3 Lausarten belästigt: den Kopfläusen (Pediculus humanus capitis), den Kleiderläusen (Pediculi verstimentorum corporis) und den Filzläusen (Pediculi/Phthiri pubis). Da Kopfläuse bei uns die bei weitem häufigste Lausart ist, beziehen sich die folgenden Ausführungen v.a. auf die häufigen Kopfläuse. Die Kopflaus entwickelt sich in 3 Stadien: aus dem Ei (Nisse) schlüpft nach 7-10 Tagen eine Nymphe (Larve). Die Larve benötigt sehr rasch eine Blutmahlzeit, sonst stirbt sie in ca. 1-2 Stunden. Erwachsene Läuse stechen ebenfalls alle 2-3 Stunden, überleben aber auch 2-3 Hungertage. Juckreiz verursacht der Speichel der Laus, der das Blut am Gerinnen hindert. Bei regelmässiger Blutmahlzeit sind sie in ca. 10 Tagen erwachsen und geschlechtsreif. Die erwachsene (adulte) Laus legt täglich bis zu 10 Eier, insgesamt ca. 100-200 Eier und klebt diese in der Nähe der Kopfhaut an die Haare. 
Mit dem Wachsen der Haare wandern die Eier immer weiter von der Kopfhaut weg. Ein kompletter Generationszyklus dauert also ca. 17-22 Tage (wichtig für die Bekämpfung).  Wenn man am Ende langer Haare Nissen vorfindet, muss der Lausbefall schon lange Zeit bestehen. Solche Nissen, die einige Zentimeter entfernt am Haar kleben, sind praktisch immer leer und harmlos. Die idealen Temperaturen für eine Kopflaus liegen bei 28-29 Grad Celsius. Ab 22 Grad verlangsamt sich alles bei ihr, bei 10Grad ist sie praktisch gelähmt, Tiefkühltemperaturen überlebt sie nicht. Die männliche Laus stirbt nach ca. 2 Wochen, Weibchen können dagegen auch 1 Monat alt werden bis sie an Altersschwäche verscheiden. Genetische Untersuchungen an Läusen von Mensch und Affe haben übrigens ergeben, dass unsere Läuse und Gorillaläuse sehr ähnlich sind; Läuse gehören danach seit ca. 5 Millionen Jahren zur Menschheitsgeschichte. Das "Lausen", d.h. gegenseitige Fangen und Fressen der Läuse ist bei Affen (und Menschen) eine sehr wichtige soziale Handlung, die den Zusammenhalt einer Gruppe fördert.  

"Woher kommt die Kopflaus?"

Läuse werden von Mensch zu Mensch übertragen, und zwar fast immer bei direktem Kopfkontakt. Kopfläuse springen und wandern nicht - im Gegensatz zu Flöhen. Kopfläuse können jeden treffen - sie sind häufig in Kindergärten oder Schulen. Gefahr besteht dort, wo Köpfe nahe genug beeinander sind, Kämme oä gemeinsam benutzt werden oder Haare auf Gegenständen liegen (zB Kopfstützen in Schulbussen).
 Kleiderläuse waren und sind bei Soldaten, in Kriegsgefangenenlagern oder unter Flüchtlingen ein grosses Problem, da sie bei Menschenansammlungen unter schlechten hygienischen Verhältnissen nur schwer bekämpfbar sind. Sie können ausserdem ernste Erkrankungen übertragen. Filzläuse werden meist beim Geschlechtsverkehr oder über Bettwäsche übertragen und halten sich fast nur im Schamhaarbereich auf. 
Häufig erfolgt die Übertragung durch Lauseier ("Nissen" genannt). Bei Kopfläusen sind dies 1 mm grosse, schuppenähnliche Verdickungen an den Haaren. Anders als normale Schuppen kleben diese kleinen "Knospen" fest am Haar und werden durch normale Kämmen oder Waschen nicht abgestreift. Kopfläuse und Nissen finden sich bevorzugt an Schläfen, hinter den Ohren und im Nacken. Werden die Haare mit den Eiern ausgekämmt oder fallen von selbst aus, so sind diese Haare mit den Nissen potentielle Überträger. Es können innerhalb von einigen Tagen noch lebende Läuse schlüpfen, die aber wiederum 1 Woche brauchen, um selbst Eier zu legen. Solange überleben sie aber nur am Mensch. Am Boden oder auf Möbeln trocknen sie rasch aus und sterben - innerhalb Stundenfrist. Aus den Eiern schlüpfen am Kopf nach 7-10 Tagen die Lauslarven. Diese jungen Läuse sind vorerst ebenfalls nicht ansteckend. Sie können etwa eine Woche lang ihren Geburts-Kopf nicht verlassen und sind noch nicht geschlechtsreif, d.h. sie legen selbst noch keine Eier. Erst nach 9-11 Tagen beginnen die erwachsenen Läuse mit der Vermehrung.  

