Dr. med. Harald Bresser

Facharzt für Dermatologie und Venerologie
Facharzt für Anästhesiologie

Zusatztitel der Ärztekammer: Allergologie, Naturheilverfahren, Umweltmedizin, Akupunktur

Zertifizierte Qualifikationen: Lasertherapie, Ambulante Operationen, medizinische Kosmetik
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Hyaluronsäure in der Faltenbehandlung
 

Hyaluronsäure und Faltenbehandlung

Faltenunterspritzung und Lippenverschönerung durch Filler aus Hyaluronsäure - welche Art der Faltenunterspritzung ist sinnvoll? Ein umfassender Überblick über Produkte, Erfolge, Nebenwirkungen und Kosten vom Experten aus München 
 
von Dr. med. Harald Bresser, Hautarzt, München
 
Hyaluronsäure ist das zur Zeit am meisten verwendete Material für Faltenunterspritzung, Volumenaufbau des Gesichts und Lippenformung in der Schönheitschirurgie. Viele allgemeine Informationen zu verschiedenen Materialien zur Faltenbehandlung finden Sie unter Faltenbehandlung auf dieser Webseite. Diese Seite ist ganz der Hyaluronsäure gewidmet.  
 
"Was ist Hyaluronsäure?"

Am häufigsten wird heute Hyaluronsäure zur Volumenverbesserung, Faltenaugmentation (=Faltenanhebung), Lippenformung verwendet.  Hyaluronsäure ist eine natürliche Substanz, die in fast allen Lebewesen nachweisbar ist. Der Mensch enthält etwa 15 g Hyaluronsäure, die Hälfte davon in der Haut. Chemisch besteht sie aus sogenannten Polysacchariden (der Begriff „..säure“ ist rein chemisch definiert und hat nichts mit dem Alltagsbegriff „Säure“ zu tun) . Das besondere an dieser Substanz: Sie wird in nahezu identischer Form in Bakterien, Tieren und Menschen gefunden – nur von wenigen anderen biologischen Stoffen ist dies ebenfalls bekannt. Beim  Mensch kann Hyaluronsäure in vielen Gewebearten nachgewiesen werden: in der Haut, den Augen, Gelenken und Muskeln. Hyaluronsäure zählt zu den Substanzen, die ausserhalb der Hautzellen die sogenannte extrazelluläre Matrix bilden. Eine ihrer biologischen Funktionen ist es, Wasser in der Haut zu binden – wodurch die Haut quillt, straff und faltenarm aussieht. Hyaluronsäure hemmt aber auch Entzündungszellen, dient als Schmiermitteln in Gelenken, beeinflusst die Durchlässigkeit von Zellen, fördert die Wundheilung.  Hyaluronsäure wird oft in teuren Anti-Falten-Cremes und Feuchtigkeitscremes als Wirkstoff zugesetzt. Sie bindet nach dem Eincremen vorübergehend Wasser in der Haut, wodurch die Haut einige Stunden lang tatsächlich frischer und straffer aussehen kann. Dieser äussere Effekt ist in keiner Weise mit einer Anti-Faltenspritze vergleichbar, auch wenn dies oft in der Werbung für Anti-Faltencremes suggeriert wird.

Das für die Einspritzung verwendete Material wurde und wird z.B. aus den roten Kämmen von Hähnen, zunehmend aber gentechnisch gewonnen und ist mit der menschlichen Hyaluronsäure identisch. Hyaluronsäure wird technisch inzwischen vielfältig variiert, um unterschiedliche Effekte bei der Faltenentfernung zu ermöglichen. Das Molekül der Hyaluronsäure hat den Vorteil, besonders verträglich zu sein. Die Allergiegefahr ist geringer als bei Kollagen. Um die Lebensdauer der Hyaluronsäure in der Haut - und damit seinen Erfolg gegen die Falten - zu verlängern, wird das Molekül verändert. Meist werden einzelne Moleküle vernetzt - Cross-linking genannt. Einige Hyaluronsäurepräparate sind: Juvederm, Belotero, Restylane, Surgiderm, Hylaform, Hyal-System, Perlane, Viscontour, Ac-Hyal, Hyaluderm, Matridur, Matridex, Rofilan, Reviderm Intra.
 
