Dr. med. Harald Bresser

Facharzt für Dermatologie und Venerologie
Facharzt für Anästhesiologie

Zusatztitel der Ärztekammer: Allergologie, Naturheilverfahren, Umweltmedizin, Akupunktur

Zertifizierte Qualifikationen: Lasertherapie, Ambulante Operationen, medizinische Kosmetik
Anfahrt | Kontakt | Impressum | Sitemap
Peschelanger 11
81735 München
Tel: 089 - 677 977
Fax: 089 - 625 61 34




Pilzinfektion

 

Fußpilz, Nagelpilz, Hautpilz

 

von Dr. med. Harald Bresser, Hautarzt, München

 

"Was sind Pilzerkrankungen der Haut?"
Fußpilz und andere Hautpilzerkrankungen zählen zu den häufigsten Hauterkrankungen überhaupt. Jeder 3. bis 4. Deutsche leidet unter irgendeiner Art von Hautpilz. Pilze sind pflanzenähnliche Lebewesen. Ärzte bezeichnen Pilzkrankheiten des Menschen als "Mykose" oder auch "Tinea". Von den etwa 300 000 bekannten Pilzarten befallen nur wenige den Menschen. Sie sind in 80 % Mitglieder der Pilzfamilie der "Dermatophyten" (Fadenpilze), meist sogenannte "Trichophyten". Sie ernähren sich von der Hornsubstanz (Keratin) der obersten Hautschichten und des Nagels. Fußpilz wird von den gleichen Pilzarten verursacht wie Pilzbefall der Nägel. Übrigens: Diese Pilze haben nicht das geringste zu tun mit Speisepilzen, Bier-Hefepilz, Käse-Schimmelpilzen, Schimmelpilz-Allergie, Pilzvergiftung oder Hefepilzen im Darm. Das Trinken von Hefebier oder der Kontakt mit Schimmelpilzen steht also in keinerlei Zusammenhang mit Hautpilzerkrankungen.

 

"Wie entsteht eine Pilz-Infektion?"
Jeder von uns hat täglich unbemerkt Kontakt mit Trichophyten-Pilzen, denn Pilzfäden gibt es überall (Schwimmbad, Sauna, Blumenerde, Kontakt mit Hunden, Katzen, Rindern, befallene Familienmitglieder usw.) Trotzdem infizieren sich die wenigsten Menschen. Pilze können nur in die Haut und die Nägel eindringen, wenn die Haut vorgeschädigt ist z.B. durch a) kleine Hautverletzungen (z.B. durch Sport, Fußballspielen, Arbeitsschuhe) b) ständige Durchfeuchtung (Sauna, Schwimmbad, Synthetikwäsche, Schweißfüsse) c) eine innere Erkrankung ( z.B. Diabetes mellitus, Durchblutungsstörungen, kalte Finger und Zehen, Ernährungsstörung, Vitaminmangel, Fettleibigkeit, Antibiotika d) enger Kontakt mit pilzkranken Menschen oder Tieren (!). Besonders gefährdet für eine Infektion mit Hautpilzen sind jene Körperregionen, die häufig feucht sind oder wo Haut auf Haut liegt. Dazu zählen die Stellen zwischen den Zehen, an den Leisten, unter den Brüsten bei Frauen, die Zehennägel und die Genitalregion. Manche Menschen sind eindeutig "anfälliger" für Pilzkrankheiten als andere - sie können sich nach einer erfolgreichen Pilzbehandlung daher auch sehr rasch erneut anstecken.

"Wie wird der Pilzbefall nachgewiesen?"
Vor jeder Behandlung steht die Diagnose. Erfahrene Ärzte können durch genaue Betrachtung der Haut relativ sicher den Pilzbefall erkennen. Ein eindeutiger Pilznachweis durch den Hautarzt erfolgt durch mikroskopische Haut- oder Nageluntersuchung ("Direktpräparat") und durch Anzüchten der Pilze aus dem Haut- oder Nagelmaterial ("Pilzkultur"). Pilze lassen sich nur anzüchten, wenn zuvor einige Wochen bis Monate keinerlei äußerliche oder innerliche Pilzbehandlung durchgeführt wurde. Bei Pilzbefall der Körper- oder Kopfhaut sollten haartragende Haustiere vom Tierarzt auf Pilzbefall untersucht werden (verdächtig: büschelweiser Haarausfall der Tiere).