"Übertragung durch Haustiere?"

Haustiere müssen nicht behandelt werden - Kopfläuse mögen nur Menschen und Affen. Es ist sogar äusserst schwierig, Menschenläuse zu wissenschaftlichen Zwecken zu züchten, da sie auf Versuchtstieren nicht leben können. Die Läuse Ihrer Haustiere sind also keine Gefahr. Ausserdem sind (chemische) Kopflausmittel für viele Tiere, v.a. Katzen, sehr gefährlich. Haustiere können an manchen Kopflausmitteln sterben.  

"Warum befallen Läuse den Menschen?"

Die Nahrung der Läuse ist Menschenblut. Sie saugen im Abstand von einigen Stunden mit einem Stechsaugrüssel an der (Kopf-)Haut. Da sie in ihrem Speichel eine betäubende Substanz haben, bemerkt man sie anfangs nicht. Später jedoch juckt der Biss sehr stark. Der Befallene kratzt sich. Durch Schmutz an den Fingernägeln kommt es so häufig zu einer Infektion des aufgekratzten Läusebisses.   

"Sind Kopfläuse gefährlich?"

Kopfläuse sind lästig, ekelig und unangenehm. Sie sind aber nicht gefährlich. Sie können höchstens zu indirekten Folgekrankheiten führen: bei Kindern va. zu bakteriell entzündeten, eitrigen Kratzwunden. Deshalb sollte man immer versuchen, sie komplett "auszurotten". 
Kleiderläuse übertragen dagegen oft gefährliche Krankheiten; der Feldzug von Napoleon nach Russland scheiterte v.a. daran, dass in seinem Heer Fleckfieber ausbrach, das u.a. durch Kleiderläuse übertragen wurde, und an dem mehrere Hunderttausend Soldaten erkrankten und starben.    

"Symtome Kopflausbefall"

Verdächtig ist verstärkter Juckreiz der Kopfhaut oder Nackenhaut. Begutachten Sie die Haare und die Kopfhaut bei gutem Licht, vielleicht sogar mit einer Lupe. Kopfläuse lieben die Haarbereiche über den Ohren und das Nackenhaar. Oft sieht man dort kleine, insektenstichartige Rötungen. Da oft nur wenige Läuse auf dem Kopf leben, entdeckt man meist nicht die Läuse, sondern ihre Eier. Diese "Nissen" sind nicht abstreifbare, ein bischen abstehende weisse oder braune Schuppen an den Haaren. Kopfläuse selbst sind zwar gut zu erkennen - ca. reiskorngrosse, schlanke Tierchen mit langem Hinterköroer und Beinen am Vorderkörper. Sie verstecken sich aber gut, bewegen sich rasch, und bei geringem Befall kann der Laie sie leicht übersehen.  Am besten entdeckt man Läuse, indem man den Kopf mit Essigwasser (Haushaltsessig+Wasser im Verhältnis 1:2 bis 1:4) befeuchtet und dann Strähne für Strähne mit einem Nissenkamm aus der Apotheke auskämmt. Ausgestrichen auf weissem Papier oder einem weissen Handtuch sind die Läuse gut zu erkennen. Gut geeignet ist auch ein Auskämmen mit Nissenkamm nach Kopfwaschung mit Schaum-Shampoo - die Läuse können dann nicht mehr so rasch fliehen und werden leichter ausgekämmt.  
Genauso kann man auch kontrollieren, ob die Behandlung erfolgreich war. Findet man am Tag nach der Behandlung noch lebende Läuse, muss erneut behandelt werden. Einfacher als der direkte Lausnachweis ist das Entdecken der Nissen mit einer Lupe - Nissen laufen nicht davon. Natürlich kann man mit der Entdeckung von Nissen allein auch nicht sicher sagen, ob noch lebende Läuse vorhanden sind. Trotzdem muss man sich bei Kontrolluntersuchungen häufig mit der Nissensuche begnügen, da eine einzelne, kleine, lebende Kopflaus sehr leicht übersehen wird. Auch der Arzt wird sich kaum die Zeit nehmen, den Kopf komplett und gründlich abzusuchen. Er wird dazu raten, bei Nissennachweis die übliche zweimalige Behandlung durchzuführen.  