"Welche Behandlungen sind mit Hyaluronsäure möglich?"
Die sogenannte Faltenunterspritzung ist eine seit vielen Jahren bewährte und populäre Technik der ästhetischen Medizin. Wir verwenden Implantate zur Verbesserung von Gesichtsfalten, zur Wangenauffüllung, Halsstraffung, Lippenformung, gegen Augenringe, Stirnfalten, Glabellafalten, zur Verjüngung der Handrücken...Falten und Lippen kann man mit zahlreichen Substanzen unterspritzen, formen, verschönern und glätten. Der international am häufigste gebrauchte Ausdruck für diese medizinischen Produkte ist "dermale Filler" - das sind Füllsubstanzen, die man in die Haut, Lippen oder Narben einspritzt, um einen Defekt oder ein Faltental anzuheben, auszufüllen oder neu zu formen. Füllmaterialen zur Faltenbehandlung werden nicht wie Arzneimittel, sondern wie Medizinprodukte behandelt. Eine CE-Zertifizierung ist daher relativ einfach zu erhalten; die strengen Anforderungen für Medikamente müssen nicht erfüllt werden - und diese gesetzliche Grauzone nutzen auch viele Nichtärzte, um mit dermalen Fillern zu behandeln.
 
"Welche Hyaluronsäurepräparate sind in Deutschland erhältlich?"
In Deutschland bieten etwa 30 verschiedene, ständig wechselnde Anbieter ihre ca. 70 Fillerprodukte auf Basis von Hyaluronsäure uns Ärzten an. Viele dieser Anbieter sind lediglich Zwischenverkäufer, die ein eingekauftes Produkte neu verpacken und vermarkten. Das Angebot ist in ständigem Fluss, sodass die weiter unten angeführten Daten schon zum Zeitpunkt des Erscheinens veraltet sein können. Die praktische Erfahrung des Arztes mit einem bestimmten Produkt ist daher sehr wichtig für die Sicherheit des Patienten und den Erfolg der Verschönerung.
 
"Was sind die aktuellen Trends bei Fillern aus Hyaluronsäure?"
Viele Firmen arbeiten an neuen Techniken der Reinigung und Vernetzung von Hyaluronsäure. In den letzten Jahren gewinnen zunehmend Produkte an Bedeutung, die nicht auf der Basis von tierischer Hyaluronsäure hergestellt, sondern unter Einsatz gentechnischer Methoden produziert werden.  Generell wird die Verträglichkeit der Hyaluronsäurefiller nach meinem Eindruck besser und die Haltbarkeit immer länger. Neue Methoden der Schmerztherapie wurden entwickelt (zB Kaltluftanästhesie, Zusatz von Lokalanästhetika), wodurch die Behandlungen wesentlich schmerzärmer wurden. Mesotherapeutische Techniken mit unvernetzten Hyaluronsäurepräparaten ermöglichen auch grossflächige Hautverjüngungen. Der aktuellste Trend ist die Hinwendung zum Volumenersatz im Gesicht. Es wird immer mehr erkannt, dass Altern im Gesicht sich v.a. durch Volumenverlust zeigt; Hyaluronsäurefiller sind ideal geeignet, dem Gesicht wieder Spannkraft und Frische zu geben.
 
"Welche verschiedenen Arten der dermalen Filler gibt es?"
Siehe hierzu das Stichwort Faltenbehandlung.
 
"Wie wirken Filler aus Hyaluronsäure?"

Die Wirkungsweise dieser Filler wird intensiv erforscht, ist aber bisher nicht eindeutig geklärt. Ein wichtiger, sofort sichtbarer und leicht nachvollziebarer Effekt aller Füllmaterialien ist eine Volumenvermehrung durch das Füllmaterial direkt am Ort der Injektion. Hyaluronsäurefiller bieten Volumen an sich, binden aber auch zusätzliches Wasser in der Haut, was den Volumeneffekt u.U. verstärkt. Jedes Füllmaterial erfordert dabei die Beherrschung eigener Injektionstechniken, um den gewünschten ästhetischen Soforteffekt durch die Volumenauffüllung ideal zu gewährleisten. Ob tropfenweise, strangförmige, geschichtete oder fächerförmige Injektionen, ob Injektion in die Oberhaut, Mittelhaut, Unterhaut, in oder unter einen Muskel oder gleichzeitig in verschiedene Hautebenen – der sichtbare kurzfristige und der langfristige Effekt fällt sehr unterschiedlich aus. Neben dem unmittelbaren Volumeneffekt kommt es auch zu einer Anregung biologischer Prozesse - sowohl durch den mechanischen Reiz der Injektion als auch durch das verwendete Material. Diese Stimulation des Gewebewachstums, der Kollagen- und Fibroblastenneubildung und eventuell sogar von körpereigenen Stammzellen (bei Eigenfettinjektionen) führt zu längerfristigen ästhetischen Verbesserungen.