"Ist Fußpilz ansteckend oder gefährlich?"

Fuß- und Körperpilze sind prinzipiell ansteckend, wenn auch die Ansteckungsgefahr nicht sehr groß ist. Pilze können erfahrungsgemäß in der Kleidung (z.B. Strümpfe, Schuhe, Handschuhe) und an feuchten Gegenständen (Badematten, Holzroste, Fußböden, Handtücher) überleben.
Sie stellen dort oft eine Ansteckungsquelle dar. Alle verdächtigen Bekleidungsstücke und Einrichtungsgegenstände sollten daher vorbeugend behandelt werden (siehe unten). Nur für sehr kranke Menschen mit gestörtem Immunsystem (Intensivstation, AIDS-Kranke) kann die Pilzinfektion gefährlich werden. Bis zum Ausheilen des Fußpilzes sollte man nicht barfuß in der Wohnung herumlaufen und die Dusche gut reinigen. Wenn man Füße/Nägel mit Pilzcreme eingecremt hat, ist man nicht mehr ansteckend.

 

"Was kann ich selbst tun, damit die Heilung eintritt?"
1) Waschen Sie sich täglich, vor allem Hautfalten, Füße, Achseln. Bitte keinerlei "Desinfektionsmittel" zum Waschen verwenden, sondern normale Flüssigseife. Nach Bad, Sauna oder Sport sind die Füße und Zwischenräume zwischen den Zehen besonders gründlich abzutrocknen. Feuchte, aufgeweichte Hautstellen werden am besten mit dem Haarfön (auf kalt stellen) trockengefönt. Die äußerliche Behandlung sollte täglich genau nach den besprochenen Regeln erfolgen. Möglichst nie an Pilzstellen kratzen, weil der Pilz dadurch weiterverbreitet wird (statt kratzen mit Pilzcreme eincremen). 2) in Schwimmbädern, Saunen, Fitneßcentern und Gemeinschaftsräumen niemals barfuß laufen, sondern immer Badeschuhe o.ä. benutzen. Die Schutzwirkung von Sprühanlagen ist übrigens sehr umstritten. 4) eigene Handtücher nicht von anderen mitbenutzen lassen. Zum Füßetrocknen bei Fußpilz Extrahandtuch benutzen. Unterwäsche täglich wechseln. Mindestens mit 65 Grad (besser: Kochwäsche) waschen. Nur eigene Handtücher, Hausschuhe und Wäsche benutzen 5) Handtücher und Socken (nur aus Baumwolle!) bis zum Abheilen täglich wechseln 6) Infizierte Schuhe: Sprühen Sie Ihre Schuhe innen mit Clotrimazol-Pumpspray gut aus (nicht zu feucht, färbt sonst ab). Danach lassen Sie die Schuhe ca. 4 Tage trocknen, ohne sie zu tragen. Nach 1 Woche noch einmal wiederholen. Nur notwendig bei ausgeprägtem, immer wiederkehrenden Befall 7) Lederhandschuhe: Bei Hand/Nagelbefall der Hände wie Schuhe behandeln. 8) Holzroste, Badematten, Teppiche und Fußboden: Gründliche Säuberung mit üblichen Wohnungsreinigungsmitteln. Holzroste und Badematten immer gründlich lüften und trocknen lassen 9) Kaufen Sie in Zukunft nur noch bequeme, weite Schuhe aus Leder oder Stoff. Meiden Sie Schuhe aus Kunststoff. Turnschuhe, Baseball-Stiefel u.ä. bitte nur beim Sport tragen und anschließend gut trocknen lassen. Enge, spitze Frauenschuhe führen oft zu Großzehen-Nagelpilz