"Was hilft gegen Kopfläuse ?"

Läuse lassen sich, wie alle Insekten, grundsätzlich durch verschiedene Massnahmen töten: Nahrungsentzug, Hitze, Kälte, Chemikalien mit abtötender Wirkung, Erstickung... All dies kann man auch kombinieren. In früheren Zeiten bekämpften die Meschen ihre Läuse durch Rasieren des Kopfes und/oder sorgfältiges "Lausen" (also Untersuchung der Haare und Vernichtung der entdeckten Läuse und Nissen). 
Diese Methode ist aber sehr aufwendig und nicht wirklich zuverlässig. Nur für die Entlausungsmittel aus der Apotheke gibt es wissenschaftliche Untersuchungen über die Wirksamkeit. Alle anderen Massnahmen sollten nur hilfsweise zusätzlich angewendet werden. Mit dem anfangs skizzierten "Notfallplan" sind die allermeisten Läuse getötet und die Ansteckungsgefahr weitgehend gebannt. Um sicher zu gehen, sollten Sie bei Lausverdacht bald Ihren Hausarzt, Kinderarzt oder Hautarzt  aufsuchen, um den Verdacht zu klären und offene Fragen zu besprechen. Die  Behandlung sollte möglichst bald beginnen, um eine weitere Verbreitung zu unterbinden. Es gibt keinen Grund, sich bei Lausbefall zu schämen.  Vom Arzt erhalten Sie ein spezielles Medikament gegen die Läuse verordnet (zB InfektoPedicul, Jacutin Pedicul oder Goldgeist). Jedes dieser Medikamente hat Vorteile und Nachteile, die im Internet ausführlich diskutiert werden. Meines Erachtens ist InfektoPedicul mit dem Wirkstoff Permethrin das wirksamste, und von den chemischen Produkten das sicherste Präparat auf dem deutschen Markt (gefährlich ist es nur für Haustiere, da diesen Enzyme fehlen, die den Wirkstoff abbauen). Goldgeist forte enthält als Wirkstoff Pyrethrum aus Chrysanthemen sowie Piperonylbutoxid, Chlorkresol, und Diethylenglykol. Jakutin N Spray enthält das Pyrethroid Allethrin mit Piperonylbutoxid.
 Alle diese Mittel wirken zuverlässig, schnell und nebenwirkungsfrei - bei richtiger Anwendung. Wenden Sie das verordnete Mittel peinlich genau so an, wie es im Beipackzettel steht. Bitte nicht öfters und auch nicht seltener verwenden, als dort angegeben ist. Zumindest die chemischen Wirkstoffe (wie Permethrin, Pyrethrum und Allethrin) sind Gifte, die bei Überdosierung durchaus unerwünschte Nebenwirkungen haben können. Man sollte daher überlegen, sie mit Gummihandschuhen aufzutragen. Die Anwendung als Spray ist m.E. problematisch, da mehr in die Luft gelangt und eingeatmet werden kann. Andererseits sind sie bei richtiger Anwendung wirklich bedenkenlos einsetzbar; niemand sollte sich wegen einer Vergiftungsangst auf dubiose Pseudomittel einlassen. Resistenzen gegen diese Wirkstoffe sind in Deutschland sehr selten. Das frühere, sehr bekannte JacutinGel und Quellada H Shampoo enthielt Lindan, das seit 2007 in der EU gegen Kopfläuse nicht mehr erlaubt ist. Heute enthält Jacutin Pedicul Fluid als Wirkstoff Dimeticon. Dies ist kein giftiges Insektizid, sondern wirkt physikalisch. Es ummantelt die Läuse und Nissen und verstopft ihre Atemöffnungen. Sie können sich dann nicht mehr bewegen oder atmen; ausserdem wird ihr Wasserhaushalt gestört. Die Nissen können nicht mehr ausreifen. Da ungiftig, ist Dimeticon auch für Schwangere und Säuglinge zugelassen und für besonders chemikalienempfindliche Menschen zu empfehlen.  Weitere frei verkäufliche Kopflausmittel: Mosquito Läuse-Shampoo, Aesculo Gel L (Sojaöl bzw Kokosöl, Cocamidopropylbetain, nur waschaktive Substanzen, Wirksamkeit fraglich), Bug Buster Kit (Kammset mit Pflegespülung, gute (Zusatz-)Wirksamkeit bei sorgfältiger Anwendung), Nyda L, EtoPril, Itax,(Dimeticon Silikonöl, gleiches Wirkprinzip wie Jacutin Pedicul Fluid, aber meist deutlich längere Einwirkzeit notwendig. Vorsicht: trotz gleichem Wirkprinzip sehr unterschiedliche Anwendung!), Neem-Shampoo (pflanzliches Mittel aus Niembaum, Wirksamkeit wissenschaftlich umstritten), Niemolind (Ölmischung, keine wissenschaftlichen Wirksamkeitsstudien), Paranix Läusespray (keine wissenschaftl. Wirksamkeitsstudien).  
Nach einer Behandlung sollte der Betroffene alle 2 Tage kontrolliert werden. Findet man lebende Läuse, muss erneut behandelt werden. Meist werden alle Eier mit abgetötet. Manchmal überleben einige der Larven im Ei - sie sind spätestens nach einer Woche geschlüpft. Deshalb sollte nach einer Woche eine 2. Therapie erfolgen. Entgegen Herstellerangaben tötet kein Mittel alle ungeschlüpften Läuse ganz sicher - deshalb ist die 2. Behandlung immer ratsam. Findet man noch Nissen im Haar, bedeutet dies nicht, dass die Behandlung fehlschlug. Die Läuse darin sind fast immer geschlüpft oder abgestorben, die leeren Hüllen kleben aber weiter fest am Haar.  Die durchschnittliche Versagerquote einer Kopflausbehandlung liegt in den wissenschaftlichen Untersuchungen bei ca. 25%. Die Ursachen sind vielfältig, meist wohl Anwendungsfehler. Daher wird vom Robert-Koch-Institut folgendes aufwändigere Vorgehen als optimal empfohlen :  
Tag 1) Insektizidanwendung mit anschliessendem nassen Auskämmen 
Tag 5) nasses Auskämmen, um nachgeschlüpfte Läuse zu beseitigen
Tag 8-10) Wiederholungsbehandlung mit Insektizid 
Tag 13) Kontrolluntersuchung mit nassem Auskämmen 
Tag 17) letzte Kontrolle durch nasses Auskämmen
Man sollte den Behandlungserfolg einige Male durch Auskämmen der Haare mit Nissenkamm nach einer Schaumspülung der Haare kontrollieren.  