 
"Welche abbaubaren Filler auf der Basis von Hyaluronsäure sind empfehlenswert?" 
Dermale Filler aus reiner Hyaluronsäure sind vollständig biologisch abbaubar, die Gefahr von allergischen Nebenwirkungen oder überschiessenden Fremdkörperreaktionen ist sehr gering. Es existiert eine fast unüberschaubare Fülle verschiedener Fertigspritzen auf Hyaluronsäurebasis; sie unterscheiden sich erheblich in folgenden Eigenschaften:
- Herkunft der Hyaluronsäure
- Konzentration

- Partikelgrösse

- Ausmass und Art der Quervernetzung (falls vorhanden)

- Art und Anzahl der Zusatzstoffe

- Konsistenz / Viskosität

- Nebenwirkungsrisiko

- Stabilität

- Wirkungsdauer

- Füllmenge der Spritzen

- Injektionstiefe

- Injektionstechnik

- Indikationen / Behandelbare Problemzonen

- Preis

Die Hyaluronsäurefiller der ersten und zweiten Generation, die erstmals 1996 in Europa auf den Markt kamen, hatten und haben Haltbarkeitszeiten von 3-4 Monaten. Das heißt, dass nach wenigen Monaten der glättende Effekt der Faltenbehandlung weitgehend verschwunden ist. Um die Haltbarkeit der Filler zu verbessern, wurden verschiedene neue Technologien entwickelt. Prinzipiell wird bei den meisten, sogenannten zweiphasigen Fillern ein hochgradig vernetzter Anteil Hyaluronsäure (der die Langzeitwirkung erzielen soll), in unvernetzten Hyaluronsäurepartikeln gelöst. Es entsteht eine gelartige Substanz, die unterschiedlich zäh und dickflüssig ist. Durch die o.g. Mischung werden bessere Fliesseigenschaften der entstehenden Gele und eine einigermassen gute Injizierbarkeit erzielt. Neue Entwicklungen sogenannter einphasiger Gele ermöglichen es, auch reine, hochgradig quervernetzte Hyaluronsäureprodukte ohne Suspension zu injizieren. Die Haltbarkeit und die Wirkdauer wird gleichzeitig durch die dreidimensionale Vernetzung verlängert. Quervernetzte Hyaluronsäure hat ausserdem eine wesentlich höhere Elastizität als unvernetzte. Ob die sog. zweiphasigen Produkte Vorteile oder Nachteile gegenüber einphasigen Fillern ohne Partikelanteil besitzen, darüber gehen die Meinungen der Hersteller weit auseinander. Viele Hersteller behaupten, durch neue, geschützte Herstellungsverfahren die Vorteile und Nachteile beider Fillerarten zu vereinen. Letztlich können solche Behauptungen nur durch die Erfahrung des Arztes am Patienten widerlegt oder bestätigt werden.

Bei der Herstellung der Filler muss darauf geachtet werden, dass möglichst wenig Verunreinigungen im Endprodukt enthalten sind. Bei Fillern, die aus tierischem Eiweiss hergestellt werden, besteht immer die Gefahr, dass Reste von Hühner-, Rinder- oder Schweineprotein enthalten sein können – ein wichtiger Grund für eventuelle allergische Reaktionen. Aber auch bei „hochreinen“ Fillern aus bakterieller Fermentation sollte der Endotoxingehalt (Anteil an Verunreinigungen) kleiner als 0,05 E.U./mg, der Eiweissgehalt möglicht gering oder nicht nachweisbar sein.