 

"Die medizinische Behandlung von Fußpilz"
Bitte wenden Sie die verordneten Medikamente konsequent bis zu Ende an. Cremen Sie die Hautstellen dünn, aber großflächig ein. Beenden Sie die Behandlung erst ca. 2 Wochen nach Verschwinden der Beschwerden. In den tiefen Hautschichten könnten noch lebende Pilzfäden überlebt haben, die sich bei zu frühem Behandlungsende wieder vermehren.

 


Nagelpilz

 

"Was sind Nagelpilze?"
Pilze sind pflanzenähnliche Lebewesen. Pilzkrankheiten des Menschen bezeichnet man als Mykose, Nagelpilzkrankheiten nennt man Onychomykosen ("Onycho" = Nagel). Von den etwa 300 000 bekannten Pilzarten befallen nur wenige den Menschen. Es sind in 80 % Mitglieder der Pilzfamilie der "Dermatophyten" (Fadenpilze), meist sogenannte "Trichophyten". Sie ernähren sich von der Hornsubstanz (Keratin) der obersten Hautschichten und des Nagels. Diese Pilze haben nicht das geringste zu tun mit Speisepilzen, Bierhefepilzen, Käseschimmelpilzen, Schimmelpilzallergie, Pilzvergiftung oder Hefepilzen im Darm. Das Verspeisen oder der Kontakt mit diesen Pilzarzten hat also nichts mit Haut- und Nagelpilzen zu tun.

 

"Wie entstehen Infektionen der Nägel durch Pilze?"
Jeder von uns hat täglich unbemerkt Kontakt mit Trichophyten-Pilzen, denn Pilzfäden gibt es überall (Schwimmbad, Sauna, Blumenerde, Kontakt mit Hunden, Katzen, Rindern, befallene Familienmitglieder usw.) Trotzdem infizieren sich die wenigsten Menschen. Pilze können nur in die Haut und die Nägel eindringen, wenn die Haut vorgeschädigt ist z.B. durch a) kleine Hautverletzungen (z.B. durch Sport, Fußballspielen) b) ständige Durchfeuchtung (Sauna, Schwimmbad, Synthetikwäsche, Schweißfüsse) oder c) eine innere Erkrankung ( z.B. Diabetes mellitus, Durchblutungsstörungen, kalte Finger und Zehen, Ernährungsstörung, Vitaminmangel, Fettleibigkeit, Antibiotika, "Pille"). Vor Pilzkrankheiten ist niemand sicher. Manche Menschen sind eindeutig "anfälliger" für Pilzkrankheiten als andere - sie können sich nach einer erfolgreichen Pilzbehandlung daher auch sehr rasch erneut anstecken. Bei der Infektion dringen die Pilze meist am Nagelrand in den Nagel und das Nagelbett ein und wachsen rasch nach innen. Sie zerstören die Nagelplatte und befallen die Wachstumszone des Nagels, sodaß er gelb-weißlich und verkrümmt nachwächst ("Dystrophie" der Nagelplatte).

 

"Sind Nagelpilze ansteckend oder gefährlich?"
Nagelpilze sind prinzipiell ansteckend, wenn auch die Ansteckungsgefahr nicht sehr groß ist. Ca. 20 % aller Westeuropäer leiden an Fuß- oder Fußnagelpilzen. Pilzbefall der Fingernägel ist sehr viel seltener. Der Pilzbefall von Nägeln ist zwar häßlich, aber harmlos. Nur bei sehr kranken Menschen mit gestörtem Immunsystem (Intensivstation, AIDS-Kranke) kann die Pilzinfektion gefährlich werden. Bis zum Ausheilen des Nagelpilzes nicht barfuß in der Wohnung herumlaufen.