"Mittel gegen Nissen"

Nissen kleben fest am Haar. Am besten spült man die Haar mit Essigwasser (500 ml Küchenessig auf 1 Liter Wasser). Danach kämmt man die Haare sorgfältig mit einem Nissenkamm aus der Apotheke und streift die Nissen und Läuse an Papier ab. 
Läuse und Nissen können über den Hausmüll oder die Toilettenspülung entsorgt werden. Übrigens: das Entfernen aller Nissen ist eine gute Methode, um zu kontrollieren, ob alle Kopfläuse getötet wurden (wenn neue Eier auftauchen, ist das offensichtlich nicht der Fall). Aber: notwendig ist die vollständige Entfernung der Nissen nicht. Wichtig ist es nur, alle Eier oder nachgeschlüpften Läuse durch die geschilderten Massnahmen abgetötet zu haben; die leeren Nissenhüllen sind harmlos.  

"Was ist das beste Mittel gegen Kopfläuse?"

Es gibt viele gut wirksame Präparate gegen Kopfläuse, die Sie mit oder ohne Rezept in der Apotheke erhalten. Die wissenschaftlichen Studien über die "beste" Wirksamkeit sind allerdings widersprüchlich - jede Herstellerfirma kann Wirksamkeitsnachweise liefern. Ihre persönliche Situation ist wichtig, denn eine Schwangere darf manche Mittel nicht verwenden und muss daher vielleicht eine etwas geringere Wirksamkeit in Kauf nehmen.    