Gerade bei Hyaluronsäurefillern wechselt das Angebot ständig: alte Produkte werden unter neuem Namen vermarktet, Namen und Produkte werden verkauft, ändern die Vertriebswege oder werden mit geringfügigen Veränderungen als Neuheit vermarktet. Selbst dem erfahrenen Arzt fällt es schwer, aus den vollmundigen Werbebotschaften der Hochglanzprospekte den „wahren Kern“ herauszulesen. Umso wichtiger ist die individuelle Erfahrung des Arztes mit einzelnen Produkten, die Zufriedenheit der Patienten in der Vergangenheit und die Seriösität des Herstellers bzw. Verkäufers der Filler.

Im folgenden stelle ich einige der wichtigen Hyaluronsäurefiller vor. Diese Marktübersicht ist im deutschsprachigen Raum einzigartig. Fragen Sie Ihren behandelnden Arzt, welches Produkt er verwendet, und warum er seine Wahl getroffen hat. Wir beraten Sie gerne in unserer Praxis, welches der vielen Produkte ihr ästhetisches Problem am ehesten lösen kann.

Der erste dermale Filler aus Hyaluronsäure, der 1996 auf den Markt kam, war Hylaform® (Hylan B). Die Hyaluronsäure dieser ersten Generation stammt aus Hahnenkämmen, und wird auch heute noch unter dem Namen Hylaform®  und Hylaform Plus®  von der Fa. Collagen Corp. vertrieben. Der grosse Vorteil der Substanz ist die langjährige Erfahrung, die wir damit in der Anwendung haben. Hylaform enthält 5,5 mg/ml Hyaluronan und als Vernetzungsmittel Divinylsulfon DVS. Damit das zähe HS-Gel durch dünne Spritzen injiziert werden kann, werden die Partikel zu einem Durchmesser von ca. 700 Mikrometer zerkleinert. "Dicke" Partikel schwimmen sozusagen in einer "dünnen Suppe", weshalb man von einem biphasischen Filler spricht. Dieses Prinzip wird von vielen Herstellern verwendet - in dünnflüssiger Hylaronsäure zur bessern Spritzbarkeit schwimmen "dicke" HS-Moleküle für eine lange Haltbarkeit.  Menschen mit Vogelfedernallergie sollten nicht damit behandelt werden.  

MacDermol S® ( und Re), ebenfalls aus tierischer HA, werden v.a. in Frankreich vertrieben.

Ende der 90iger Jahre wurde in Europa und Amerika Restylane® eingeführt, ein Produkt der Fa. Q-Med AB (Uppsala, Schweden). Q-Med ist einer der Erfinder der sog. NASHA-Technologie (Nicht-tierische stabilisierte Hyaluronsäure). Ihre Hyaluronsäurepräparate werden biotechnologisch durch Fermentation aus Bakterienkulturen von Streptokokken gewonnen. Die Quervernetzung erfolgt durch 1.4-Butanediol Diglycidylether. Es handelt sich ebenfalls um ein biphasisches Gel mit einer mittleren Teilchengrösse von 600 Mikrometer. Die mittlere Q-Med postuliert, dass durch minimale Quervernetzung und geringe Veränderung der Hyaluronsäure die Nebenwirkungsgefahr vermindert wird. Laut Hersteller wird der Volumeneffekt und die Augmentationswirkung ausschliesslich durch das Produkt, nicht jedoch durch eine Fremdkörperreaktion erzielt. Nach der Injektion kommt es zu keinem Anschwellen der Substanz in der Haut.  Eine weitere Besonderheit liege darin, dass beim langsamen Abbau kein Schrumpfen des Produkt erfolge, der Abbau „isovolämisch“ erfolge. Diese Eigenschaft von hochmolekularer Hyaluronsäure beruht darauf, dass sie mit zunehmendem Abbau mehr Wasser aufnehmen kann (isovolemic degradation). Im Gegensatz zu anderen Fillern bleibe der ästhetische Volumeneffekt daher in der Abbauphase erhalten, das Ergebnis also gleich bleibend schön. Nach dem vollständigen Abbau von Restylane sei keine Fibrose nachweisbar. Wie alle quervernetzten Hyaluronsäurefiller wird das Produkt wird in 2 Schritten vom Körper zu Wasser und CO2 abgebaut. Der erste Abbauschritt dauert etwa 1 Jahr in der Haut an der Injektionsstelle . Sobald die Abbauprodukte aus der Haut in das Blut gelangen, werden sie im 2. Schritt innerhalb von Minuten in der Leber  vollständig abgebaut (wohlgemerkt: dieser Abbauweg läuft auch bei anderen, gut gereinigten und quervernetzten Produkten genauso ab). Die Konzentration und Partikelgrösse der Hyaluronsäure differiert in den verschiedenen Produkten der Restylane-Familie: Restylane mit 100 000 Partikeln pro ml (oder 20 mg/ml) ist geeignet für feine Linien und Falten. Restylane®  Touch mit 500 000 Partikeln / ml wird für gegen sehr feine Falten gespritzt, und Restylane Perlane®  (10 000 P/ml) wird für tiefere Applikation und gröbere Falten verwendet. Restylane Sub-Q ® ist am höchsten vernetzt, enthält 1000 P/ml und sollte nur relativ tief in die Unterhaut gespritzt werden. Die Partikelmenge erlaubt hier eine Aussage über den Grad der Vernetzung der Hyaluronsäure: je weniger Partikel, umso höher die Venetzungsrate;  je mehr Partikel, umso „dünnflüssiger“ der Filler, sodass sehr oberflächliche Injektionen in feine Falten möglich sind. Restylane Lipp®  zur Lippenformung liegt in einer gut formbaren Gelstruktur
vor.
Im Jahr 2001 wurde der biphasische Filler Puragen® vorgestellt. Mit einer mittleren Teilchengrösse von 250 Mikrometern sollte das Produkte eigentlich schneller abgebaut werden als Restylane. Durch eine eine doppelte chemische Vernetzung der Einzelmoleküle wird dieser Nachteil aber im wesentlichen ausgeglichen.   