 

"Wie wird der Pilzbefall nachgewiesen?"
Vor jeder Behandlung steht die Diagnose. Erfahrene Ärzte können durch genaue Betrachtung der Nägel relativ sicher den Nagelpilzbefall erkenne. Ein eindeutiger Pilznachweis durch den Hautarzt erfolgt durch mikroskopische Nageluntersuchung ("Direktpräparat") und durch Anzüchten der Pilze aus dem Nagelmaterial ("Pilzkultur"). Dies ist deshalb wichtig, weil manche Hautkrankheiten Nagelveränderungen machen, die mit Nagelpilz verwechselt werden können. Ohne Pilznachweis würde man in diesen Fällen monatelang vergebens behandeln. Nagelpilze lassen sich nur anzüchten, wenn zuvor einige Wochen bis Monate keinerlei äußerliche oder innerliche Pilzbehandlung durchgeführt wurde.

 

"Was kann ich selbst tun, damit die Heilung eintritt?"
Pilzkrankheiten heilen in den seltensten Fällen von selbst ab. Pilze können erfahrungsgemäß in der
Kleidung (z.B. Strümpfe, Schuhe, Handschuhe) und an feuchten Gegenständen (Badematten, Holzroste, Fußböden, Handtücher) überleben. Sie stellen dort oft eine Ansteckungsquelle dar. Alle verdächtigen Bekleidungsstücke und Einrichtungsgegenstände sollten daher vorbeugend behandelt werden.

1) Schuhe und Lederhandschuhe: Zur Schuhdesinfektion eignen sich desinfizierende Sprays. Lieber mehrfach dünn außen und innen einsprayen 2) Holzroste, Badematten, Teppiche und Fußboden: Gründliche Säuberung mit üblichen Wohnungsreinigungsmitteln. Holzroste und Badematten immer gründlich lüften und trocknen lassen. 3) Öffentliche Sauna, Schwimmbad usw. nur mit Plastiksandalen betreten. Nicht barfuß herumlaufen. Desinfektionsanlagen für die Füße im Schwimmbad sind sinnlos. 4) Strümpfe, Handtücher: Eigene Handtücher nicht von anderen mitbenutzen lassen. Zum Füßetrocknen bei Fußpilz Extrahandtuch benutzen. Unterwäsche täglich wechseln. Mindestens mit 65 Grad, besser als Kochwäsche waschen. 5) Kaufen Sie in Zukunft nur noch bequeme, weite Schuhe aus Leder oder Stoff. Meiden Sie Schuhe aus Kunststoff. Turnschuhe, Baseball-Stiefel u.ä. bitte nur beim Sport tragen und anschließend gut trocknen lassen. Enge, spitze Frauenschuhe führen oft zu Großzehenbefall. 6) Meiden Sie entfettende Substanzen (Spül-, Putzmittel, Lösungsmittel). Sie greifen die Nageloberfläche an und "öffnen" den Nagel für erneuten Pilzbefall. Arbeiten Sie im Feuchten besser mit baumwollbeschichteten Gummihandschuhen. 7) Allgemeine Hinweise: Waschen Sie sich täglich, vor allem Hautfalten, Füße, Achseln. Bitte keinerlei "Desinfektionsmittel" zum Waschen verwenden, sondern normale Flüssigseife. Nach jedem Bad sind die Füße und Zwischenräume zwischen den Zehen besonders gründlich abzutrocknen. Feuchte, aufgeweichte Hautstellen werden am besten mit dem Haarfön (auf kalt stellen) trockengefönt. Die äußerliche Behandlung sollte täglich genau nach den besprochenen Regeln erfolgen. Möglichst nie an Pilzstellen kratzen, weil der Pilz dadurch weiterverbreitet wird (statt kratzen mit Pilzcreme eincremen). Auch nach dem oberflächlichen Abheilen der Beschwerden sollten diese Vorsichtsmaßnahmen und eine äußerliche Behandlung noch einige Monate weitergeführt werden.