"Kopfläuse bekämpfen bei Schwangerschaft, Stillzeit und bei Kleinkindern"

Sprechen Sie auf jeden Fall mit Ihrem Frauenarzt oder Kinderarzt. Einige Mittel, v.a. auf Dimeticon-Basis, sind unbedenklich und erlaubt. Auch Auskämmen mit Nissenkamm ist natürlich problemlos möglich.   

"Muss ich die Wohnung reinigen?"

Normalerweise muss die Wohnung nicht gereinigt oder gar vom Kammerjäger desinfiziert werden. Staubsaugen reicht aus. Putzorgien sind überflüssig. In einer Untersuchung in einer australischen Schule fand man auf den Köpfen von 22oo Schülern über 14000 Läuse, aber keine einzige Laus auf dem Boden oder den Möbeln der Klassenzimmer. Selbst auf den Kopfkissen von 48 stark befallenen Schülern fand man nur 2 Läuse. Die wenigen lebenden, erwachsenen Läuse am Boden oder auf dem Sofa sind nach 3 Tagen gestorben. 
Lose Haare mit Nissen stellen zwar theoretisch eine Infektionsquelle dar, es müsste aber schon ein grosser Zufall sein, wenn die gerade geschlüpfte Laus im Teppich innerhalb von 1-2 Stunden Kontakt zu ihrem Kopf bekommen würde - schafft sie das nicht, dann ist sie verhungert. Potentielle "Ruhestätten" des Kopfes, wie Sessellehnen, Kissen, Schmusetiere, Ohrensessel usw. sollte man allerdings einige Tage meiden, in die Plastiktüte stecken oder absaugen (um ev. Haare mit Nissen zu entfernen). Ein gründliches Staubsaugen im Kinderzimmer ist sicher auch gerechtfertigt.   

"Muss Lausbefall gemeldet werden?"

Betroffene müssen den Kopflausbefall nicht beim Gesundheitsamt melden. Es ist aber selbstverständliche (gesetzliche) Verpflichtung, dass alle Erzieherinnen, Lehrer, Kontaktpersonen, Spielkameraden oder Kindergärtnerinne der Kinder informiert werden (§ 34, Abs. 5 IfSG). Gemeinschaftseinrichtungen sind nach § 34, Abs. 6 des Infektionsschutzgesetzes IfSG verpflichtet, die Meldung an das Gesundheitsamt weiterzuleiten. Die Meldung hat keine negativen Folgen für die Betroffenen.   

"Wann darf das Kind wieder in die Schule, den Kindergarten?"

