Dr. med. Harald Bresser

Facharzt für Dermatologie und Venerologie
Facharzt für Anästhesiologie

Zusatztitel der Ärztekammer: Allergologie, Naturheilverfahren, Umweltmedizin, Akupunktur

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Herpes simplex, HSV und Herpesviren
Was unterscheidet Lippenherpes von Herpes genitalis? Was sind Fieberbläschen, Gletscherbrand, und was ist Herpes zoster? Alles zur Therapie in unser Hautarztpraxis in München
von Dr. med. Harald Bresser, Hautarzt, München
 
Fast 90% aller Menschen erleiden früher oder später in Ihrem Leben eine unangenehme, manchmal auch bedrohliche Viruserkrankung: Herpes. Im Volksmund ist die Krankheit als Wasserbläschen, Lippenbläschen, Gletscherbrand, Sonnenbläschen und unter vielen anderen Namen bekannt.
 
Was ist Herpes ?
Herpes ist eine Infektionserkrankung, die durch Viren ausgelöst wird. Viren sind mikroskopisch kleine Krankheitserreger (noch viel kleiner als Bakterien). Eine besondere "Familie" von unterschiedlichen, aber nahe verwandten Viren sind die "Herpes"-Viren. Einige von ihnen haben sich auf den Befall von Nervenknoten spezialisiert. Sie befallen Nervenknoten, die nahe bei der Wirbelsäule liegen. In der meisten Zeit, der Ruhephase, liegen die Viren unerkannt in den Nervenknoten. In der Vermehrungsphase wandern sie entlang des zugehörigen Nerven bis zur Haut und verursachen dort kleine, flüssigkeitsgefüllte, eng beieinanderstehende Bläschen. Lippenherpes wird meist vom Herpes-simplex-Virus Typ I verursacht, Geschlechts-Herpes durch Typ II. Die Windpocken-Erkrankung und die Gürtelrose werden übrigens ebenfalls von einem Mitglied der "Herpes"-Virusfamilie verursacht.

 
Woran erkennt man Herpes?
Die meisten Menschen leiden unter dem Herpes-Virusbefall der Lippen. Meist beginnt alles mit einem Kribbeln und Brennen an Ober- oder Unterlippe. Nach wenigen Stunden bis Tagen bemerkt man stark juckende, wasserklar gefüllte Bläschen, die in einer Gruppe nahe beieinander stehen. Die Bläschen platzen bald und bilden eine krustigen, manchmal blutigen Schorf. Manchmal können die Bläschen sehr schmerzhaft sein, sogar die Lymphknoten am Hals schwellen an. Schwerer Befall kann sogar zu Fieber führen. Nach spätestens 10 Tagen fallen die Krusten ab, die Krankheit heilt. Ausser den Lippen können viele andere Körperstellen befallen sein: die Haut überall am Körper, die Augen, die Nasenöffnung, die Geschlechtsorgane, der Po, die Mundschleimhaut... Der Befall dieser Stellen kann sehr schmerzhaft und unangenehm sein, besonders beim ersten Mal. Ein Befall der weiblichen Scheide kann extrem schmerzhaft und nässend verlaufen.

 
Wie erfolgt die Ansteckung mit der Krankheit?
Es ist fast unmöglich, sich vor der Ansteckung zu schützen. Meist erfolgt die Übertragung bereits durch die zärtlichen Küsse der Eltern auf ihre Kinder. Die Erreger dringen durch kleinste Hautrisse in den Körper ein. Es reicht schon, einem akut erkrankten Menschen die Hand zu schütteln, ihn zu küssen oder aus seinem Glas zu trinken. Etwa 90 % aller Menschen tragen die Herpesviren Typ I in sich und bilden Antikörper dagegen, welche man im Blut nachweisen kann. Doch nur etwa 30% von ihnen bekommen Herpesbläschen, und nur 10% leiden mehr oder weniger regelmässig unter den Herpesschüben.

Herpesbefall der Geschlechtsorgane oder der Haut unterhalb der Gürtellinie wird zuweilen beim Geschlechtsverkehr übertragen (Kondome schützen übrigens nicht nur vor Tripper, Aids und Syphilis, sondern auch gegen die Herpes-Viren). Etwa 20% aller Menschen tragen diesen Herpes Typ II in sich.
Die Wasserbläschen sind vom ersten Kribbeln bis zum Abfallen der Krusten ansteckend. Herpesviren lassen sich allerdings durch Spülmittel, Händewaschen oder Desinfektionsmittel zerstören.
 