 

"Die Behandlung des Nagelpilzes"
1) "Nageltoilette" : Grundlage jeder Behandlung ist die weitgehende Entfernung des befallenen Nagels. Da die Pilze im tief im Nagelbett und in der Nagelplatte sitzen, sollten die befallenen Teile der Nagelplatte immer entfernt werden. Das Medikament dringt dann besser nach unten durch. Man geht folgendermaßen vor: a) Mit einem schmalen, spitzen Instrument (am besten: Nagelhautschere!) kratzt man alles lockere, krümelige Nagelmaterial unter dem Nagel weg. b) Getrübte und freistehende Nagelteile werden mit einer Nagelschere abgetragen (vorsichtig, darf nicht schmerzen und nicht bluten). c) Die letzten Reste werden mit einer Feile vorsichtig abgefeilt. Verwenden Sie dazu Sandblattfeilen (Wegwerfen nach Einmalgebrauch) oder Diamantfeilen (Desinfektion nach Gebrauch). Diese "Nageltoilette" sollte so oft durchgeführt werden, daß die pilzbefallenen Nagelpartien immer komplett entfernt sind - und so lange, bis der Nagel gesund nachgewachsen ist. Beim Vorliegen von Diabetes oder Durchblutungsstörungen sollte all dies nur vom Fußpfleger gemacht werden, um Verletzungen zu vermeiden. Leider müssen Sie die Behandlung beim Fußpfleger selbst bezahlen.
2) "Nagelziehen": Früher hat man stark befallene Nägel operativ entfernt. Diese chirurgische Nagelentfernung ist heute nur noch in extremen Ausnahmefällen sinnvoll: sie heilt den Pilz nicht, schädigt den Nagel meist zusätzlich und führt zu noch häßlicheren Nägeln. Nach dem "Nagelziehen" ist immer eine längere Nachbehandlung mit Pilzlack oder Pilzcreme erforderlich.
3) "Nagellack, Nagelcreme": Eine zusätzliche äußere Behandlung mit einem Antimykotikum ist nur sinnvoll, wenn weniger als 3/4 eines Nagels von Pilz durchsetzt sind und nicht zu viele Nägel befallen sind. Als Arzt muß ich entscheiden, ob eine alleinige äußerliche Behandlung überhaupt sinnvoll ist. Auf die Nägel wird nach dem Feilen zweimal täglich eine Pilzcreme oder aber ein Lack aufgetragen, welcher ein Antipilzmittel (=Antimykotikum) enthält. Batrafen-Nagellack muß täglich einmal, Loceryl-Nagellack nur 1 x (Finger) bzw 2 x pro Woche aufgetragen werden. Dieser Stoff dringt in den Nagel tief ein und zerstört die Pilze. Diese Behandlung dauert ca. 6-8 Monate. Da die Nägel noch monatelang mit Pilzbefall nachwachsen, sollte 3 x pro Woche gefeilt werden. Wenn die Nägel gesund und klar nachwachsen, sind sie wieder mit dem Nagelbett verwachsen.
3) "Abweichsalben" : Man kann die Behandlung weiter intensivieren, wenn man vor der Nageltoilette eine nagelerweichende Salbe aufträgt. Praktisches Vorgehen: kaufen Sie sich normale, durchsichtige Haushaltsfolie im Supermarkt (oder 3 Dutzend Gummi-Fingerlinge in der Apotheke). Feilen Sie die betroffenen Nägel abends mit einer Feile kurz rauh an. Tragen Sie die verordnete Salbe auf den Nagel auf. Falls verordnet, schützen Sie die Haut mit einer Zinkpaste. Wickeln Sie den Nagel in Folie ein (Bild 6) oder ziehen Sie einen (abgeschnittenen) Gummifingerling über den Finger. Nach der Nacht, besser erst nach 24 h, entfernen Sie die Fingerlinge und feilen Sie die erweichten Nagelanteile ab. Führen Sie am besten sofort die oben geschilderte "Nageltoilette" durch.
4) "Nagelpilztabletten": heute werden Nagelpilze mit 2 relativ neuen, gut verträglichen Medikamenten behandelt (Lamisiltabletten, Semperatabletten). Fingernägel mit Pilzbefall können mit beiden Medikamenten im allgemeinen innerhalb von 6-8 Wochen geheilt werden. Pilzbefall der Zehennägel benötigt meist eine 3 - 6 monatige Behandlung, die äußerlich unterstützt werden sollte. Während der Einnahme beider Medikamente sollten Blutbild und Leberwerte regelmäßig eingenommen werden. Beim Auftreten von Geschmackstörungen, Hautjucken, Schmerzen und anderen Beschwerden sollte sofort der Arzt aufgesucht werden. Mit der innerlichen Behandlung können etwa 80 % der Nagelpilze geheilt werden.
5) Oft ist eine Kombination der genannten Verfahren sinnvoll.
Viele weitere Informationen und praktische Tips zum Thema "Nagelpilz" finden Sie in dem Buch "Nagelpilz" (K. Schneider, Trias-Verlag 1994). Wir würden uns freuen, wenn unser Merkblatt Ihnen und Ihren Angehörigen hilft, Ihre Krankheit besser zu verstehen.
6) Die modernste Form der Nagelpilzbehandlung ist eine Kombination folgender Verfahren: a) Abtragen des krankhaften Nagelanteils mit dem Erbium-Laser. Die Laserbehandlung verbindet die Vorteile der Nageltoilette mit der operativen Nagelentfernung, allerdings ohne die Schmerzen und sonstigen Nachteile des "Nagelziehens" b) innere Behandlung des Nagelbetts mit Pilztabletten c)äusserliche Nagelbehandlung mit Lack