Das Kind darf wieder zu anderen Kindern, wenn es nicht mehr ansteckend ist. Wenn Sie die 1. Behandlung sorgfältig durchgeführt haben, ist dies direkt danach, bzw am nächsten Tag der Fall. Dies ist auch die eindeutige Empfehlung des Robert-Koch-Instituts. Meist reicht es aus, wenn Sie dem Erzieher oder Lehrer mitteilen, dass die Behandlung mit einem der oben genannten wirksamen Mittel durchgeführt bzw die Wiederholungsbehandlung gemacht wurde. Manche Kindergarten oder Schulen verlangen allerdings ein ärztliches Attest über die "Lausfreiheit". Dies ist insofern gerechtfertigt, als nach §34, Abs. 1 des Infektionsschutzgesetztes das Einholen eines "ärztlichen Urteils" für die Wiederzulassung zur Schule; Kindergarten usw.  eigentlich vorgeschrieben ist. Andererseits ist kein Arzt verpflichtet, ein kostenloses "Attest" nur auf Wunsch eines Kindergartens zu erstellen - es reicht das mündliche ärztliche Urteil. Ein "Attest" ist nur notwendig, wenn innerhalb von 4 Wochen ein erneuter Befall festgestellt wird. Letztlich sollten Sie sich an die örtlichen Gepflogenheiten halten und nicht wegen dieser Frage einen Streit vom Zaun brechen. Trotzdem gibt es immer noch Eltern, die genau deshalb die Meldung des Lausbefalls verschweigen - der Aufwand eines mehrfachen Arztbesuches für Rezept und Attest ist ihnen zu hoch. Der "Meldefreudigkeit" dient es sicher auch nicht, wenn "ehrliche" Eltern ihre ehemals verlausten Kinder tagelang von Schule oder Kindergarten fernhalten müssen, obwohl die Behandlung schon begonnen hat. Auch der Arzt kann aber letztlich niemals wirklich wissen oder attestieren, daß das Kind lausfrei ist. Er müsste dafür das Kind, alle häuslichen Kontaktpersonen und die Sanierungsmassnahmen zuhause persönlich kontrollieren. Der Arzt ist darauf angewiesen, dass Sie die empfohlenen und veordneten Mittel korrekt und ehrlich anwenden. Das eigentliche Problem sind Eltern, die aus Dummheit, Unwissenhaut oder bornierter Ideologie keine oder nur eine unwirksame Behandlung machen und damit verhindern, dass der Ansteckungskreis unterbrochen wird.
Viel zu selten wird in Schule oder Kindergarten nach den eigentlichen Überträger der Läuse gefahndet. Spätestens bei immer wiederkehrendem Lausbefall sollten alle (!) Kinder einer Gruppe einschliesslich der Erzieher (!) behandelt werden, am besten gemeinschaftlich unter Aufsicht. Im Kindergarten oder der Schule sollte dann eine "Entlausungskampagne" anlaufen, um auch "wiederspenstige" Kinder und Eltern zu einer richtigen Entlausung zu motivieren. Übrigens: das Robert-Koch-Institut betont, dass ein Kind dann, wenn eine anderweitige Betreuung nicht möglich ist, bis zum Ende des regulären Aufenthaltes in Schule oder Kindergarten bleiben darf, wenn enge Kontakte zu anderen vermieden werden. Die Erzieher sollten also die Kinder nicht einfach nach Hause schicken.  

"Behandlung von Kontaktpersonen bei Kopfläusen"

Die Meinungen gehen hier etwas auseinander. Der gesunde Menschenverstand hilft: alle Kontaktpersonen sollten zumindest informiert werden und sich sorgfältig untersuchen lassen, am besten mit Essigwasserspülung des Kopfes und Nissenkamm.Wird nichts entdeckt, ist ein Befall eher unwahrscheinlich. Bei engem körperlichem Kontakt, gemeinsamer Benutzung von Bett, Kopftuch, Hut, Kamm, Bürste oä sollte meines Erachtens trotzdem eine vorbeugende Behandlung erfolgen - genauso, wie ein Befallender behandelt wird. Auch die Wiederholungsbehandlung sollte nach 10 Tagen durchgeführt werden. Lieber einige "Gesunde" unnötig behandeln, als einen Überträger unbehandelt lassen.   

"Juckreiz nach Kopflausbehandlung - woran liegt das ?"

Wenn der Kopf trotz richtiger Behandlung weiter juckt, kann das viele Ursachen haben 1) Die Kopfhaut ist durch den Lausbefall und das Kratzen noch gereizt; die juckende Entzündung heilt nur langsam ab (ähnlich wie normale Insektenstiche) 2) Die Kopfhaut ist durch das Entlausungsmittel gereizt 3) Es sind neue Läuse geschlüpft, die wieder Blut saugen. Daher: immer Wiederholungsbehandlung durchführen 4) es liegt eine zusätzliche Erkrankung der Kopfhaut vor - Kopfekzem, Schuppenflechte, Allergie usw. Fragen Sie Ihren Hautarzt  

"Hygiene nach Kopflausbefall"