Belotero Soft und Belotero Basic ® (Fa. Merz, Fa. Anteis SA) haben sich in Deutschland seit der Zulassung 2004  schnell einen guten Ruf erworben. Es handelt sich bei dieser 4. Generation der Filler um einen sogenannten monophasischen Hyaluronsäurefiller. Im Gegensatz zu den biphasischen Fillern gelang es hier, die Hyaluronsäurepartikel ohne Zerkleinerung so fliessfähig zu machen, dass sie durch dünne Kanülen passen. Ihre weite Verbreitung verdanken diese Filler den besonderen Fließeigenschaften des Hyaluronsäuregels: es verteilt sich sehr gut im Gewebe. Dadurch lässt sich der oft unangenehme Effekt vermeiden, dass nach der Injektion eine strangförmige Verhärtung in der Haut tastbar ist. Das nicht-tierische, aus Bakterien gewonnene, doppelphasig vernetzte Produkt wird durch Biofermentation mittels CPM-Technologie (Cohesive Polydensified Matrix) produziert.
Teosyal ® (Fa. Teoxane Laboratories) nennen sich mehrere Hyaluronsäurefiller, die sich durch ihre hohe Reinheit, und damit geringe Nebenwirkungsgefahr auszeichnen. Sie enthalten weniger als 5 yg/g unerwünschte Proteinverunreinigungen und weniger als 0,02 EU/g Endotoxine. Das monophasische Gel ist weicher als biphasische Produkte und hochelastisch.  Der Hyaluronsäuregehalt ist mit 25 mg/g sehr hoch, daher soll die Haltbarkeit bei biszu 18 Monate liegen (Teosyal Ultra Deep).
Prevelle ® und Puragen ® (Fa. Mentor Corporation) sind Hyaluronsäureprodukte unterschiedlicher Konzentration. Prevelle enthält 5 mg/g quervernetzte Hyaluronsäure, Puragen dagegen 20 mg/g. Der spezielle Herstellungsprozess nennt sich DXL ™. Diese Art der Quervernetzung soll die Haltbarkeit gegenüber einfach vernetzten Präparaten verlängern, sodass der gewünschte faltenglättende Effekt bis 12 Monate anhalten soll.
Die Varioderm ®  Produkte (Fa. Adoderm Deutschland) enthält besonders stark vernetzte, nicht-tierische Hyaluronsäure mit 70-80% Vernetzungsgrad. Die HA-Konzentration liegt bei 6, 12, 18 oder 27 mg/ml zur Einbringung in unterschiedliche Tiefen der Haut. Die Haltbarkeit liegt bei 6-12 Monaten; es wird allerdings über eine anfangs leichtgradig erhöhte Schwellungsneigung an den behandelten Falten berichtet.  
Allergan, bekannt v.a. als Hersteller von Botox®, hat in den letzten Jahren seine Produktpalette um mehrer Filler erweitert. Neben den Kollagenpräparaten Zyderm® und Zyplast®, Cosmoderm® und Cosmoplast® handelt es sich um die Hyaluronsäurepräparate Juvederm® und HydraFill®. Die Produkte der Juvederm® Familie besitzen die Zulassung der FDA /USA. Unter dem Namen Juvederm Ultra 2,3 und 4® wird ein besonders hoch gereinigtes, nicht-tierisches  Hyaluronsäureprodukt mit Lidocainzusatz angeboten. Der Filler wird als besonders schmerzarm bei der Injektion, leicht injizierbar und dauerhaft (bis 12 Monate) angeboten. Sie enthalten jeweils 24mg/ml vernetzte Hyaluronsäure biosynthetischen Ursprung mit 0,3% Lidocain.