Kann man Herpes heilen?
Leider verschwinden die Herpes-Viren nie mehr wieder aus dem Körper, wenn man sich einmal angesteckt hat. Viele Auslöser begünstigen die Virusvermehrung: Stress, Sonnenbäder, Immunschwäche, seelische Probleme, Hormonschwankungen und andere Krankheiten. Die Viren vermehren sie sich dann rasch, neue Bläschen entstehen. Die Krankheit kann so durchschnittlich 3-4 mal jährlich ausbrechen. Manchen Menschen leiden aber auch mehrfach monatlich darunter. Die Häufigkeit der Ausbrüche hat mit der genetischen Erbanlage, aber auch den Lebensumständen zu tun. Neue Ausbrüche erfolgen übrigens meist in der Nähe der Hautstelle, an der auch die erste Infektion erfolgte.

 
Ist Herpes gefährlich?
Für die meisten Menschen ist Herpes nur lästig. Gefährlich kann aber der Befall von Augen, Ohren, innerer Organe oder grossflächiger Hautbefall werden. Immungeschwächte Menschen, ältere Menschen, Tumor- oder AIDS-Kranke, Diabetiker oder hautkranke Menschen sind besonders gefährdet, weil sich die Viren bei ihnen ungehemmt vermehren können. Die entzündete Haut eines Neurodermitis-Kranken oder eines frisch gelaserten Patienten kann beispielsweise grossflächig mit Viren überwuchern. Oft sind schwere Narben die Folge. Bei akuter Herpesinfektion sollte man also den direkten Kontakt mit Kranken meiden. Auch gegenüber Neugeborenen muss man vorsichtig sein, da Herpes bei ihnen sogar zu lebensgefährlichen Organentzündungen führen kann. Schwangere mit Genital-Herpes müssen ihr Kind daher oft mit Kaiserschnitt zur Welt bringen.

 
Wie kann ich der Krankheit vorbeugen?
Viele Faktoren begünstigen die Virusvermehrung und den Ausbruch der Krankheit. Das sind z.B.
- Stress
- Ekel, Angst und seelische Probleme
- Immunschwäche
- Hormonschwankungen (zB Menstruation)
- Verletzungen
- innere Krankheiten
Die Krankheit kann durch diese Einflüsse oft 3-4 mal jährlich ausbrechen; manche Menschen leiden sogar monatlich darunter. Diese Häufung hat mit genetischen Anlagen und den Lebensumständen zu tun. Neue Ausbrüche erfolgen oft nahe der Hautstelle, an der die erste Infektion erfolgte.
Viel kann man vorbeugend selbst tun. Jeder Kranke sollte sich selbst beobachten, um auslösende Faktoren zu erkennen. Wenn beispielsweise Sonnenbäder die Krankeit auslösen, sollte man Sonne und Solarium meiden. Ein guter Sonnenschutz der Lippen ist wichtig (Fettstift mit UV-Schutz, Gletscher-Lippenstifte). Keinesfalls sollte man die Bläschen öffnen oder die Kruste abkratzen - meist verbreitet man die Krankheit dadurch weiter. Händewaschen ist in der akuten Zeit sehr wichtig, da die eigenen Hände die Viren weiterverbreiten. Kontaktlinsenträger sollten in dieser Zeit die Linsen nicht mit blossen Händen einsetzen, da die Viren auch die Augen befallen könnten. Akut Erkrankte sollten sich von Säuglingen, Kleinkindern und sehr schwachen Menschen eher fernhalten, und keinesfalls küssen. Erst mit 6 Monaten sind Säuglinge etwas weniger gefährdet.
 
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Schon beim ersten Kribbeln sollte behandelt werden. Die meisten Betroffenen entwickeln eine eigene Bekämpfungsstrategie, auf die sie schwören: mit Zahnpasta eincremen (enthält Zink und desinfizierende Kräuter), mit Stärkemehl austrocknen, Zinkpaste, desinfizierende Alkohollösungen, Teebaumöl, Melissetinkturen... Vieles davon wirkt bei dem einen Menschen, bei dem anderen dagegen nicht. Schmerzlindernd wirken Eiswürfel oder Heilerde-Packungen. Kamille, Ringelblume oder banale Seife können den Juckreiz lindern. Bewährt hat sich im akuten Anfall die Laserbehandlung. Mit speziellen Softlasern kann man die Virusvermehrung am Boden der Virusblasen hemmen.

Schulmedizinisch nachgewiesen helfen nur wenige Medikamente. Am bekanntesten ist Aciclovir (=Zovirax, Aciclovir Stada uvm) zum eincremen und einnehmen. Das äusserliche Auftragen von Aciclovircremes hat leider nur einen überschaubaren Einfluss auf den Krankheitsverlauf: in manchen wissenschaftlichen Studien zeigte sich eine Verkürzung des Herpesschubes um 1 oder 1,5 Tage. Die innerliche Einnahme hilft dagegen sicher - ist aber bei "normalem" Lippenherpes meist nicht notwendig. Die Schulmedizin sieht den Lippenherpes nicht als behandlungsbedürftig an. Anders sieht es aus, wenn zusätzliche innere Krankheiten, eine Neurodermitis oder sogar eine Immunschwäche vorliegt. Dann muss der Arzt die Medikamente möglichst hoch dosiert und rasch verordnen.  
Inzwischen gibt es andere virushemmende Medikamente, die genauso wirken. Leider kann man so nur den akuten Schub abmildern, aber die Krankheit nicht ursächlich heilen.
 