Läuse und Nissen können auf Gegenständen wenige Tage überleben. Lausbefall kann auftreten auf Kämmen, Kleidung, Handtüchern, Bettwäsche, Postermöbeln, Autositzen, Bürsten, Kuscheltieren - theoretisch. Bei der Untersuchung der Mützen von 1000 Schülern einer australischen Grundschule mit Lausproblem fand man allerdings keine einzige Laus in den Mützen - die Läuse blieben lieber auf den Köpfen der Kinder.  
Kleider, Mützen und andere Gegenstände können folgendermassen entlaust werden: - Sichtkontrolle: Läuse und Nissen sind sichtbar. Wenn man keine sieht, sind sehr wahrscheinlich keine vorhanden 
- Lagern in verschlossenem Plastiksack über mindestens 3 Tage bei Zimmertemperatur. Läuse verhungern und vertrocknen nach 1-2 Tagen.  - Läuse in Nissen sind spätestens nach 2 Wochen ebenfalls geschlüpft und gestorben 
- Kleidung und Textilien Waschen bei 60 Grad, am besten zusätzlich Trocken im Wäschetrockner (10 Minuten), soweit möglich 
- Lagern in verschlossenem Plastiksack in der Tiefkühltruhe über 1 Tag bei -15 Grad oder weniger - Kämme, Bürsten, Haarspangen usw. sollten mit einer heissen Seifenlösung gewaschen, getrocknet und dann - eventuell zur Sicherheit 3-4 Tage nicht mehr benutzt werden - Bürsten, Mützen oder Kämme sollten in Gemeinschaftseinrichtungen nicht gemeinsam benutzt werden. Putz- und Waschorgien sind überflüssig. Eine grossflächige Anwendung von Insektiziden oder Entlausungsmitteln (welcher Art auch immer) zur "Desinfektion" der Wohnung ist überflüssig, eventuell sogar gefährlich. Läuse verlassen ihren menschlichen Wirt nicht ohne Not und wandern auch nicht in der Wohnung herum. Läuse dringen nicht in Kissen oder Matratzen ein, es genügt das Wechseln der Überzüge. Auch das Rober-Koch-Institut hält es für ausreichend, Bettwäsche, Handtücher, Kopftücher, Schlafanzug und Unterwäsche zu wechseln. 

"Übertragung von Kopfläusen durch Mützen, Kämme, Kleidung..."

Was sagt die Wissenschaft dazu, ob Läuse durch Mützen, Kämme ode Bettwäsche übertragbar ist? Australische Wissenschaftler haben sich 2010 die Mühe gemacht, die wichtigsten weltweiten Studien zu durchforsten und auch eigene Studien dazu durchzuführen. Ergebnis: es genügt, die Läuse auf dem Kopf zuverlässig zu bekämpfen. Im Detail: bei der Untersuchung von 1000 Mützen von kopflausbefallenen Kindern konnte in keiner einzigen Mütze eine Laus gefunden werden. Im Staub von 118 Klassenräumen mit verlausten Kindern fand man nirgends Läuse oder Eier. In den Kopfkissen von 48 Läuseträgern fand man nur 2 Nissen. Bei einer 90 Grad Wäsche mit Trocknung im Wäschtrockner starben alle Parasiten - bei niedrigeren Temperaturen konnten einige überleben.  

"Hausmittel gegen Kopfläuse?"

Im Internet findet man zahlreiche Hausmittel, Geheimtips oder Wundermittel gegen Kopfläuse: ob Insektentod-Shampoo, Desinfektionsspray oder Waschmittel für die Maschine, alles scheint wunderbar wirksam. Glauben Sie es nicht. Am meisten profitieren von solchen Mitteln die Hersteller - und die Läuse. Es stimmt - Kopfläuse sterben in trockener Hitze. Trotzdem sind weder heisses Fönen des Kopfes, noch Heissluft-Trockenhauben zuverlässige Behandlungsmethoden. Manche Kinder wurden dadurch schon böse verbrannt.  Auch andere "alternative" Behandlungsmethoden, wie Teebaumöl, Sauna, Schwefel, Aloe vera,  Petroleum oder andere Öle wirken nur sehr unzuverlässig. Eine "giftfreie", aber wissenschaftlich gesicherte Methode ist das Ersticken der Läuse mit dem Wirkstoff "Dimeticon" (enthalten zB in Jacutin Pedicul Fluid). Auch als Naturheilkundler ist dies das einzige alternative Verfahren, das ich empfehlen kann, da Studien dazu existieren. Kahlscheren des Kopfes ist übrigens ebenfalls sehr wirksam - falls Ihre Familie mitspielt.  

"Was tun, wenn die Läuse immer wiederkehren?"