Unter dem Namen Hydrafill ® werden monophasische, quervernetzte, nicht-tierische Hyaluronsäure-Filler vertrieben. Sie werden mittels einer Hyalcross ™genannte Technik hergestellt. Dadurch entsteht ein gut injizierbares, formbares, weiches Gel. Die verschiedenen Produkte der Hydrafill-Familie eignen sich für die Behandlung von Nasolabialfalten, Mundfalten, Wangenaufbau, Lippenverschönerung, wie für Narbenbehandlung und Volumenauffüllung.

Weitere HA-Präparate sind zB Esthelis ® und Forthelis Extra ® (Fa. Antheis, Schweiz), Revanesse®  und Revanesse Ultra®  (Prollenium MT, Canada).
Unter dem Namen Surgiderm ® (Fa. Corneal, Paris) wird ein mittels Butandiodiglycidylether (BDDE) hochvernetzter Hyaluronsäure-Filler vertrieben. Durch die damit erreichte dreidimensionale Vernetzung wird das Gel besonders „dicht“.  Damit kann das Enzyms Hyaluronidase den Filler weniger angreifen. Da Hyaluronidase entscheidend am Abbau der Hyaluronsäure beteiligt ist, verlangsamt sich deren Abbau, und die Haltbarkeit des Fillers steigt. Es handelt sich um einphasige Produkte ohne freie Hyaluronsäurepartikel. Die Wirkungsdauer und der erzielte ästhetische Effekt liegen bei Surgiderm 18 nach Angaben der Firma bei ca. 6 Monaten, bei Surgiderm 30 XP bei ca. 12 Monaten.  
 
"Wie kann man Lippen verschönern?"
Viele Frauen wünschen sich sinnliche, weiblich Lippen und sind unzufrieden mit ihrer eigenen Lippenform. Die ersehnten Traumlippen sind meist etwas voller im Volumen, rundlicher in der Form, ausgewogen im Verhältnis Ober- und Unterlippe, mit einem schönen Lippenschwung und leicht ansteigenden Mundwinkeln.  

Dieser Idealform sinnlicher Lippen können wir auf verschiedene Arten nacheifern: durch Injektion von Fillern ( zB Hyaluronsäure), durch Eigenfett-Transfer, Goretex-Implantate oder durch eine operative Lippenrevision. Die Injektionsbehandlung von Lippen war früher relativ schmerzhaft und erfolgte meist in örtlicher Betäubung. Mit den heutigen Methoden der Kryoanästhesie ist die Lippenverschönerung nahezu schmerzfrei. Die Lippenbehandlung zählt zur hohen Kunst der Fillertherapie: es nicht recht schwierig und erfordert grosse Erfahrung vom Arzt, genau die Lippenform, Lippengrösse und den Lippenschwung herzustellen, die von der Patientin oder dem Patient gewünscht wird.