 

"Ist der Pilzbefall der Nägel heilbar?"
Die meisten Fälle von Nagelpilzen lassen sich heilen. Jede Nagelpilzbehandlung erfordert allerdings Geduld und Mühe von Ihnen. Im Gegensatz zu vielen anderen Krankheiten ist es mit dem Schlucken von Tabletten, dem Auftragen von äußerlichen Mitteln und ein paar Verhaltensregeln nicht getan. Deshalb sollte man sich am anfang stehts die Frage beantworten: "Möchte ich eine vollständige Heilung wirklich anstreben - oder nicht lieber "mit dem Nagelpilz friedlich zusammenleben?" Die äußerliche Behandlung kann 6-12 Monate dauern; bei schlechter Durchblutung und langsamem Nagelwachstum sogar länger. Auch die innerliche Behandlung mit Tabletten dauert mindestens 3-6 Monate. Nur wenn Ihnen die Pilzfreiheit sehr wichtig ist oder ein medizinischer Grund die Behandlung notwendig erscheinen läßt, sollten Sie die Therapie in Erwägung ziehen. Vor allem bei älteren Menschen ist die Pilzbehandlung oft nicht sinnvoll, da wenig erfolgversprechend. Im Alter wachsen die Nägel extrem langsam, die Pilze richten kaum Schaden an und die Behandlungserfolge sind deutlich geringer. Auch wenn Sie aus anderen Gründen auf Dauer Kortisontabletten einnehmen müssen, wenn alle Nägel befallen sind, wenn sie andere schwere Krankheiten haben oder unter starken Durchblutungsstörungen leiden, ist eine dauerhafte Pilzsanierung kaum möglich.
Jeder Nagelpilz sollte behandelt werden. Sehr oft ist aber der "Totalsanierung" eine eindämmende, äußerliche Dauerbehandlung vorzuziehen - beispielsweise bei Vorliegen von inneren Erkrankungen oder Unverträglichkeit der starken Pilztabletten. Halten Sie in diesem Fall die Nägel kurz und tragen Sie 2-3 x pro Woche eine Pilzcreme oder Lösung auf das befallene Nagelbett auf. Die Ansteckungsgefahr für andere ist so gebannt.

 
 


nach obenDruckversion • Seite weiterempfehlen