Wenn innerhalb kürzerer Zeit die Kopfläuse immer wieder auftreten, kann das mehrere Ursachen haben.  
1) Das verwendete Präparat wurde falsch angewendet Typische Behandlungsfehler sind zu kurze Einwirkzeit, zu sparsame Anwendung, ungleichmässiges Auftragen. Manche Präparate werden an feuchten Haaren angewendet - tropfnasse Haare verdünnen das Mittel aber zu stark. Oft wird auch die 2. Behandlung nach 8-10 Tagen vergessen, sodass frisch geschlüpfte Läuse nicht getötet werden. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt deshalb, unabhängig von Herstellerangaben, immer eine 2. Behandlung. Von den frisch geschlüpften Larven geht anfangs keine Ansteckungsgefahr aus.  
2) Es wurden nicht alle Kontaktpersonen behandelt Die häufigste Ursache: Kinder wurden nicht oder nicht richtig behandelt, und das eigene Kind steckt sich bei diesen immer wieder neu an. Leider muss man dann selbst immer wieder neu behandeln, sollte aber ein direktes Gespräch mit anderen Eltern, Lehrern oder KindergärtnerInnen führen und auf eine Untersuchung und Behandlung der anderen Kinder drängen. Nicht selten haben Eltern Angst vor "chemischen" Mitteln und behandeln ihre Kinder "alternativ" (zB Heissluftfön); Läuse und Nissen überleben diese "sanften" Verfahren sehr oft.   
3) Das Kopflausmittel war unwirksam Kein Mittel ist 100 % wirksam; es gibt resistente Kopfläuse gegen fast jedes Mittel - allerdings sehr selten in Mitteleuropa ("resistent" bedeutet, dass ein Krankheitserreger durch ein Medikament nicht abgetötet werden kann). In England, Israel, USA und im Ostblock sind Resistenzen gegen Pyrethroide bekannt. Solche Läuse können auch nach Deutschland gelangen. Resistenzen bilden sich aber fast nur nach unzureichender Anwendung der Kopflausmittel aus (also zB nur 1x statt 2x, weil so die starken Läuse überleben). Lassen Sie sich vom Arzt beraten und wechseln Sie auf ein Produkt mit einem anderen Wirkmechanismus. Gegen Auskämmen der Läuse und Nissen gibt es keine Resistenzen! 
4) Es haben Nissen oder Läuse in der Umgebung überlebt Die Gefahr ist gegeben, aber sehr klein, wenn Sie sich an die oben genannte Vorgehensweise gehalten haben. Spätestens einen Tag nach der Behandlung sollten alle Läuse gestorben sein. Läuse sind hochspezialisiert und empfindlich und sterben auf Textilien und Böden rasch ab. Putzorgien sind definitiv der falsche Weg. Auch der Kammerjäger ist überflüssig. Übrigens: spätestens nach einem 3 wöchigen Urlaub ausserhalb der Wohnung ist ihre Wohnung garantiert lausfrei; 3 Wochen ohne Menschenkontakt überlegt keine Laus.  

"Welche Kopflausprodukte werden von den Kassen erstattet?"

Private Kassen erstatten die Kosten aller Kopflausmittel. Bei den gesetzichen Kassen dagegen wechselt die Erstattungspraxis ständig: Viele Hersteller geben an, dass ihre Produkte auf Kassenrezept verordnet werden können. Viele Ärzte dagegen haben die Erfahrung gemacht, dass die Kassen die Kosten für Medikamente gegen Kopfläuse vom Arzt zurückfordern (Arzneimittelregress); sie verordnen daher nur auf "grünes" Rezept. 
Momentan erstatten viele gesetzliche Kassen die Kosten zur Behandlung von Kindern bis 12 Jahren. Die Kosten für die - immer notwendige - Mitbehandlung der anderen Familienmitglieder muss die Familie immer selbst übernehmen.   Wir hoffen, dass diese Informationen Ihnen alle Ihre Fragen zur Kopflaus beantwortet haben. Bitte geben Sie dieseInformationen an Mitbetroffene, Eltern, Lehrer und KindergärtnerInnen weiter - nur so besteht die Chance, dass Kopfläuse aus unserern Kindergärten und Schulen verschwinden.  

Gerne behandeln wir Sie in unserer Praxis, bitte vereinbaren Sie einen Beratungstermin unter 089-677977

Ihre dermaPraxis Dr. med. Harald Bresser Peschelanger 11, 81735 München www.drbresser.de

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