Bei der Lippenverschönerung mit Hyaluronsäure wird der Filler in das Lippenrot, den Lippenrand, den Mundwinkel oder über den Lippenmuskel gespritzt. Fast jeder Hersteller von dermalen Fillern bietet ein Produkt an, das besonders zur Lippenbehandlung geeignet ist. Die Anwendung permanenter oder semipermanenter Filler ist u.E. an den Lippen noch problematischer und riskanter als bei Falten. Hyaluronsäure ist sehr gut zur Lippenverschönerung geeignet: es ist immer wieder erstaunlich, welches hervorragende ästhetische Ergebnis durch den erfahrenen Arzt bei der Lippenformung zu erzielen ist. Der Schritt von einer sinnlichen, erotischen, vollen Lippenform bis zur übertriebenen "Enten-" oder „Schnabellippe“ (bekannt aus Presse und Fernsehen) ist allerdings klein. Ein erfahrener ästhetischer Dermatologe wird seine PatientIn daher davon abhalten, „zu viel“ Lippenvolumen zu wollen.
 
"Wann dürfen Filler aus Hyaluronsäure nicht verwendet?"
Die Unterspritzung ist nicht erlaubt bei
a) Allergie gegen das verwendete Präparat
b) Schwangerschaft
c) Autoimmunerkrankung in der unmittelbaren Familie
d) Allergie gegen Betäubungsmittel, Medikamente, Hühnereiweiß
e) Lippenherpes an der Spritzstelle
f) schwere Herzerkrankung
g) Einnahme von Marcumar oder anderen blutverdünnenden Medikamenten
 
"Welche Nebenwirkungen sind möglich?"
Im allgemeinen wird die Behandlung mit dermalen Fillern sehr gut vertragen - lassen Sie sich daher von der folgenden Beschreibung von Nebenwirkungen nicht verunsichern. Die Häufigkeit von Nebenwirkungen ist allerdings sehr stark von der Kompetenz des Anwenders, der Anwenderin und dem gesamten Umfeld bei der Behandlung abhängig. Eine Behandlung in einem Kosmetikstudio, bei einer Botoxparty, die Behandlung unter unsterilen Bedingungen im Hinterzimmer eines Frisörladens, beim Zahnarzt usw erhöht m.E. die Risiken erheblich.  Die Aufklärung über Risiken ist nach meiner Überzeugung bei allen ästhetischen Eingriffen sehr wesentlich. Denken Sie aber immer daran: je erfahrener und ehrlicher Ihr Arzt ist, umso weniger Problem werden tatsächlich auftreten. Bei guter Aufklärung und Vorbereitung sollten tatsächlich keine der genannten Probleme auftreten.
Je nach verwendetem Betäubungsverfahren und Ort der Einspritzung kann die Injektion mehr oder weniger schmerzhaft sein - die Schmerzhaftigkeit ist aber heute wesentlich geringer als noch vor wenigen Jahren. Blutergüsse sind möglich, inzwischen aber selten. Generell kann ein Allergierisiko nie ganz ausgeschlossen werden, das Risiko ist aber bei Hyaluronsäureprodukten so gering, dass kein Allergietest notwendig ist . Hyaluronsäure wird vom Körper mit der Zeit aufgelöst, sodass Probleme bei diesen Implantaten mit der Zeit von selbst verschwinden. Eine kleine Infektionsgefahr besteht bei jeder Faltenspritze - wie bei jeder anderen Spritze auch. Gelegentlich kommt es zu hartnäckigen entzündlichen Hautrötungen, die aber in der Regel nach einiger Zeit von selbst wieder abklingen. In sehr seltenen Fällen kann es an der Injektionsstelle zu örtlichen Gewebeschäden, Verschorfungen, Blutergüssen, Blutgerinnseln, Blasen, Abszessen oder Narben kommen. Selten kann die Spritze einen alten Lippenherpes wieder auslösen. Sehr selten sind auch Verletzungen von Nerven und Blutgefäßen, Absterben von Gewebe (Nekrose), örtliche Schwellungen und Hautjucken. Wie häufig sind diese Nebenwirkungen? Für das Präparat Hylaform werden vom Hersteller beispielsweise folgende Häufigkeiten genannt: Rötung/Schwellung/Juckreiz/Verhärtungen/Allergien: 0,19%; andere örtliche Reaktionen wie Blutergüsse, Schmerzen, Akne usw: 0,05%; Überkorrektur oder Verletzungen: 0,06%. All diese Komplikationen verschwinden meist wieder, wobei die allergischen Hautreaktionen nicht selten einige Wochen zur Abheilung benötigen. Nebenwirkungen können durch rasches ärztliches Handeln fast immer schnell beseitigt werden. Es ist daher bedauerlich, dass immer mehr Nicht-Ärzte, ja sogar Kosmetikerinnen die Faltenunterspritzung anbieten. Einerseits ist bei geringer Erfahrung der Erfolg meist nicht überzeugend. Vor allem aber ist die richtige Behandlung von Nebenwirkungen einem Nichtarzt generell unmöglich, da immer rezeptpflichtige Medikamente erforderlich sind.
 