Welche Behandlungsmöglichkeiten bietet die Naturheilkund?
Aus naturheilkundlicher Sicht kann eine Krankheit nur von den Selbstheilungskräften des Kranken selbst besiegt werden. Alle Heilverfahren und Medikamente dienen dazu, diese Selbstheilung anzuregen, in Gang zu setzen oder zu unterstützen. Daneben existieren pflanzliche Mittel (Phytotherapie), die eine nachweisbar virushemmende Wirkung besitzen, und damit die Selbstheilung unterstützen können.

Bewährt hat sich eine homöopathische Behandlungen mit homöopathisch verdünnten Herpesviren (Herpesnosoden), meist in Kombination mit einer immunstimulierenden Eigenblut-Nosoden-Behandlung (siehe auch unserer Seiten: Eigenbluttherapie, Phytotherapie). Solche Nosoden stimulieren das Immunsystem. Die Häufigkeit und Schwere der einzelnen Schübe lässt sich so oft günstig beeinflussen.
Sehr bewährt hat sich auch die Laserbehandlung im akuten Anfall: man kann mit einem "Softlaser" die Virusvermehrung in den Wasserbläschen hemmen oder die Virusvermehrung durch Laserzerstörung der Bläschenbasis verhindern.
Auch eine klassische homöopathische Behandlung kann die Erkrankung positiv beeinflussen. Man wählt das geeignete Mittel nach individuellen Auslösern, Symptomen und Veränderungen aus. Bewährt haben sich z.B.
- Rhus toxicodendron: wenn Unterkühlung eine Rolle spielte und Ruhe die Beschwerden verschlechtert
- Dulcamara: wenn Kälte oder Monatsblutungen verschlimmernd wirken
- Natrium muriaticum: wenn es auf der Zunge prickelt oder Sonne oder Ekel Auslöser waren
Falls andere Krankheiten oder Immunschwächen vorliegen, sollten diese mitbehandelt werden. Bei Pilzbefall des Darmes oder einer Störung der Darmflora sollte dies reguliert werden (siehe auch: Symbioselenkung, Candida albicans, mikrobiologische Thrapie)
Sollte eine Mangelernährung oder das Fehlen von Mikronährstoffen eine Rolle spielen, kann man hier ansetzen. Die orthomolekulare Medizin verordnet häufig Zink, Vitamin C und E, Selen zur Abwehrsteigerung.
Viele Pflanzen können ebenfalls helfen. Wissenschaftlter schätzen, dass etwa 1000 Pflanzen Wirkstoffe gegen Viruserreger enthalten. Die Phytotherapie ist mindestens genauso wirksam, wie Aciclovir-Cremes.  
- Melissenblätter (Melissae folium): Empfehlenswert sind Pflanzenauszüge, aber auch zB Lomaherpan-Creme aus der Apotheke (Wirksamkeitsstudien zeigen bis 96% Abheilung nach 4-8 Tagen)
- Propolis: dieses Kittharz der Honigbiene enthält auch Enzyme der Biene und kann als Propolissalbe aufgetragen werden
- Teebaumöl: hat antivirale Eigenschaften und kann verdünnt oder unverdünnt mehrfach täglich aufgetupft werden. Sollte nur frisch verwendet werden, da Teebaumöl rasch ranzig wird und dann Allergien macht
- ätherische Öle: Lavendel, Rosmarin, Tiger-Balsam ua können helfen
- Salbei-Rhabarber-Creme: wissenschaftlich genauso wirksam wie Aciclovir. Ist in der Schweiz in Apotheken erhältlich. Alternative in Deutschland: Salbei, Rosmarin udn Echinacin in Repharderm-Creme.
Da es keine Universalmittel gibt, muss man probieren, was einem selbst hilft. Noch einige Tips zum Selber-Ausprobieren:
- Herpesbläschen mit Schwarzem Tee, Salbeitee, oder Melissentee öfters betupfen - die Gerbstoffe fördern das Austrocknen
- über Nacht dick mit Zinkpaste, Penatencreme, notfalls Zahnpasta abdecken
- ev. Desinfektion mit Kaliumpermanganat-Lösung
- ev. Waschen mit verdünnter (Kern-) Seifenlösung
Vielleicht besitzen wir allerdings schon in wenigen Jahren einen Impfstoff, der die Krankheit dauerhaft am Ausbrechen hindert.
Wir hoffen, dass Ihnen diese Seiten bei der Lösung Ihres Gesundheitsproblems helfen. Die wirkliche Ursachensuche und richtige Behandlung kann jedoch nur bei persönlicher Untersuchung durch Ihren Hautarzt erfolgen.
Ihr Praxisteam Dr H Bresser
Peschelanger 11   81735 München   089-677977
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