"Wer erfasst solche Nebenwirkungen?"
Seit 2003 existiert in Berlin ein zentrales Register für unerwünschte Nebenwirkungen von injizierbaren Füllmaterialien. Dieses Berliner Register (Injectable Filler Safety IFS - Study) erfasst und untersucht die gemeldeten Fälle von Patienten, bei denen solche Nebenwirkungen auftraten und die länger als 2 Wochen bestanden. Typische erfasste Nebenwirkungen sind zB längeranhaltende Rötungen, Schwellungen, Abszesse, Knoten, Granulome, Ulzerationen / Geschwüre. Ziel ist es u.a., Risiko- und Sicherheitsprofile der einzelnen Produkte zu erstellen. Fälle können unter www.derma-filler.de gemeldet werden.  
 
"Welchen Behandlungserfolg kann ich erwarten?"
Die wesentlichste Frage des Patienten ist natürlich: welchen Behandlungserfolg kann ich erwarten, wenn ich Zeit, Geld und Geduld in eine solche Behandlung investiere? Nachdem ich so viel über potentielle Risiken berichtet habe, folgt hier der angenehme Teil. Bei den meisten Patienten können Falten durch die Unterspritzung deutlich gebessert oder beseitigt werden; müde, eingefallene und alternde Gesichter sehen nach  einer Behandlung wieder voll und straff aus; aus "Allerweltslippen" entstehen innerhalb von Minuten sinnliche, natürliche Lippen - die Verschönerung des Gesichts oder der Lippen ist häufig spektakulär. Neuere Hyaluronsäurepräparate sollten etwa 12 Monate einen sichtbaren Effekt zeigen. Natürlich werden die Falten irgendwann wieder auftreten, denn das Altern können wie leider noch immer nicht stoppen. Die sichtbaren Zeichen des Alterns dagegen lassen sich - durch wiederholte Behandlungen - dauerhaft verstecken. Auch eine Kombination der Faltenunterspritzung mit Botox, Laser oder Peeling kann oft sinnvoll sein. Durch eine gleichzeitige Botox-Behandlung kann der Erfolg der Faltenunterspritzung oft verlängert werden, da durch die verminderte Muskelaktivität ein "Wegmassieren" des Fillers vermieden wird.
 
"Was kostet eine Behandlung mit Hyaluronsäure?"
Die Kosten schwanken stark je nach verwendetem Präparat, notwendiger Menge, Aufwand usw. Kleinere Falten können schon für ca. 250 Euro behandelt werden; es kann jedoch u.U. auch ein Vielfaches an Kosten entstehen. Eine durchschnittliche Faltenbehandlung kostet etwa 350 - 400 Euro; ein Volumenaufbau eher 500 - 700 Euro. Ästhetische Behandlungen sind übrigens mehrwertsteuerpflichtig; lassen Sie sich in jedem Fall eine Quittung/Rechnung geben. Welches Präparat im individuellen Einzelfall am besten wirkt, muß im Beratungsgespräch geklärt werden. Vielleicht ist auch eine andere Behandlungsweise sinnvoll, z.B. Botox oder Laser? Insgesamt ist der Volumenaufbau des Gesichts, die Faltenunterspritzung und Lippenformung mit Hyaluronsäure in der Hand des erfahrenen Arztes bewährtes, empfehlenswertes Verfahren zur Faltenbesserung. Gerne beraten wir Sie in unserer Praxis, ob diese Behandlungsform zur Lösung Ihres ästhetischen Problems sinnvoll angewendet werden kann. Weitere Informationen zur Faltenbehandlung finden Sie auch unter dem Stichwort "Gesichtsfalten" und "Botulinumtoxin".
Ihre dermaPraxis
Dr. H. Bresser, Peschelanger 11, 81735 München
Tel 089-677977, www.drbresser.de
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